Samstag, 17. August 2019
Rassismus + Nationalismus = Krieg

Geboren während des Hamburger Feuersturms - im Juli 1943 - wuchs ich als Vollwaise, bei meinen Großeltern, in Hamburg-St. Pauli auf. Direkt von den Auswirkungen des Krieges betroffen, habe ich einen legitimen Grund, mir Gedanken darüber zu machen, ob Konflikte oder gar Kriege zu vermeiden sind.

Mir ist klar, dass es sich hier um einen realitätsfernen Wunsch handelt. Ursache allen Übels ist schließlich der Mensch - und der wird sich nicht ändern.
Dass es einen Ansatz gibt, mit seinen eigenen, kleinen Möglichkeiten, zumindest im sozialen und menschlichen Bereich dem entgegenzuwirken, hat mir mein Leben gezeigt.

In Schule, Sport und Beruf, mit Sinti und Roma, Farbigen, Asiaten und Muslimen aufgewachsen, haben sich in den 50er und 60er Jahren natürliche Freundschaften gebildet. Das heißt nicht, dass es genau wie bei uns Deutschen, unter den damaligen, sogenannten Gastarbeitern und Migranten keine "Arschlöcher" gab. Um es einmal deutlich auszudrücken: "Arschloch bleibt Arschloch", egal welcher Zeit, Nationalität, Hautfarbe oder Religion sie zuzuordnen sind.

Fakt ist, dass zunehmend nationalistische und rassistische Tendenzen, immer häufiger von politischen Egomanen - je nach deren Zielsetzung - instrumentalisiert werden.

Das, obwohl die Historie, Gegenwart und Realität uns immer wieder lehrt, dass die Entstehung von Konflikten und Kriegen auf eine ganz einfache Formel beruht, die da heißt:

Rassismus + Nationalismus = Krieg!

Einmal gewählte Politiker, versuchen mit allen Mitteln, wie: Fake News, alternativen Fakten, totschweigen von Tatsachen und sogar Lügen, die Öffentlichkeit zu beeinflussen und zu manipulieren. Wie viele Bespiele zeigen, geht es bei diesen politischen Brandstiftern überwiegend um persönliche Vorteile und Machtausübung. Die Realität zeigt, meist versinken sie im gleichen Sumpf, den sie versprachen trocken zu legen. Siehe die Spendenaffären der AfD.

Deswegen machen mir Politiker, wie die Herren Gauland, Höcke, Trump, Putin, Orban, Wilders, Erdogan, Salvini, Boris Johnson (Brexit) und die Damen Fr. Le Pen, Fr. Petry, Fr. Weidel Angst.

Diese ewiggestrigen Damen und Herren mit Ihren - teils - menschenverachtenden, rassistischen und nationalistischen Aussagen und dem Anspruch, wieder Nationalstaaten zu schaffen, vergessen - nein klammern bewusst aus, dass Nationalismus und Rassismus in jeder Form, immer zu großen Tragödien für die jeweilige Bevölkerung geführt hat.

Es zeigt sich zum Glück aber immer wieder, dass es sich trotz - oder gerade deswegen lohnt, diese demokratiefeindlichen und nationalistischen Tendenzen, gemeinsam zu überbrücken.

Ein vereintes Europa, mit Achtung auf Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit, Antirassismus, freiheitliches Denken, Toleranz, und freien Handel, ist die Grundlage, einer demokratischen, globalisierten Welt. Ein MUSS!

Jede europäische Nation, die auf Nationalstatus- und Stolz beharrt, wird von den großen Nationen wie China, USA, Russland und den aufstrebenden Nationen, Indien, Brasilien, Südafrika, zukünftig nur noch als kleiner Punkt auf dem Globus wahrgenommen werden. Sie werden Spielball derer politischen, wirtschaftlichen und militärischen Macht.

Ein guter Grund, zu hoffen, dass sich Politiker und ganz viele Menschen, wieder auf die elementaren Grundsätze, für ein friedliches Zusammenleben, besinnen.

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