Krank sparen, bis es wehtut. Die Gesundheitsreform trifft die Falschen. Ein Grund, die Dinge beim Namen zu nennen:
Diese sogenannte Gesundheitsreform ist ein sozialpolitischer Rückschritt.
Während Milliardenlöcher in den Krankenkassen klaffen, entscheidet sich die Politik nicht für eine sozial gerechte und effektive Lösung, sondern für die bequemste: Die Rechnung zahlen die gesetzlich Versicherten.
Seit Jahren läuft es nach dem gleichen Muster
* Pharmaunternehmen steigern ihre Gewinne
* Privatversicherungen werben die lukrativen Kunden ab
* Die gesetzlich Versicherten zahlen mehr und bekommen weniger.
Die aktuelle Reform fügt sich nahtlos in dieses System ein. Sparen für Gesundsheitpolitik heißt in Wahrheit: Als gesetzlich Versicherter zahlst du höhere Beiträge.
Die geplanten Maßnahmen klingen harmlos – sind es aber nicht - weil resultierend dadurch:
* Höhere Zuzahlungen - Krankheit wird teurer
* Stellenabbau
* Druck auf Ärzte - Pflege & Zeit wird knapper.
* Weniger Leistungen - Versorgung wird schlechter
Das ist kein Gewinn. Das ist Leistungskürzung durch die Hintertür.
Krank sparen bis es weh tut
Immer mehr Menschen erkranken an Hautkrebs. Trotzdem will Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bei der kostenlosen Vorsorge sparen. Kranke sollen die Finanzierungslücke im Gesundheitswesen schließen.
Politisch bequem: Pharmaindustrie und Spitzenverdiener bleiben unangetastet. Dabei ist die Rechnung eigentlich simpel: Vorsorge ist nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern auch finanziell deutlich effektiver als teure Nachbehandlungen.
Wer hier kürzt, handelt nicht vorausschauend, sondern verschiebt Kosten – auf Kosten der Menschen und deren Gesundheit.
So wird Gesundheitspolitik zur Sparpolitik. Und der Titel „Gesundheitsministerin“ bekommt plötzlich eine ganz eigene Bedeutung.
Frau Warken ist der verlängerte Arm derer, die davon so oder so profitieren. Unsere Gesundheitsminister*in und die Regierungsparteien wollen den Plan beschließen. Es wäre sinnvoll, die Bezeichnung „Gesundheitsminister*in“ umzubenennen, da diesen Namen urplötzlich eine andere Bedeutung zufällt.
Familienversicherung im Visier
Ein weiterer Tabubruch und besonders eklatant ist die Diskussion um die Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Das ist nicht irgendein Detail – das ist ein Grundpfeiler des Sozialstaates.
Wer hier kürzt, stellt das Solidarprinzip grundsätzlich infrage. Oder anders gesagt: Wir tragen gemeinsam - jeder zahlt für sich.
Die große Leerstelle: Wo bleibt der Staat? Es gibt eine Frage, die auffällig selten gestellt wird: Warum gleicht der Staat die Defizite nicht stärker aus?
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt zahlreiche Aufgaben - z.B. die Versicherungsfremden Leistungen (VfL) - die eigentlich gesamtgesellschaftlich (über Steuern) finanziert werden müssten.
Doch statt diese sogenannten VfL ehrlich zu bezahlen, wird gespart – werden die benötigten Summen bei denen eingeholt (gesetzlich Versicherte), die ohnehin die größte Beitragslast tragen müssen. Das ist politisch bequem, aber sozial hoch problematisch, um nicht zu sagen - brisant, da die Beitragsgelder der Versicherten, durch den Staat zweckentfremdet werden.
Ein echter Reformwille zur Finanzierung würde hier ansetzen
* Zusammenführung von gesetzlicher und privater Versicherung
* Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze
* Finanzierung der VfL aus Steuergeldern
* Einnahmen aus der Rentenbesteuerung mit einbeziehen
Doch genau das passiert nicht. Warum? Weil es unbequem wäre und es mächtige Lobby-Interessen berührt.
Also bleibt alles, wie es ist – nur wird es teurer für die Mehrheit, der gesetzlich Versicherten. Das ist eigentliche Botschaft dieser Reform.
