Kernpositionen
Die AfD positioniert sich wirtschaftspolitisch als Partei des freien Marktes mit starkem Deregulierungs- und Entlastungsanspruch - Siehe folgende Maßnahmen.
✅ Senkung von Steuern und Abgaben (Stromsteuer, Lohn-/Einkommensteuer, Körperschaftsteuer)
✅ Massiver Bürokratieabbau, und automatisches Auslaufen von Gesetzen nach zehn Jahren, wenn nicht neu begründet.
✅ Die AfD bekennt sich zum freien Markt und der Staat soll so wenig eingreifen wie möglich, mit Bürokratieabbau als Mittel, die Wirtschaft in Schwung zu bringen
✅ Rückkehr zu günstiger Energie, teils inklusive russischem Gas
✅ Fachkräftemangel durch inländische statt Zuwanderungspolitik lösen
✅ Auch ein EU-Austritt Deutschlands wird diskutiert
Kritik von Ökonomen
Das Programm wird von Wirtschaftswissenschaftlern kontrovers bewertet.
✅ Der Ökonom Knut Bergmann vom Institut der deutschen Wirtschaft bezeichnet es gegenüber der NZZ als eine Ansammlung wirtschaftspolitischen Giftes und räumt zwar einzelne sinnvolle Punkte ein, hält das Programm in der Gesamtschau aber für widersprüchlich, inkonsistent und wirtschaftlich schädlich — im Kern stünden massiv sinkenden Einnahmen massiv steigende Ausgaben gegenüber.
Klare Distanzierung der Verbände
BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner erklärte im Juli 2026, dass die AfD keine Wirtschaftspartei sei und alles, was bisher zu lesen sei, nicht auf Wirtschaftswachstum oder Investitionen einzahle — im Gegenteil würden eher neue Unsicherheiten für Investitionen entstehen.
✅ Mit Blick auf das AfD-Regierungsprogramm in Sachsen-Anhalt kritisierte sie etwa die geplante Aufhebung der Schulpflicht und betonte, wichtig für die Wirtschaft seien handlungsfähige Regierungen auf Basis der demokratischen Grundordnung.
✅ Eine Studie auf Basis von Befragungen von Hauptgeschäftsführern führender Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände beschreibt dies als eine Strategie der Ausgrenzung: Die organisierte Wirtschaft sieht kaum programmatische Überschneidungen und bewertet die AfD primär als politisches, aber auch ökonomisches Standortrisiko.
Konkrete Problemfelder aus IW-Sicht
Das Institut der deutschen Wirtschaft benennt mehrere wirtschaftliche Risiken des AfD-Erstarkens:
✅ Schwierigkeiten, internationale Fachkräfte für Regionen mit starker AfD-Präsenz zu gewinnen, obwohl die deutsche Wirtschaft in hohem Maße auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen ist
✅ Ein grundlegender Widerspruch zur ökologischen Transformation, da die Partei die Energiewende ablehnt und den Klimawandel relativiert
✅ Kaum tragfähige finanzpolitische Vorschläge, da Steuersenkungen steigenden Ausgaben etwa in der Rentenpolitik gegenüberstehen
Historischer Kontext
Bereits BDI-Präsident Russwurm warnte Ende 2023, die AfD sei schädlich für die Zukunft aller.
Insgesamt zeigt sich also eine klare Kluft: Während die AfD in Umfragen wirtschaftspolitisches Vertrauen gewinnt, lehnt die organisierte Wirtschaft — BDI, IW und weitere Verbände — die Partei programmatisch und als Standortrisiko ab.
... comment