Sonntag, 30. August 2026
Roboter im Haushalt

Schöner Traum
Die zweibeinigen Gesellen müssen noch viel lernen, damit sie Menschen ersetzen können.
Der Mensch ist dem lang gehegten Wunsch, ein künstliches Ebenbild seiner selbst zu erschaffen, so nahe wie noch nie. Der Traum, für manche ein Fiebertraum, ist immerhin schon so real geworden, dass menschenähnliche Roboter den 100-Meter-Sprint nun schneller bewältigen als der menschliche Rekordhalter Usain Bolt.

Sie tanzen, schlagen Salti,
tragen Lasten umher und können noch manches mehr. Was sie aber noch nicht sind: Universalgeräte, die man auf normale Menschen loslassen kann. Auch wenn sie etwa in Fabriken bei einzelnen Aufgaben Menschen bereits nutzbringend zur Seite stehen, müssen sie erst beweisen, dass sie über klar definierte Aufgaben in strukturierten Umgebungen hinaus tatsächlich einen Mehrwert schaffen können. Wer jetzt schon davon träumt, die Reinigungskraft durch einen humanoiden Roboter zu ersetzen, unterschätzt bei Weitem, was eine menschliche Fachkraft ausmacht. Bis dahin ist noch ein weiter Weg.
Drei Bereiche sind es vor allem, in denen Humanoide Defizite haben.
Erstens Nicht nur die Erfahrung, sondern auch die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und logische Schlüsse daraus zu ziehen.
Zweitens
Maschinen nehmen ihre Umwelt völlig anders wahr als ein Mensch. Was für Menschen klar erkennbar ist, stellt für sie oft ein Problem dar.
Drittens
Haben humanoide Roboter nach heutigem Stand Probleme, sich unfallfrei zu bewegen.
Oft genug stolpern sie herum, zappeln plötzlich wie wild. Die Weltrekord-Sprinter unter ihnen können zwar schnell laufen, tun sich aber sonst schwer.
In Fabriken, wo es in der Regel geordnet zugeht, lassen sich Mängel wie diese eingrenzen. Anders sieht es in der freien Wildbahn aus, etwa in einem Haushalt mit Kindern und womöglich einem Haustier. Für Menschen mag das mitunter chaotisch wirken – für einen Roboter und dessen Wahrnehmungssystem ist es blankes Chaos.

Europa sollte sich bei der Robotik nicht erneut abhängen lassen
Nach einer Umfrage eines Digital-Branchenverbands kann sich rund die Hälfte der Bevölkerung vorstellen, einen humanoiden Roboter im eigenen Haushalt zu nutzen. Dass humanoide Roboter, besonders zweibeinige, in den nächsten Jahren in Haushalten wirklich nützlich sein können, ist aus heutiger Sicht eher ein verwegener Gedanke. Und das nicht nur wegen des Preises, der bei mindestens einigen Zehntausend Euro pro Stück liegt. Die Zweibeiner werden mittelfristig eher begrenzte Aufgaben etwa in der Krankenhauslogistik oder in der Fertigung übernehmen.

Die Videos, bei denen Roboter,
an den für Menschen einfachsten Dingen scheitern, sollten aber nicht täuschen. Künstliche Intelligenz in die physische Welt zu bringen, ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Und es ist eines, bei dem Deutschland und Europa noch Chancen haben, mitzuhalten – etwa gegenüber China. Gerade Deutschland gehört weltweit zu den Besten darin, komplexe Maschinen zu entwickeln und zu bauen.

Fazit
Auch was KI-Fähigkeiten anbelangt, gibt es in Europa genug Experten. Es fehlen nur oft der Mut und vor allem das Kapital, um mithalten zu können mit dem staatlich geförderten China und der US-Investorenlandschaft, in der Start-ups im Vergleich zu Europa ein Vielfaches an Risikokapital erhalten.

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