Dienstag, 27. Oktober 2026
Wenn die Jungen auf die Straße gehen

Was sie erwartet
Die Proteste in Europa haben unterschiedliche Auslöser und sind keine einheitliche Bewegung. Sie zeigen aber, wie sehr Bildung, Wohnungsnot und Geldsorgen junge Menschen beschäftigen. Die meisten Demonstrierenden bleiben friedlich, doch Gewalt droht ihre Anliegen zu überlagern.
Am 31. Oktober sind erstmals auch in deutschen Städten Demonstrationen angekündigt. Die Jugendlichen fordern bessere Schulen mit mehr Lehrkräften, kleineren Klassen und besserer Ausstattung. Sie wollen bezahlbare Lebenshaltungskosten, lehnen eine Wehrpflicht ab und wollen bei Entscheidungen über ihre Zukunft gehört werden. Die Initiatoren betonen, dass sie Gewalt klar ablehnen.
Ob die Proteste weiter wachsen, hängt auch von den Antworten der Regierungen ab. Am Ende wird sich zeigen, ob die Politik den jungen Menschen zuhört, bevor aus friedlichem Protest Frust und aus Frust Eskalation wird.
Ich bin Jahrgang 1943 und habe in meinem Leben viele Proteste kommen und gehen sehen. Aufgewachsen in St. Pauli, weiß ich: Wer laut wird, hat meist einen Grund. Wenn jetzt in halb Europa junge Menschen auf die Straße gehen, lohnt es sich, hinzuhören.
Und Die Auslöser sind verschieden, eine einheitliche Bewegung ist das nicht. Aber ob Schule, Miete oder leerer Geldbeutel: Die Sorgen der Jungen ähneln sich. Sie wollen bessere Schulen, mehr Lehrer, kleinere Klassen. Sie wollen sich das Leben leisten können, sie wollen keine Wehrpflicht, und sie wollen mitreden, wenn über ihre Zukunft entschieden wird. Das ist nicht zu viel verlangt.
Die meisten bleiben friedlich, und die Initiatoren in Deutschland sagen ausdrücklich Nein zu Gewalt. Das ist klug, denn Randale überlagert jedes Anliegen, wie die Bilder aus Frankreich zeigen.
Am 31. Oktober gehen die Jungen nun auch in deutschen Städten auf die Straße. Ob daraus mehr wird, liegt nicht nur an ihnen, sondern an den Antworten der Regierenden. Ich hoffe, die Politik hört zu, bevor aus friedlichem Protest Frust und aus Frust Eskalation wird.

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