Fazit: Kein Mut, keine Gerechtigkeit
Diese Reform zeigt vor allem:
Krankheit tut weh, weil der politische Wille - die echten Probleme anzugehen - fehlt! Stattdessen:
* Kleine Korrekturen
* Große Belastungen für die breite Bevölkerung
* Ein System, das weiter auf Verschleiß fährt
Wer das Gesundheitssystem wirklich retten will, muss sich mit den mächtigen Akteuren anlegen – nicht mit den Versicherten.
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Zurzeit wird in der Politik und in vielen Medien diskutiert, wie die Kosten im Gesundheitswesen gesenkt werden können. Ein Ansatz, der eingesetzten Expertengruppe - in Deutschland wird zu viel operiert. Zumindest legen das internationale Vergleiche nahe: Bei vielen Eingriffen liegt Deutschland seit Jahren an der Spitze. Ist das ein Zeichen besonders guter Versorgung – oder eher ein Hinweis darauf, dass zu schnell zum Skalpell gegriffen wird?
Die Politik will nun gegensteuern
Zur Effektivität im Gesundheitswesen soll eine verpflichtende Zweitmeinung (ärztliche Expertise) vor bestimmten Operationen helfen, unnötige Eingriffe und somit Kosten zu vermeiden.
Doch so einfach ist es nicht, Kritik kommt aus der Praxis
Eine Zweitmeinung führe nicht zwangsläufig dazu, dass Operationen und Kosten vermieden werden. Häufig würden sie lediglich verschoben – bis konservative Therapien ausgeschöpft sind. Der Eingriff komme dann später, nicht seltener, und könne komplizierter und teurer werden. Zudem drohen zusätzliche Belastungen: mehr Termine, längere Wege und Wartezeiten. Gerade in ländlichen Regionen kann das schnell zur echten Hürde werden.
Warum die Zweitmeinung nur ein Teil der Lösung sein kann,
die Antwort liegt im System. Krankenhäuser werden über Fallpauschalen finanziert – das heißt, bestimmte Eingriffe bringen klar kalkulierbare Einnahmen.
Konservative Behandlungen hingegen sind oft weniger lukrativ und aufwendiger in der Betreuung. Diese ökonomischen Nachteile - konservativ zur OP - wirken, ob man es will oder nicht.
Die Zweitmeinung setzt hier nur am Symptom an. Sie kann helfen, Fehlentscheidungen zu reduzieren, und Patienten mehr Sicherheit geben. Doch sie verändert nicht die strukturellen Ursachen, die zu einer hohen Operationsrate führen. Hinzu kommt ein praktisches Problem: Zeit.
Wer auf eine Zweitmeinung,
warten muss, dem nützt das beste Instrument wenig – vor allem dann, wenn Schmerzen oder Einschränkungen den Alltag bestimmen. Eine vernünftige Idee scheitert schnell an der Realität eines überlasteten Gesundheitssystems.
Was also tun?
Eine verpflichtende Zweitmeinung kann sinnvoll sein – aber nur unter bestimmten Bedingungen:
Sie muss schnell verfügbar sein, niedrigschwellig organisiert werden und darf Patienten nicht zusätzlich belasten. Vor allem aber braucht es Transparenz: Welche Eingriffe werden tatsächlich vermieden? Verbessert sich die Lebensqualität der Betroffenen?
Ohne diese Antworten bleibt die Reform ein gut gemeinter Versuch.
Fazit
Ein Gesundheitssystem zu schaffen, in dem nicht die Menge der Eingriffe zählt, sondern deren Notwendigkeit. Die Zweitmeinung kann dabei ein Baustein sein – aber sie ersetzt keine grundlegende Debatte über Anreize, Versorgung und Verantwortung. Oder anders gesagt: Weniger Operationen sind nicht automatisch bessere Medizin. Aber jede überflüssige Operation ist eine zu viel.
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Gesundheit wird zum Luxus
Die Politik wälzt die Krankenkassenreform, auf die Schwächsten ab. Die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung folgt einem bekannten Muster: Die Probleme sind strukturell, bezahlt werden sollen sie überwiegend aber aus den Beiträgen der gesetzlich Versicherten.
Doch statt die Ursachen der hohen Kosten konsequent anzugehen, setzt die Politik auf ein Sammelsurium aus Sparmaßnahmen, das primär die Falschen belastet.
Das Problem ist schon seit etlichen Jahren aktuell. Die verantwortlichen Politiker*innen haben eine Modernisierung des Gesundheitswesens immer vor sich hergeschoben.
