Dienstag, 19. Mai 2020
Statistik im Fußball

Statistik hin oder her, nach wie vor sind beim Fußball, die geschossenen Tore, die einzige Statistik, die zählt. Da bringt es auch nichts, wenn jeder Zentimeter Laufweg, jeder Sprint und jeder Dreimeterpass, etc. in einer Datenbank festgehalten und statistisch ausgewertet wird. Über alles wird Statistik geführt. Was ich vermisse, ist eine Art praktische, spielbezogene Statistik:

Zum Beispiel:
Wie häufig kommt der Gegner in Ballbesitz, weil pausenlos, in der eigenen Hälfte quer gespielt wird und wie viele unnötige Gegentore fallen dadurch.

Das Gleiche gilt für Rückpässe, die ohne Not zum Torwart gespielt werden, ihn in Bedrängnis bringen, und er den Ball nur noch unkontrolliert - oftmals zum Gegner - wegschlagen kann.

Oder, wie häufig werden Punkte verschenkt, weil ohne zwingenden Grund (zB. Verletzung), in den letzten Minuten oder sogar in der Nachspielzeit ausgewechselt wird. Meist passiert das, wenn eine Mannschaft unter Druck steht.

Jeder Fußballer weiß aber, dass es eine Zeit braucht, um von Null auf Hundert zu kommen und sich ins System zu integrieren. Seine Leistung innerhalb von ein paar Minuten abzurufen ist schwer möglich. Unordnung im System ist die Folge.

Außerdem werden für die Auswechslung noch einmal ein paar Minuten darauf gegeben.

Wenn eine Mannschaft eh schon unter Druck steht, sind Auswechslungen - in der Nachspielzeit - meistens kontraproduktiv. Anschauungsbeispiele, dass die Zeitschinderei nach hinten losgeht, lieferten in den letzten Saisonspielen, der HSV sowie in der Relegation zur 2. Liga, Ingolstadt.

Update: 11.07.2020
Da wird lamentiert, wie brutal der Fußballgott ist. Vergessen werden aber, die sich immer wiederholenden Fehler der Trainer. Ingolstadt verschenkt den Aufstieg in die 2. Liga gegen Nürnberg, genauso leichtsinnig, wie der HSV den Aufstieg in die Bundesliga. Wie oben beschrieben, durch unmotivierte Auswechslungen in der Nachspielzeit.

Update: 09.06.2020
Es ist nicht nachvollziehbar, dass ein Trainer, wie Hecking, seine Fehler mehrmals wiederholt. Exakt nach dem gleichen Muster (auswechseln in der Nachspielzeit), verschenkte der HSV in Fürth 2:2, in Stuttgart 2:3 und jetzt gegen Kiel beim 3:3, fünf Punkte, die den Aufstieg gekostet haben.

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Dienstag, 12. Mai 2020
Fußball und Corona

Update: Spieltag 16./17. Mai 2020
Die Vorgaben von DFB/DFL, wie darf nach einem Tor gejubelt werden, sind total weltfremd und nicht zu Ende gedacht worden. Einerseits, soll beim Jubeln so wenig Körperkontakt wie möglich praktiziert werden - was speziell beim Spiel von Hertha BSC in Hoffenheim ad absurdum geführt wurde. Andererseits werden aber Situationen, wie direkte und hautnahe Körperkontakte, im Zweikampf, aus dem Tabu-Katalog ausgeklammert. In Standardsituationen (Freistöße und Ecken) wurde gehalten und geklammert, wie eh und je, ohne Rücksicht auf Körperkontakt. Hier würde es sich anbieten, entsprechend der Regel für Foulspiel Fifaregel 12 zu pfeifen. Beim Studium der Regel 12, fällt auf, Halten (Körperkontakt), ist ein Foul. Gerade in Coronazeiten - unabhängig von den Quarantäne-Maßnahmen des DFB - ist es wichtig, diese Regel ernst zu nehmen. Verhängt man beim Halten im Strafraum - wie vorgesehen - einen Strafstoß, hätte man das Problem Körperkontakt schnell im Griff. Das hätte Vorbildcharakter und wäre ein Zeichen, dass alle verstehen.
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12. Mai 2020
Was im Moment läuft, können - nicht nur - Fußballfans schwer verstehen. Da wird auf einmal eine Branche - die da Profi-Fußall heißt - gepampert. Unabhängig von der finanziellen Lage, machen sich die Herren Großverdiener und deren Führungskräfte, auch noch Sorgen, wie sie diese ach so gruselige Saison, ohne Zuschauer überstehen sollen. Da werden auf einmal sogenannte Mentaltrainer aktiviert, die dafür sorgen sollen, dass die nötige Motivation vorhanden ist und hochgehalten wird. Als ehemaliger Fußballer (5. Liga) waren bei unseren Spielen, maximal ein paar Hundert Zuschauer anwesend. Trotzdem musste uns niemand motivieren, dass Letzte aus und herauszuholen. Fußball spielt man, weil es von Kindheit an Spaß bringt und man (Charaktersache) gewinnen will.

