Sonntag, 11. Oktober 2026
Brandmauer der Union (CDU/CSU)

Die Union hat Wahlen verloren. Statt zu hinterfragen – warum das so ist – streiten sie sich. Das, obwohl die Union seit 2018 offiziell, die Zusammenarbeit mit der AfD ablehnt.
✅ Das wird von einer demokratischen Partei der Mitte auch erwartet.
✅ Eine Brandmauer
ist aber kein Programm gegen die AfD. Wer sich schon so lange abgrenzt und trotzdem Stimmen und Wahlen verliert, sollte sich fragen, ob das Problem der schlechten Wahlergebnisse nicht die Politik der eigenen Partei ist.
✅ Das Original wird immer das Original bleiben und eine Union, die der AfD hinterherläuft, stärkt diese Partei nur.
✅ Manfred Weber (CSU), Mitglied des Europäischen Parlaments, sowie einzelne CDU-Abgeordnete rütteln nun an der Brandmauer. Aber wer von ihnen hofft, mit einer Öffnung nach rechts Wähler*innen zurückzuholen, hat nichts begriffen.
✅ Genauso falsch ist es, sich hinter die Brandmauer zurückzuziehen und zu glauben, damit sei alles gesagt. Es ist eine Haltung, aber keine Antwort. Besonders unter den Aspekten, für die sozialen Belastungen der Menschen - durch:
✅ unsichere Arbeitsplätze
✅ hohe Mieten
✅ steigende Lebenshaltungskosten
✅ teure Krankenversicherung und Pflege
✅ Rentenkürzungen
✅ Der Frust - nicht nur der Unionswähler*innen - über den politischen Umgang mit diesen lebensnotwendigen Fakten bleibt bestehen, solange von den politisch Verantwortlichen, dass soziale Gefälle nicht so ernst genommen wird, wie es die Situation erfordert.
✅ Nicht gelieferte Antworten – auf diese Probleme – sind eine Steilvorlage für die AfD und deren potenzielle Wählerschaft. Die jüngsten Wahlniederlagen, sind die Quittung für den Sozialabbau.
✅ Die Union steht vor einer grundsätzlichen Richtungsentscheidung. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie CDU und CSU verlorenes Vertrauen zurückgewinnen können, sondern auch um ihren künftigen Umgang mit der AfD.
✅ Vor der Präsidiumsklausur der CDU am Sonntag und Montag (11. und 12. Oktober 2026) ist die Debatte über die Brandmauer erneut befeuert worden. Während der CSU-Politiker Manfred Weber und einzelne CDU-Abgeordnete das bisherige Konzept der Abgrenzung infrage stellen, halten führende CDU-Politiker an einer klaren politischen Distanz zur AfD fest.
✅ Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender Friedrich Merz steht damit vor einer schwierigen Aufgabe.
✅ Einerseits muss er die unterschiedlichen Positionen innerhalb der Union zusammenführen.
✅ Andererseits muss seine Partei Antworten auf die sozialen und wirtschaftlichen Probleme finden, die viele Menschen im Alltag beschäftigen.
✅ Die Antwort kann nur lauten: Der Mensch steht im Mittelpunkt.

Fazit
Die Union steht vor mehr als einer parteiinternen Strategiedebatte. Es geht um ihre politische Glaubwürdigkeit und um die Frage, welchen Kurs sie künftig einschlagen will.
Eine bloße Verteidigung der Brandmauer reicht jedoch ebenfalls nicht aus, um verlorene Wähler*innen zurückzugewinnen.
Nicht die Brandmauer entscheidet letztlich über die Zukunft der Union, sondern ihre Fähigkeit, überzeugende Antworten auf die Probleme der Menschen zu geben. Probleme werden nicht mit Rhetorik beseitigt, sondern durch Anpacken.
Und dabei sollte eines nicht vergessen werden: Wer die AfD schwächen will, muss nicht ihre Politik übernehmen, sondern die eigene Politik verbessern. Eine Zerbröselung der Brandmauer und Positionen der AfD zu übernehmen, birgt das Risiko, diese Partei politisch aufzuwerten.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 6. Oktober 2026
Energieerneuerung in Deutschland

Energieträger
Die Energiewende ist mehr als der Austausch von Energieträgern. Deutschland diskutiert häufig darüber, welche Energie künftig - Atom, Kohle, Öl oder Erdgas - ersetzen soll.
Das greift allerdings zu kurz. Der Umbau des Energiesystems ist politisch, wirtschaftlich und technisch wesentlich komplexer als die Frage, welcher Energieträger durch welchen anderen ersetzt werden kann.
Zudem treffen dabei unterschiedliche Lobby-Interessen von Energieversorgern, Industrie, Automobil- und Gebäudewirtschaft ebenso aufeinander wie die finanzielle Belastbarkeit der Verbraucher.
Deutschland braucht keinen einzelnen Ersatz für Kohle, Öl und Erdgas, sondern ein neues Energiesystem.

