Samstag, 27. Juni 2026
Ein Gesetz von 1879

Es handelt sich bei dem folgenden Thema um einen Bericht (Bergedorfer Zeitung, 27. Juni 2026) von Christian Unger:
Kann die AfD, durch ein Gesetz von 1879 die Justiz beeinflussen?
Hier kommt die Angst, vor dem Missbrauch der Demokratie, ins Spiel.
Beamte sind gegenüber ihren Vorgesetzten weisungsgebunden und könnten im schlimmsten Fall, für bestimmte, politische Vorhaben, instrumentalisiert werden.

Worum geht’s?
1879, kurz nach der Reichsgründung, hat Deutschland seine Justiz vereinheitlicht. Dabei wurde auch festgelegt: Staatsanwaltschaften sind “weisungsgebunden”. Das heißt im Klartext, auf die heutige Situation bezogen, ein Justizminister - z.B. von der AfD - kann Staatsanwälten Anweisungen geben - Ermittlungen zu stoppen, zu beschleunigen und in eine bestimmte Richtung zu lenken.
Das Gesetz ist über 140 Jahre alt und und kann bis heute fast unverändert angewendet werden.
In der Praxis passiert das so gut wie nie. Kein Minister will sich die Finger verbrennen, indem er offensichtlich in ein Verfahren eingreift. Aber die Möglichkeit besteht. Das macht gerade aktuell - vielen Demokraten - Angst und Sorgen.

Warum jetzt die Aufregung?
Ein kurzer Blick auf den Kalender: Im September wird in Sachsen-Anhalt gewählt, und die AfD hat reelle Chancen auf eine Regierungsbeteiligung, vielleicht sogar auf eine Alleinregierung. Und damit auch auf den Posten der Justizministerin oder des Justizministers, mit Weisungsbefugnis gegenüber der Staatsanwaltschaft.
Der Deutsche Richterbund schlägt deshalb Alarm. Geschäftsführer Sven Rebehn warnt sinngemäß: Wenn rechtspopulistische Parteien an Einfluss gewinnen, dürfe es keine offenen Türen für politischen Missbrauch der Strafverfolgung geben. Seine Forderung: Das Weisungsrecht sollte abgeschafft werden - und zwar bevor es zu spät ist.

Pikant dabei ist,
die AfD selbst hat 2019 einen ganz ähnlichen Vorschlag gemacht - einen Entwurf zur “Entpolitisierung der Justiz”, der ebenfalls die Abschaffung des Weisungsrechts forderte. Fand damals keine Mehrheit. Heute klingt die Forderung in ihrem Mund aber anders, wenn man bedenkt, wer davon profitieren könnte.
Der Blick ins Ausland macht es nicht entspannter.
Wer vor Machtmissbrauch in der Justiz warnt, zeigt gerne auf andere Länder:
* Polen, wo die frühere, rechtsgerichtete Regierung mit neuen Gesetzen, unliebsame Richter unter Druck gesetzt hat
* Ungarn, wo Viktor Orbán die Justiz durch Verfassungsänderungen stärker an die Regierung gebunden hat.
* USA, wo Donald Trump sich offene Machtkämpfe mit Gerichten liefert.

Ist Deutschlands Justiz schon betroffen?
Nicht in dem Ausmaß wie in den genannten Ländern — aber ganz frei von politischer Einflussnahme ist sie auch nicht. Hinter den Kulissen erzählen Staatsanwälte und Polizeibeamte von Fällen, in denen wichtige Posten nach Parteifarbe besetzt wurden, oder Ermittlungen auf politischen Druck hin beschleunigt wurden.
Noch deutlicher wird’s beim Europäischen Gerichtshof: Der hat Deutschland für genau dieses Weisungsrecht gerügt. Die Konsequenz ist konkret spürbar — deutsche Staatsanwälte dürfen wegen mangelnder Unabhängigkeit keine europäischen Haftbefehle mehr ausstellen. Das übernehmen jetzt die Gerichte.

