hat sich grundlegend verändert. Der russische Angriff auf die Ukraine hat gezeigt, dass Frieden nicht selbstverständlich ist. Daraus folgt für viele die Überzeugung, dass Deutschland seine Verteidigungsfähigkeit deutlich stärken muss. Ein Staat trägt schließlich auch Verantwortung für die Sicherheit seiner Bürger und seiner Bündnispartner.
Dennoch lohnt es sich, genau hinzuhören, wenn Politiker von „Kriegstüchtigkeit“ sprechen. Sprache prägt Denken. Zwischen einer notwendigen Verteidigungsfähigkeit und einer Sprache, die Krieg als Normalität erscheinen lässt, besteht ein Unterschied. Deshalb sollte darüber offen diskutiert werden, welche Begriffe wir verwenden und welche politischen Ziele wir damit verbinden.
Fest steht,
öffentliche Mittel sind begrenzt. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Deshalb stellt sich nicht die Frage, ob Sicherheit oder sozialer Zusammenhalt wichtig sind – beides ist für einen funktionierenden Staat unverzichtbar. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die richtige Balance zu finden.
Fazit
Wenn hohe Summen für Verteidigung bereitgestellt werden, ist es rechtens zu fragen, ob gleichzeitig ausreichend in Bildung, Pflege, Krankenhäuser, Infrastruktur und Familien investiert wird. Ebenso ist es legitim, darauf hinzuweisen, dass eine glaubwürdige Verteidigung angesichts der aktuellen Bedrohungslage ihren Preis hat.
Gesellschaften verändern sich nicht allein durch Gesetze, sondern auch durch Worte. Deshalb sollten politische Debatten nicht den Eindruck erwecken, bestimmte Ausgaben seien alternativlos, während andere als bloßer Kostenfaktor erscheinen. Sicherheit und sozialer Zusammenhalt sind keine Gegensätze. Sie ergänzen einander.
Vielleicht ist deshalb die entscheidende Frage unserer Zeit nicht, ob wir uns den Sozialstaat leisten können oder ob wir in unsere Verteidigung investieren müssen. Die eigentliche Frage lautet, wie wir beides so gestalten, dass Deutschland auch künftig ein sicheres, wirtschaftlich starkes und zugleich solidarisches Land bleibt.
Denn der Erfolg eines Landes misst sich nicht allein an seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit oder seiner militärischen Stärke. Er zeigt sich ebenso daran, wie die Menschen leben, die auf Unterstützung angewiesen sind – und daran, ob sie sich zugleich sicher fühlen können
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AfD-Parteitag (4. und 5. Juli 2026) in Erfurt
Alice Weidel wurde als Parteivorsitzende mit deutlicher Mehrheit (81,31 %) wiedergewählt, während Co-Vorsitzender Tino Chrupalla mit etwas mehr als 70 Prozent ein deutlich schwächeres Ergebnis erzielte. Das entscheidende Signal nach außen lautet jedoch: Trotz interner Kontroversen, insbesondere um Björn Höcke, präsentiert sich die Partei geschlossen.
Diese demonstrierte Geschlossenheit kann als Teil einer Normalisierungsstrategie verstanden werden – eine Einschätzung, die auch zahlreiche politische Beobachter teilen.
Dem stehen allerdings gewichtige Fakten gegenüber: Fünf AfD-Landesverbände werden vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Zudem wurde Björn Höcke zweimal wegen der Verwendung einer verbotenen SA-Parole rechtskräftig verurteilt und ist dennoch weiterhin eine prägende Figur der Partei.
Auch die Entscheidung, den Bundesparteitag am 4. und 5. Juli in Erfurt abzuhalten, wurde kontrovers diskutiert. Kritiker weisen darauf hin, dass der Termin mit dem 100. Jahrestag des Weimarer Reichsparteitags der NSDAP zusammenfiel und bewerten dies als bemerkenswert. Ein Beleg dafür, dass diese Terminwahl bewusst so getroffen wurde, liegt jedoch nicht vor.
Zum vollständigen Bild gehört ebenso: Die AfD und ein großer Teil ihrer Wählerschaft weisen Vergleiche mit dem Faschismus entschieden zurück. Sie verweisen darauf, dass die Bundespartei als Ganzes bislang nicht rechtskräftig als gesichert rechtsextrem eingestuft ist. Die entsprechende Einstufung des Bundesamtes für Verfassungsschutz ist Gegenstand eines laufenden Gerichtsverfahrens.
