Freitag, 6. März 2026
Illusion

Manche geben sich der Illusion hin, das iranische Regime werde – erschöpft von den unerbittlichen Bombardierungen, der USA und Israels – zu einem anderen Zeitpunkt zu Verhandlungen bereit sein und endgültig auf nukleare Ambitionen sowie regionale Machtansprüche verzichten.
Andere erwarten mit großer Zuversicht den Volksaufstand im Iran. Sie hoffen auf den Moment, in dem die Menschen nach Jahrzehnten der Unterdrückung das Regime selbst hinwegfegen.
Wieder andere setzen auf die Logik des langen Krieges. Ihre These: Ein Abnutzungskrieg kann selbst den entschlossensten Machtwillen brechen.
Doch es gibt noch ein viertes Szenario – dasjenige, das die Welt am meisten beunruhigt: die unkontrollierte Eskalation. In einer Region, die ohnehin von Spannungen durchzogen ist, kann eine einzige Fehlkalkulation genügen. Eine Rakete, die nur wenige Kilometer weiterfliegt als geplant, ein missverstandener Angriff, eine Reaktion, die außer Kontrolle gerät.
Dann verwandelt sich ein regionaler Konflikt in etwas sehr viel Größeres.

Fazit
Die Geschichte lehrt, dass Kriege selten so enden, wie ihre Befürworter es vorhersehen. Sie entwickeln ihre eigene Dynamik – und diese Dynamik folgt selten der Vernunft.
Wer glaubt, Gewalt lasse sich präzise dosieren und politisch kontrollieren, übersieht eine der ältesten Lektionen der Menschheit: Hat der Krieg einmal begonnen, entzieht er sich fast immer den Plänen derjenigen, die ihn begonnen haben.
Gerade deshalb ist die größte Gefahr nicht nur die militärische Eskalation selbst, sondern die Illusion, man könne die Gefahr jederzeit noch stoppen.
Fakt ist, die Ölindustrie nutzt diese Situation - mit einer nach oben offenen Preisspirale - gnadenlos aus.

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