Angriff auf die Familienversicherung
Besonders brisant ist der aktuelle Vorstoß, die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern einzuschränken. Was hier als Reform verkauft wird, ist in Wahrheit ein sozialpolitischer Paradigmenwechsel.
Denn die sogenannte Familienversicherung ist mehr als nur ein Detail im System der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie ist Ausdruck eines solidarischen Prinzips: Wer ein Einkommen hat, sichert nicht nur sich selbst ab, sondern auch diejenigen, die aus guten Gründen weniger oder gar nichts verdienen – etwa wegen Kindererziehung oder Pflegearbeit.
Wird dieses Prinzip aufgeweicht, hat das konkrete Folgen. Betroffen sind vor allem Frauen, Teilzeitbeschäftigte und Familien mit geringem Einkommen. Also genau jene Gruppen, die ohnehin strukturell benachteiligt sind. Aus der vermeintlichen „Reform“ wird so eine gezielte Verschiebung von Lasten nach unten.
Weniger Leistung durch die Hintertür
Auch im ärztlichen Bereich drohen Leistungseinschnitte. Wenn Honorare gekürzt werden, reagieren Ärzte – mit weniger Terminen. Das bedeutet: längere Wartezeiten, schlechtere Versorgung.
Die Logik ist simpel und gefährlich: Wenn das System spart, spart es zuerst bei den Patienten. Durch die präventiv nicht behandelten Krankheiten wird unabhängig vom Leid der Betroffenen, im Nachgang, das Gesundheitssystem stärker belastet. Im Umkehrschluss bedeutet das höhere Folgekosten. Das nennt man in politischen Fachkreisen vorausschauendes Denken.
Man bekommt als Bürger*inn das Gefühl, die Politiker*innen denken nur in Wahlperioden.
Mehr zahlen im Krankheitsfall
Höhere Zuzahlungen für Medikamente und Krankenhausaufenthalte treffen genau die Menschen, die ohnehin belastet sind: Kranke, Ältere und Menschen mit wenig Einkommen. Das ist keine Randmaßnahme – das ist eine schleichende Privatisierung von Gesundheitsrisiken.
Politische Bequemlichkeit statt echter Reform
Union und SPD setzen stattdessen auf einfache Lösungen: höhere Tabak- und Zuckersteuer, mehr Zuzahlungen, weniger Leistungen. Was fehlt, ist der politische Wille, gerecht zu gestalten:
• Warum werden Kapitaleinkünfte nicht stärker einbezogen?
• Warum wird die Beitragsbemessungsgrenze, nicht angepasst?
• Warum wird die Pharmaindustrie, mit Samthandschuhen angefasst?
• Warum wird der jeweiligen Lobby, so viel Einfluss gewährt?
Der Weg in die Zwei-Klassen-Medizin
Die Richtung ist klar: Wer es sich leisten kann, weicht aus – in Zusatzversicherungen oder die private Versorgung. Wer das nicht kann, bleibt auf der Strecke.
So entsteht schrittweise ein System, in dem Gesundheit keine solidarische Leistung mehr ist, sondern eine Frage des Einkommens.
Dass es auch anders geht, beweist ein Vergleich mit unserem Dänemark, der zeigt: Es geht auch effizienter!
Pro Kopf geben unsere Nachbarn weniger aus, erreichen aber eine vergleichbare Versorgungsqualität. Die Lebenserwartung ist ähnlich, die medizinischen Ergebnisse in vielen Bereichen ebenfalls. Der Unterschied liegt in der Struktur.
Während Deutschland ein komplexes Mischsystem aus gesetzlicher und privater Versicherung betreibt, wird die Gesundheitsversorgung in Dänemark, überwiegend über Steuern finanziert. Die Verwaltung ist dadurch deutlich schlanker.
In Deutschland entfallen zwar „nur“ rund 5 % der Gesamtausgaben auf Verwaltung – aber bei fast 500 Milliarden Euro sind das dennoch zweistellige Milliardenbeträge. Geld, das nicht direkt in die Versorgung fließt.
Fazit
• steigende Preise
• wachsende Abhängigkeit
• politischer Einfluss ohne ausreichende Kontrolle
Die Frage ist nicht, ob wir uns das leisten können. Die Frage ist:
Ob wir uns leisten wollen, dass Gesundheit weiterhin ein Markt bleibt, in dem Einfluss mehr zählt als Bedarf.
Die Kassenkrise ist real. Aber die Antworten darauf sind politisch – und sie sind eine Frage der Gerechtigkeit.
