Donnerstag, 19. November 2020
Spaniendebakel

Das historische Fußballdebakel gegen Spanien ist die Folge vieler Fehleinschätzungen, was die Spielstärke der Nationalmannschaft anbetrifft. Eine davon hat der Spiegel, schon vor dem Spiel gegen Spanien, in seiner Ausgabe 47; vom 14.11.2020 aufgezeigt.
Das internationale Zentrum für Sportstudien (CIES), führt Deutschland und seine Bundesligavereine, in der Nachwuchsausbildung Europas, erst auf den 13. Platz. Nach dem 0:6 gegen Spanien, darf man raten, welche Clubs, aus welchen Ländern, die meisten Top-Spieler für die führenden europäischen Ligen ausgebildet haben.........richtig, die spanischen Vereine.
Die Spanier haben ihre Mannschaft, genau wie Deutschland, neu aufgebaut. Auch hier wurden viele junge Spieler integriert. Was auffiel war, dass bei den Spaniern eine viel höhere Spielintelligenz, individuelle technische und fußballerische Qualitäten deutlich sichtbarer waren. Weitere Auffälligkeiten waren, Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung, die jeder spanische Spieler ausstrahlte.
Wie das Zusammenspiel, von individuellen technischen Fähigkeiten, Selbstbewusstsein, Entscheidungsfreudigkeit und Eigenverantwortung funktioniert, haben uns die Spanier vor Augen geführt.
Statistik hin oder her, DFB/DFL und Vereine, täten sich gut daran, ihre Spieler zu ermutigen, mehr Verantwortung zu übernehmen und das nicht nur auf dem Feld.
Talente sind sicherlich vorhanden. Auch wenn in den Anfangsformationen, an jeden Bundesligaspieltag, nur ca. ein drittel Spieler auflaufen, die für die deutsche Nationalmannschaft spielberechtigt sind.

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Dienstag, 19. Mai 2020
Statistik und Fußball

Statistik hin oder her, nach wie vor sind beim Fußball die geschossenen Tore die einzige Statistik, die zählt. Da bringt es auch nichts, wenn jeder Zentimeter Laufweg, jeder Sprint, jeder Dreimeterpass, gewonnene Kopfballduelle etc. in einer Datenbank festgehalten und statistisch ausgewertet werden. Über alles wird Statistik geführt. Sinnvoll wäre eine Art praktische, spielbezogene Statistik, die aufzeigt:
Wie häufig kommt der Gegner, durch unnötiges Hin- und Hergeschiebe, teilweise im eigenen Strafraum, in Ballbesitz und wie viele unnötige Gegentore fallen dadurch. 
Das Gleiche gilt für Rückpässe, die ohne Not zum Torwart gespielt werden, ihn in Bedrängnis bringen und bei denen er den Ball nur noch unkontrolliert, oftmals zum Gegner, wegschlagen kann.
Oder wie häufig werden Punkte verschenkt, weil ohne zwingenden Grund (z. B. Verletzung) in den letzten Minuten oder sogar in der Nachspielzeit ausgewechselt wird? Meist passiert das, wenn eine Mannschaft unter Druck steht. 
Jeder Fußballer weiß, dass es eine Zeit benötigt, um von null auf hundert zu kommen und sich ins System zu integrieren. Seine 100 %-Leistung innerhalb von ein paar Minuten abzurufen, ist schwer möglich. Unordnung im System ist die Folge. Außerdem werden für die Auswechslung noch einmal ein paar Minuten darauf gegeben. 
Wenn eine Mannschaft schon unter Druck steht, sind sogenannte taktische Auswechslungen in der Nachspielzeit meistens kontraproduktiv. Anschauungsbeispiele dafür, dass die Zeitschinderei nach hinten losgeht, lieferten in den letzten Saisonspielen (2019/20) der HSV sowie in der Relegation zur 2. Liga Ingolstadt.