Das Energiesystem sollte auf die folgenden fünf Säulen beruhen
✅ Wind- Wasser- Erdwärme und Solarenergie als wichtigste Quellen für erneuerbaren Strom.
✅ Stromnetze und Speicher, damit Energie auch dann verfügbar ist, wenn Wind und Sonne nicht ausreichend liefern.
✅ Elektrifizierung, wo sie technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist – etwa bei Elektroautos, Wärmepumpen und elektrischen Industrieprozessen.
✅ Wasserstoff und andere erneuerbare Energieträger für Bereiche, die sich nicht oder nur schwer direkt elektrifizieren lassen.
✅ Energieeinsparung durch Isolierung und Effizienz, damit insgesamt weniger Energie benötigt wird.
Warum konzentriert sich die politische Debatte trotzdem so häufig auf einzelne Technologien? Weil mit der Energiewende erhebliche wirtschaftliche Interessen verbunden sind.
Es geht um Gewinne, Investitionen, Arbeitsplätze, Infrastruktur, Kosten und Versorgungssicherheit. Wer von einer bestimmten Technologie profitiert oder von ihrem Rückgang betroffen ist, hat naturgemäß andere Interessen.
Deshalb wäre es falsch, den Eindruck zu erwecken, Deutschland könne einfach Erdgas durch Wasserstoff, Benzin durch E-Fuels oder Kohle durch eine einzige andere Energiequelle ersetzen. Solche Technologien können in bestimmten Bereichen sinnvoll oder sogar notwendig sein. Sie sind aber kein universeller Ersatz für fossile Energieträger. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Welcher Energieträger ersetzt welchen fossilen Energieträger? Sondern - wie werden wir unabhängiger von - ausländischer fossiler Energie?

Fazit
Es geht um Folgendes - wie bauen wir möglichst schnell, ein eigenes – von Drittländern unabhängiges – Energiesystem auf, das überwiegend aus erneuerbarer Energie gespeist wird, zuverlässig bleibt und für Haushalte und Unternehmen bezahlbar ist?
Die eigentliche Herausforderung der Energiewende:
Mehr Windräder und Solaranlagen allein reichen dafür nicht aus.
Notwendig sind gleichzeitig leistungsfähige Stromnetze, Speicher, flexible Nachfrage, eine klimafreundliche Wärmeversorgung, eine veränderte Mobilität und der gezielte Einsatz von Wasserstoff dort, wo direkte Elektrifizierung an ihre Grenzen stößt.
Die Energiewende ist deshalb kein einfacher Austausch einzelner Energieträger. Sie ist der Umbau des gesamten Systems und somit eine (positive) Herausforderung für die verantwortliche Politik.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 4. Oktober 2026
Ein Schiff wird kommen – aber welches

Wie kann es sein, dass der Staat Milliarden für ein Rüstungsprojekt ausgibt, anschließend aussteigt und trotzdem Gefahr läuft, weitere Milliarden zahlen zu müssen? Verteidigungsminister Boris Pistorius hat diese Entscheidung mit seiner Verantwortung für den Haushalt - und das Geld der Bürger*innen - begründet.
Genau diese Verantwortung muss aber auch für die Zeit gelten, bevor ein Projekt geplant wird und aus dem Ruder läuft.

Das Problem beginnt nicht erst mit dem Abbruch
Der Vertrag für Marineschiffe - wie das Projekt F126 (Fregatte 126) wurde 2020 geschlossen. Vorgesehen war, dass das erste Schiff bereits 2028 mit einer Anfangsbefähigung ausgeliefert wird und alle sechs Fregatten bis 2033 zur Verfügung stehen. Daraus wird nun nichts.
Der eigentliche politische Skandal ist: Nicht ein Minister der ein gescheitertes Projekt beendet. Sondern dass ein Staat, der mit enormen finanziellen Mitteln in Vorleistung getreten ist, offenbar erst sehr spät zu der Erkenntnis kommt, dass die ursprünglichen Ziele nicht mehr erreichbar sind und Steuergelder verbrannt wurden. Das nennt man in Fachkreisen: Vorausschauendes Denken!