Derzeit sieht es danach aus, als würde die Rechnung wieder einmal bei denen landen, die ohnehin am wenigsten haben. Oder anders gesagt:
Nicht das System wird reformiert – sondern die Solidarität wird abgebaut.
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Wenn Andreas Gassen – Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) – ankündigt, dass es künftig weniger Facharzttermine geben könnte, ist das keine nüchterne Analyse, sondern eine Ansage, die die Falschen (die Kranken) trifft. Die Logik dahinter ist brutal einfach. Weniger Geld für Ärzte = weniger Facharzttermine, für gesetzlich versicherte Kranke!
Mit Blick auf die für Ende März angekündigten Sparvorschläge der vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) eingesetzten Finanzkommission, mag das betriebswirtschaftlich zwar nachvollziehbar sein, aber gesellschaftlich ist es ein Offenbarungseid. Denn: Kein Mensch kann es sich aussuchen, krank oder gesund zu sein!
Schon die jetzigen Wartezeiten auf dringende Arzttermine, sind keine abstrakte Größe: Sie bedeuten Unsicherheit, Schmerz, Verzögerung von notwendigen Diagnosen und Behandlungen.
Ganz zu schweigen von nicht rechtzeitig behandelten Krankheiten mit Ansteckungsgefahr.
Nach dem Versuch,
eine Praxisgebühr für Arztbesuche einzuführen, ist die Drohung, weniger Arzttermine anzubieten, der 2. politische Anlauf das System zu destabilisieren.
Hier wird ein Grundprinzip unseres Sozialstaats leise ausgehebelt:
Versorgung sollte nach Bedarf sein – nicht nach Kassenlage. Natürlich muss:
• das System gerecht finanziert werden.
• die Budgetierung gesichert sein
• Ärzte nicht unter- bzw unbezahlt arbeiten.
Aber wer, wie die Politik die Konsequenz zieht, die gesundheitliche Versorgung zu verknappen, verschiebt das Problem – er löst es nicht.
Die eigentliche Fehlkonstruktion wird verschwiegen
Während lautstark über Honorare gestritten wird, bleibt das eigentliche Milliardenproblem unangetastet:
• Ein ineffizienter Krankenhaussektor
• Ein Finanzierungssystem, das Fehlanreize setzt
• Eine Politik, die seit Jahren Reformen verschleppt
Und mittendrin: ein Gesundheitssystem, das zunehmend wie ein Markt (Angebot und Nachfrage) funktioniert – aber keiner sein dürfte.
Die eigentliche Fehlkonstruktion wird verschwiegen. Gesundheit ist keine Ware!
Ärztemangel – ja, aber warum?
Dass viele Ärzte in den Ruhestand gehen und Nachfolger fehlen, ist kein Naturereignis. Es ist politisch produziert.
Wer jahrelang:
• Unsicherheit schafft
• Bürokratie ausweitet
• wirtschaftliche Risiken erhöht
der darf sich nicht wundern, wenn junge Ärztinnen und Ärzte sagen: „Dann eben nicht.“
Politik vs. Lobby
Die Patienten dazwischen!
Alle verantwortlichen Minister*innen stehen hier in der Verantwortung. Sparen ohne Strukturreformen funktioniert nicht.
Aber genauso wenig akzeptabel ist es, wenn Interessenvertreter Druck aufbauen, indem sie Versorgung verknappen. Denn am Ende entsteht ein zynisches Gleichgewicht:
• Die Politik spart
• Die Ärzte begrenzen Leistungen
• Und die Patienten*innen zahlen den Preis
Das ist der eigentliche Skandal - nicht die einzelne Honorarfrage. Nicht die nächste Reform, sondern die Tatsache, dass medizinische Versorgung zur Verhandlungsmasse geworden ist.
Wer weniger Termine ankündigt, um politische Ziele durchzusetzen, macht Gesundheit zum Druckmittel.
Das ist eine Grenze, die nicht überschritten werden sollte.
Was jetzt passieren müsste:
• Schluss mit halbherzigen Reformen
• Ehrliche Finanzierung statt Verschiebebahnhof
• Strukturreformen
• Klare Priorität: Versorgung vor Lobbyarbeit
Fazit
Ein Gesundheitssystem zeigt, wie ernst eine Gesellschaft ihre eigenen Werte nimmt. Und gerade wirkt es, als würden wir anfangen zu testen, um zu sparen.
