Samstag, 16. Mai 2026
Warum wird die AfD gewählt?

Viele Menschen wählen Parteien nicht ausschließlich nach ihren eigenen sozialen Vorstellungen. Häufig spielen Gefühle, Wahrnehmungen und gesellschaftliche Stimmungen eine größere Rolle als konkrete politische Folgen. Genau darin könnte ein Teil der Erklärung für den Erfolg, der Alternative für Deutschland (AfD) liegen. Einige zentrale Faktoren:
* Angst vor sozialem Abstieg
* Frust über etablierte Parteien
* Gefühl, „nicht mehr gehört“ zu werden
* Protestwahlverhalten
* soziale Medien und vereinfachte Botschaften
* starke Wirkung emotionaler Themen wie Migration oder nationale Identität.
Deshalb verwenden politische Beobachter manchmal genau das beschriebene Bild: Menschen unterstützen eine Politik, die ihre eigene soziale Absicherung gefährden könnte.
Gleichzeitig wäre es zu einfach zu sagen, AfD-Wählerinnen und -Wähler handelten irrational oder „gegen ihre Interessen“. Viele verbinden mit ihrer Wahl andere Prioritäten:
* kulturelle Sicherheit,
* Ablehnung der Bundesregierung,
* Kritik an Migration,
* Misstrauen gegenüber Medien,
* Wunsch nach grundlegender Veränderung.
Dabei entsteht oft ein Widerspruch zwischen politischen Forderungen und den tatsächlichen Auswirkungen auf den eigenen Alltag. Kritiker der AfD weisen seit Jahren darauf hin, dass Teile ihres Programms besonders Menschen mit niedrigen oder mittleren Einkommen treffen könnten – etwa durch:
* Kürzungen oder Umbauten des Sozialstaats
* steuerpolitische Vorteile für höhere Einkommen
* Schwächung solidarischer Sicherungssysteme
* marktradikale Wirtschaftspositionen
Emotionale und kulturelle Fragen überlagern materielle Interessen.
Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Punkt: Wenn Menschen über Jahre das Gefühl entwickeln, wirtschaftlich oder gesellschaftlich abgehängt zu sein, werden einfache Antworten attraktiver – selbst dann, wenn die vorgeschlagenen Lösungen komplexe Probleme nicht wirklich lösen oder neue Probleme schaffen.
Die aktuelle Stärke der AfD ist deshalb weniger mit einem einzigen Thema erklärbar als mit einer Mischung aus:
* wirtschaftlicher Unsicherheit,
* Vertrauensverlust in Institutionen,
* gesellschaftlicher Polarisierung,
* medialer Zuspitzung,
* und Fehlern anderer Parteien.
Dass viele Menschen diese Entwicklung schwer verständlich finden, ist nachvollziehbar. Gerade weil Deutschland historisch erlebt hat, wohin Nationalismus, Ausgrenzung und demokratiefeindliche Entwicklungen führen können, wird die Debatte emotional und gesellschaftlich sehr grundlegend geführt.

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Freitag, 15. Mai 2026
Regierungspartei AfD

Warum AfD?
Schaut man sich - sachlich basierend auf dem aktuellen AfD-Wahlprogramm - die Konsequenzen, die eine AfD-Regierung für den Alltag hätte an, würde sich für Bürgerinnen und Bürger viel zum Negativen ändern.
Umso erstaunlicher ist der Zulauf von Wählerinnen und Wählern für diese Partei. Zurzeit ist die AfD, laut Umfrage, die stärkste Partei. Das ist schwer nachvollziehbar, da sich viele AfD-Wählerinnen und Wähler durch die u.a. Veränderungen - bildlich ausgedrückt: den (sozialen) Ast absägen, auf dem sie sitzen.

Sozialleistungen und Bürgergeld
Die AfD will Sozialleistungen kürzen und sieht staatliche Umverteilung kritisch. Das Bürgergeld soll ersetzt werden. Wer also heute auf staatliche Unterstützung angewiesen ist – sei es vorübergehend durch Jobverlust oder dauerhaft durch Krankheit – muss mit deutlich härteren Bedingungen und starker finanziellen Einbuße rechnen.
Simulationsrechnungen des Leibnitz-Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigen, dass die Steuer- und Sozialpolitik der AfD vor allem Wohlhabenden nützt: Je mehr ein Haushalt verdient, desto stärker wird er entlastet – während alle anderen gesellschaftlichen Gruppen weniger bis nichts erhalten.