Deutschland steht vor einer gewaltigen Aufgabe
Der Verteidigungshaushalt wächst, für 2027 geht es einschließlich Sondervermögen um rund 140 Milliarden Euro. Pistorius selbst hat im Bundestag betont, dass dies sehr viel Geld ist und entsprechend verantwortungsvoll eingesetzt werden müsse.
Gerade deshalb reicht es nicht, jetzt möglichst schnell neue Schiffe zu bestellen.

Die Frage lautet: Was wird aus dem F126-Desaster gelernt?
✅ Wie werden Verträge künftig gestaltet?
✅ Wie früh wird gegengesteuert, wenn Kosten und Zeitpläne aus dem Ruder laufen?
✅ Welche Risiken trägt der Staat – und welche die Industrie?
✅ Und wie verhindert man, dass politische Vorgaben, technische Anforderungen und Lobby-Interessen ein Projekt immer komplizierter und teurer machen?
✅ Denn mit der MEKO_200-Klasse beginnt bereits das nächste Milliardenprojekt.
Die Bundesregierung sagt, die neue Lösung sei schneller verfügbar und erfülle die entscheidende Fähigkeit zur U-Boot-Jagd. Gleichzeitig räumt das Verteidigungsministerium ein, dass die F126 größer gewesen wäre und zusätzliche Fähigkeiten hätte aufnehmen können. Die MEKO ist also nicht einfach die F126 zum günstigeren Preis, sondern ein anderes Schiff mit einem anderen Leistungsprofil.

Fazit
✅ Die Zeiten, in denen Deutschland bei der Bundeswehr über Jahrzehnte hinweg mit zu wenig Geld auskommen musste, sind vorbei.
✅ Jetzt steht der Staat vor dem umgekehrten Problem: Es fließen so viele Milliarden wie nie zuvor in die Verteidigung. Aus mehr Geld muss deshalb auch mehr Sicherheit entstehen.
✅ Die F126 zeigt, dass dafür nicht allein größere Haushalte notwendig sind. Entscheidend ist, ob der Staat in der Lage ist, große Projekte realistisch zu planen, Risiken rechtzeitig zu erkennen und Verträge so zu gestalten, dass Kostensteigerungen und Verzögerungen nicht am Ende vor allem beim Steuerzahler landen.
Pistorius hat mit dem Ende der F126 einen Schlussstrich gezogen.
✅ Jetzt muss er zeigen, dass daraus tatsächlich Konsequenzen gezogen werden. Denn das Schlimmste wäre nicht, ein teures Projekt zu stoppen.
✅ Noch schlimmer wäre es, aus dem Scheitern nichts zu lernen – und beim nächsten Milliardenprojekt wieder von vorn anzufangen.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 3. Oktober 2026
AfD und Verbrennerautos

Es ist nicht lange her,
da warnten Spitzenmanager der Autoindustrie vor einem politischen Rechtsruck. Anfang Februar 2026 sagte Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius im SPIEGEL, Deutschland entwickle sich wirtschaftlich seit zehn bis 15 Jahren in eine falsche Richtung. Wenn sich daran nichts ändere, „dann kommen die Populisten von rechts, die für nichts eine Lösung haben“, sagte er. (Tagesspiegel)
Auch Volkswagen-Chef Oliver Blume hatte sich öffentlich gegen Rechtsextremismus positioniert. Bei einer Kundgebung in Wolfsburg sagte er, Demokratie und Freiheit seien keine Selbstverständlichkeit und müssten verteidigt werden.

Politische Distanz der Autoindustrie, bei wirtschaftlichen Interessen

✅ Ein Beispiel dafür ist die Auseinandersetzung um die europäischen CO₂-Vorgaben für Neuwagen.
✅ Nach der derzeit geltenden EU-Regelung gilt ab Jahr 2035 für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ein CO₂-Flottenziel von 0 Gramm.
Das entspricht einer Reduktion der durchschnittlichen CO₂-Emissionen neuer Fahrzeuge um 100 Prozent gegenüber dem Referenzwert.

Geltendes EU-Recht
Allerdings steht dieses Ziel inzwischen zur Änderung.
✅ Die EU-Kommission legte im Dezember 2025 im Rahmen ihres Automotive Package einen Vorschlag vor, der den Herstellern mehr Spielraum geben soll.
✅ Danach soll ab 2035 eine Reduzierung der Auspuffemissionen um 90 Prozent ausreichen.
✅ Die verbleibenden zehn Prozent sollen unter anderem durch den Einsatz von CO₂-ärmerem Stahl sowie E-Fuels und Biokraftstoffen kompensiert werden. Dadurch könnten auch Plug-in-Hybride, Range-Extender, Mild-Hybride und bestimmte Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor über 2035 hinaus eine Rolle spielen. (Climate Action)
✅ Damit ist das bisherige 100-Prozent-Ziel noch nicht abgeschafft.
✅ Die 90 Prozent sind ein Vorschlag der Kommission, über den das Europäische Parlament und der Rat beraten müssen.