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Behauptung der Politik und Arbeitgeberseite
Der Krankenstand in Deutschland hängt mit der telefonischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Tele-AU) zusammen. Das behaupten Bundeskanzler Friedrich Merz und die Arbeitgeberseite. Anscheinend benötigt unser Bundeskanzler einen Nebenkriegsschauplatz, um - analog Donald Trump - mit Fakenews, von seinen nicht eingehaltenen Versprechungen abzulenken.
Herr Merz soll seine Arbeit als Bundeskanzler verrichten, anstatt solch haltlosen Quatsch der Arbeitgeberseite zu verbreiten. Das zeigen die u.a. Fakten deutlich auf.
Fakt ist
Für die Behauptung des Kanzlers und der Arbeitgeberseite gibt es keinerlei empirische Grundlagen. Die Tele-AU ist nicht das Problem der Krankschreibungen. Warum?
1. Laut Zentralinstitut machen für die kassenärztliche Versorgung die Tele-AU max. 1,2 Prozent aller AU-Fälle aus.
Selbst bei Atemwegserkrankungen, dem häufigsten Krankheitsgrund, liegt der Anteil deutlich unter zwei Prozent.
2. Kein Nachweis für Missbrauch
Krankenkassen, wie die Barmer und der ärztliche Verband kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis.
Es gibt keinen Hinweis auf systematischen Missbrauch der Tele-AU. Sie sind zeitlich begrenzt (maximal fünf Tage) und nicht verlängerbar. Nur für bekannte Patientinnen und Patienten ist die Tele-AU möglich.
Die Regelung ist eng gefasst und missbrauchsarm – das bestätigen alle verfügbaren Daten. Auch die Hausärzte warnen vor einer Abschaffung der Tele-AU.
3. Der Anstieg der Krankentage hat andere Hauptursachen.
Über 40 Prozent der Fehlzeiten entstehen durch Langzeiterkrankungen (mehr als sechs Wochen) Besonders stark steigen: psychische Erkrankungen (z. B. Depressionen, Erschöpfung), Muskel-Skelett-Erkrankungen.
Kurze Krankmeldungen – egal ob telefonisch oder nicht – haben auf diese Statistik kaum Einfluss.
4. Der „sprunghafte Anstieg“ ist zum Teil ein Statistik-Effekt.
Seit Einführung der Tele-AU werden Krankmeldungen vollständig erfasst. Früher gingen viele Papierbescheinigungen nie bei den Krankenkassen ein – besonders in den ersten sechs Wochen, in denen der Arbeitgeber zahlt. Folgerung:
Ein Teil des Anstiegs ist keine reale Zunahme von Krankheit, sondern bessere Erfassung.
5. Die Debatte lenkt (bewusst?) vom Kernproblem ab.
Arbeitsverdichtung, Personalmangel, Unsicherheit, Dauerstress und mangelnde Prävention bleiben politisch oft unbehandelt. Stattdessen wird Verantwortung individualisiert: Nicht die Arbeitsbedingungen, sondern die Beschäftigten geraten unter Verdacht.
Die Diskussion über die Tele-AU ist keine Problemlösung, sondern eine Ablenkung.
Fazit
Ein Instrument, das in über 98 Prozent der Fälle keine Rolle spielt, kann den Gesamtkrankenstand nicht signifikant beeinflussen.
Der hohe Krankenstand in Deutschland ist kein Beweis für Missbrauch, sondern ein Hinweis auf:
> steigende psychische Belastungen,
> strukturelle Defizite in der Arbeitswelt,
> und eine realistischere statistische Abbildung von Krankheit.
Wer ernsthaft etwas ändern will, muss über Arbeit, Gesundheit und Prävention reden – nicht über ein Instrument, das statistisch kaum ins Gewicht fällt.
Friedrich Merz scheitert nicht an der Tele-AU. Er scheitert an der Realität. Wer als Bundeskanzler den Krankenstand mit unbelegten Behauptungen erklärt, betreibt keine Politik, sondern Stimmungsmache. Wer Beschäftigte unter Generalverdacht stellt, um eigene Konzeptlosigkeit zu kaschieren, missbraucht sein Amt. Und wer Narrative der Arbeitgeberseite nachplappert, statt faktenbasiert zu regieren, hat den Anspruch auf politische Seriosität verwirkt.