Mindestlohn
Ein konkretes Beispiel betrifft Geringverdiener: Union, FDP und AfD erkennen keinen politischen Handlungsbedarf zur Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns, während alle anderen Parteien sich für 15 Euro pro Stunde einsetzen. Geringverdienende profitieren besonders von einer solchen Erhöhung, während Wohlhabende eher durch Steuererleichterungen bevorzugt werden. Wer also von seiner Arbeit kaum leben kann, würde durch eine AfD-Regierung keine Verbesserung erfahren.

Euro-Austritt und wirtschaftliche Folgen
Die AfD fordert immer wieder den Austritt Deutschlands aus dem Euro-Währungssystem und die Rückkehr zur D-Mark. Sie räumt selbst ein, dass dies nicht ohne „Umstellungsbelastungen” für die Menschen abgehen würde. Was das konkret bedeutet, zeigt ein Blick auf die Forschung: Das Institut der deutschen Wirtschaft (DIW) beziffert die möglichen Wohlstandsverluste eines solchen Schritts auf hunderte Milliarden Euro, das DIW spricht von katastrophalen wirtschaftlichen Folgen. Steigende Preise, Kapitalflucht und der Verlust von Arbeitsplätzen wären die unmittelbaren Konsequenzen – und zwar für alle, nicht nur für Großunternehmen.

Klimapolitik und Energiekosten
Die AfD bestreitet den menschengemachten Klimawandel und fordert den sofortigen Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen.
Subventionen für erneuerbare Energien sollen gestrichen werden. Das klingt zunächst nach Entlastung – doch die in der Realität faktisch günstigere Stromerzeugung durch erneuerbare Energien lehnt die AfD ab, obwohl diese langfristig zu niedrigeren Energiepreisen für Verbraucher führt. Fossile Energie ist dagegen stark von internationalen Märkten und geopolitischen Krisen abhängig – wie die Energiekrise 2022 eindrücklich gezeigt hat.

EU und Binnenmarkt
Die AfD sieht die EU als gescheitert an und hält einen „geordneten Austritt Deutschlands aus der EU” für möglich, falls eine Reform scheitert. Für ein Exportland wie Deutschland wäre das ein massiver Schlag: Rund 60 Prozent der Exporte gehen in andere EU-Staaten. Ein Austritt würde neue Handelshemmnisse und Zölle schaffen, Unternehmen in Schwierigkeiten bringen und die Kaufkraft der Bürger durch steigende Importpreise schwächen. Millionen Arbeitsplätze hängen direkt am EU-Binnenmarkt.

Fazit
Viele AfD-Wählerinnen und Wähler gehören genau jenen Gruppen an, die von den beschriebenen Maßnahmen am stärksten negativ betroffen wären: Geringverdiener, Rentner, Menschen in sozialer Unsicherheit, Beschäftigte in exportorientierten Branchen.
Die Partei bedient zwar verständliche Frustrationen und greift Probleme auf – doch ihre Lösungsvorschläge würden für Otto Normalverbraucher, in vielen Fällen das Gegenteil des Versprochenen bewirken. Profitieren würden Großverdiener.

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Mittwoch, 13. Mai 2026
Vergesslichkeit ?

Warum Deutsche wieder rechts wählen
Deutschland hat während der Weimarer Republik (1918-1933) erlebt, wohin Hass, Nationalismus und Führerkult - von wem auch immer - führen. Und doch gewinnt die AfD Stimmen, obwohl ihre verantwortlichen Politiker:innen, immer offener rassistische, autoritäre und antidemokratische - also rechte - Positionen publizieren und vertreten. Das real und in allen analogen und digitalen Medien.
Wie kann das sein? – in einem Land, das sich „Nie wieder Nazis“ auf die Fahnen geschrieben hat. Man darf nur hoffen, dass der Trend zur AfD gebrochen wird, da die Wahl der AfD keine demokratische Alternative darstellt, unser Land und die Gesellschaft spaltet, wirtschaftlich und sozial schwächt. Als Nagelprobe wird die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt herhalten müssen.

Mit zunehmendem zeitlichem Abstand geht für viele Menschen der existenzielle Bezug zu Diktatur, Krieg und Vernichtung verloren. Wo Geschichte nicht mehr als Warnung verstanden wird, sondern lediglich als Pflichtstoff, verblasst auch das Bewusstsein dafür, wie zerbrechlich Demokratie tatsächlich ist. Das erleben wir gerade in der Ukraine und in Nahost.
Das Wissen um Hitlers Machtergreifung und die Zerstörung der Republik ist zwar dokumentiert, aber oft emotional nicht mehr verankert. So kann der Satz „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ wieder gesellschaftsfähig werden.