Update: 09.06.2020
Es ist nicht nachvollziehbar, dass ein Trainer, wie Hecking, seine Fehler mehrmals wiederholt. Exakt nach dem gleichen Muster (Auswechseln und Gegentore in der Nachspielzeit) verschenkte der HSV in den letzten Spielen, in Fürth 2:2, in Stuttgart 2:3 und jetzt gegen Kiel beim 3:3, fünf Punkte, die den Aufstieg gekostet haben.

Update: 11.07.2020
Da wird lamentiert, wie brutal der Fußballgott ist. Vergessen werden aber, die sich immer wiederholenden Fehler der Trainer. Ingolstadt verschenkt den Aufstieg in die 2. Liga gegen Nürnberg, durch zwei Spielerwechsel, in der 93. Minute und ein Gegentor in der 96. Minute, genauso leichtsinnig wie der HSV den Aufstieg in die Bundesliga - wie oben beschrieben, durch unmotivierte Auswechslungen in der Nachspielzeit.

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Dienstag, 12. Mai 2020
Fußball und Corona

Update: Spieltag 16./17. Mai 2020
Die Vorgaben von DFB/DFL, wie darf nach einem Tor gejubelt werden, sind total weltfremd und nicht zu Ende gedacht worden. Einerseits, soll beim Jubeln so wenig Körperkontakt wie möglich praktiziert werden - was speziell beim Spiel von Hertha BSC in Hoffenheim ad absurdum geführt wurde. Andererseits werden aber Situationen, wie direkte und hautnahe Körperkontakte, im Zweikampf, aus dem Tabu-Katalog ausgeklammert. In Standardsituationen (Freistöße und Ecken) wurde gehalten und geklammert, wie eh und je, ohne Rücksicht auf Körperkontakt. Hier würde es sich anbieten, entsprechend der Regel für Foulspiel Fifaregel 12 zu pfeifen. Beim Studium der Regel 12, fällt auf, Halten (Körperkontakt), ist ein Foul. Gerade in Coronazeiten - unabhängig von den Quarantäne-Maßnahmen des DFB - ist es wichtig, diese Regel ernst zu nehmen. Verhängt man beim Halten im Strafraum - wie vorgesehen - einen Strafstoß, hätte man das Problem Körperkontakt schnell im Griff. Das hätte Vorbildcharakter und wäre ein Zeichen, dass alle verstehen.
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12. Mai 2020
Was im Moment läuft, können - nicht nur - Fußballfans schwer verstehen. Da wird auf einmal eine Branche - die da Profi-Fußall heißt - gepampert. Unabhängig von der finanziellen Lage, machen sich die Herren Großverdiener und deren Führungskräfte, auch noch Sorgen, wie sie diese ach so gruselige Saison, ohne Zuschauer überstehen sollen. Da werden auf einmal sogenannte Mentaltrainer aktiviert, die dafür sorgen sollen, dass die nötige Motivation vorhanden ist und hochgehalten wird. Als ehemaliger Fußballer (5. Liga) waren bei unseren Spielen, maximal ein paar Hundert Zuschauer anwesend. Trotzdem musste uns niemand motivieren, dass Letzte aus und herauszuholen. Fußball spielt man, weil es von Kindheit an Spaß bringt und man (Charaktersache) gewinnen will.
Jetzt rächt sich es, dass es keine Straßenfußballer mehr gibt, Typen mit Ecken und Kanten, die auf dem Platz zur Attacke blasen und den Willen haben, unbedingt zu gewinnen. Zuschauer hin oder her.
Hinzu kommt, wer als Profi, heute Charakter zeigt und seine Meinung vertritt, ist vielfach Trainern und Funktionären, ein Dorn im Auge. Außerhalb des Spielfeldes wird fast jede persönliche Meinung eines Bundesligaprofis, als vereinsschädigend dargestellt. Die Spieler werden und wurden entsprechend der jeweiligen Funktionärsmeinung sozialisiert. Ohne Zweifel eine Charakterfrage, ob man sich dass, als mündiger Bürger bieten lässt.
Wenige Spieler, wie Kölns Verstraete üben Kritik und fordern gerade jetzt, wo es um die Gesundheit - auch ihrer Familie geht - ein Mitspracherecht und ordnen sich aber nach einer Rüge des Vereins, stillschweigend wieder unter. Die Spiele sollen durchgezogen werden. Gesundheit erscheint zweitrangig.
Hier stellt sich Frage, warum es in Deutschland keine Spielervertretung wie z.B. in England oder Italien gibt.