Diese juristische Auseinandersetzung ändert jedoch nichts an den rechtskräftigen Urteilen gegen Björn Höcke oder an den Einstufungen mehrerer Landesverbände. Ebenso wenig beseitigt sie die zahlreichen dokumentierten Äußerungen führender AfD-Politiker, die immer wieder Anlass zu erheblicher Kritik geben. Die pauschale Gleichsetzung der AfD mit dem „Dritten Reich“ bleibt jedoch juristisch und politikwissenschaftlich umstritten.
Fazit
Wer aus der Geschichte des Nationalsozialismus nichts über die Fragilität demokratischer Institutionen gelernt hat, blendet einen wesentlichen Teil der historischen Erfahrung aus.
Unabhängig davon, wie man die AfD auf Bundes- oder Landesebene politisch einordnet, gilt für mich: AfD bleibt AfD.
Eine umfangreiche Dokumentation problematischer Aussagen von AfD-Mitgliedern befindet sich hier.
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Viele Menschen wählen Parteien nicht ausschließlich nach ihren eigenen sozialen Vorstellungen. Häufig spielen Gefühle, Wahrnehmungen und gesellschaftliche Stimmungen eine größere Rolle als konkrete politische Ziele und deren Folgen. Genau darin könnte ein Teil der Erklärung für den Erfolg, der Alternative für Deutschland (AfD) liegen. Einige zentrale Faktoren könnten sein:
* Angst vor sozialem Abstieg
* Frust über etablierte Parteien
* Gefühl - nicht mehr gehört zu werden
* Protestwahlverhalten
* soziale Medien und vereinfachte Botschaften
* starke Wirkung emotionaler Themen wie Migration oder nationale Identität.
Deshalb verwenden politische Beobachter manchmal genau das beschriebene Bild: Menschen unterstützen eine Politik, die ihre eigene soziale Absicherung gefährden könnte.
Gleichzeitig wäre es zu einfach zu sagen, AfD-Wählerinnen und -Wähler handelten irrational oder „gegen ihre Interessen“. Viele verbinden mit ihrer Wahl andere Prioritäten:
* kulturelle Sicherheit,
* Ablehnung der Bundesregierung,
* Kritik an Migration,
* Misstrauen gegenüber Medien,
* Wunsch nach grundlegender Veränderung.
Dabei entsteht oft ein Widerspruch zwischen politischen Forderungen und den tatsächlichen Auswirkungen auf den eigenen Alltag. Kritiker der AfD weisen seit Jahren darauf hin, dass Teile ihres Programms besonders Menschen mit niedrigen oder mittleren Einkommen treffen könnten – etwa durch:
* Kürzungen oder Umbauten des Sozialstaats
* steuerpolitische Vorteile für höhere Einkommen
* Schwächung solidarischer Sicherungssysteme
* marktradikale Wirtschaftspositionen
Emotionale und kulturelle Fragen überlagern materielle Interessen.
Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Punkt: Wenn Menschen über Jahre das Gefühl entwickeln, wirtschaftlich oder gesellschaftlich abgehängt zu sein, werden einfache Antworten attraktiver – selbst dann, wenn die vorgeschlagenen Lösungen komplexe Probleme nicht wirklich lösen oder neue Probleme schaffen.
Die aktuelle Stärke der AfD ist deshalb weniger mit einem einzigen Thema erklärbar als mit einer Mischung aus:
* wirtschaftlicher Unsicherheit,
* Vertrauensverlust in Institutionen,
* gesellschaftlicher Polarisierung,
* medialer Zuspitzung,
* und Fehlern anderer Parteien.
Fazit
Dass viele Menschen diese Entwicklung schwer verständlich finden, ist nachvollziehbar. Gerade weil Deutschland historisch erlebt hat, wohin Nationalismus, Ausgrenzung und demokratiefeindliche Entwicklungen führen können, wird die Debatte emotional und gesellschaftlich sehr grundlegend geführt.
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Aktuelle Sonntags-Umfrage
Schaut man sich die aktuellen Vorhersagen der Umfrageergebnisse der AfD zur nächsten Bundestagswahl an, gruselt es jeden demokratischen orientierten Menschen. Die AfD wird von allen Institutionen als stärkste Kraft geführt. Warum?
Einfache Antworten werden attraktiv – selbst dann, wenn die vorgeschlagenen Lösungen komplexe Probleme nicht wirklich lösen oder neue Probleme schaffen.