Demokratieschwäche
Wenn demokratische Parteien ihre Versprechen nicht halten, entsteht Misstrauen. Soziale Ungleichheit, abgehobene Politik, gebrochene Versprechen – all das schafft den Nährboden für Populisten. Die AfD ist kein Fremdkörper in unserer Gesellschaft, sie ist ein Symptom unserer Versäumnisse.
Die Demokratie stirbt nicht an einem Putsch, sondern an Gleichgültigkeit. Die größte Gefahr für die Demokratie ist nicht der Hass ihrer Feinde, sondern die Gleichgültigkeit ihrer Freunde.

Wut, Angst, Enttäuschung
Viele AfD-Wähler:innen fühlen sich abgehängt oder ignoriert. Steigende Preise, Zukunftsängste (Arbeitsplatzverlust), soziale Ungerechtigkeit – all das schafft Frust. Die AfD bietet dafür in den analogen und sozialen Medien, einfache Antworten und klare Feindbilder: „die Ausländer, die Grünen, die EU, die Eliten“. Das ist keine Politik, sondern emotionale Entlastung.
Wer Angst hat, will einfache Schuldige – nicht komplexe Lösungen. Die Partei lebt davon, dass Menschen glauben zu lassen , Demokratie sei etwas, das andere für sie erledigen.

Desinformation und digitale Echokammern
Über Telegram, YouTube, TikTok, WhatsApp oder X verbreiten AfD-nahe Akteure gezielt Falschinformationen.
Sie schaffen alternative Realitäten, in denen demokratische Institutionen als „korrupt oder „gesteuert“ dargestellt werden. Die Desinformation ersetzt Diskussion – und Empörung ersetzt Erkenntnis.
Laut einer Studie der Stiftung Neue Verantwortung (2023) glauben fast 40 % der AfD-Wähler:innen regelmäßig an Inhalte aus Desinformationskanälen in sozialen Medien.
Das ist keine Randerscheinung, sondern eine neue Form digitaler Propaganda.

Autoritäre Sehnsucht
Manche sehnen sich nach „Ordnung und Führung“. In Krisenzeiten wächst der Wunsch nach klaren Ansagen – auch wenn sie von oben kommen.
Demokratie wirkt dagegen anstrengend, laut, widersprüchlich.
Aber genau das ist ihre Stärke: Widerspruch statt Unterwerfung.
Wer „endlich wieder Durchgreifen“ will, öffnet der Willkür die Tür. Das wusste schon der Deutsche Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno (11. September 1903 - † 6. August 1969), als er schrieb:
* Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung.

Protestwahl und Selbsttäuschung
Viele sagen: „Ich wähle AfD, um den anderen einen Denkzettel zu verpassen.“ Doch so fing es schon einmal an. Auch in der Weimarer Republik glaubten viele, sie könnten die Nationalsozialisten „mal ausprobieren“.
Sie wollten es den Eliten zeigen – und zerstörten dabei die Demokratie, die sie eigentlich retten wollten.
Die Geschichte zeigt, dass Rechtsstaaten nicht an einem Tag verschwinden. Sie werden ausgehöhlt – schrittweise, legal, oft mit parlamentarischen Mehrheiten.
Auch die Weimarer Republik zerbrach nicht an einem Putsch, sondern an der Normalisierung autoritärer Denkweisen, an der Verharmlosung radikaler Akteure und an der Illusion, man könne sie „einbinden“ oder „entzaubern“. Wer die AfD als gewöhnliche Protestpartei betrachtet, ignoriert diese historische Erfahrung ebenso wie internationale Parallelen – von Ungarn bis Polen, von den USA bis Italien.
Die Verteidigung der Demokratie beginnt deshalb nicht erst beim Parteiverbot, sondern beim klaren Benennen und Aufzeigen antidemokratischer Ideologien.
Die AfD wird nicht gewählt, weil die Menschen Hitler vergessen hätten, sondern weil sie nicht erkennen, dass dieselben Denkweisen – Ausgrenzung, Autoritarismus, Verachtung der offenen Gesellschaft – in neuer Sprache zurückkehren.
Heute wiederholt sich das Muster. Wer Protest wählt, stärkt die, die das System abschaffen wollen.
Autoritäre Systeme entstehen heute nicht durch Panzer vor Parlamenten, sondern durch systematische Delegitimierung. Gerichte werden als „politisch“ diffamiert, Medien als „Systempresse“ verächtlich gemacht, Wissenschaft als „ideologisch“ denunziert. Genau dieses Muster ist in Deutschland längst sichtbar – vor allem im politischen Umfeld der AfD.
Die AfD stellt den Rechtsstaat nicht offen infrage, sie zersetzt ihn rhetorisch. Sie erklärt unabhängige Medien zu Feinden, spricht Parlamenten die Legitimität ab, relativiert politische Gewalt und bedient offen das Narrativ einer angeblich korrupten Elite. Das ist kein Protest, das ist Strategie. Wer Institutionen dauerhaft verächtlich macht, bereitet ihre Abschaffung vor.
Hinzu kommen offene Sympathien für autoritäre Regime, insbesondere für Russland, sowie die systematische Verharmlosung von Putins Kriegspolitik. Wer nach innen den Rechtsstaat schwächt und nach außen Autokraten hofiert, arbeitet nicht an Reform, sondern an Machtverschiebung.