Jetzt rächt sich es, dass es keine Straßenfußballer mehr gibt, Typen mit Ecken und Kanten, die auf dem Platz zur Attacke blasen und den Willen haben, unbedingt zu gewinnen. Zuschauer hin oder her.

Hinzu kommt, wer als Profi, heute Charakter zeigt und seine Meinung vertritt, ist vielfach Trainern und Funktionären, ein Dorn im Auge. Außerhalb des Spielfeldes wird fast jede persönliche Meinung eines Bundesligaprofis, als vereinsschädigend dargestellt. Die Spieler werden und wurden entsprechend der jeweiligen Funktionärsmeinung sozialisiert. Ohne Zweifel eine Charakterfrage, ob man sich dass, als mündiger Bürger bieten lässt.

Wenige Spieler, wie Kölns Verstraete üben Kritik und fordern gerade jetzt, wo es um die Gesundheit - auch ihrer Familie geht - ein Mitspracherecht und ordnen sich aber nach einer Rüge des Vereins, stillschweigend wieder unter. Die Spiele sollen durchgezogen werden. Gesundheit erscheint zweitrangig.

Hier stellt sich Frage, warum es in Deutschland keine Spielervertretung wie z.B. in England oder Italien gibt.

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Freitag, 14. Februar 2020
Foulspiel im Fußball

Das Gespür, Für Respekt, Fairness und was ist Foulspiel, scheint vielen Profispielern und "Fußballlehrern" abhanden gekommen zu sein.

Bei noch so offensichtlichen, brutalen Fouls und Vergehen, wird das Schiedsrichterteam bedrängt, wenn das Fouls gepfiffen wurde. Verbal sowie mit Gesten, wird von den Spielern angedeutet, dass nur der Ball gespielt wurde. Der Ball wird aber in vielen Situationen erst getroffen, wenn die Beine beiseite geräumt wurden. Allen Akteuren, müsste in Zeiten der sozialen Medien klar sein, dass sie, sowohl was das Foulspiel anbetrifft, als auch bei den pausenlosen Reklamationen, Vorbildcharakter haben, der bis in die untersten Ligen und in den Jugendbereich ausstrahlt.

Es gilt aber auch zu differenzieren! Einerseits, die neuen Regeln, ab Saison 2019-2020. Diese sind grob gesagt dafür ausgelegt, dass die Schiedsrichterteams, von Spielern und Offiziellen, respektvoll behandelt werden. Aber auch um absichtliche Spielunterbrechungen zu verhindern.

Zum anderen, das Spielgeschehen. Hier gilt es, das Spiel zu leiten und das Foulspiel - entsprechend der Fifaregel 12 zu bewerten.

Beim Studium der Regel 12, fällt auf, nur der Versuch zum Foulspiel, zieht gleiche Konsequenzen nach sich, wie ein Foul. Diese Regelauslegung, wird so gut wie nie angewendet. Nimmt man die Regeln ernst – dafür sind Regeln ja da - würden in jedem Profispiel, nach 15 Minuten, nur noch acht gegen acht spielen und vier Elfmeter verhängt worden sein. Auffällig ist, dass in den ersten Minuten - egal wie schwer das Foul ist - selten ein Strafstoß gepfiffen oder eine rote Karte gezeigt wird.

Nach den neuen Regeln, werden für Missachtung und Respektlosigkeit (z.B. abwinken und verbal beschweren) gegenüber dem Schiedsrichterteam und/oder den Versuch einer Spielverzögerung, sofort Gelbe und im Wiederholungsfall Rote Karten für Spieler und Offizielle an der Seitenlinie verteilt.

Bei der o.a. Foulspielregel 12, werden noch so brutale Fouls, die im öffentlichen Leben eine Klage wegen schwerer Körperverletzung nach sich ziehen, immer häufiger: "als Spiel gegen den Ball gewertet" und in vielen Fällen, ohne entsprechende Strafe durch gewunken.

Ohne wenn und aber, sind in beiden Fällen die entsprechenden Strafen anzuwenden. Die entscheidene Frage, die sich hier stellt, ist die Verhältnismäßigkeit der Strafen. Körperliche Attacken, die schwere Verletzungen bewirken, werden mit verbalen und nonverbalen Verhalten gleichgestellt. Ursache und Wirkung passen nicht zusammen.

