Montag, 14. November 2022
Katar und Fußball-WM

Als sogenannter, Fußballromantiker, werde ich mir die Fußball-WM, lediglich in der nachrichtlichen Kurzzusammenfassung anschauen. Bisher habe ich als ehemals aktiver Fußballer, bis zu dieser WM, nie ein internationales Fußballgroßereignis verpasst. Meine Freunde und ich fieberten auf den Anpfiff hin. Gleich, ob es sich um Europapokal / Champions-League oder Europameisterschaft / Weltmeisterschaft handelte, die Vorfreude war schon Wochen vorher zu spüren. Leider macht sich dieses freudige Gefühl, nicht mehr bemerkbar.
Mit der immer stärkeren Kommerzialisierung des internationalen Fußballs verlor dieser Sport sein Herz. Arabische Scheichs kaufen die Weltmeisterschaft 2022, mit Milliardenbeträgen, auf. Das alles nur, um Land und autokratische Regierungsformen aufzuwerten. Zuschauer werden als schmückendes Beiwerk gesehen. Hinzu kommen die, bei dieser WM, im Vorfeld bekannt gewordenen menschenunwürdigen Bedingungen und Todesfälle, der überwiegend ausländischen Bauarbeiter, beim Stadionbau.
Der Veranstalter, die FIFA, scheint diese traurigen Vorfälle als normal hinzunehmen. Hinzu kommt, dass die FIFA sich gegenüber den politischen Machthabern versteckt, wenn es um die freie und ungehinderte Berichtserstattung, über das Umfeld der WM geht. Nach wie vor werden Reporterteams daran gehindert, ungefiltert zu berichten. Bei diesem Fußball-Event, nicht um die Freude, Lust, technische Raffinessen und Tore, sondern ausschließlich ums Geld, Politik und um die positive Außendarstellung, des Veranstalterlandes.
Es wäre aber heuchlerisch, mit dem Finger auf Katar zu zeigen, da speziell die deutsche Politik und Wirtschaft (Gas/Öl), unabhängig von den Menschenrechten in Katar, ihre Deals abwickelt.
Ein persönlicher Grund, dass mir die Lust am Zuschauen (nicht nur bei der WM) vergeht, ist das seit mehreren Jahren, im Profi-Fußball praktizierte, Hin- und Hergeschiebe. Es wird vergessen, dass Tore nur fallen, wenn man mal den Mut beweist, aufs Tor zu schießen.
Was auch immer mehr abschreckt, ist das teilweise brutale Spiel. Immer öfter, zieht das rücksichtslose Zweikampfverhalten, schwere Verletzungen nach sich. Das ist scheinbar gewollt und erinnert an Brot und Spiele im alten Rom. Respekt vor der Gesundheit der Gegenspieler scheint ein Fremdwort zu sein.
Wer sich heute Profi-Fußballspiele anschaut, muss das Gefühl bekommen, die Fifaregel 12, verbotenes Spiel und unsportliches Betragen, existiert nur auf dem Papier. Immer häufiger fragen sich am Fußball interessierte Zuschauer, wie kann es sein, dass Fouls nicht entsprechend der vorgegebenen Regel bestraft werden. Es liegt an der FIFA, bei dieser WM, ein Zeichen zu setzen. Regeln sind schließlich dafür da, dass sie eingehalten werden.
Hinzu kommt das Geschwafel der Reporter und Experten, die ohnehin nur das wiedergeben, was ich als Fernsehzuschauer auf dem Schirm selbst sehen kann. Wie anfangs bemerkt, schaue ich mir nur noch die Zusammenfassungen an. Da sieht man das, was wir am Fußball so lieben....schöne Spielzüge und Tore! In diesem Sinne bin ich gerne ein Fußballromantiker!

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