Samstag, 4. April 2026
AfD

Es sind nicht nur die Stimmenanteile bei Wahlen, die erschrecken. Es ist das, wofür die AfD steht. Wenn sie Erfolge feiert, dann nicht trotz ihrer Radikalität – sondern oft gerade ihretwegen.
Eine Partei, die gezielt mit Angst, Ausgrenzung und Provokation arbeitet, erzielt Zustimmung, ohne tragfähige Lösungen für die komplexen Probleme unserer Zeit anzubieten. Das allein sollte zu denken geben. Gleichzeitig bemüht sich die AfD, sich als „ganz normale“ politische Kraft darzustellen. Doch dieser Anspruch hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Immer wieder fallen AfD-Funktionäre durch rassistische, nationalistische und demokratiefeindliche Aussagen auf. Teile der Partei werden vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft oder beobachtet. Das ist kein bloßer politischer Streitpunkt – das ist eine sicherheitsrelevante Bewertung.
Wer die AfD wählt oder ihre Erfolge relativiert, stärkt daher nicht einfach eine Oppositionspartei. Er trägt dazu bei, dass rechte Positionen an Einfluss gewinnen, die zentrale Prinzipien der Demokratie infrage stellen:
Die Gleichwertigkeit aller Menschen und den Schutz von Minderheiten und die Bindung politischer Macht an Recht und Gesetz.
Das Inszenieren von Wahlerfolgen gehört dabei zur Strategie der AfD. Stärke soll demonstriert werden, um Zustimmung zu erzeugen.

Was dabei oft übersehen wird
Mit jedem Prozentpunkt wächst nicht nur der Einfluss der Partei – es verschiebt sich auch die Grenze des Sagbaren. Genau diese schleichende Normalisierung ist die eigentliche Gefahr.
Es wird ausgeblendet, dass die AfD eine Partei ist, die bewusst auf Polarisierung setzt: gegen Minderheiten, gegen demokratische Institutionen und gegen eine offene Gesellschaft. Konflikte werden bewusst nicht gelöst, sondern verschärft – weil genau daraus politischer Gewinn gezogen wird.

Fazit
Demokratie geht über den Mehrheitsentscheid für eine bestimmte Partei hinaus. Sie lebt von Regeln, von Verantwortung und von gegenseitigem Respekt. Sie verlangt die Anerkennung von Fakten und die Bereitschaft zum Kompromiss.
Wer diese Grundlagen systematisch angreift, stellt sich nicht einfach „anders“ auf – er stellt sich gegen den demokratischen Konsens selbst.
Deshalb reicht es nicht, die Wahlergebnisse nur zur Kenntnis zu nehmen.
Man muss auch benennen und klar aufzeigen, dass ihr Abstimmungsverhalten, nicht dem entspricht was die Bürger*innen, die sie gewählt haben, erwarten.

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