Wirtschaftliches Interesse an einer Lockerung
✅ Die europäischen Hersteller stehen unter erheblichem Wettbewerbsdruck. Auf dem chinesischen Markt verlieren europäische Marken an Boden, gleichzeitig müssen die Unternehmen ihre Kosten senken und hohe Investitionen in Elektromobilität finanzieren.
✅ Auch Källenius selbst hat die europäische Automobilpolitik kritisiert. In seinem SPIEGEL-Interview warnte er unter anderem vor einer zu starken Regulierung und plädierte für einen stärker auf Investitionen und wirtschaftliche Anreize ausgerichteten Kurs.
✅ Seine Warnung vor einem möglichen Rechtsruck war dabei Teil seiner grundsätzlichen Argumentation zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands.
✅ Parallel dazu lässt sich beobachten, dass Unternehmen und Branchenverbände auch mit Abgeordneten rechter und rechtspopulistischer Fraktionen im Europäischen Parlament sprechen.
✅ Ein dokumentiertes Beispiel ist ein Treffen zwischen Stellantis und dem französischen PfE-Abgeordneten Philippe Olivier im Januar 2026. Als Thema wurde der Austausch über die Zukunft der europäischen Automobilindustrie angegeben. (Europäisches Parlament)
Solche Kontakte sind zunächst normale politische Interessenvertretung.
✅ Unternehmen und Verbände versuchen, ihre wirtschaftlichen Positionen gegenüber Abgeordneten unterschiedlicher Fraktionen zu erläutern.
✅ Aus einem Gespräch allein lässt sich deshalb keine politische Unterstützung einer Partei ableiten.

Es wird interessant,
wo sich die Interessen der Industrie mit den Positionen von auf Umwelt ausgerichteten Parteien überschneiden.
✅ Die Autoindustrie fordert mehr technologische und regulatorische Flexibilität, und sie findet dafür Fürsprecher speziell im bürgerlichen und rechten Spektrum.
✅ Union und SPD wollen in Brüssel Lockerungen durchsetzen, die FDP stellt das Aus für 2035 insgesamt infrage, und die AfD verlangt seit Langem die Rückabwicklung.
✅ Das bedeutet nicht automatisch, dass die Autoindustrie politisch nach rechts gerückt ist. Es zeigt aber, dass sich die Bedingungen politischer Interessenvertretung verändern – und damit auch die Konstellationen, in denen wirtschaftliche Interessen und politische Positionen aufeinandertreffen.
✅ Für die Unternehmen stellt sich damit eine Frage, die über das Verbrenner-Aus hinausgeht: Wie weit reicht die Bereitschaft, mit politischen Kräften zusammenzuarbeiten, deren Positionen in anderen Politikfeldern möglicherweise deutlich von den eigenen öffentlichen Bekenntnissen zu Demokratie und gesellschaftlicher Offenheit abweichen?
✅ Umgekehrt müssen auch die Parteien erklären, welche politischen Mehrheiten sie für ihre Positionen suchen – und mit welchen Partnern sie diese erreichen wollen.

Fazit
✅ Nicht nur die AfD setzt nach wie vor auf Verbrennermotoren.
✅ Der Erhalt einer vielfältigen, sauberen Umwelt und die damit verbundene Gesundheit unserer Gesellschaft scheint - für die Verantwortlichen dieser Partei - aber kein Thema zu sein.
✅ Die angstmachenden Parolen nutzen sie, als persönliches Geschäftsmodell.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 1. Oktober 2026
Tankrabatt