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Freitag, 27. Oktober 2017
Fußballromantiker

Fußball ist und war noch nie eine Wissenschaft. Abgesehen von der individuellen Fitness der Spieler, die durch wissenschaftliche Methoden optimiert werden kann.

Fußballfans, geht doch dieses ganze System- und Statistikgequatsche auf den Senkel. Die einzige Statistik, die zählt, sind die Tore. Genau hier fängt die Misere an. Heute gehen fast alle Mannschaften mit der Einstellung auf den Platz nicht zu verlieren.
Folge, ein Hin- und Hergeschiebe. Was nützt 80% Ballbesitz, wenn das Spiel auch noch vergeigt wird. Es würde auch mehr Sinn machen, wenn nicht gegen den Ball - sondern mit dem Ball gespielt wird.

Lediglich der FC Barcelona konnte, den sogenannten Ballbesitzfußball zelebrieren. Das lag aber nicht am System des Trainers, sondern an die genialen Iniesta, Xavi und Messi. Die hätten nicht einmal einen Trainer benötigt, um so zu spielen.

Aus diesem Grund sind die folgenden - old school - Fähigkeiten, immer noch Basis des erfolgreichen Fußballs.

Das Schlimmste was einen Fußballspieler passieren kann ist, dass Trainer und Offizielle über ihn sagen: "der Spieler ist vielseitig verwendbar". Der Umkehrschluss heißt, das ist ein Notnagel der, immer einmal einspringen kann, wenn es eng wird.

Das Fußballspiel lebt von Spielertypen mit:

  • körperlicher Fitness
  • Teamfähigkeit
  • technischen Fähigkeiten
  • Kreativität
  • geistige Beweglichkeit (eigenständiges Denken)
  • den unbedingten Willen (eine Charakterfrage) zu gewinnen.

Nur mit Typen, die diese Fertigkeiten in sich vereinen, einen Trainer, der die elementaren Grundlagen, die immer im Fußball Bestand haben lehrt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, ein erfolgreiches Team zu formen. Neue Systeme hin oder her.

  • Das Spielsystem nach vorhandenen Spielertypen ausrichten, nicht die Spieler ins System pressen.

  • Bei eigenen Angriff bewegen, freie Räume nutzen, nicht verstecken, sondern den Ball fordern. Es fällt auf, dass sich in vielen Fällen nur der ballführende Spieler bewegt.

  • Wenn am gegnerischen Strafraum, dann auch Abschluss suchen. Danach ist genügend Zeit, die Abwehr neu zu ordnen. Kein Hin- und Hergeschiebe und zurückspielen, bis zum eigenen Torwart. Die Wahrscheinlichkeit ist groß ist, das zeigt die Praxis, dass der Gegner den Ball erobert.

  • Einwürfe auf Höhe des gegnerischen Strafraums, hart in Richtung Fünfmeterraum werfen. Direktabnahme oder Querschläger durch Gegner sind gefährlicher und effektiver, als neuer Spielaufbau.

  • Flanken - wenn möglich, direkt aus dem Lauf - schlagen, nicht erst auf den Ball treten und warten bis der Gegner abblocken kann bzw. zurückgespielt werden muss.

  • Doppelpass, die effektivste Spielart, eine Abwehr auszuhebeln.

  • Zur Not nehmt die Pieke, ein einfaches Mittel, um den Ball ins Tor zu befördern.

  • Übrigens, was die Rotation anbetrifft, widersprechen sich die Trainer doch selbst. Ich höre immer, die Abläufe haben sich noch nicht verfestigt. Wie soll das passieren, wenn pausenlos rotiert wird?

Es muss ein Umdenken stattfinden - "wieder Fußball spielen, statt Fußball zu arbeiten". Für die Zuschauer ist alles andere Fußball zum abgewöhnen.

Das sind die Träume eines Fußballromantikers

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