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Dienstag, 14. Januar 2020
Träume eines Fußballromantikers

Fußball ist und war noch nie eine Wissenschaft. Abgesehen von der individuellen Fitness der Spieler, die durch wissenschaftliche Methoden optimiert werden kann.

Jede Mannschaft braucht eine Formation, mit mindestens sieben bis acht eingespielten Stammspielern, die das Gerüst bilden. Um die herum kann, je nach Situation, rochiert werden.

Als Beispiel, was alles schieflaufen kann, muss der FC St. Pauli herhalten. Die Frage sei erlaubt, ob Vereinsführung und Trainer sich bei der Kaderplanung Gedanken darüber gemacht haben, dass bei über 30 Spielern, Unruhe (nicht eingesetzte Spieler) in der Mannschaft vorprogrammiert ist. Ganz abgesehen von den finanziellen Aufwendungen, die der Verein stemmen muss. Angeblich werden ja nur Spieler geholt, die der Mannschaft weiterhelfen können. Wieso diese, die meiste Zeit der Saison nicht eingesetzt werden, erschließt sich dem objektiven Beobachter nur schwer. Das Schlimmste, was transferierten Spielern passieren kann, ist die Aussage von Trainer und Offiziellen: "wir haben einen vielseitig verwendbaren Spieler erworben". Im Umkehrschluss heißt das, wir haben einen Spielertyp, der immer dann einmal einspringen darf, wenn Not am Mann ist.

Klar, es kommt keine Profi-Mannschaft mit unter 20 Spielern unfallfrei über eine Saison. Schaut man sich aber den Kader des FC St. Pauli an, dort wurden 36 Spieler (Saison 2019/20) eingesetzt, gruselt es jeden Fußballspieler. Übrigens, was die Rotation anbetrifft, widersprechen sich die Trainer doch selbst. Ich höre immer, die Abläufe haben sich noch nicht verfestigt. Wie soll das passieren, wenn pausenlos rotiert wird?

Auch ist die Aussage: "wir müssen die Mannschaft perspektivisch aufbauen", Augenwischerei und Wunschdenken. Heute sind nur drei bis vier Bundesligavereine in der Lage, hochtalentierte Nachwuchsspieler, zu halten und perspektivisch (mittel- und langfristig) in ihre Mannschaft zu integrieren.

Für alle anderen Vereine zählt nur das Hier und Heute. Das bedeutet, sie können für ihr Team, maximal eine Saison im Voraus planen. Talente und auffällige, überdurchschnittliche Kicker der Mannschaft, werden sofort von zahlungskräftigen Vereinen abgeworben. So gesehen, stehen die betroffenen Clubs bei der Kaderplanung für die neue Saison wieder bei Null. Das beste Beispiel ist FC St. Pauli, die in der kommenden Serie, einen totalen Neubeginn starten müssen. Die
Basis des erfolgreichen Fußballs, sind trotz aller neuen Systeme, immer noch die Fähigkeiten der Spieler. Gleich, ob sie 18 oder 38 Jahre alt sind.

Nach wie vor wird mit Elf gegen Elf gespielt und die alte Weisheit, wer am meisten Tore schießt, gewinnt, hat immer noch Bestand. Was nützt 80 % Ballbesitz, wenn das Spiel auch noch vergeigt wird. Es würde auch mehr Sinn ergeben, wenn nicht gegen den Ball - sondern mit dem Ball gespielt wird. Um es aber noch einmal deutlich zu machen...ein Spiel gewinnen, können nur die Spieler, auf dem Platz.

Deswegen lebt das Fußballspiel von Spielertypen mit:

  • körperlicher Fitness
  • Teamfähigkeit
  • technischen Fähigkeiten
  • Kreativität
  • Spaß am Spiel
  • geistige Beweglichkeit (eigenständiges Denken)
  • den unbedingten Willen (eine Charakterfrage) zu gewinnen
Nur mit Spielern, die diese Fertigkeiten in sich vereinen und einen Trainer, der auch die menschlichen Belange der Spieler berücksichtigt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, ein erfolgreiches Team zu formen.

Wenn ein Fußballlehrer, auch noch die u. a. - old school - des Fußballs beherrscht, vermitteln und umsetzen kann, ist das eine gute Voraussetzung, ein erfolgreiches Team zu formen.

  • Neue Systeme hin oder her, in der 1. und 2. Liga, muss man Niemanden mehr das Fußballspielen beibringen.

  • Das Spielsystem nach vorhandenen Fähigkeiten der Spieler ausrichten, nicht die Spieler ins System pressen und dadurch ihrer Vorteile berauben.