Warum geht der ÖPNV bei den Entlastungen leer aus?
✅ Die Argumente der Befürworter des Tankrabatts machen deutlich, welche Überlegungen dahinterstehen: Die Spritpreise sind auf Rekordniveau gestiegen, und die Politik will Autofahrer schnell und kurzfristig entlasten.
✅ Die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern betont, dass viele Menschen auf das Auto angewiesen seien – etwa für den Weg zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen, insbesondere im ländlichen Raum.
✅ Die Logistikbranche, weist auf steigende Kraftstoffkosten hin, welche die Preise für Waren und Dienstleistungen beeinflussen können.
Technisch lässt sich eine Senkung der Energiesteuer vergleichsweise schnell umsetzen, weil sie an der Raffinerie ansetzt. Das erklärt die Argumentation für den Tankrabatt.
✅ Es beantwortet allerdings nicht die Frage, warum Menschen, die den öffentlichen Nahverkehr (Bus und Bahn) angewiesen sind, bei einer Entlastung der Mobilitätskosten leer ausgehen.
Auch für sie können steigende Fahrpreise für Busse, S-Bahnen und U-Bahnen eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen.
✅ Wer den ÖPNV nutzt, kann zudem nicht ohne Weiteres auf eine günstigere Alternative ausweichen. Wenn der Staat Mobilitätskosten abfedern will, stellt sich deshalb die Frage, warum dies vor allem beim Autoverkehr geschehen soll.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 16. September 2026
Geschichte der E-Autos

Die Geschichte der Elektro-Autos geht schon um 1900 los. Hätten die Autohersteller konsequent die Technik der Elektroautos weiterverfolgt, wäre ein großer Luftverpester und Mitschuldiger des Klimawandels - das Verbrennerauto - schon lange Vergangenheit. Es ging aber wie immer um das Geld.

Günstigere Energiequelle Öl
Mit der Erschließung großer Erdölvorkommen, der zunehmenden Verfügbarkeit von Benzin und der technischen Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors setzte sich dieser Antrieb schließlich durch. Elektroautos verschwanden weitgehend von den Straßen.
Natürlich war es nicht nur das Geld. Auch die damals begrenzte Reichweite, lange Ladezeiten und die fehlende Infrastruktur sprachen gegen das Elektroauto. Aber wirtschaftliche Interessen spielten die entscheidende Rolle. Erdöl wurde zum großen Geschäft – und das Auto mit Verbrennungsmotor entwickelte sich zum dominierenden Verkehrsmittel.
Man kann deshalb durchaus darüber nachdenken, wie unsere Welt heute aussehen würde, wenn die Entwicklung des Elektroautos bereits vor mehr als hundert Jahren konsequenter vorangetrieben worden wäre. Vielleicht wären uns viele Jahrzehnte voller Abgase, Luftverschmutzung und eines enormen Ausstoßes von CO₂ erspart geblieben. Und was lernen wir daraus?
Eigentlich eine ziemlich einfache, aber unbequeme Erkenntnis:
Was technisch möglich und was ökologisch sinnvoll ist, setzt sich nicht automatisch durch. Oft entscheidet darüber, womit sich Geld verdienen lässt. Und genau deshalb sollten wir auch heute genauer hinschauen. Wenn es um Energie, Verkehr, Umwelt oder Klimaschutz geht, darf die entscheidende Frage nicht ausschließlich lauten: Was bringt den größten Gewinn? Sie muss auch lauten:
Was nutzt den Menschen – und was können wir unserer Umwelt und den kommenden Generationen zumuten?
Denn eines hat die Geschichte des Elektroautos eindrucksvoll gezeigt:
Manchmal ist eine bessere Idee schon da – sie muss sich nur gegen mächtige wirtschaftliche Interessen durchsetzen und bestehen.

Fazit
Wie auch Heute geht es nicht um die Natur, die Gesundheit und das Wohl des Menschen, sondern ausschließlich ums Geld!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 11. September 2026
Rentner und Angestellte Spizenverdiener

Ein Rentner, dessen gesetzliche Rente plus VBL-Rente zusammen unterhalb oder nur knapp über der Bemessungsgrenze liegt, zahlt dagegen auf praktisch sein gesamtes Alterseinkommen Beiträge – und auf den VBL-Anteil davon noch zum vollen Satz ohne Zuschuss. Dadurch kann seine Beitragslast, gemessen am Gesamteinkommen, spürbar höher ausfallen als die eines Besserverdienenden, dessen Einkommen weit über der Grenze liegt.
Dieses Phänomen wird oft als „Doppelverbeitragung“ kritisiert (da auf Betriebsrenten teils schon in der Ansparphase Beiträge anfielen und in der Auszahlungsphase erneut). Das Bundessozialgericht hat die volle Verbeitragung von VBL-Renten aber wiederholt bestätigt; politische Reformvorschläge (z. B. der Linksfraktion) gab es, bisher ohne grundlegende Änderung für VBL-Bezieher speziell.
Warum muss man als Renter mit VBL-Einkommen teilweise mehr Krankenversicherungsbeiträge bezahlen als ein Spitzenverdiener, dessen Einkommen über die Beitragsbemessungsgrenze liegt