Fazit
Die Geschichte zeigt, Demokratien sterben nicht plötzlich. Sie sterben in Etappen. Erst wird Misstrauen gesät, dann Resignation erzeugt, schließlich Zustimmung erzwungen. Russland zeigt, wohin dieser Weg führt. Die USA zeigen, wie schnell er beschritten werden kann.
Deutschland ist noch ein Rechtsstaat. Aber er ist nicht unverwundbar. Wer die AfD für eine normale Protestpartei hält, ignoriert die historischen und internationalen Parallelen. Die Verteidigung der Demokratie beginnt nicht erst beim Verbot – sondern beim klaren Benennen dessen, was auf dem Spiel steht.
Die AfD wird nicht gewählt, weil die Menschen Hitler vergessen haben, sondern weil sie nicht erkennen, dass dieselben Denkweisen zurückkehren.
Wenn Erinnerung nicht wachhält, sondern bloß Geschichte wird, verkommt die Erkenntnis: “Nie wieder Nazis“ zur Floskel.
Demokratie lebt nicht von Symbolen, sondern von Bildung, sozialer Sicherheit und echter Beteiligung. Das ist die Lehre, die wir neu lernen müssen – bevor es wieder zu spät ist.
Erschreckend ist auch, dass es in der CDU, besonders im Osten, Stimmen gibt, die es gerne mit der AfD zusammen versuchen möchten.
Auch die Geschwindigkeit, die der gewählte USA-Präsident Trump benötigt und es teilweise schafft, die Demokratie in den USA zu demontieren (Gewaltenteilung, Pressefreiheit, Rechtsstaat), sollte uns eine Warnung sein.

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Freitag, 1. Mai 2026
Die AfD - stärkste Kraft

Die AfD legte in Umfragen gegenüber der Vorwoche zu und liegt aktuell zwischen 27 und 29 Prozent, während die Union auf 22 Prozent kommt.
Die SPD verharrt bei 12 Prozent, gleichauf mit der Linken. Die Grünen liegen bei 15 Prozent, die FDP bei vier Prozent – unter der Sperrklausel.
Klar ist: CDU und SPD haben an Vertrauen verloren. Ob das an programmatischen Differenzen, an Kommunikation oder an konkreten politischen Entscheidungen liegt, darüber streiten Experten.
Einig sind sie sich darin, dass die etablierten Parteien Antworten finden müssen – auf wirtschaftliche Sorgen, auf Migrationsfragen, auf das Gefühl vieler Bürger, nicht gehört zu werden.
Auch die Zufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz sinkt auf einen neuen Tiefpunkt. Die vergangene Woche war vom Ringen der Koalition um Reformen geprägt – insbesondere das Sparpaket für die Krankenversicherung und Merz’ umstrittene Äußerung zur gesetzlichen Rente als „Basisabsicherung” sorgten für Irritation. Viele Wählerinnen und Wähler haben die Nase voll und drücken ihren Unmut und Frust über die – in ihren Augen – unzureichende Regierungsarbeit von CDU und SPD aus, indem sie beabsichtigen, die AfD zu wählen.

Fazit
Es bleibt nur zu hoffen, dass den Wählerinnen und Wählern der AfD bewusst ist:
„Sie schaden mit ihrer Wahl nicht nur die Demokratie und den Sozialstaat Deutschland, sondern häufig auch sich selbst“.
Die Frage bleibt, ob die Volksparteien CDU und SPD noch die Kurve kriegen, bevor aus Umfragewerten Wahlergebnisse werden.