  • Bei eigenem Angriff bewegen, freie Räume nutzen, nicht verstecken, sondern den Ball fordern. Es fällt auf, dass sich in vielen Fällen nur der ballführende Spieler bewegt.

  • Wenn am gegnerischen Strafraum, dann auch Abschluss suchen. Danach ist genügend Zeit, die Abwehr neu zu ordnen.

  • Kein Hin- und Hergeschiebe und zurückspielen, bis zum eigenen Torwart. Die Wahrscheinlichkeit ist groß ist, das zeigt die Praxis, dass der Gegner den Ball erobert.

  • Einwürfe auf Höhe des gegnerischen Strafraums, hart in Richtung Fünfmeterraum werfen. Direktabnahme oder Querschläger (der sogenannte 2. Ball) durch Gegner sind gefährlicher und effektiver, als neuer Spielaufbau.

  • Flanken - wenn möglich, direkt aus dem Lauf schlagen - nicht erst auf den Ball treten und warten bis der Gegner abblocken kann bzw. zurückgespielt werden muss.

  • Doppelpass, die effektivste Spielart, eine Abwehr auszuhebeln.

  • Zur Not nehmt die Pike, ein einfaches Mittel, um den Ball ins Tor zu befördern.

Lediglich der FC Barcelona konnte, den sogenannten Ballbesitzfußball zelebrieren. Das lag aber nicht am System des Trainers, sondern an die genialen Iniesta, Xavi und Messi. Die waren gierig auf den Ball und hätten nicht einmal einen Trainer benötigt, um so zielgerichtet Richtung Torabschluss zu spielen.

Es muss ein Umdenken stattfinden - "wieder Fußball spielen, statt Fußball zu arbeiten". Für die Zuschauer ist alles andere Fußball zum Abgewöhnen.

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Sonntag, 5. November 2017
Videobeweis

Seitdem es den Videobweis gibt, wird die Verunsicherung bei Schiedsrichtern, Spielern, Offiziellen und Zuschauern immer größer.

Der das Spiel leitende Schiedsrichter und seine Assistenten werden durch den Videoschiedsrichter zu Statisten degradiert, und in ihrer Wahrnehmung, bei weiteren kritischen Situationen, beeinflusst.

Wünschenswert wäre eine Kultur, mit einer durchgängigen Beurteilung der Regelauslegung, durch das agierende Schiedsrichterteam. Gleichartige Strafen für gleichartige Fouls.

Warum wird der Videobeweis nicht auf das reduziert, worum es ursprünglich ging - Tor oder nicht Tor. Auch noch denkbar wäre es, unklare Entscheidungen im Strafraum mit einzubeziehen.
Dem Zuschauer geht es um Tore und nicht um lange Unterbrechungen des Spiels.

Man muss kein Fußballexperte sein, um zu erahnen, dass durch die Unterbrechungen, der Werbewirtschaft - im wahrsten Sinne des Wortes - Tür und Tor, für noch mehr TV-Werbeeinblendungen geöffnet wird. Das alles unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit.

Fazit
Es bleibt abzuwarten, wann DFB und DFL die Spielunterbrechungen für Werbung freigeben. Es geht ja nicht um die Schiedsrichter, Spieler und Zuschauer, sondern um das Finanzielle. Deswegen wird sich der Videobeweis durchsetzen.

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Dienstag, 4. April 2017
Kommentare der Sportreporter

Als langjähriger Zuschauer von Sportsendungen, möchte ich eine Anregung zur Diskussion stellen.

Ohne Unterbrechung wird das von den Reportern kommentiert, was eh auf dem Bildschirm zu sehen ist.

Nicht nur ich bin überzeugt, haben Fernsehzuschauer die technische Möglichkeit, zwischen Kommentar und/oder ausschließlich Stadionstimmung zu wählen, wird in der überwiegenden Übertragungszeit die Stadionstimmung siegen.

Die verantwortlichen Intendanten sollten einmal davon ausgehen, dass Sportsendungen von Zuschauern eingeschaltet werden, die nicht ganz unbedarft sind und denen die Dauerberieselung durch die Reporter auf den Nerv geht. Das gilt übrigens für alle Sportarten.

Die Maßnahme einer freien Wahl (Reporter und/oder Stadionstimmung), hätte nur Positives. Dass es möglich ist, beweist der Sender Sky bei seinen Bundesligaübertagungen. Hier kann man wahlweise auf Stadionatmosphäre plus Sprecher oder ausschließlich Stadionatmosphäre schalten.

Die Sender könnten - bei dieser Wahlmöglichkeit - weiterhin die teure Sendezeit durch die "fachmännischen Kommentare der Experten" überbrücken, den Zuschauern wird aber ein Stück Selbstbestimmung zurückgegeben.

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