Rentner und Angestellte Spizenverdiener
Das liegt an zwei Effekten, die sich bei Rentnern mit VBL-Betriebsrente addieren, beim Spitzenverdiener aber gegenläufig wirken:

1. VBL-Rente wird zum vollen Satz verbeitragt – ohne Arbeitgeberanteil
Auf die gesetzliche Rente zahlt ein pflichtversicherter Rentner nur die Hälfte des Beitrags selbst; die andere Hälfte übernimmt die Rentenversicherung (Zuschuss). Bei Versorgungsbezügen wie der VBL-Betriebsrente gibt es diesen Zuschuss nicht – hier trägt der Rentner den vollen allgemeinen Beitragssatz plus Zusatzbeitrag (2025 z. B. rund 17 % statt effektiv nur der halben Belastung) ganz allein. Das gilt für Kranken- **und** Pflegeversicherung gleichermaßen.

2. Die Beitragsbemessungsgrenze wirkt regressiv
Ein Spitzenverdiener zahlt Beiträge nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze (2025: 5.512,50 €/Monat). Jeder Euro darüber ist komplett beitragsfrei. Verdient jemand z. B. 15.000 € im Monat, sinkt sein Beitrag im Verhältnis zum Gesamteinkommen immer weiter – er zahlt effektiv vielleicht nur noch 6 % seines tatsächlichen Einkommens.
Ein Rentner, dessen gesetzliche Rente plus VBL-Rente zusammen unterhalb oder nur knapp über der Bemessungsgrenze liegt, zahlt dagegen auf praktisch sein gesamtes Alterseinkommen Beiträge – und auf den VBL-Anteil davon noch zum vollen Satz ohne Zuschuss. Dadurch kann seine Beitragslast, gemessen am Gesamteinkommen, spürbar höher ausfallen als die eines Besserverdienenden, dessen Einkommen weit über der Grenze liegt.
Dieses Phänomen wird oft als „Doppelverbeitragung“ kritisiert (da auf Betriebsrenten teils schon in der Ansparphase Beiträge anfielen und in der Auszahlungsphase erneut). Das Bundessozialgericht hat die volle Verbeitragung von VBL-Renten aber wiederholt bestätigt; politische Reformvorschläge (z. B. der Linksfraktion) gab es, bisher ohne grundlegende Änderung für VBL-Bezieher speziell.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 2. September 2026
Wirtschaft und AfD

Kernpositionen
Die AfD positioniert sich wirtschaftspolitisch als Partei des freien Marktes mit starkem Deregulierungs- und Entlastungsanspruch - Siehe folgende Maßnahmen.
✅ Senkung von Steuern und Abgaben (Stromsteuer, Lohn-/Einkommensteuer, Körperschaftsteuer)
✅ Massiver Bürokratieabbau, und automatisches Auslaufen von Gesetzen nach zehn Jahren, wenn nicht neu begründet.
✅ Die AfD bekennt sich zum freien Markt und der Staat soll so wenig eingreifen wie möglich, mit Bürokratieabbau als Mittel, die Wirtschaft in Schwung zu bringen
✅ Rückkehr zu günstiger Energie, teils inklusive russischem Gas
✅ Fachkräftemangel durch inländische statt Zuwanderungspolitik lösen
✅ Auch ein EU-Austritt Deutschlands wird diskutiert

Kritik von Ökonomen
Das Programm wird von Wirtschaftswissenschaftlern kontrovers bewertet.
✅ Der Ökonom Knut Bergmann vom Institut der deutschen Wirtschaft bezeichnet es gegenüber NZZ klare Distanzierung der Verbände
BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner erklärte im Juli 2026, dass die AfD keine Wirtschaftspartei sei und alles, was bisher zu lesen sei, nicht auf Wirtschaftswachstum oder Investitionen einzahle — im Gegenteil würden eher neue Unsicherheiten für Investitionen entstehen.
✅ Mit Blick auf das AfD-Regierungsprogramm in Sachsen-Anhalt kritisierte sie etwa die geplante Aufhebung der Schulpflicht und betonte, wichtig für die Wirtschaft seien handlungsfähige Regierungen auf Basis der demokratischen Grundordnung.
✅ Eine Studie auf Basis von Befragungen von Hauptgeschäftsführern führender Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände beschreibt dies als eine Strategie der Ausgrenzung: Die organisierte Wirtschaft sieht kaum programmatische Überschneidungen und bewertet die AfD primär als politisches, aber auch ökonomisches Standortrisiko.