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Dienstag, 21. April 2026
EU und Einstimmigkeit

Es gibt nur eine Möglichkeit,
die europäische Union (EU) vor solchen Abweichlern wie Orban (Ungarn) und Radew (Bulgarien) zu bewahren. So demokratisch die einheitlichen Beschlüsse bei EU-Abstimmungen auch gedacht waren, sie sind in Zeiten, wo sich in vielen Ländern der EU, politische - speziell rechtsorientierte Blöcke bilden, weil Einzelpersonen - nicht die Bevölkerung - es so wollen, nicht mehr als demokratische Grundlage zu rechtfertigen.
Die Demokratie muss sich wehren können, indem Mehrheitsbeschlüsse bindend werden.
Wenn ein einzelner Staat Beschlüsse blockieren kann, die 26 andere befürworten, ist das demokratisch schwer zu rechtfertigen. Besonders, wenn dieser Staat gleichzeitig massiv von der EU profitiert.
Das Einstimmigkeitsprinzip war ursprünglich ein Schutz für kleine Staaten, wird aber zunehmend als Waffe eingesetzt.

Was dagegen spricht
und worüber man ernsthaft nachdenken muss:
Hier liegt ein klassisches demokratisches Dilemma. Wenn Mehrheitsbeschlüsse bindend werden, stellt sich sofort die Frage: Wessen Mehrheit legitimiert was? Die EU ist kein Bundesstaat. Ungarn oder Bulgarien haben nie einer Verfassung zugestimmt, die sie einer europäischen Mehrheitsentscheidung in allen Bereichen unterwirft.
Eine erzwungene Überstimmung könnte demokratisch gewählte Regierungen – mögen sie auch unbequem sein – delegitimieren und nationalistischen Bewegungen weiteren Auftrieb geben. Das eigentliche Problem ist ein anderes:
Orban ist nicht trotz Demokratie an der Macht, sondern durch sie. Ihn zu überstimmen löst nicht, warum Millionen Ungarn ihn wählen. Die EU kann Strukturen ändern – und sollte es in vielen Bereichen – aber sie kann nicht verordnen, was Bürger denken.

Mögliche Wege, die diskutiert werden
Qualifizierte Mehrheit in mehr Politikbereichen ausweiten und das Artikel-7-Verfahren effektiver gestalten.
EU-Mittel konsequenter an Rechtsstaatlichkeit knüpfen. Die Frage bleibt: Wie viel Einheit ist nötig und wie viel Vielfalt muss eine Union aushalten können, ohne zu zerbrechen?​​​​​​​​​​​​​​​​
Das ist eine wichtige Frage – aber die ehrliche Antwort ist: der aktuelle Vertrag bietet nur begrenzte Mittel. Die wirksamsten Lösungen würden eine Vertragsänderung erfordern.
Was der bestehende Vertrag ermöglicht, ist ein Vertragsverletzungsverfahren (Artikel 258):
Die EU-Kommission kann Staaten vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagen, wenn sie EU-Recht brechen. Der EuGH kann empfindliche Geldstrafen verhängen. Das funktioniert bei konkreten Rechtsverstößen ganz gut, greift aber nicht bei allgemeinen demokratischen Rückschritten. Seit 2021 gibt es die sogenannte Rechtsstaatsverordnung – EU-Mittel können eingefroren werden, wenn Rechtsstaatlichkeit verletzt wird. Gegen Ungarn wurde das bereits angewendet. Das ist bisher das schärfste praktische Instrument.

EuGH-Urteile
Der Gerichtshof hat in letzter Zeit zunehmend selbstbewusst entschieden – etwa zur Unabhängigkeit der Justiz in Polen. Mit finanziellen Zwangsgeldern bei Nichtbefolgung.

Was der Vertrag nicht hergibt:
* Automatischer Stimmrechtsentzug ohne Einstimmigkeit
* Ausschluss eines Mitgliedstaats
* Bindende Mehrheitsentscheidungen in sensiblen Bereichen wie Außenpolitik oder Steuern
Was eine Vertragsänderung bringen könnte:
* Einschränkung des Einstimmigkeitsprinzips
* Reform, sodass Einstimmigkeit nicht mehr erforderlich ist
* Stärkere Kompetenz des EU-Parlaments bei Sanktionen