Die aktuelle Zustimmung zur AfD ist weniger mit einem einzigen Thema erklärbar, als mit einer Mischung aus:
* wirtschaftlicher Unsicherheit
* Vertrauensverlust in Institutionen
* gesellschaftlicher Polarisierung
* medialer Zuspitzung
* Fehler der etablierten Parteien
Dass viele Menschen die Entwicklung und Zustimmung zur AfD schwer verständlich finden, ist nachvollziehbar. Gerade weil Deutschland historisch und hautnah erlebt hat, wohin Nationalismus, Ausgrenzung und demokratiefeindliche Entwicklungen führen können.
Fazit
Die Menschen haben anscheinend vergessen oder verdrängt, was Adolf Hitler, die NSDAP und der Faschismus bewirkt haben.
Kritiker der AfD weisen seit Jahren darauf hin, dass Teile des AfD-Programms besonders Menschen mit niedrigen oder mittleren Einkommen treffen könnten.
Es wäre deswegen sinnvoll, wenn die Politik der Mitte und die demokratischen Medien, die folgenden Fakten des AfD-Programms entsprechend thematisieren und gegensteuern:
* Kürzungen oder Umbauten des Sozialstaats
* Schwächung solidarischer Sicherungssysteme
* Marktradikale Wirtschaftspositionen
* Steuerpolitische Vorteile für höhere Einkommen
Im Umkehrschluss bestrafen sich viele Wähler*innen der AfD selbst.
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Kann die AfD, durch ein Gesetz von 1879 die Justiz beeinflussen?
Hier kommt die Angst, vor dem Missbrauch der Demokratie, ins Spiel.
Beamte sind gegenüber ihren Vorgesetzten weisungsgebunden und könnten im schlimmsten Fall, für bestimmte, politische Vorhaben, instrumentalisiert werden.
Worum geht’s?
1879, kurz nach der Reichsgründung, hat Deutschland seine Justiz vereinheitlicht. Dabei wurde auch festgelegt: Staatsanwaltschaften sind “weisungsgebunden”.
Das heißt im Klartext, auf die heutige Situation bezogen, ein(e) Justizminister*inn - z.B. von der AfD - kann Staatsanwälten*innen Anweisungen geben, Ermittlungen stoppen, beschleunigen und in eine bestimmte Richtung zu lenken.
Das Gesetz ist über 140 Jahre alt und und kann bis heute fast unverändert angewendet werden.
In der Praxis passiert das so gut wie nie. Kein Minister will sich die Finger verbrennen, indem er offensichtlich in ein Verfahren eingreift. Aber die Möglichkeit besteht. Das macht gerade aktuell - vielen Demokraten - Angst und Sorgen.
Trotz aller Bemühungen habe es keinerlei Fortschritt gegeben. Nach wie vor habe der Bundesjustizminister ein unbegrenztes Weisungsrecht gegenüber dem Generalbundesanwalt.
Die Staatsanwaltschaften in den Ländern seien an Weisungen der jeweiligen Landesjustizministerien gebunden. Eine Reform sei wichtiger denn je, auch angesichts des Abbaus von Rechtsstaatlichkeit in anderen EU-Staaten.
Warum jetzt die Aufregung?
Ein kurzer Blick auf den Kalender: Im September wird in Sachsen-Anhalt gewählt, und die AfD hat reelle Chancen auf eine Regierungsbeteiligung, vielleicht sogar auf eine Alleinregierung. Und damit auch auf den Posten der Justizminister*inn, mit Weisungsbefugnis gegenüber der Staatsanwaltschaft.
Der Deutsche Richterbund schlägt deshalb Alarm. Geschäftsführer Sven Rebehn warnt sinngemäß: Wenn rechtspopulistische Parteien an Einfluss gewinnen, dürfe es keine offenen Türen für politischen Missbrauch der Strafverfolgung geben. Seine Forderung: Das Weisungsrecht sollte abgeschafft werden - und zwar bevor es zu spät ist.
Pikant dabei ist,
der Blick ins Ausland macht es nicht entspannter.
Wer vor Machtmissbrauch in der Justiz warnt, zeigt gerne auf andere Länder:
* Polen, wo die frühere, rechtsgerichtete Regierung mit neuen Gesetzen, unliebsame Richter unter Druck gesetzt hat
* Ungarn, wo Viktor Orbán die Justiz durch Verfassungsänderungen stärker an die Regierung gebunden hat.