Und was macht die Politik?
Hier wird’s typisch deutsch-kompliziert. NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) plädiert für ein “Weisungsrecht light”: Staatsanwälte sollen mehr Autonomie bekommen, aber der Minister behält im Notfall noch einen letzten Hebel.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) ist zurückhaltender. Sie sieht verfassungsrechtliche Bedenken gegen eine komplette Abschaffung und setzt eher auf mehr Transparenz — zum Beispiel, dass Weisungen schriftlich dokumentiert werden müssen.
Ihr Vorgänger Marco Buschmann hatte schon einen Reformentwurf in der Schublade. Der kam aber nie durch, weil die Ampelkoalition vorher zerbrach. Die jetzige Merz-Regierung hat dazu nichts Verbindliches im Koalitionsvertrag stehen — man “schaue sich den Entwurf nochmal an”, heißt es vage aus dem Ministerium.

Fazit
Es ist eine dieser Situationen, in denen ein Gesetz aus dem Kaiserreich plötzlich hochaktuell wird, weil sich die politische Landschaft verändert. Die Frage ist nicht, ob das Weisungsrecht heute missbraucht wird - sondern ob es das Werkzeug dafür liefern könnte, falls sich die Machtverhältnisse verschieben. Und solange das offen bleibt, wird die Debatte nicht verschwinden.
Das Muster ist immer ähnlich: Wenn die Gewaltenteilung zwischen Regierung und Justiz aufweicht, wächst der politische Zugriff auf Ermittlungen und Urteile.

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Sonntag, 21. Juni 2026
Wahlumfragen

Aktuelle Sonntags-Umfrage
Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, gruselt es jeden aufrichtigen Demokraten, wenn er die Vorhersagen der Umfrageergebnisse, der AfD, zur nächsten Bundestagswahl sieht. Diese wird von allen Institutionen als stärkste Kraft geführt.

Einfache Antworten werden attraktiv – selbst dann, wenn die vorgeschlagenen Lösungen komplexe Probleme nicht wirklich lösen oder neue Probleme schaffen.
Die aktuelle Zustimmung zur AfD ist weniger mit einem einzigen Thema erklärbar, als mit einer Mischung aus:
* wirtschaftlicher Unsicherheit
* Vertrauensverlust in Institutionen
* gesellschaftlicher Polarisierung
* medialer Zuspitzung
* Fehler der etablierten Parteien
Dass viele Menschen die Entwicklung und Zustimmung zur AfD schwer verständlich finden, ist nachvollziehbar. Gerade weil Deutschland historisch und hautnah erlebt hat, wohin Nationalismus, Ausgrenzung und demokratiefeindliche Entwicklungen führen können.

Fazit
Die Menschen haben anscheinend vergessen, was Adolf Hitler, die NSDAP und der Faschismus und bewirkt haben.
Kritiker der AfD weisen seit Jahren darauf hin, dass Teile ihres Programms besonders Menschen mit niedrigen oder mittleren Einkommen treffen könnten.
Es wäre deswegen sinnvoll, in den Medien, die folgenden Fakten des AfD-Programms entsprechend zu thematisieren:
* Kürzungen oder Umbauten des Sozialstaats
* Schwächung solidarischer Sicherungssysteme
* Marktradikale Wirtschaftspositionen
* Steuerpolitische Vorteile für höhere Einkommen

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Die Umfragewerte der AfD machen Angst

Der Erfolg der AfD ist mehr als nur ein aktuelles Stimmungsbild. Wenn eine rechtsextreme Partei besonders unter jungen Männern so eine große Zustimmung gewinnt und junge Menschen - über die sozialen Medien - zunehmend die politische Meinungsbildung prägen, dann handelt es sich nicht mehr nur um ein demographisches Phänomen. Es ist eine gesellschaftliche Herausforderung.
Viele Wählerinnen und Wähler treffen ihre Entscheidung nicht nach gründlicher Lektüre von Parteiprogrammen, sondern aus Enttäuschung über die aktuelle Politik. Von dieser Unzufriedenheit profitiert die AfD mit einfachen Antworten auf komplexe Probleme und mit Botschaften, die sich in sozialen Netzwerken schnell verbreiten.
Dabei bleibt häufig unbeachtet, welche Folgen zahlreiche Forderungen der Partei für Wirtschaft, Sozialstaat und Deutschlands internationale Stellung hätten. Gerade darin liegt ein bemerkenswerter Widerspruch: Aus Frust über die Gegenwart unterstützen manche Menschen eine Politik, deren langfristige Konsequenzen ihren eigenen Interessen sogar entgegenstehen könnten.
Der wachsende Zuspruch für die AfD sollte deshalb nicht nur als Ausdruck von Protest verstanden werden. Er wirft auch die Frage auf, wie politische Bildung, unabhängige Medien und demokratische Institutionen Menschen wieder stärker für faktenbasierte Debatten und langfristige gesellschaftliche Interessen gewinnen können.