Das ist kein Ausrutscher. Das ist ein politisches Muster. Probleme werden nicht gelöst, sondern umgedeutet. Verantwortung wird nicht übernommen, sondern nach unten delegiert. Und soziale Sicherheit wird nicht als Stabilitätsfaktor verstanden, sondern als Störfaktor markiert. Genau so beginnt der schleichende Abbau von Vertrauen in Staat und Demokratie.
Nicht die Tele-AU beschädigt dieses Land. Beschädigend ist eine Politik, die Misstrauen sät, um Handlungsunfähigkeit zu verdecken. Ein Bundeskanzler, der so agiert, führt nicht. Er weicht aus. Er polarisiert. Und er verspielt Vertrauen. Das ist der eigentliche Skandal.
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Alle Jahre wieder, wird das sinnlose Geschwafel nach einer Praxisgebühr - oder Neudeutsch: Kontaktgebühr - für Arztbesuche, aus bestimmten Lobbykreisen, wieder eröffnet.
Die Gebühr ist kein Beitrag zur Lösung der Probleme im Gesundheitssystem – sie wird ein zusätzlicher Teil der vorhandenen Probleme und zeigt die Kurzsichtigkeit der Gesundheitspolitik gnadenlos auf.
Wer ernsthaft glaubt, man könne ein überlastetes, unterversorgtes System durch zusätzliche finanzielle Hürden steuern, verwechselt Fürsorge mit Abschreckung. Schon heute fehlen Hausärztinnen und Hausärzte. Termine sind knapp, Überweisungen mit zeitnaher fachärztlicher Behandlung oft Glückssache.
Eine Praxisgebühr würde diese Lage verschärfen. Akute Erkrankungen werden häufiger verschleppt, chronisch kranke und ältere Menschen zusätzlich belastet.
Besonders perfide: Menschen mit wenig Geld würden notwendige Arztbesuche aus Angst vor Kosten vermeiden – nicht aus Verantwortungslosigkeit, sondern aus Not.
Fazit
Das Ergebnis wäre: Kein entlastetes Gesundheitssystem, sondern ein teureres. Durch spätere oder keine Untersuchungen und Diagnosen, sind schwerere Krankheitsverläufe und im Umkehrschluss höhere Behandlungskosten erforderlich.
Ganz zu schweigen von den menschlichen Schicksalen. Wer das ignoriert, denkt weder menschlich, noch ökonomisch – sondern kurzsichtig. Fakt ist:
Die Praxisgebühr ist kein Instrument der Vernunft, sondern ein Symbol politischer Ideenlosigkeit.
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Arztpraxen
Wenn Arztpraxen keine Nachfolge finden, springen oft Investoren ein und gründen Medizinische Versorgungszentren. Sie übernehmen das Geschäftliche, die Mediziner sind angestellt. Welche Folgen hat das?
Der Zulauf sei im Moment nicht mehr zu bewältigen. Das geschieht deutschlandweit überall. Viele Babyboomer gehen in Rente, darunter auch viele Hausärzte. Die Robert-Bosch-Stiftung geht davon aus, dass im Jahr 2035 rund 11.000 Hausärzte fehlen werden.
Um das Problem in den Griff zu kriegen, wird immer öfter auf ein auf ein neues Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) gesetzt. Ärztekammern schlagen Alarm. Ihr sind die vielen MVZ ein Dorn im Auge. Sie fürchtet, es könnte Rendite statt Patientenwohl im Vordergrund stehen.
Was sind Medizinische Versorgungszentren? Ein MVZ ist eine ambulante Einrichtung, in der Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen unter einem Dach arbeiten. Es gibt sie seit 2004. Eingeführt wurden sie mit dem Ziel, die ambulante medizinische Versorgung flexibler und effizienter zu gestalten.Inhaber eines MVZ muss nicht zwangsläufig ein Arzt sein.
Infrage kommen auch Krankenhäuser, Kommunen oder gemeinnützige Träger. Die Zahl der MVZ ist in den vergangenen Jahren laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung stark angestiegen, vor allem in Bayern und Nordrhein-Westfalen.Mittlerweile gibt es deutschlandweit mehr als 4.800 solcher Zentren mit mehr als 30.000 Ärztinnen und Ärzten. Sie werden nahezu ausschließlich als GmbH geführt.
Warum MVZ überhaupt entstehen
Der Kern des Problems ist nicht das MVZ, sondern der Nachwuchsmangel:
• Viele Hausärzte (Babyboomer) gehen in Rente
• Einzelpraxen gelten als ökonomisch riskant, bürokratisch belastend und schwer vereinbar mit Familie
• Junge Ärztinnen und Ärzte wollen angestellt arbeiten, planbare Arbeitszeiten, Teilzeit, weniger unternehmerisches Risiko.