* USA, wo Donald Trump sich offene Machtkämpfe mit Gerichten liefert.
Ist Deutschlands Justiz schon betroffen?
Nicht in dem Ausmaß wie in den genannten Ländern — aber ganz frei von politischer Einflussnahme ist die Justiz auch nicht. Hinter den Kulissen erzählen Staatsanwälte und Polizeibeamte von Fällen, in denen wichtige Posten nach Parteifarbe besetzt wurden, oder Ermittlungen auf politischen Druck hin beschleunigt wurden.
Noch deutlicher wird’s beim Europäischen Gerichtshof: Der hat Deutschland für genau dieses Weisungsrecht gerügt. Die Konsequenz ist konkret spürbar — deutsche Staatsanwälte dürfen wegen mangelnder Unabhängigkeit keine europäischen Haftbefehle mehr ausstellen. Das übernehmen jetzt die Gerichte.
Und was macht die Politik?
Hier wird’s typisch deutsch-kompliziert. NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) plädiert für ein “Weisungsrecht light”: Staatsanwälte sollen mehr Autonomie bekommen, aber der Minister behält im Notfall noch einen letzten Hebel.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) ist zurückhaltender. Sie sieht verfassungsrechtliche Bedenken gegen eine komplette Abschaffung und setzt eher auf mehr Transparenz — zum Beispiel, dass Weisungen schriftlich dokumentiert werden müssen.
Ihr Vorgänger Marco Buschmann hatte schon einen Reformentwurf in der Schublade. Der kam aber nie durch, weil die Ampelkoalition vorher zerbrach. Die jetzige Merz-Regierung hat dazu nichts Verbindliches im Koalitionsvertrag stehen — man “schaue sich den Entwurf nochmal an”, heißt es vage aus dem Ministerium.
Fazit
Es ist eine dieser Situationen, in denen ein Gesetz aus dem Kaiserreich plötzlich hochaktuell wird, weil sich die politische Landschaft verändert. Die Frage ist nicht, ob das Weisungsrecht heute missbraucht wird - sondern ob es das Werkzeug dafür liefern könnte, falls sich die Machtverhältnisse verschieben. Und solange das offen bleibt, wird die Debatte nicht verschwinden.
Das Muster ist immer ähnlich: Wenn die Gewaltenteilung zwischen Regierung und Justiz aufweicht, wächst der politische Zugriff auf Ermittlungen und Urteile.
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Der Erfolg der AfD ist mehr als nur ein aktuelles Stimmungsbild. Wenn eine rechtsextreme Partei besonders unter jungen Männern so eine große Zustimmung gewinnt und junge Menschen - über die sozialen Medien - zunehmend die politische Meinungsbildung prägen, dann handelt es sich nicht mehr nur um ein demographisches Phänomen. Es ist eine gesellschaftliche Herausforderung.
Viele Wählerinnen und Wähler treffen ihre Entscheidung nicht nach gründlicher Lektüre von Parteiprogrammen, sondern aus Enttäuschung über die aktuelle Politik. Von dieser Unzufriedenheit profitiert die AfD mit einfachen Antworten auf komplexe Probleme und mit Botschaften, die sich in sozialen Netzwerken schnell verbreiten.
Dabei bleibt häufig unbeachtet, welche Folgen zahlreiche Forderungen der Partei für Wirtschaft, Sozialstaat und Deutschlands internationale Stellung hätten. Gerade darin liegt ein bemerkenswerter Widerspruch: Aus Frust über die Gegenwart unterstützen manche Menschen eine Politik, deren langfristige Konsequenzen ihren eigenen Interessen sogar entgegenstehen könnten.
Der wachsende Zuspruch für die AfD sollte deshalb nicht nur als Ausdruck von Protest verstanden werden. Er wirft auch die Frage auf, wie politische Bildung, unabhängige Medien und demokratische Institutionen Menschen wieder stärker für faktenbasierte Debatten und langfristige gesellschaftliche Interessen gewinnen können.
Fazit
Demokratie lebt nicht allein von Wahlen. Sie lebt auch davon, dass politische Entscheidungen auf Grundlage von Informationen, Verantwortung und einem Bewusstsein für die Folgen getroffen werden.
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Das Streben, einer erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad, ist das Lebensthema des AfD-Geschichtslehrers Björn Höcke.
Zwar leugnete Höcke (seit 2014 Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag) nie den Massenmord an den Juden, aber für ihn ist er nur eine unschöne Fußnote, in der sonst so glorreichen deutschen Geschichte oder “ein Vogelschiss der Geschichte“, wie sein Parteifreund Alexander Gauland behauptete.