Fazit
Demokratie lebt nicht allein von Wahlen. Sie lebt auch davon, dass politische Entscheidungen auf Grundlage von Informationen, Verantwortung und einem Bewusstsein für die Folgen getroffen werden.

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Samstag, 20. Juni 2026
Björn Höcke - Verharmlosung der NS-Diktatur

Das Streben, einer erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad, ist das Lebensthema des AfD-Geschichtslehrers Björn Höcke.
Zwar leugnete Höcke (seit 2014 Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag) nie den Massenmord an den Juden, aber für ihn ist er nur eine unschöne Fußnote, in der sonst so glorreichen deutschen Geschichte oder “ein Vogelschiss der Geschichte“, wie sein Parteifreund Alexander Gauland behauptete.
Schon in seinem Buch „Nie zweimal in denselben Fluss" und seinen mutmaßlichen Frühwerken, die er wohl unter Pseudonym „Landolf Ladig" in NPD-Postillen schrieb, verharmlost Höcke das NS-Regime als gut gemeinte Antiglobalisierungsbewegung, die versuchte, die Krisen der Moderne in den Griff zu bekommen, aber leider dabei über das Ziel hinausschoss.
Mit seiner neuesten Aussage, der Holocaust sei „nicht im Namen der Deutschen" geschehen, ist aber auch für Höcke eine neue Stufe der Lüge und Geschichtsklitterung erreicht.
Er will die deutsche Verantwortung für den industriellen Massenmord ultimativ abstreifen. Der sei ja unter strengster Geheimhaltung passiert. Höcke spricht nach dem Motto:
„Wenn das der Führer wüsste!" Als hätten nicht Deutsche die Deportationen organisiert, sich am Gut der Ermordeten bereichert, Wachtürme besetzt und Gaskammern bedient.

Fazit
Über Gaulands „Vogelschiss" gab es 2018 einen Aufschrei in Politik und Zivilgesellschaft. Der Höcke von 2026, das ist die deprimierende Nachricht, kann solche Sprüche folgenlos äußern. Man muss diesem Mann zuhören und widersprechen, seine Botschaft als den Skandal brandmarken, die sie ist. Und verhindern, dass so ein Mensch und seine Gesinnungsgenoss*innen je eine Staatskanzlei besetzen.

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Donnerstag, 11. Juni 2026
Vertrauen und Politik

Update: Olympiabewerbung Hamburg
Die Mehrheit derjenigen, die ihre Stimme abgegeben haben, stimmten gegen eine Olympiade in Hamburg.
Demokratisches Vertrauen basiert auf Transparenz, Rechenschaft und überprüfbaren Erfolgen. Gerade bei milliardenschweren Großprojekten ist kritische Prüfung kein Hindernis, sondern eine Voraussetzung für verantwortungsvolles Handeln. Die Skepsis vieler Bürgerinnen und Bürger gegenüber Projekten wie Olympia in Hamburg ist häufig eine Folge früherer Erfahrungen mit Kostensteigerungen oder nicht erfüllten Erwartungen.
Öffentliche Verantwortung bedeutet jedoch auch, dass nicht alle individuellen Interessen zu hundert Prozent berücksichtigt werden können. Der Erwartungsdruck an Politikerinnen und Politiker ist hoch. Sie bewegen sich ständig im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen und werden den Erwartungen ihrer Wählerinnen und Wähler nur selten vollständig gerecht. Das begünstigt Politikverdrossenheit und trägt zum Vertrauensverlust in die Politik bei.
Politikerinnen und Politiker werden gewählt, um politische Entscheidungen zu treffen. Diese orientieren sich in erster Linie an den Programmen ihrer Parteien. Dass sie häufig für Entwicklungen verantwortlich gemacht werden, die sie nur teilweise beeinflussen können, gehört zur Realität demokratischer Politik.