Fazit
Eine Vertragsänderung erfordert die Zustimmung aller Mitgliedstaaten – also auch Ungarns. Das macht grundlegende Reformen im Moment praktisch unmöglich, solange Viktor Orban Ministerpräsident von Ungarn ist.
Die EU sitzt damit in einer Art Falle: Die Werkzeuge, die man bräuchte, kann man nur mit Zustimmung derer einführen, gegen die man sie braucht.​​​​​​​​​​​​​​​​
Es gibt nur eine Möglichkeit, die europäische Union (EU) vor solchen Abweichlern wie Orban (Ungarn) und Radew (Bulgarien) zu bewahren. So demokratisch die einheitlichen Beschlüsse bei EU-Abstimmungen auch gedacht waren, sie sind in Zeiten, wo sich in vielen Ländern der EU, wieder politische - speziell rechtsorientierte Blöcke bilden, weil Einzelpersonen es so wollen, nicht mehr als demokratische Grundlage zu rechtfertigen. Die Demokratie muss sich wehren können, indem Mehrheitsbeschlüsse bindend werden.

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Sonntag, 12. April 2026
Triumphbogen und Trump

Triumphbögen für Lebende – Der alte Traum vom unsterblichen Herrscher
Triumphbögen sind keine harmlosen Bauwerke. Sie sind Machtsymbole.
Schon im alten Rom wurden sie errichtet, um Feldherren und Kaiser zu verherrlichen – nicht als nüchterne Erinnerung, sondern als steingewordene Botschaft: Seht her, ich bin größer als ihr.
Auch Napoleon Bonaparte ließ mit dem Arc de Triomphe ein Monument errichten, das seinen eigenen Ruhm über Generationen hinweg festschreiben sollte. Es ging nie nur um Architektur. Es ging um Deutungshoheit. Wer Geschichte kontrolliert, kontrolliert die Wahrnehmung von Größe und Historie.
Wenn heute im Umfeld von Donald Trump immer wieder Ideen, Bilder oder Fantasien auftauchen, die genau in diese Richtung weisen, dann ist das kein Zufall - sondern ein gefährliches Selbstverständnis. Denn demokratische Gesellschaften haben bewusst einen anderen Weg gewählt.

Die Denkmäler auf der National Mall, in Washington DC, etwa für Abraham Lincoln – sind keine Produkte persönlicher Eitelkeit. Sie sind das Ergebnis kollektiver Erinnerung. Sie wurden nicht errichtet, um Macht zu feiern, sondern um Geschichte zu bewerten. Und vor allem:
Sie entstanden erst, als diese Bewertung möglich war:
• Nach dem Handeln.
• Nach der Amtszeit.
• Nach dem Leben.
Genau das ist der Kern demokratischer Reife: Niemand erklärt sich selbst zur historischen Figur.
Wer es doch versucht, verlässt diesen Konsens. Ein Triumphbogen für einen lebenden Politiker – egal ob real geplant oder nur als Gedankenspiel – ist deshalb mehr als eine architektonische Absurdität. Er ist ein politisches Signal!

Ich warte nicht auf ein Urteil,
ich spreche es selbst. Genau hier beginnt die Selbstbeweihräucherung.
• Kritik wird zur Störung.
• Institutionen werden zur Kulisse.
• Die eigene Person wird zum Maßstab.
Das ist kein Zufall. Das ist ein Muster, das sich durch die Geschichte zieht – von antiken Herrschern bis zu modernen Autokraten.

Fazit
Demokratie hingegen lebt vom Gegenteil:
•  Sie zwingt Macht zur Geduld.
•  Sie verweigert jedem Einzelnen das Recht, sich selbst unsterblich zu machen.
Deshalb ist die eigentliche Frage nicht, ob irgendwo ein Triumphbogen gebaut wird.
Die eigentliche Frage ist, ob wir beginnen zu akzeptieren, dass politische Macht sich wieder selbst Denkmäler setzen darf.
Wenn das geschieht, ist ein Triumphbogen nur noch das kleinste Problem.
Dann steht etwas ganz anderes auf dem Spiel:
die Idee, dass Geschichte nicht von denen geschrieben wird, die gerade laut genug sind – sondern von denen, die Bestand haben.

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Mittwoch, 8. April 2026
Solidarität mit Werten – nicht mit Machtpolitik

Update: 8. April 2026
Iran - Trump verschiebt Ultimatum

Ja, der Iran ist ein Gegner der offenen Gesellschaft. Das Regime in Teheran unterdrückt Frauen, verfolgt Homosexuelle, tötet Dissidenten, finanziert Terror und betreibt ein undurchsichtiges Atomprogramm. Aber aus einer richtigen Diagnose folgt noch keine richtige Therapie.

