Donnerstag, 5. Februar 2026
Sicherheit auf Bahnsteigen

Ein Überblick über internationale Sicherungsoptionen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr, mit Fokus auf Maßnahmen, die verhindern sollen, dass Menschen auf die Gleise fallen oder gestoßen werden.
Ein Thema, das aktuell, bei der Debatte um Sicherheit an Bahnsteigen in Deutschland stark nachgefragt wird (z. B. durch Überlegungen zu Sperren wie in Japan).

PDS:
Automatische Türen oder Barrieren (PDS = Platform Screen Doors = Bahnsteigtüren) entlang der Bahnsteigkante, die erst öffnen, wenn der Zug sicher steht. Sie verhindern, dass Personen die Gleise betreten.

Wo wird wie geschützt?
> Seoul Metro (Südkorea): U-Bahn-Stationen haben auf der Bahnsteigkante eine Glaswand. Deren Türen öffnen sich synchron mit den Zugtüren, sobald der Zug eingelaufen ist und am Bahnsteig steht. Das schützt vor Lärm, Staub und verhindert, dass bei Gedränge jemand zwischen Bahnsteig und Zug gerät.
> China (z. B. Guangzhou Metro): Viele Linien mit PSDs.
> Sydney Metro: Neue Linien meist mit vollständigen PSDs.
> Bangkok: PSDs auf vielen Stationen des Skytrain
> Japan (z. B. Osaka, Nagoya): Zahlreiche U-Bahn-Systeme nutzen halb- oder vollhöhen Barrieren;
> Nagoya erweitert gerade die Installation von Absperrungen.

Vorteile der Absperrungssysteme
Verhindern versehentliche Stürze und absichtliche Gleisbetretungen.
Reduziert Suizide/Homizide auf Schienen signifikant.
Bessere Klimatisierung und weniger Zugluft am Bahnsteig
Kontrollierter Ein-/Ausstieg verbessert Ablauf.

Nachteile/Probleme
Teuer in Bau und Wartung, besonders bei Nachrüstung älterer Stationen.
Tür-Zug-Synchronisation erforderlich – schwieriger bei vielen unterschiedlichen Zügen.

Alternative - halbhohe Barrieren und Geländer
Einfachere Sicherheitssysteme ohne automatische Türen; sie begrenzen den direkten Zugang zu den Schienen und dienen als visuelle/physische Barriere.

Technische Überwachung & Detektionssysteme
Zweck: Erkennen von Personen oder Gegenständen auf oder nahe den Gleisen und Auslösen von Warnungen oder Notstopps.

Technologien
> Videobasierte Erkennung und KI: Identifiziert Personen auf der Strecke, alarmiert Kontrollzentralen oder aktiviert Notbremsungen.
> LiDAR-Systeme: Erkennen Hindernisse zuverlässig und bei verschiedenen Wetterbedingungen (z. B. Seyond Rail-Lösungen).
> Notknöpfe/Notstopps: Am Bahnsteig zugänglich für Personal oder Passagiere zur sofortigen Unterbrechung des Zugverkehrs, falls jemand am Gleis gesichtet wird.
Solche Systeme ergänzen physische Barrieren, ersetzen sie aber nicht vollständig.

Schutzpersonal & Organisation
In einigen Ländern wird zusätzlich oder alternativ auf Bahnschutz- oder Sicherheitspersonal sowie Überwachungssysteme mit CCTV gesetzt – vor allem in stark frequentierten Knotenpunkten.

Ziele:
> Präsenz zur Prävention von Fehlverhalten
> Schnelle Alarmierung und Kontrolle bei Notfällen
> Begleitung großer Menschenmengen zu Stoßzeiten

Prävention und Nutzerverhalten
Viele Staaten ergänzen technische Maßnahmen durch Aufklärung und Präventionsprogramme, um die Risiken beim Bahnsteigverhalten zu reduzieren. Dazu gehören z. B. visuelle Warnlinien, akustische Ansagen und Sensibilisierungskampagnen.

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