Fazit
Wer politische Verantwortung übernimmt, weiß, dass eine mehrheitliche Zustimmung niemals garantiert ist. Auch die Akzeptanz demokratischer Entscheidungen, selbst wenn sie den eigenen Vorstellungen widersprechen, gehört zur Stärke einer lebendigen Demokratie. Positiv und konstruktiv mit unterschiedlichen Mehrheiten umzugehen, ist ein Ausdruck politischer und demokratischer Reife.

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Mittwoch, 10. Juni 2026
Sozialversicherung

Pflegeversicherung
Zahlen Betroffene und Angehörige am Ende die Rechnung?
Die Sozialversicherung insgesamt steht unter erheblichem finanziellen Druck. Doch statt die Ursachen ehrlich anzugehen, werden erneut Leistungskürzungen und höhere Belastungen für Pflegebedürftige und ihre Familien diskutiert.
Dabei gerät ein grundlegendes Problem aus dem Blick: Immer wieder werden Kosten auf die Pflegeversicherung und Krankenversicherung abgewälzt, für die keine Beiträge gezahlt wurden. Diese müssten eigentlich von Bund und Ländern getragen werden. Die sogenannten versicherungsfremden Leistungen.

Zugang zur Pflege könnte erschwert werden
Nach bisher bekannt gewordenen Überlegungen könnten künftig strengere Maßstäbe bei der Begutachtung gelten. Höhere Schwellenwerte würden es vielen Menschen erschweren, überhaupt einen Pflegegrad zu erhalten.
Für Betroffene hätte das gravierende Folgen: Wer keinen oder einen niedrigeren Pflegegrad erhält, muss einen größeren Teil der Kosten selbst tragen oder notwendige Unterstützung einschränken.

Höhere Eigenanteile drohen
Auch bei den Zuschlägen für die vollstationäre Pflege sind Einschnitte im Gespräch. Diese Zuschläge wurden eingeführt, um Pflegebedürftige und ihre Familien vor finanzieller Überforderung zu schützen.
Werden diese Leistungen gekürzt oder verzögert, steigt die Gefahr, dass Pflegebedürftigkeit zunehmend zum Armutsrisiko wird.

Pflegende Angehörige sollen offenbar erneut belastet werden
Besonders kritisch ist die Diskussion über mögliche Kürzungen der Rentenansprüche für pflegende Angehörige.
Millionen Menschen kümmern sich täglich um Eltern, Partner oder andere nahestehende Personen. Sie vereinbaren Beruf und Pflege und übernehmen Aufgaben, die ansonsten professionelle Dienste leisten müssten.
Diese Menschen entlasten nicht nur ihre Familien, sondern das gesamte Pflegesystem. Dafür verdienen sie Anerkennung und Unterstützung – keine Verschlechterung ihrer späteren Altersversorgung.

Das eigentliche Problem: versicherungsfremde Leistungen
Die finanzielle Schieflage der Sozialversicherungen hat auch damit zu tun, dass sie immer wieder für Aufgaben herangezogen wird, die eigentlich aus Steuermitteln finanziert werden müssten. Dazu gehören beispielsweise:
* Kosten aus der Corona-Pandemie,
* Ausbildungs- und Investitionskosten in Pflegeeinrichtungen,
* gesamtgesellschaftliche Aufgaben,
* Leistungen, die Bund und Länder übernehmen müssten.
Statt diese Ausgaben sachgerecht zu finanzieren, werden sie häufig der Pflegeversicherung aufgebürdet – und am Ende zahlen Versicherte, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die Zeche.
Im Umkehrschluss bedeutet das, die Beiträge der Pflichtversicherten zur Pflegeversicherung werden durch den Staat zweckentfremdet und den Beitragszahlern vorenthalten.
Reformen dürfen nicht auf dem Rücken der Schwächsten stattfinden.

