Nicht die folgend aufgeführten Punkte zum Generationenkonflikt zwischen Alt und Jung sind entscheidend, sondern die Diskrepanz zwischen Arm und Reich!
Einige der u.a. Argumente beruhen auf realen Problemen, andere sind umstritten oder stark zugespitzt. Was daran zutrifft, ist: Der demografische Wandel ist ein ernstes Problem, da Deutschland altert.
Immer weniger Erwerbstätige finanzieren immer mehr Rentner. Das belastet:
* Rentenversicherung
* Kranken- und Pflegeversicherung
* öffentliche Haushalte
Diese Entwicklung ist unstrittig, genauso wie einige rentenpolitische Entscheidungen und Maßnahmen teuer sind. Dazu gehören:
* die Mütterrente
* die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte, kosten Milliarden und werden von vielen Ökonomen kritisiert, weil sie zusätzliche Ausgaben verursachen und teilweise Menschen früher aus dem Arbeitsmarkt herausführen.
Junge Generationen werden stärker belastet
und müssen voraussichtlich:
* höhere Beiträge zahlen
* länger arbeiten
* privat vorsorgen
* mit höheren Staatsschulden umgehen
Der Begriff „Generationengerechtigkeit“ ist deshalb ein berechtigtes Thema.
Tyrannei der Alten ?
Das ist eine polemische Zuspitzung. Ältere Menschen bilden keine geschlossene Interessengruppe.
Viele Rentner:
* beziehen niedrige Renten
* unterstützen Kinder und Enkel finanziell
* leisten Pflegearbeit
* engagieren sich ehrenamtlich
Der Gegensatz „Alt gegen Jung“ vereinfacht die Wirklichkeit erheblich.
Der Konflikt zwischen Arm und Reich verschwindet nicht
Die Vermögensverteilung in Deutschland ist sehr ungleich. Ein wohlhabender Rentner und eine Rentnerin mit Grundsicherung haben völlig unterschiedliche Lebenslagen. Ebenso haben:
* ein gutverdienender junger Akademiker
* eine junge Verkäuferin oder Alleinerziehende
nicht dieselben Interessen
Viele Sozialwissenschaftler sehen deshalb den eigentlichen Gegensatz eher zwischen:
* Vermögenden und Nichtvermögenden
* hohen und niedrigen Einkommen
und nicht primär zwischen den Generationen
Die Babyboomer sind nicht alle Gewinner
Zwar profitierten viele vom wirtschaftlichen Aufstieg nach dem Krieg, aber:
* Ostdeutsche
* Geringverdiener
* Frauen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien
gehören keineswegs zur „bestversorgten Rentnergeneration der Geschichte“.
Umstritten ist auch die Steueridee
* Einkommensteuern zu senken
* dafür die Mehrwertsteuer zu erhöhen
Das Problem:
Die Mehrwertsteuer belastet alle Konsumenten. Menschen mit niedrigen Einkommen geben einen größeren Teil ihres Einkommens für den täglichen Bedarf aus und werden deshalb relativ stärker getroffen.
Viele Ökonomen und Sozialverbände betrachten die Mehrwertsteuer deshalb als eher regressiv.
Gibt es tatsächlich einen Generationenkonflikt?
Ja, aber nicht in der Form „Jung gegen Alt“. Eher existiert ein Dreieck aus:
Demografie
* weniger Beitragszahler, mehr Rentner
Verteilungsfragen
* wer trägt welche Lasten?
Ungleicher Vermögensverteilung
* innerhalb jeder Generation
Deshalb argumentieren viele Wissenschaftler, dass der Konflikt eher lautet:
Vermögende gegen Nichtvermögende – innerhalb aller Altersgruppen.
Ein reicher 70-Jähriger und ein reicher 30-Jähriger haben häufig mehr gemeinsame Interessen als ein armer Rentner und ein wohlhabender Rentner.
Fazit
Es handelt sich hier um reales Problem. Die demografische Belastung - und die Frage der Generationengerechtigkeit.
Die Schlussfolgerung, Deutschland leide unter einer „Tyrannei der Alten“, ist jedoch eine bewusst zugespitzte Deutung.
Der Gegensatz „Alt gegen Jung“ erklärt die gesellschaftlichen Spannungen nur teilweise. Viele Ökonomen und Sozialforscher würden eher sagen:
Nicht der Konflikt zwischen den Generationen verdrängt die Realität. Sondern die ungleiche Behandlung, von Arm und Reich. Geringverdiener*innen und Rentner*innen müssen prozentual, teilweise mehr Sozialbeiträge abführen, wie Spitzenverdiener. Das nur, weil eine Beitragsbemessungsgrenze (ein Schutzzaun für Vermögende) die Hochverdiener schützt.
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