Konkrete Problemfelder aus IW-Sicht
Das Institut der deutschen Wirtschaft benennt mehrere wirtschaftliche Risiken des AfD-Erstarkens:

✅ Schwierigkeiten, internationale Fachkräfte für Regionen mit starker AfD-Präsenz zu gewinnen, obwohl die deutsche Wirtschaft in hohem Maße auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen ist.
✅ Ein grundlegender Widerspruch zur ökologischen Transformation, da die Partei die Energiewende ablehnt und den Klimawandel relativiert.
✅ Kaum tragfähige finanzpolitische Vorschläge, da Steuersenkungen steigenden Ausgaben etwa in der Rentenpolitik gegenüberstehen.

Fazit
Bereits BDI-Präsident Russwurm warnte Ende 2023, die AfD sei schädlich für die Zukunft aller.
Insgesamt zeigt sich also eine klare Kluft: Während die AfD in Umfragen wirtschaftspolitisches Vertrauen gewinnt, lehnt die organisierte Wirtschaft — BDI, IW und weitere Verbände — die Partei programmatisch und als Standortrisiko ab.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 30. August 2026
Roboter im Haushalt

Schöner Traum
Die zweibeinigen Gesellen müssen noch viel lernen, damit sie Menschen ersetzen können.
Der Mensch ist dem lang gehegten Wunsch, ein künstliches Ebenbild seiner selbst zu erschaffen, so nahe wie noch nie. Der Traum, für manche ein Fiebertraum, ist immerhin schon so real geworden, dass menschenähnliche Roboter den 100-Meter-Sprint nun schneller bewältigen als der menschliche Rekordhalter Usain Bolt.

Sie tanzen, schlagen Salti,
tragen Lasten umher und können noch manches mehr. Was sie aber noch nicht sind: Universalgeräte, die man auf normale Menschen loslassen kann. Auch wenn sie etwa in Fabriken bei einzelnen Aufgaben Menschen bereits nutzbringend zur Seite stehen, müssen sie erst beweisen, dass sie über klar definierte Aufgaben in strukturierten Umgebungen hinaus tatsächlich einen Mehrwert schaffen können. Wer jetzt schon davon träumt, die Reinigungskraft durch einen humanoiden Roboter zu ersetzen, unterschätzt bei Weitem, was eine menschliche Fachkraft ausmacht. Bis dahin ist noch ein weiter Weg.
Drei Bereiche sind es vor allem, in denen Humanoide Defizite haben:
✅ Nicht nur die Erfahrung, sondern auch die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und logische Schlüsse daraus zu ziehen.
✅ Maschinen nehmen ihre Umwelt völlig anders wahr als ein Mensch. Was für Menschen klar erkennbar ist, stellt für sie oft ein Problem dar.
✅ Haben humanoide Roboter nach heutigem Stand Probleme, sich unfallfrei zu bewegen.
Oft genug stolpern sie herum, zappeln plötzlich wie wild. Die Weltrekord-Sprinter unter ihnen können zwar schnell laufen, tun sich aber sonst schwer.
In Fabriken, wo es in der Regel geordnet zugeht, lassen sich Mängel wie diese eingrenzen. Anders sieht es in der freien Wildbahn aus, etwa in einem Haushalt mit Kindern und womöglich einem Haustier. Für Menschen mag das mitunter chaotisch wirken – für einen Roboter und dessen Wahrnehmungssystem ist es blankes Chaos.

Europa sollte sich bei der Robotik nicht erneut abhängen lassen
Nach einer Umfrage eines Digital-Branchenverbands kann sich rund die Hälfte der Bevölkerung vorstellen, einen humanoiden Roboter im eigenen Haushalt zu nutzen. Dass humanoide Roboter, besonders zweibeinige, in den nächsten Jahren in Haushalten wirklich nützlich sein können, ist aus heutiger Sicht eher ein verwegener Gedanke. Und das nicht nur wegen des Preises, der bei mindestens einigen Zehntausend Euro pro Stück liegt. Die Zweibeiner werden mittelfristig eher begrenzte Aufgaben etwa in der Krankenhauslogistik oder in der Fertigung übernehmen.

Die Videos, bei denen Roboter,
an den für Menschen einfachsten Dingen scheitern, sollten aber nicht täuschen. Künstliche Intelligenz in die physische Welt zu bringen, ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Und es ist eines, bei dem Deutschland und Europa noch Chancen haben, mitzuhalten – etwa gegenüber China. Gerade Deutschland gehört weltweit zu den Besten darin, komplexe Maschinen zu entwickeln und zu bauen.