Fazit
Eine echte Reform der Pflegeversicherung muss mehr leisten als bloße
Sparmaßnahmen.
Sie muss die Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben neu ordnen und dafür sorgen, dass Pflegebedürftige und ihre Familien nicht immer weiter belastet werden.
Wer sein Leben lang Beiträge gezahlt hat und im Alter oder bei Krankheit auf Hilfe angewiesen ist, darf nicht zum Sparobjekt werden. Und wer Angehörige pflegt, verdient Respekt und Unterstützung – nicht schlechtere Rentenansprüche.
Frau Nina Warken, sie als CDU-Gesundheitsministerin der Bundesrepublik Deutschland sollten wissen, dass die Pflege keine private Angelegenheit weniger Menschen ist. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb müssen auch die Kosten gerecht verteilt werden – und nicht immer wieder bei denjenigen landen, die ohnehin schon die größten Lasten tragen.

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Mittwoch, 3. Juni 2026
Wahl in Sachsen-Anhalt

Am 6. Sept. 2026 ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Es wird entsprechend der Wahlvorhersagen, wahrscheinlich die erste rechtsextrem dominierte Landesregierung seit 1945 geben.
Die AfD an der Macht wäre für viele Beobachter der größte anzunehmende Unfall. Seit dem Ende der Umfragen sehen die Partei in Sachsen-Anhalt bei rund 42 Prozent. Drei Monate vor der Wahl würde ihr im Magdeburger Landtag damit nur noch ein Sitz zur absoluten Mehrheit fehlen.
Kritiker warnen davor, dass die AfD Sachsen-Anhalt den Staatsapparat im Sinne der Partei umbauen und Schlüsselpositionen mit parteinahen Personen besetzen könnte. Solche Entwicklungen wecken bei vielen Erinnerungen an die Aushöhlung demokratischer Strukturen während der Endphase der Weimarer Republik.

Fazit
Jede Demokratin und jeder Demokrat hat in einem freien und demokratischen System die Möglichkeit, sich zu wehren. Dazu gehört vor allem, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen und seine Stimme einer demokratischen Partei zu geben.

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Samstag, 30. Mai 2026
USA

Wird Kritik an Trump mit Antiamerikanismus verwechselt?
Viele politikinteressierte Menschen sind der Meinung: Friedrich Merz schürte durch seine Aussagen Antiamerikanismus.
Wenn Merz sagt, dass er seinen Kindern derzeit wegen des „gesellschaftlichen Klimas“ von einer Ausbildung in den USA abraten würde, dann kritisiert er zunächst gesellschaftliche und politische Entwicklungen. Daraus folgt nicht automatisch eine Ablehnung der Amerikaner als Menschen.
Donald Trump wurde von rund 77 Millionen Menschen gewählt wurde und repräsentiert damit nicht die Mehrheit aller Amerikaner. Das ist Fakt, ebenso dass, das die republikanische Partei aktuell weitgehend hinter ihm steht. Viele seiner politischen Maßnahmen genießen zumindest innerhalb seiner Wählerschaft beträchtliche Unterstützung. Einfach zwischen Trump und den USA trennen, als hätten beide nichts miteinander zu tun, dient nicht der Sache.
Die wirtschaftliche Situation in den USA - unter Trump - verdient Beachtung:
* höheres Wirtschaftswachstum
* technologische Führungsrolle bei KI
* Spitzenuniversitäten
* größere Innovationskraft.
Den Stärken der USA, stehen aber auch deutliche Schwächen - im sozialen Bereich - gegenüber:
* höhere soziale Ungleichheit
* geringere soziale Absicherung
* hohe Studienkosten
* politische Polarisierung
Ob die USA für junge Menschen attraktiver sind als Deutschland, hängt daher stark davon ab, welche Kriterien man anlegt.
Die Demokratiefrage ist ein Thema, das sich in den USA jahrhundertelang nie gestellt hat. Allerdings gibt es aktuell auch ernsthafte Gegenargumente:
* Versuche politischer Einflussnahme auf Justiz und Behörden,
* Druck auf Universitäten und Medien,
* Ausweitung präsidialer Machtbefugnisse,
* Zweifel an Wahlergebnissen nach der Wahl 2020.
Viele Politikwissenschaftler sehen deshalb demokratische Risiken, ohne gleich von einer Diktatur zu sprechen. Der Artikel stellt diese Sorgen eher als Übertreibungen dar.

