Samstag, 28. Februar 2026
Super Reiche

Superreiche werden nicht nur reicher. Sie werden mächtiger. Wenn Geld die Demokratie frisst, beerdigt der Nationalismus die Demokratie.
Mit Milliardenvermögen kauft man keine Luxusgüter – man kauft sich Einfluss. Man finanziert Lobbyapparate, kontrolliert Medienbeteiligungen, stützt Wahlkämpfe, prägt Denkfabriken. Man entscheidet mit, welche Themen in den analogen und digitalen Medien dominieren und welche verschwinden.

Eine Stimme pro Person – so lautet das Ideal. Doch faktisch gilt immer öfter: Wer extrem reich ist, verfügt über strukturellen Dauerzugang zur Macht. Gesetze entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie entstehen in einem Lobbyumfeld, in dem wirtschaftliche Interessen systematisch privilegiert sind.

Während breite Teile der Bevölkerung mit steigenden Lebenshaltungskosten, unsicheren Arbeitsverhältnissen und sozialer Abstiegsangst kämpfen, wachsen Vermögen in historische Dimensionen. Öffentliche Infrastruktur zerfällt – private Reichtümer explodieren. Das ist kein Zufall. Es ist eine politische Entscheidung.
Und genau hier beginnt die gefährliche Dynamik.

Soziale Unsicherheit zerstört Vertrauen. Wenn Menschen das Gefühl haben, dass Politik nicht mehr für sie arbeitet, wenden sie sich ab – oder radikalisieren sich. In dieses Vakuum stoßen rechtsextreme Parteien. Sie präsentieren einfache Feindbilder statt komplexer Ursachen. Sie verschieben die Schuldfrage – weg von ökonomischer Machtkonzentration, hin zu Minderheiten, Migration, kulturellem Verfall.
Nationalismus liefert die emotionale Aufladung. Rassismus liefert den Sündenbock. Und am Ende steht immer dasselbe historische Muster:
Spaltung nach innen, Aggression nach außen.

Extrem konzentrierter Reichtum destabilisiert Demokratien.
Destabilisierte Demokratien sind anfällig für autoritäre Ideologien. Autoritäre Ideologien brauchen Feindbilder – und produzieren Konflikte.

Wer glaubt, soziale Ungleichheit sei nur eine ökonomische Frage, verkennt ihre politische Sprengkraft. Wenn demokratische Gleichheit systematisch unterlaufen wird, entsteht ein Machtvakuum – und dieses Vakuum füllen nicht solidarische Kräfte, sondern oft jene, die mit Ausgrenzung und Abschottung Politik machen.

Regierungen stehen deshalb an einem Scheideweg:
Entweder sie begrenzen die Macht extremer Vermögen,
oder sie erleben, wie Demokratie von innen ausgehöhlt wird.

Das bedeutet:
   •   große Vermögen wirksam besteuern,
   •   Steuerflucht konsequent unterbinden,
   •   Lobbyismus transparent machen und begrenzen,
   •   öffentliche Daseinsvorsorge stärken,
   •   Bildung, soziale Sicherheit und Klimaschutz als demokratische Grundpfeiler behandeln.

Demokratie ist kein Selbstläufer.
Sie überlebt nicht im Schatten extremer Ungleichheit.
Und sie zerbricht, wenn Nationalismus und Rassismus zur politischen Strategie werden.

Denn eines ist klar:
Wenn Geld regiert, verliert Demokratie.
Und wenn Demokratie verliert, gewinnen die Falschen.

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