Schon in seinem Buch „Nie zweimal in denselben Fluss" und seinen mutmaßlichen Frühwerken, die er wohl unter Pseudonym „Landolf Ladig" in NPD-Postillen schrieb, verharmlost Höcke das NS-Regime als gut gemeinte Antiglobalisierungsbewegung, die versuchte, die Krisen der Moderne in den Griff zu bekommen, aber leider dabei über das Ziel hinausschoss.
Mit seiner neuesten Aussage, der Holocaust sei „nicht im Namen der Deutschen" geschehen, ist aber auch für Höcke eine neue Stufe der Lüge und Geschichtsklitterung erreicht.
Er will die deutsche Verantwortung für den industriellen Massenmord ultimativ abstreifen. Der sei ja unter strengster Geheimhaltung passiert. Höcke spricht nach dem Motto:
„Wenn das der Führer wüsste!" Als hätten nicht Deutsche die Deportationen organisiert, sich am Gut der Ermordeten bereichert, Wachtürme besetzt und Gaskammern bedient.
Fazit
Über Gaulands „Vogelschiss" gab es 2018 einen Aufschrei in Politik und Zivilgesellschaft. Der Höcke von 2026, das ist die deprimierende Nachricht, kann solche Sprüche folgenlos äußern. Man muss diesem Mann zuhören und widersprechen, seine Botschaft als den Skandal brandmarken, die sie ist. Und verhindern, dass so ein Mensch und seine Gesinnungsgenoss*innen je eine Staatskanzlei besetzen.
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Update: Olympiabewerbung Hamburg
Die Mehrheit derjenigen, die ihre Stimme abgegeben haben, stimmten gegen eine Olympiade in Hamburg.
Demokratisches Vertrauen basiert auf Transparenz, Rechenschaft und überprüfbaren Erfolgen. Gerade bei milliardenschweren Großprojekten ist kritische Prüfung kein Hindernis, sondern eine Voraussetzung für verantwortungsvolles Handeln. Die Skepsis vieler Bürgerinnen und Bürger gegenüber Projekten wie Olympia in Hamburg ist häufig eine Folge früherer Erfahrungen mit Kostensteigerungen oder nicht erfüllten Erwartungen.
Öffentliche Verantwortung bedeutet jedoch auch, dass nicht alle individuellen Interessen zu hundert Prozent berücksichtigt werden können. Der Erwartungsdruck an Politikerinnen und Politiker ist hoch. Sie bewegen sich ständig im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen und werden den Erwartungen ihrer Wählerinnen und Wähler nur selten vollständig gerecht. Das begünstigt Politikverdrossenheit und trägt zum Vertrauensverlust in die Politik bei.
Politikerinnen und Politiker werden gewählt, um politische Entscheidungen zu treffen. Diese orientieren sich in erster Linie an den Programmen ihrer Parteien. Dass sie häufig für Entwicklungen verantwortlich gemacht werden, die sie nur teilweise beeinflussen können, gehört zur Realität demokratischer Politik.
Fazit
Wer politische Verantwortung übernimmt, weiß, dass eine mehrheitliche Zustimmung niemals garantiert ist. Auch die Akzeptanz demokratischer Entscheidungen, selbst wenn sie den eigenen Vorstellungen widersprechen, gehört zur Stärke einer lebendigen Demokratie. Positiv und konstruktiv mit unterschiedlichen Mehrheiten umzugehen, ist ein Ausdruck politischer und demokratischer Reife.
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Pflegeversicherung
Zahlen Betroffene und Angehörige am Ende die Rechnung?
Die Sozialversicherung insgesamt steht unter erheblichem finanziellen Druck. Doch statt die Ursachen ehrlich anzugehen, werden erneut Leistungskürzungen und höhere Belastungen für Pflegebedürftige und ihre Familien diskutiert.
Dabei gerät ein grundlegendes Problem aus dem Blick: Immer wieder werden Kosten auf die Pflegeversicherung und Krankenversicherung abgewälzt, für die keine Beiträge gezahlt wurden. Diese müssten eigentlich von Bund und Ländern getragen werden. Die sogenannten versicherungsfremden Leistungen.
Zugang zur Pflege könnte erschwert werden
Nach bisher bekannt gewordenen Überlegungen könnten künftig strengere Maßstäbe bei der Begutachtung gelten. Höhere Schwellenwerte würden es vielen Menschen erschweren, überhaupt einen Pflegegrad zu erhalten.