Fazit
* die NATO - speziell Deutschland braucht die USA
* Die USA sind mehr als Trump
* Nicht alle Amerikaner unterstützen Trump

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Donnerstag, 28. Mai 2026
EU-Beitritt

Wer EU-Mitglied werden möchte, muss in sechs Clustern und 35 Verhandlungskapiteln nachweisen, dass Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und andere Kriterien gelebt werden.
Auch die Wirtschaftskraft eines Landes muss ein gewisses Niveau erfüllen. Seit mehr als 20 Jahren versuchen die Westbalkan-Länder Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien über diesen Weg in die EU zu gelangen.
Die Gefahr wäre groß, dass sich ein Teil der Länder enttäuscht von Europa ab- und Russland zuwenden würde, wenn nun die Ukraine bevorzugt würde. Wenn im Rest der Welt über die komplizierten Prozesse der EU gespottet wird, ist vom „alten Europa“ die Rede.

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Mittwoch, 27. Mai 2026
AfD-Schock

Die Anpassung der Politik, der Bundesregierung - an den wachsenden rechten Druck - kann als eine Form vorauseilenden Gehorsams gegenüber „Der Alternative für Deutschland (AfD)“ verstanden werden.
Das bedeutet nicht, dass die Bundesregierung offen rechtsradikale Politik betreibt. Die Entwicklung zeigt sich subtiler: durch politische Entscheidungen und rhetorische Verschiebungen, die zunehmend den Deutungsmustern der AfD folgen.
Die AfD muss dafür nicht einmal regieren. Es reicht, dass sich etablierte Parteien immer stärker daran orientieren, wie Wähler*innen auf deren rechte Narrative reagieren. Dadurch entsteht ein gefährliches politisches Anreizsystem:
Wer laut genug autoritäre, nationalistische oder ausgrenzende Forderungen formuliert, verschiebt Schritt für Schritt die Grenzen des politisch Denkbaren.
Während rechte Empörung unmittelbare politische Wirkung entfaltet, gelten soziale, demokratische oder menschenrechtliche Anliegen plötzlich als zu woke, nicht vermittelbar oder als Luxusprobleme.
Die Folge ist nicht nur die Anpassung einzelner Maßnahmen – etwa in der Migrationspolitik, bei der Kulturförderung oder im Umgang mit demokratischen Projekten. Es verschiebt sich das gesamte politische und soziale Koordinatensystem.
Besonders problematisch ist dabei das rhetorische Muster, rechte Positionen teilweise übernehmen zu müssen, um „Schlimmeres zu verhindern“. Denn genau dadurch wird oft normalisiert, was ursprünglich bekämpft werden sollte.
Die eigentliche Gefahr besteht deshalb nicht allein im Erfolg der AfD selbst, sondern darin, dass demokratische Parteien beginnen, zentrale Elemente des AfD-Denkens zu übernehmen – und damit die politische Mitte nach rechts verschieben

Fazit
Historisch ist das kein neues Phänomen. In vielen Demokratien haben aufstrebende, konservative oder rechte Parteien - wie aktuell die AfD - versucht, durch autoritäre oder nationalistische Themen Wähler*innen zu überzeugen, ihre Partei zu wählen.
Häufig führte das dazu, dass sich der politische Diskurs insgesamt nach rechts verschob. Fakt ist, unter den der Demokratie zugewandten Unzufriedenen sind Wähler*innen der AfD (noch) eine Minderheit. Auch wenn die Partei aktuell, hohe Zustimmung hat.
Es ist immer die Unzufriedenheit der Wähler*innen, um die sich die darauffolgenden politischen Entscheidungen, der demokratischen Parteien - oft zu spät, zum Vorteil der AfD zu bewegen.
Die Partei dient anscheinend vielen Wähler*innen als Widerstand: gegen die da oben.
Dass rechtsorientierte Parteien und Politiker*innen ihre Versprechen eigentlich nie gehalten haben, spielt dabei keine Rolle:
Ungarn gehört nach 16 Jahren Viktor Orbán zu den ärmsten und korruptesten Ländern in der EU.
Donald Trump, mit seiner Deal-Politik sagt: Die hohen Lebenshaltungskosten der US-Bürger interessieren ihn nicht.
Großbritannien steht wirtschaftlich schlechter da, als vor dem Brexit und konnte an der Zuwanderung durch den EU-Austritt kaum etwas ändern.

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