Dienstag, 25. August 2020
Donald Trump

Unter dem Fokus, dass Trump sich immer als ein erfolgreicher Geschäftsmann sieht, stellt sich die Frage, was ist daran wahr. Das Märchen vom Tellerwäscher zum Millionär, ein amerikanisches Klischee, zieht bei ihm nicht. Dass es in Amerika jeder zum Millionär schaffen könne, hat Trump für seine Person instrumentalisiert, bis zum Gehtnichtmehr. Gerne erzählt er die Legende, er hat sein Imperium aus eigener Kraft aufgebaut, man muss nur hart genug arbeiten, dann kann es jeder schaffen. Mit der Realität hat es wenig zu tun. Schaut man sich die Donald Trump-Historie an, stellt man fest, seine Legende ist die Geburtsstunde der Fake-News.

Nach dem Studium stieg er ins Geschäftsleben ein. Das mit einem bequemen Polster Startkapital (200 Mio. Dollar) seines Vaters Fred. Dieser verdiente sein Geld mit dem Bau von Eigenheimen, die er mit Fördergeldern (Gelder der Steuerzahler*innen) der US-Regierung finanzierte.

Politisch - durch seinen Vater - gut vernetzt, kaufte er das bankrotte Hotel Commodore, für einen symbolischen Dollar, und verwandelte es mit dem Hyatt-Konzern als Partner in ein Luxushotel, das Grand Hyatt. Dafür gab es einen Grundsteuernachlass, der ihm 60 Millionen Dollar sparte - zulasten der Steuerzahler*innen.

Das gleiche Spiel beim Trump Tower. Als ihm die Stadt New York den Steuernachlass verweigern wollte, erklagte sich das 164-Millionen-Dollar-Geschenk. Wieder mussten die Steuerzahler*innen Herrn Trump pampern.

1983 eröffnet, profitierte der Tower an der Fifth Avenue auch von der Arbeit illegaler - und nicht versicherter - Einwanderer aus Polen, von denen Trump nichts gewusst haben will. Mit einem Wort Steuerbetrug.

Trump habe die Stadtverwaltung betrogen, erinnerte sich New Yorks Ex-Rechnungsprüferin Karin Burstein in der "Los Angeles Times". Der Kongressabgeordnete Jerrold Nadler kritisierte Trumps Methoden, "die Steuerzahler*innen zu missbrauchen und das Gesetz zu beugen".

1988 kaufte Trump die Eastern Air Shuttle, eine Kurzstrecken-Fluggesellschaft und wollte sie zur Luxuslinie aufrüsten. Folge, sie ging pleite und verschwand.

1990 wäre die Trump Organisation fast bankrottgegangen, mit fünf Milliarden Dollar Schulden. Nur ein Rettungspaket von rund 70 Banken bewahrte Trump vor dem Aus.

Trump besaß mehrere Casinos in Atlantic City. Doch die Dachgesellschaft meldete viermal Insolvenz an (1991, 2004, 2009 und 2014). Trump legte das Management 2009 nieder und überließ den finanziellen Schlamassel den Gläubigern und Angestellten.

Unter den Namen Trump University verhökerte Trump Seminare für den Immobilienerfolg. Doch es handelte sich um nichts als plumpe Trump-Weisheiten. New Yorks Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman verklagte ihn wegen Betrugs auf 40 Millionen Dollar.

Lässt man die Jahre und Trump-Projekte Revue passieren, stellt man fest, dass Herr Trump, nur über die gute politische Vernetzung und Unterstützung mit Geldern der Steuerzahler*innen und Hilfe von Banken in Milliarden Dollarbeträgen, wirtschaftlich überleben konnte. Das zum selbsternannten, großartigen Geschäftsmann.

Die Frage, die sich jeden neutralen Beobachter stellt ist, warum wird eine Person, die keine Rücksicht auf Amerikas Werte legt und die Nation spaltet, wie kein Präsident vor ihm, ein Mann, der das Establishment wie kein Zweiter verkörpert und lebt, ein Mann, der den Staat - als Präsident wie seine Firma (Tabubruch, Weißes Haus für Wahlkampf) behandelt, ein Mann, der das Global Office dafür nutzt, Werbung für die Produkte des Lebensmittelhersteller Goya zu machen, ein Mann, der für Insolvenzen und Pleiten steht und nur durch die Steuergelder der amerikanischen Bürger*innen und mithilfe von Banken (auch die Deutsche Bank) in Milliarden Dollarbeträgen, geschäftlich überleben konnte, von Menschen gewählt, die eben von diesem Establishment, die Schnauze voll haben.

Das Geniale an Trump ist, dass er es geschafft hat, die Legende vom allmächtigen Dealmaker, trotz mehrerer Pleiten, Insolvenzen, Steuergeschenke des Staats, so zu verfestigen, dass ein Großteil der USA-Bürger ihm das auch noch abnehmen.

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