Fazit
Auch was KI-Fähigkeiten anbelangt, gibt es in Europa genug Experten. Es fehlen nur oft der Mut und vor allem das Kapital, um mithalten zu können mit dem staatlich geförderten China und der US-Investorenlandschaft, in der Start-ups im Vergleich zu Europa ein Vielfaches an Risikokapital erhalten.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 23. August 2026
CDU und ungleiche Verteilung

CDU christlich-sozialer Anspruch und wirtschaftspolitische Realität
Die CDU wird häufig als konservative Partei wahrgenommen. Doch ihre Politik hat weitreichende Auswirkungen auf die gesellschaftliche Stabilität und den sozialen Zusammenhalt in Deutschland – und genau hier beginnt eine Debatte, die seit Jahren geführt wird.

Der eigene Anspruch: christlich-soziale Werte
Die CDU versteht sich selbst als Partei der christlich-sozialen Werte. In ihrem Grundsatzprogramm stehen Stabilität, Freiheit, Verantwortung und Tradition im Mittelpunkt. Gleichzeitig spielen wirtschaftliche Freiheit und der Schutz des Eigentums eine zentrale Rolle – Grundpfeiler, die sich aus dem Konzept der Sozialen Marktwirtschaft ableiten, wie sie einst von Ludwig Erhard und Alfred Müller-Armack geprägt wurde.

Der Widerspruch aus Sicht der Kritiker
Kritiker sehen darin eine Spannung: zwischen dem Anspruch, soziale Verantwortung zu übernehmen, und einer Politik, die wirtschaftlichen Interessen oft einen höheren Stellenwert einräumt. Profitieren sollen davon vor allem Unternehmen, Selbstständige und Menschen mit höheren Einkommen und Vermögen. Fragen des sozialen Ausgleichs und der Umverteilung treten aus dieser Perspektive dagegen oft in den Hintergrund.
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie viel soziale Ungleichheit kann eine Gesellschaft verkraften, ohne dass ihr Zusammenhalt gefährdet wird?

Was die Zahlen zeigen
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat diese Frage empirisch untermauert. Nach neueren Berechnungen auf Basis verbesserter Daten besitzen die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung rund 67 Prozent des gesamten Privatvermögens in Deutschland – das reichste eine Prozent allein rund 35 Prozent. Frühere Schätzungen lagen deutlich niedriger, weil sehr hohe Vermögen bislang schlechter erfasst wurden.
Auch beim Steuersystem zeigt sich eine Schieflage: Während Arbeitseinkommen bis zu 45 Prozent Einkommensteuer erreichen kann, werden Kapitalerträge pauschal mit rund 25 Prozent besteuert – unabhängig von der Höhe der Gewinne. Die Vermögensteuer ist zudem seit 1997 ausgesetzt.

Eine Einordnung, die nicht fehlen darf
Ganz so eindeutig, wie es auf den ersten Blick scheint, ist das Bild allerdings nicht. Eine DIW-Studie zeigt: Berücksichtigt man Rentenansprüche – gesetzliche wie betriebliche –, sinkt die gemessene Ungleichheit spürbar. Der Vermögensanteil der ärmeren Bevölkerungshälfte steigt dann von zwei auf neun Prozent. Das relativiert die reine Vermögensstatistik, ohne das Grundproblem zu entkräften: Die DIW-Ökonomin Charlotte Bartels betont, dass die Rentenansprüche in der unteren Verteilungshälfte oft zu gering sind, um wirksam vor Altersarmut zu schützen.
Auch CDU-Vertreter selbst würden dem Vorwurf widersprechen: Wirtschaftliche Freiheit und Eigentumsschutz seien keine Selbstzwecke zugunsten Wohlhabender, sondern Voraussetzung für Investitionen und Arbeitsplätze – und damit letztlich auch für die Finanzierung des Sozialstaats. Als Belege für den “sozialen” Teil des Anspruchs werden etwa Rentenreformen oder die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns während der Großen Koalition angeführt.

Fazit
Wirtschaftliche Stabilität allein garantiert noch keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine Politik, die wirtschaftliche Freiheit und Eigentumsrechte besonders stark gewichtet, muss sich daher daran messen lassen, ob sie gleichzeitig für ausreichenden sozialen Ausgleich sorgt. Die Zahlen des DIW liefern dafür wichtige Anhaltspunkte – die Bewertung, wie viel Ungleichheit eine Gesellschaft verträgt, bleibt am Ende jedoch eine politische, keine rein empirische Frage.

... link (0 Kommentare)   ... comment