Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)
Aktuellen Umfragen zufolge kommt die Alternative für Deutschland (AfD) bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt (Wahltrend vom 13.08.2026) auf 42,1 Prozent der Wählerstimmen.
Würde die SPD an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, könnte sich die in Sachsen-Anhalt gesichert rechtsextremistische AfD sogar die parlamentarische Mehrheit sichern.
Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat sich das Wahlprogramm der Partei angesehen – und hält die Versprechungen der AfD für nicht finanzierbar.
Im Haushalt einer möglichen AfD‑Alleinregierung in Sachsen-Anhalt fehlten mindestens 2,2 Milliarden Euro, so das Fazit der IWH-Analyse.
Das Wahlprogramm der AfD,
ist ein Luftschloss, kommentierte Reint E. Gropp, der Präsident des IWH, gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Es handle sich lediglich um Wahlgeschenke für eine bestimmte Klientel, so der Experte.
Laut der IWH-Analyse lassen sich mit Einsparungen nur rund 243 Millionen der Kosten stemmen. „Selbst in Teilen ist das Wahlprogramm der AfD auch mittelfristig nicht finanzierbar“, kommentierte IWH-Präsident Reint Gropp.
Fehlende Gegenfinanzierung
Zwar legen auch andere Parteien regelmäßig Wahlprogramme vor, die keine ausreichende Gegenfinanzierung der geplanten Maßnahmen enthalten.
Die Größe der AfD-Finanzierungslücke sei aber außergewöhnlich, meint Gropp gegenüber FAZ. Nur ein Zehntel des gesamten Finanzierungsbedarfs sei durch geplante Einsparmaßnahmen gedeckt. „Sie wollen ganz viele Geschenke machen, aber nirgendwo wirklich sparen. Es ist überhaupt nicht klar, wie man mit diesen Vorstellungen vorankommen will, weil sie extrem viel Geld kosten und wahrscheinlich extrem wirtschaftsschädlich sind“, urteilt der Ökonom gegenüber dem MDR.
Fazit
Neben der Haushaltslücke könnte eine AfD-Regierung Sachsen-Anhalts Wirtschaft auch schaden, weil ausländische Fachkräfte ausbleiben oder das Land verlassen könnten. Eine aggressive Politik gegen Zuwanderer hätte wahrscheinlich starke negative Folgen für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Diese lassen sich jedoch im Vorfeld nur schwer beziffern“, so die Analyse von IWH-Präsident Gropp weiter. Zudem sei es unrealistisch, die Fachkräftelücke nur mit zurückgekehrten deutschen Auswanderern füllen zu wollen. Das seien nur wenige Menschen, betont Gropp im Gespräch mit dem MDR.
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