MVZ sind darauf eine naheliegende Antwort:
• kein eigenes finanzielles Risiko
• keine Praxisübernahme
• keine Verantwortung für Abrechnung, Personal, IT, Miete
Ohne MVZ würden ganze Regionen heute schon unterversorgt sein.
Was MVZ leisten können (positive Effekte)
Versorgungssicherung:
• Übernahme von Praxen, für die sich kein Nachfolger findet
• besonders relevant in ländlichen Regionen und sozial schwächeren Stadtteilen
Attraktivere Arbeitsbedingungen
• feste Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle
• weniger Bürokratie
• besser vereinbar mit Familie
Medizinische Zusammenarbeit
• mehrere Fachrichtungen unter einem Dach
• schnellere Überweisungen
• bessere Abstimmung bei chronisch Kranken
Professionelle Organisation
• moderne IT
• standardisierte Abläufe
• oft bessere Ausstattung
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Beatles Auftritte in Hamburg
1. Indra Club (Große Freiheit)
17. Aug 1960 – 03. Okt 1960
2. Kaiserkeller (Große Freiheit)
04. Okt 1960 – 30. Nov 1960
3. Top Ten Club (Reeperbahn)
01. Apr 1961 – 01. Juli 1961
4. Star-Club (Große Freiheit)
13. Apr 1962 → Nov 1962 → bis 31. Dez 1962
Hier eine Übersicht der wichtigsten Auftritte der Beatles und anderer bekannter Bands und Interpreten in Hamburger Clubs - Schwerpunkt aus der Frühphase, also ab ca. 1960:
🎸 Indra (Grosse Freiheit 64)
* The Beatles, August 1960, mit Pete Best,Schlagzeug
* Kingsize Taylor & The
* Rory Storm and the Hurricanes (mit Ringo Starr)
* Sheridan & The Jets
* The Jets (Colin Melander)
* The Strangers
🎸 Kaiserkeller (Grosse Freiheit 36)
* The Beatles
* Tony Sheridan
* Kingsize Taylor & The Dominoes
* The Big Three
* Faron’s Flamingos
* Gerry and the Pacemakers (Auftritte vor ihrem Durchbruch in Groß Britannien
🎸 Top Ten Club (Reeperbahn 136)
* The Beatles (Frühjahr 1961 – parallel Studioarbeit mit Tony Sheridan)
* Tony Sheridan & The Beat Brothers (The Beatles)
* The Big Three
* Lee Curtis & The All-Stars
* Ian and the Zodiacs
* The Rattles (deutsche Beatband)
🎸 Star-Club (Grosse Freiheit 39) – eröffnet April 1962
• The Beatles (April–Mai 1962, letzter Hamburg-Auftritt Dez. 1962)
• Chuck Berry
• Little Richard
• Jerry Lee Lewis
• Gerry and the Pacemakers
• Fats Domino
• Ray Charles
• Bill Haley & His Comets
• The Searchers
• Kingsize Taylor & The Dominoes
• The Everly Brothers
• The Rattles
• Sounds Incorporated
• The Liverbirds (Girl-Beatband)
• Cliff Bennett & The Rebel Rousers
• Cream (mit Eric Clapton, Jack Bruce, Ginger Baker)
• Jimi Hendrix Experience
Hinweis zu Beatles/Beatbrothers
• Frühjahr 1962:
Platten-Veröffentlichungen und Nachpressungen weiterhin unter Tony Sheridan and the Beat Brothers.
• April 1962:
Ringo Starr ersetzt Pete Best.
• Juni–August 1962:
Letzte Veröffentlichungen von Sheridan-Aufnahmen mit dem Zusatz: Beat Brothers.
• Oktober 1962:
Love Me Do endgültig als: The Beatles.
Fazit
Ich gehöre zu den Glücklichen, der diese Weltstars, ob Bands oder Interpreten alle live in den o.g. Clubs, live und hautnah erleben durfte.
Diese Musiker machten Hamburg zu einem der wichtigsten europäischen Hotspots für Rock’n’Roll, Blues- und Beatmusik, lange bevor London das Zentrum wurde.