Entsolidarisierung?
Der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer SE, Mathias Döpfner, warnt vor einer „Entsolidarisierung“ mit den USA. Das klingt zunächst plausibel – ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn die Entsolidarisierung, die wir derzeit beobachten, betrifft nicht die Vereinigten Staaten als demokratischen Partner.
Sie betrifft einen Präsidenten, der Politik als Bühne begreift, Bündnisse als Druckmittel einsetzt und Krieg rhetorisch, real und strategisch entgrenzt.

Europa hat eigene Interessen
Europa steht damit vor einer entscheidenden Frage: Gilt unsere Loyalität und Zusammenhalt einem Staat und seinen Prinzipien, die ihn einst zum verlässlichen Partner gemacht haben? Oder einem sprunghaften Präsidenten?
Wer heute reflexhaft zum Schulterschluss aufruft, ignoriert, dass sich die Spielregeln verändert haben. Ein Bündnis setzt Verlässlichkeit voraus. Doch wo politische Entscheidungen von kurzfristigen Interessen, persönlicher Inszenierung und ökonomischem Kalkül geprägt sind, wird aus Partnerschaft schnell Abhängigkeit. Darauf gilt es positiv zu reagieren.

Wortwahl
Noch aufschlussreicher als politische Entscheidungen selbst ist oft die Wortwahl von Politikerinnen und Politiker.
Wenn Zivilisten getötet, Infrastruktur gezielt zerstört und ganze Regionen destabilisiert werden, ist plötzlich von „illegal“ oder „inakzeptabel“ die Rede – doch der Begriff, der naheliegt, wird konsequent vermieden. Das ist kein Zufall.
Dieser Begriff ist kein politisches Schlagwort, sondern zeigt eine Missachtung und Vergewaltigung des Völkerrechts auf.
Wer diesen Begriff verwendet, beschreibt nicht nur ein moralisches Versagen, sondern stellt unweigerlich Fragen nach Verantwortung, nach Konsequenzen und nach internationaler Strafverfolgung in den Raum. Mit anderen Worten: Wer die Fakten klar benennt, kann sich nicht länger hinter diplomatischen Floskeln verstecken.
Stattdessen ist eine sprachliche Entschärfung zu beobachten, die erkennbar einem Ziel dient: Konflikte nicht weiter eskalieren zu lassen und politische Beziehungen nicht zu gefährden. Besonders dann, wenn es um einen Präsidenten geht, dessen Reaktionen als unberechenbar gelten.
Doch diese Form der Rücksichtnahme hat einen Preis. Sie untergräbt die Glaubwürdigkeit jener Werte, auf die sich der Westen so gerne beruft: Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und eine regelbasierte internationale Ordnung. Wenn diese Prinzipien nur dann gelten, wenn sie politisch opportun sind, verlieren sie ihren normativen Kern.
Europa darf sich in dieser Situation nicht in eine falsche Loyalität treiben lassen. Solidarität mit den USA bedeutet nicht, jede politische Linie eines Präsidenten mitzutragen. Im Gegenteil: Eine belastbare Partnerschaft zeigt sich gerade darin, Widerspruch zu wagen, wenn gemeinsame Grundlagen erodieren.

Fazit
Es geht nicht um Anti-Amerikanismus. Es geht um die Verteidigung dessen, was den Westen überhaupt erst ausmacht. Wer heute schweigt oder beschönigt, riskiert mehr als nur diplomatische Verstimmungen. Er riskiert die schleichende Aushöhlung jener Ordnung, die Frieden und Stabilität über Jahrzehnte ermöglicht hat.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht: Wie loyal ist Europa gegenüber den USA? Sondern:
Wie loyal ist Europa gegenüber seinen eigenen Werten?

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Samstag, 4. April 2026
Wahlen in Deutschland - Bund und Länder

Wann wird in Deutschland gewählt ?
Folgend finden Sie die nächsten Wahltermine in Deutschland. Hier ein paar Gedanken, weswegen demokratisch gesinnte Bürger*innen, Probleme mit einer AfD-Wahl haben.

