Dienstag, 14. Januar 2020
Träume eines Fußballromantikers

Fußball ist und war noch nie eine Wissenschaft. Abgesehen von der individuellen Fitness der Spieler, die durch wissenschaftliche Methoden optimiert werden kann.

Das Schlimmste, was einen Fußballspieler aber passieren kann, ist Trainer und Offizielle sagen: "wir haben einen vielseitig verwendbaren Spieler erworben". Der Umkehrschluss heißt, das ist ein Spielertyp, der immer dann einmal einspringen darf, wenn Not am Mann ist.

Heute gehen fast alle Mannschaften mit der Einstellung auf den Platz, nicht zu verlieren. Folge, ein Hin- und Hergeschiebe. Was nützt 80% Ballbesitz, wenn das Spiel auch noch vergeigt wird. Es würde auch mehr Sinn ergeben, wenn nicht gegen den Ball - sondern mit dem Ball gespielt wird.

Den Fußballfans, geht doch dieses ganze System- und Statistikgequatsche auf den Senkel. Die einzige Statistik, die zählt, sind die Tore.

Trotz aller Neuerungen, sind die folgenden - old school - Fähigkeiten, immer noch Basis des erfolgreichen Fußballs und nach wie vor wird mit Elf gegen Elf gespielt.

Das Fußballspiel lebt aber von Spielertypen mit:

  • körperlicher Fitness
  • Teamfähigkeit
  • technischen Fähigkeiten
  • Kreativität
  • Spaß am Spiel
  • geistige Beweglichkeit (eigenständiges Denken)
  • den unbedingten Willen (eine Charakterfrage) zu gewinnen.

Nur mit Typen, die diese Fertigkeiten in sich vereinen und einen Trainer, der die elementaren Grundlagen, die immer im Fußball Bestand haben werden, lehrt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, ein erfolgreiches Team zu formen. Neue Systeme hin oder her:

  • Das Spielsystem nach vorhandenen Fähigkeiten der Spieler ausrichten, nicht die Spieler ins System pressen und dadurch ihrer Vorteile berauben.

  • Bei eigenen Angriff bewegen, freie Räume nutzen, nicht verstecken, sondern den Ball fordern. Es fällt auf, dass sich in vielen Fällen nur der ballführende Spieler bewegt.

  • Wenn am gegnerischen Strafraum, dann auch Abschluss suchen. Danach ist genügend Zeit, die Abwehr neu zu ordnen. Kein Hin- und Hergeschiebe und zurückspielen, bis zum eigenen Torwart. Die Wahrscheinlichkeit ist groß ist, das zeigt die Praxis, dass der Gegner den Ball erobert.

  • Einwürfe auf Höhe des gegnerischen Strafraums, hart in Richtung Fünfmeterraum werfen. Direktabnahme oder Querschläger durch Gegner sind gefährlicher und effektiver, als neuer Spielaufbau.

  • Flanken - wenn möglich, direkt aus dem Lauf schlagen - nicht erst auf den Ball treten und warten bis der Gegner abblocken kann bzw. zurückgespielt werden muss.

  • Doppelpass, die effektivste Spielart, eine Abwehr auszuhebeln.

  • Zur Not nehmt die Pieke, ein einfaches Mittel, um den Ball ins Tor zu befördern.

  • Übrigens, was die Rotation anbetrifft, widersprechen sich die Trainer doch selbst. Ich höre immer, die Abläufe haben sich noch nicht verfestigt. Wie soll das passieren, wenn pausenlos rotiert wird?

Lediglich der FC Barcelona konnte, den sogenannten Ballbesitzfußball zelebrieren. Das lag aber nicht am System des Trainers, sondern an die genialen Iniesta, Xavi und Messi. Die waren gierig auf den Ball und hätten nicht einmal einen Trainer benötigt, um so zielgerichtet Richtung Torabschluss zu spielen.

Es muss ein Umdenken stattfinden - "wieder Fußball spielen, statt Fußball zu arbeiten". Für die Zuschauer ist alles andere Fußball zum abgewöhnen.

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Recht hast du, Quaselstrippe!
Vor einiger Zeit habe ich mal ein Spiel mit über 80% Ballbesitz gesehen. Das wurde furchtbar langweilig! Ich habs einfach abgeschaltet.

Bei einem Spiel von Hollands Nationalmannschaft hab ich mal aus Spaß gezählt wie oft der Linksaußen zurückspielt. Es war über 50 mal. Der hat noch zwei (!) lange Pässe im ganzen Spiel gekriegt, wovon einer über die Torauslinie ging. Aus dem anderen Pass wurde eine Flanke die ins Toraus flog. Das wars!

Die haben keinen Mut mehr den Verteidiger zu überspielen oder die Trainer sind Schuld. Die Angriffsformation wird üblicherweise Sturm genannt, aber es ist nicht mal mehr n laues Lüftchen.

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Danke
Schön zu hören, dass es nicht nur die Meinung von mir ist. Ich schaue am Fernseher schon kein ganzes Spiel mehr, das ist für alte Fußballer gruselig anzuschauen.

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