Montag, 26. Oktober 2026
Alice Weidel - Spendenaffäre

Kernaussage
Aus dem AfD-Datenleck von Anfang Oktober 2026 sollen E-Mails stammen, die Alice Weidels frühere Darstellung der Schweizer Spenden von 2017 infrage stellen. Mehrere Medien (ZDF, Spiegel, Hamburger Abendblatt/Bergedorfer Zeitung, WDR, NDR) berichten aktuell darüber, bewiesen ist damit noch nichts.

Hintergrund der Affäre
✅ Zwischen Juli und September 2017 sollen 18 Überweisungen, meist über 9.000 Schweizer Franken, auf das Konto des AfD-Kreisverbands Bodensee geflossen sein. Das Geld kam von einer Schweizer Pharmafirma und trug den Vermerk „Wahlkampfspende Alice Weidel“.
✅ Weil die Zahlungen aus dem Nicht-EU-Ausland kamen, wurden sie als illegal eingestuft. Das Geld wurde im Frühjahr 2018 zurückgezahlt.
✅ Die Bundestagsverwaltung verhängte gegen die AfD eine Strafzahlung von rund 396.000 Euro, und das Berliner Verwaltungsgericht wies die Klage der AfD dagegen ab. Die Ermittlungen gegen Weidel selbst wurden eingestellt.
✅ Weidel erklärte 2018, die Spende sei nicht an ihre Person gegangen. Laut Artikel sagte sie außerdem, sie habe erst nachträglich davon erfahren.

Was neu ist
✅ Eine E-Mail vom Juli 2017 von Weidels Account soll sagen, ihr seien Spenden für ihren Social-Media-Wahlkampf angekündigt worden. Sie soll darin die Schatzmeisterin gebeten haben, das Konto zweimal pro Woche auf Eingänge zu prüfen. In einer weiteren Mail soll es heißen, ein Mitarbeiter werde die Spenden ausschließlich für Facebook-Werbung verwenden.
✅ Das legt nahe, dass sie früher von den Spenden wusste, als sie öffentlich sagte.

Wie das einzuordnen ist
✅ Die AfD kommentiert die Inhalte nicht und verweist darauf, dass die Daten illegal kopiert wurden. Ob die Mails echt sind, bestätigt sie nicht.
✅ Weidels Sprecher sagt, sie nehme keine ihrer Aussagen zurück. Sie habe weder konkrete Summen erwartet noch gewusst, ob tatsächlich jemand spenden würde.
✅ Betroffen vom Leck sind auch Konten von Gauland und Holm sowie Funktionsadressen. Es geht um rund 280 GB und etwa 400.000 E-Mails, die noch von Redaktionen ausgewertet werden.

Fazit
Der Artikel selbst sagt also nur, dass die Mails Fragen aufwerfen. Ob Weidel die Öffentlichkeit tatsächlich falsch informiert hat, ist offen.

Quelle: Bergedorfer Zeitung, 26. Oktober 2026 - Artikel: Wusste Weidel mehr als sie zugibt?

... comment