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AfD

Es sind nicht nur die Stimmenanteile bei Wahlen, die erschrecken. Es ist das, wofür die AfD steht. Wenn sie Erfolge feiert, dann nicht trotz ihrer Radikalität – sondern oft gerade ihretwegen.
Eine Partei, die gezielt mit Angst, Ausgrenzung und Provokation arbeitet, erzielt Zustimmung, ohne tragfähige Lösungen für die komplexen Probleme unserer Zeit anzubieten. Das allein sollte zu denken geben. Gleichzeitig bemüht sich die AfD, sich als „ganz normale“ politische Kraft darzustellen. Doch dieser Anspruch hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Immer wieder fallen AfD-Funktionäre durch rassistische, nationalistische und demokratiefeindliche Aussagen auf. Teile der Partei werden vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft oder beobachtet. Das ist kein bloßer politischer Streitpunkt – das ist eine sicherheitsrelevante Bewertung.
Wer die AfD wählt oder ihre Erfolge relativiert, stärkt daher nicht einfach eine Oppositionspartei. Er trägt dazu bei, dass rechte Positionen an Einfluss gewinnen, die zentrale Prinzipien der Demokratie infrage stellen:
Die Gleichwertigkeit aller Menschen und den Schutz von Minderheiten und die Bindung politischer Macht an Recht und Gesetz.
Das Inszenieren von Wahlerfolgen gehört dabei zur Strategie der AfD. Stärke soll demonstriert werden, um Zustimmung zu erzeugen.

Was dabei oft übersehen wird
Mit jedem Prozentpunkt wächst nicht nur der Einfluss der Partei – es verschiebt sich auch die Grenze des Sagbaren. Genau diese schleichende Normalisierung ist die eigentliche Gefahr.
Es wird ausgeblendet, dass die AfD eine Partei ist, die bewusst auf Polarisierung setzt: gegen Minderheiten, gegen demokratische Institutionen und gegen eine offene Gesellschaft. Konflikte werden bewusst nicht gelöst, sondern verschärft – weil genau daraus politischer Gewinn gezogen wird.

Fazit
Demokratie geht über den Mehrheitsentscheid für eine bestimmte Partei hinaus. Sie lebt von Regeln, von Verantwortung und von gegenseitigem Respekt. Sie verlangt die Anerkennung von Fakten und die Bereitschaft zum Kompromiss.
Wer diese Grundlagen systematisch angreift, stellt sich nicht einfach „anders“ auf – er stellt sich gegen den demokratischen Konsens selbst.
Deshalb reicht es nicht, die Wahlergebnisse nur zur Kenntnis zu nehmen.
Man muss auch benennen und klar aufzeigen, dass ihr Abstimmungsverhalten, nicht dem entspricht was die Bürger*innen, die sie gewählt haben, erwarten.

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Freitag, 3. April 2026
AfD-Programmatik vs. Rhetorik

Die Inszenierung: Als Kümmererpartei für „die kleinen Leute“
1. Programmatik vs. Rhetorik
Eine klar erkennbaren Linie:
Die Ablehnung staatlicher Umverteilung entspricht eher wirtschaftsliberalen bzw. marktbetonten Positionen.
Argument der Fehlanreize:
* klassisches Narrativ gegen expansive Sozialleistungen
* National ausgerichtete Sozialpolitik
* Sozialleistungen zuerst für Deutsche
Diese Positionen sind im demokratischen Spektrum legitim. Sie lassen sich ideengeschichtlich eher dem konservativ-neoliberalen Lager zuordnen.

2. Die soziale Ansprache der AfD
Parallel dazu nutzt die AfD in ihrer Kommunikation stark sozial aufgeladene Themen:
* steigende Lebenshaltungskosten
* Abstiegsängste der Mittelschicht
* Unzufriedenheit mit Rentenpolitik
* Gefühl sozialer Ungerechtigkeit
Dabei wird oft ein Bild vermittelt, als sei die Partei eine Art „Schutzmacht des kleinen Mannes“.

3. Der zentrale Widerspruch
Hier entsteht das Spannungsfeld:
* Rhetorik: Wir - die AfD - vertreten die sozial Benachteiligten
* Abstimmungsverhalten: oft gegen klassische Umverteilung (höhere Sozialleistungen, stärkere Progression, Ausbau sozialer Sicherung). Das ist kein Einzelfall in der Politik, aber bei der AfD besonders auffällig, weil:
* soziale Probleme stark emotionalisiert werden
* Lösungsvorschläge oft nicht primär ökonomisch, sondern kulturell oder migrationspolitisch gerahmt sind

4. Politische Strategie dahinter
Viele Politikwissenschaftler beschreiben das als eine typische Strategie rechtspopulistischer Parteien:
Umdeutung sozialer Fragen, weg von oben vs. unten hin zu innen vs. außen.
Verschiebung der Verantwortung, nicht strukturelle Ungleichheit, sondern Migration oder Fremde werden als Ursache markiert.
Selektive Sozialpolitik, Unterstützung ja, aber nur für eine definierte eigene Gruppe.

Fazit
Die Positionen sind legitim – aber sie stehen in einem klaren Spannungsverhältnis zur sozialen Selbstdarstellung der Partei.

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