Montag, 28. Oktober 2019
Gewalt im Fußball

In allen Medien taucht das Thema, Gewalt im Amateurfußball, auf. Wem wundert es. Jedes Wochenende zeigen uns die Profispiele, dass Fußball ein Überlebenskampf geworden ist. Ausgangspunkt ist doch schon die Aussage der Trainer: "Wir müssen das Spiel aggressiv angehen". Brutale Fouls, die schwere körperliche Verletzungen verursachen und im öffentlichen Leben eine Klage wegen Körperverletzung nach sich ziehen würden, werden als normaler, körperlicher Einsatz bewertet. Zieht ein Spieler nicht mit, ist er weg vom Fenster. Auch scheint das Gespür, was ist fair und was ist Foulspiel, vielen Spielern und "Fußballlehrern" abhandengekommen zu sein. Andernfalls, würden sie die Diskussionen mit dem Schiedsrichter unterlassen.

Pfeifen Schiedsrichter, bei noch so offensichtlichen und klaren Fouls (s.u. Fifa-Regel 12), werden sie bedrängt und respektlos behandelt. Beispiele sind in allen Profispielen präsent. Der Vorbildcharakter dieser Spiele und deren Akteure greift bis in die untersten Ligen und in den Jugendbereich.

Die Spielregeln und Richtlinien der FIFA, für Schiedsrichter, dienen nur noch als Makulatur. Es gibt selten - im Profifußball - durchgängige Schiedsrichterentscheidungen, nach dem Muster:" gleiche Fouls = gleiche Strafe".

Beim Studium der Fifa-Regel 12 (verbotenes Spiel und unsportliches Betragen) fällt auf, nur der Versuch zum Foulspiel, zieht gleiche Konsequenzen nach sich, wie ein Foul. Diese Regel wird so gut wie nie angewendet. Nimmt man die Regeln ernst – dafür sind Regeln ja da - würden in jedem Profispiel, nach 15 Minuten, nur noch acht gegen acht spielen und vier Elfmeter verhängt worden sein. Auffällig ist, dass in den ersten Minuten - egal wie schwer das Foul ist - selten ein Strafstoß gepfiffen oder eine rote Karte gezeigt wird.

Man stelle sich vor, bei einer Ecke oder Freistoß, würde es für jedes Halten im Strafraum - entsprechend der Fifa-Regel 12 - einen Elfmeter geben. Oder ein Spieler, der von hinten, mit der Sohle voraus, in die Beine grätscht und erst den Ball trifft, wenn er die Beine beiseite geräumt hat, bekommt nach 5 Minuten, die Rote Karte. Das hätte Vorbildcharakter.

Es bleibt nur zu hoffen und wünschen, dass die Fifa und alle angeschlossenen Verbände, die Schiedsrichter anweist - endlich wieder entsprechend ihrer eigenen Regeln - zu pfeifen. Diese Vorgehensweise, würde dem Fußball und seinen technisch versierten und kreativen Spielern wieder das erlauben, was wir am Fußball lieben - schönen Fußball spielen und die Verletzungsgefahr minimieren. Das würde auch dazu dienen, bei Spielern und Zuschauern, die immer stärker werdende Aggressivität einzudämmen.

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