Für Betroffene hätte das gravierende Folgen: Wer keinen oder einen niedrigeren Pflegegrad erhält, muss einen größeren Teil der Kosten selbst tragen oder notwendige Unterstützung einschränken.
Höhere Eigenanteile drohen
Auch bei den Zuschlägen für die vollstationäre Pflege sind Einschnitte im Gespräch. Diese Zuschläge wurden eingeführt, um Pflegebedürftige und ihre Familien vor finanzieller Überforderung zu schützen.
Werden diese Leistungen gekürzt oder verzögert, steigt die Gefahr, dass Pflegebedürftigkeit zunehmend zum Armutsrisiko wird.
Pflegende Angehörige sollen offenbar erneut belastet werden
Besonders kritisch ist die Diskussion über mögliche Kürzungen der Rentenansprüche für pflegende Angehörige.
Millionen Menschen kümmern sich täglich um Eltern, Partner oder andere nahestehende Personen. Sie vereinbaren Beruf und Pflege und übernehmen Aufgaben, die ansonsten professionelle Dienste leisten müssten.
Diese Menschen entlasten nicht nur ihre Familien, sondern das gesamte Pflegesystem. Dafür verdienen sie Anerkennung und Unterstützung – keine Verschlechterung ihrer späteren Altersversorgung.
Das eigentliche Problem: versicherungsfremde Leistungen
Die finanzielle Schieflage der Sozialversicherungen hat auch damit zu tun, dass sie immer wieder für Aufgaben herangezogen wird, die eigentlich aus Steuermitteln finanziert werden müssten. Dazu gehören beispielsweise:
* Kosten aus der Corona-Pandemie,
* Ausbildungs- und Investitionskosten in Pflegeeinrichtungen,
* gesamtgesellschaftliche Aufgaben,
* Leistungen, die Bund und Länder übernehmen müssten.
Statt diese Ausgaben sachgerecht zu finanzieren, werden sie häufig der Pflegeversicherung aufgebürdet – und am Ende zahlen Versicherte, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die Zeche.
Im Umkehrschluss bedeutet das, die Beiträge der Pflichtversicherten zur Pflegeversicherung werden durch den Staat zweckentfremdet und den Beitragszahlern vorenthalten.
Reformen dürfen nicht auf dem Rücken der Schwächsten stattfinden.
Fazit
Eine echte Reform der Pflegeversicherung muss mehr leisten als bloße
Sparmaßnahmen. Sie muss die Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben neu ordnen und dafür sorgen, dass Pflegebedürftige und ihre Familien nicht immer weiter belastet werden.
Wer sein Leben lang Beiträge gezahlt hat und im Alter oder bei Krankheit auf Hilfe angewiesen ist, darf nicht zum Sparobjekt werden. Und wer Angehörige pflegt, verdient Respekt und Unterstützung – nicht schlechtere Rentenansprüche.
Frau Nina Warken, sie als CDU-Gesundheitsministerin der Bundesrepublik Deutschland sollten wissen, dass die Pflege keine private Angelegenheit weniger Menschen ist. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb müssen auch die Kosten gerecht verteilt werden – und nicht immer wieder bei denjenigen landen, die ohnehin schon die größten Lasten tragen.
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Am 6. Sept. 2026 ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Es wird entsprechend der Wahlvorhersagen, wahrscheinlich die erste rechtsextrem dominierte Landesregierung seit 1945 geben.
Die AfD an der Macht wäre für viele Beobachter der größte anzunehmende Unfall. Seit dem Ende der Umfragen sehen die Partei in Sachsen-Anhalt bei rund 42 Prozent. Drei Monate vor der Wahl würde ihr im Magdeburger Landtag damit nur noch ein Sitz zur absoluten Mehrheit fehlen.
Kritiker warnen davor, dass die AfD Sachsen-Anhalt den Staatsapparat im Sinne der Partei umbauen und Schlüsselpositionen mit parteinahen Personen besetzen könnte. Solche Entwicklungen wecken bei vielen Erinnerungen an die Aushöhlung demokratischer Strukturen während der Endphase der Weimarer Republik.
Fazit
Jede Demokratin und jeder Demokrat hat in einem freien und demokratischen System die Möglichkeit, sich zu wehren. Dazu gehört vor allem, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen und seine Stimme einer demokratischen Partei zu geben.
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