In den 1960er-Jahren waren die Hamburger Clubs Indra, Kaiserkeller, Top Ten Club und vor allem der Star-Club wichtige Stationen für aufstrebende Rock’n’Roll-, Beat- und R&B-Bands – oft noch bevor sie international bekannt wurden.
Die Clubs zogen Musiker aus Großbritannien, den USA, Deutschland und anderen Ländern an.
Viele britische Bands kamen nach Hamburg, weil dort lange Sets (teilweise 6–8 Stunden pro Nacht) gespielt wurden – was sie musikalisch enorm formte.
Die Beatles lernten hier ihr Repertoire zu perfektionieren, und die Zusammenarbeit mit Tony Sheridan brachte ihre erste kommerzielle Plattenaufnahme („My Bonnie“) hervor.
Der Star-Club holte ab Mitte der 1960er zunehmend auch große US-Stars (z.B. Jerry Lee Lewis und Little Richard, Fats Domino, Jimmy Hendrix oder Chuck Berry), die in Deutschland auf Tournee waren.
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Die Praxisanbindung und Vernetzung im IT-Bereich (durch die Agentur Gematik) von Ärzten, Krankenhäuser, Apotheken und medizinische Einrichtungen, hinkt immer noch hinterher.
Trotz aller Beteuerungen unseres Bundesgesundheitsministers Herr Prof. Lauterbach, ist es in vielen Praxen noch an der Tagesordnung, mit Papier, statt IT zu arbeiten. Papierrezepte sind der Normalzustand.
Die flächendeckend, groß angekündigte elektronische Patientenakte (ePA), mit ursprünglichem Einführungstermin zum 01.01.2021, ist aktuell noch ein Wunschtraum.
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Offiziell gibt es die Coronapandemie seit dem 11. März 2020. Es ist niemanden damit geholfen, wenn die politischen Parteien, sich einander Vorwürfe machen, wer in dieser Zeit, etwas falsch gemacht hat. Jetzt gilt es nicht nachzukarten, sondern gemeinsam, Wahlaussagen hin oder her, nach vorn zu schauen und dann die Pandemie weiter eingrenzen. Das, besonders unter dem Aspekt, dass alle Virologen zum Sommer und kommenden Herbst, vor neuen Mutationen warnen. Es deutet sich erneut an, dass sich das Covid-19-Virus wieder stärker ausbreitet. Die Gefahr, dass es mutiert, und die vorhandenen Impfstoffe ignoriert, ist nach den Erfahrungen der letzten zwei Jahre, nicht zu verleugnen.
Seit das Virus vorhanden ist, wurde auf die jeweilige Gesundheitslage, oft zu spät reagiert. Der Politik, wurde teilweise zu Recht vorgeworfen, dass sie immer nur hinunterlaufe, dilettantisch, chaotisch, zu spät und unkoordiniert handelte. Gleich, ob es sich um Lockdown, Maskenbeschaffung, Maskenpflicht, PCR-Test, Impfkampagnen, die Impfpflicht oder die zeitnahe Datenerhebung und deren Analyse handelte. Eine klare Antwort, ob die bisher vorgenommenen Maßnahmen zu einer Verbesserung der Situation beigetragen haben, hat auch der von der Bundesregierung eingesetzte Sachverständigenrat, nicht ermitteln können. Unabhängig von den Ergebnissen möchten, Gesundheitsminister Lauterbach und die Grünen, eine gesetzliche Grundlage schaffen, die ab Herbst, das Tragen von Schutzmasken und andere Maßnahmen, weiterhin rechtlich ermöglichen. So etwas nennt man vorausschauendes Denken.
Die FDP-Verantwortlichen verweigern sich auch hier wieder der Realität. Da wird eine, einfache aber wirksame Maßnahme, wie das Tragen von Masken blockiert, obwohl weltweit belegt ist, dass richtiges Tragen von Schutzmasken ein adäquates Mittel ist, um Ansteckungen zu vermeiden. Für mich, als Bürger der Bundesrepublik Deutschland, stellt sich die Frage, ob die FDP, die Begriffe Freiheit und Eigenverantwortung instrumentalisiert. Was nützt mir die Freiheit, wenn ich mit Covid-19 infiziert werde!
Das Gleiche gilt für die, von vielen Mitbürger*innen, nicht praktizierte Eigenverantwortung (Impfverweigerung). Im Umkehrschluss bedeutet Eigenverantwortung, auch oder gerade, Verantwortung gegenüber seinen Mitbürger*innen, wahrzunehmen.
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