Donnerstag, 1. April 2021
Sport und Politik

Man mag es nicht mehr hören. Da verkünden immer wieder hohe Sportfunktionäre - ob Fifa, DFB oder olympisches Komitee - allen Ernstes: "Sport und Politik" gehören getrennt". Das ist die größte Lüge. Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar durchzuführen, ist ein politischer Akt.

Ein politisches Statement ist auch, dass so gut wie keine - sogenannte, demokratische Nation - Einwände gegen die Missachtung von Menschenrechten und die Ausbeutung von fremdländischen Gastarbeitern erhebt. Die Scheichs sehen diese unwürdige Behandlung von Menschen, dadurch als ihr - politisches - Recht an.

Tausende Tote auf den Baustellen, Unterkünfte die eher einen Verschlag ähneln, miserable Versorgung und Missachtung der gesundheitlichen Belange werden nicht einmal verheimlicht. Die Welt schaut dabei zu, alles im Namen des Sports und der Milliardenumsätze, die mit der WM generiert werden. Im wahrsten Sinne des Wortes, wird über Leichen gegangen.

Die krampfhaften Aktionen der Fußballnationalmannschaft, mit Parolen auf den Trikots: wie "Human Rights", täuschen auch nicht über die Versäumnisse des DFB hinweg, klare Kante zu beweisen und den Machthabern mitzuteilen, wir stehen für reale Menschenrechte vor Ort. Wenn ihr nicht danach handelt, wird boykottiert. Es liegt jetzt, statt an dem DFB, an den fußballinteressierten Menschen, ob sie durch Fernsehverzicht der WM-Spiele Zeichen setzen.

Sport ist Politik! Das wussten sie schon im alten Griechenland. Nazi-Deutschland, hat es mit der Olympiade in Berlin (1936), ebenso eindrucksvoll bewiesen, wie später die Ex-DDR.

Das Zusammenspiel - Politik und Sport - ist untrennbar. Warum, stellen sich die Staatsoberhäupter der Welt, mit Ihren erfolgreichen Mannschaften und Spitzensportler vor Kameras? Weil sie dadurch politisch aufgewertet werden.

Und jetzt kommen Sportfunktionäre der Fifa und des DFB und wollen, der Bevölkerung wahrmachen - mit anderen Worten - sie für dumm verkaufen, dass man Sport und Politik trennen muss.

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