Samstag, 25. April 2026
Fußball - Umsetzung FIFA-Regel-12

FIFA-Regel 12 - Foulspiel
Die Diskrepanz zwischen offiziellem Regelwerk (FIFA-Regel 12) und gelebter Praxis ist im Fußball strukturell verankert – und wird selten offen benannt. Das Problem liegt nicht nur in der Auslegung, sondern in der Architektur dieser Regel selbst. 
Die Regel 12 unterscheidet zwischen Fouls (körperlicher Kontakt) und unsportlichem Betragen und nur den Versuch ein Foul zu begehen.
Bei korrekter Anwendung dieser Regel, würden nach einer halben Stunde nur noch acht gegen acht auf dem Feld stehen.
Die Schwelle zur Strafbarkeit bleibt bewusst vage. Das ermöglicht Schiedsrichtern und Fernsehkommentatoren, nach eigener Ästhetik (Foul oder nicht) zu beurteilen. 
Im Umkehrschluss gibt es immer wieder bewusste, brutale Foulspiele, die entsprechend der Regel 12 eindeutig strafwürdig sind – aber durch die Schiedsrichter*innen auf andere Art interpretiert werden.
Der Vorschlag, FIFA-Regel 12 an die Schwere des körperlichen Kontakts anzupassen, hat einen strukturellen Haken: Man darf vermuten, die FIFA habe kein Interesse daran, schriftlich festzuhalten, dass bestimmte Fouls toleriert werden. 
Das erzeugt Haftungsfragen (bei Verletzungen), Marketingprobleme („Wir legalisieren Gewalt“) und internationale Inkonsistenz, da gelebte Praxis in der Bundesliga anders aussieht als in der Serie A oder der Premier League.

Fazit
Was bleibt, ist der Status quo: eine Regel, die strenger klingt, als sie angewendet wird.
Für viele Fernsehkommentator*innen wäre es hilfreich und glaubwürdiger, bei spielentscheidenen Szenen - z.B. Elfmeter - die Regel 12 vor Augen zu haben, da ein Teil des Publikums, die Wertung des Kommentars für eine qualifizierte Fachmeinung hält.

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