Wer AfD wählt, sollte wissen, was er wählt
und Sie/Er sollte sich vor der Wahl eine ganz einfache Frage stellen: Was genau unterstütze ich eigentlich mit meiner Stimme?
Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl geht es natürlich um Mieten, Wohnungsbau, Bildung, Verkehr und Sicherheit. Es geht darum, wer künftig in Berlin politische Verantwortung übernimmt und welche politischen Entscheidungen getroffen werden.
Aber es geht auch um eine andere Frage: Wie stark soll die AfD im Berliner Parlament werden?
Aktuelle Umfragen sehen die AfD bei etwa 17 bis 18 Prozent. Damit ist sie ein gewichtiger Faktor im Berliner Parteiensystem.
Umso wichtiger ist es, genauer hinzusehen. Denn eine Stimme für eine Partei ist mehr als ein Denkzettel für die anderen. Sie stärkt deren politische Positionen – und kann ihnen Einfluss und parlamentarische Macht verschaffen.
Das gilt natürlich nicht nur für die AfD. Wer eine Partei wählt, sollte sich mit deren Programm, ihren Forderungen und ihrem politischen Handeln auseinandersetzen. Protest ist ein legitimer Grund, unzufrieden zu sein. Aber Protest allein beantwortet noch nicht die Frage, was danach kommen soll. Gerade bei der AfD lohnt deshalb ein Blick hinter die Parolen.
Wer sie wählt, sollte sich nicht nur fragen
Wogegen bin ich? Sondern vor allem:
Wofür gebe ich dieser Partei meine Stimme? Welche Politik würde ich damit unterstützen? Welche Veränderungen wären die mögliche Folge? Und könnte ich diese Konsequenzen auch dann noch vertreten, wenn sie mich selbst betreffen?
Das ist keine Frage, die nur AfD-Wählerinnen und AfD-Wähler beantworten müssen. Auch demokratische Parteien und ihre Wählerinnen und Wähler müssen sich fragen, welche Politik sie wollen. Nichtwählen, taktisches Wählen und die Aufteilung der Stimmen verändern ebenfalls die Kräfteverhältnisse im Parlament.
Deshalb sollte die Berliner Wahl nicht auf ein schlichtes „für oder gegen die AfD“ reduziert werden.
Aber sie sollte Anlass sein, genauer hinzusehen.
Denn Demokratie besteht nicht nur darin, einen Wahlzettel in die Urne zu werfen. Demokratie bedeutet auch, sich darüber klar zu werden, welche politische Richtung man damit stärkt.
Eine Wahlstimme ist kein Wutausbruch für fünf Jahre. Sie ist auch kein harmloser Protestzettel.
Fazit
Wer AfD wählt, sollte deshalb nicht nur wissen, worüber er sich ärgert. Er sollte wissen, was er damit wählt.
Und wer Demokratie erhalten will, sollte sich bei seiner Wahlentscheidung daran erinnern, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist.
Nie wieder Politik, die aus Ausgrenzung, Nationalismus und der Abwertung anderer Menschen ihre Stärke zieht.
... comment