Vor der Gründung des Star-Clubs,
befand sich an dieser Adresse, das Manfred Weissleder gehörende Stern-Kino. Dieses wurde zu einem Musikclub umgestaltet. Die Räume des Kinos einschließlich Eingang und Balkon wurden nur wenig umgebaut. Das Gebäude stand direkt neben dem Grundstück der barocken St.-Josephs-Kirche. Der Starclub in Hamburg (Große Freiheit 39) wurde am 13. April 1962 – vom Eigner Manfred Weissleder - eröffnet.
Horst Fascher (ehemaliger Hamburger und norddeutscher Amateurboxmeister) wurde nach seiner Tätigkeit als Starclub-Kellner, unter Besitzer Weissleder, Geschäftsführer des Starclubs. Weissleder und Fascher holten - in den sieben Jahren seines Bestehens - viele bekannte Weltstars und Größen der Rock-, Blues- und Soulmusik in den Star-Club.
Nach dem Ende des Star-Club, zog das Erotik-Nachtlokal Salambo ein.
Das Gebäude, das nach einem Brand 1983 brachlag, wurde schließlich 1987 abgerissen.
Weltweite Berühmtheit,
erlangte der Star-Club vorwiegend durch die Gastspiele der Beatles, die dreimal in dem Club gastierten: Das erste siebenwöchige Gastspiel begann am 13. April 1962 und endete am 31. Mai 1962. Vom 1. bis zum 14. November 1962 gaben sie 28 Konzerte ihres zweiten Gastspiels. Das dritte Gastspiel dauerte vom 18. Dezember bis zum 31. Dezember 1962.
Ihre ersten Auftritte in Hamburg hatten die Beatles aber im Club Indra, in der Großen Freiheit auf St. Pauli. Es war der erste Hamburger Musik-Club, in dem die Beatles am 17. August 1960 spielten. Noch heute schwebt die Aura der Pilzköpfe über der Stätte.
Im Kaiserkeller, ab Oktober 1960, ging es mit Tony Sheridan Nacht für Nacht weiter,
Auch im Top Ten auf der Reeperbahn traten die Beatles vom 1. April bis zum 1. Juli 1961 als Begleitband von Tony Sheridan auf.
Bis der Starclub ab April 1962, zur zweiten Heimat der Beatles wurde.
Die meisten Interpret*innen und Bands, der Rock, Soul und Blues-Szene, die im Star-Club auftraten, waren oder wurden weltbekannt:
Tony Sheridan, The Searchers, King Size Taylor and the Dominoes, Chris Andrews, Johnny Kidd & the Pirates, The Undertakers, Bill Haley, Chuck Berry, Little Richard, Jimi Hendrix, Manfred Mann, The Big Tree, The Animals, Screaming Lord Sutch, Gene Vincent, Gerry & the Pacemakers, The Cream mit Eric Clapton, Ray Charles, Fats Domino, The Remo Four, The Everly Brothers, The Pretty Things, „Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich“, James Brown, The Troggs, Chris Farlowe, Billy J Kramer, Brenda Lee, Tommy Roe, Johnny and the Hurricanes, Wayne Fontana and the Mindbenders, Duane Eddy, Joey Dee, Lee Curtis and the All-Stars, The Big Three, The Rattles, The Lords, The Blizzards, Sweet Little Sixteen, Cisco and his Dynamites und Jerry Lee Lewis. Letzterer nahm dort 1964 sein Album Live at the Star-Club Hamburg auf.
Nicht zu vergessen: die erste Frauenrockband im Starclub - The Liverbirds. Auch Little Eva war eine Sängerin, die sich 1962 mit dem Hit „The Loco-Motion“ gegen die männliche Übermacht im Starclub durchsetzte, bekannt wurde und mit ihrem Stück die Hitlisten eroberte.
Außer Elvis Presley den Rolling Stones und den WHO‘s, gastierten nach den Beatles (bis 1961, mit Tony Sheridan, als The Beat Brothers) alle Weltstars der damaligen Zeit im Starclub.
In einer ersten Phase (bis Juni 1964),
als der Club wegen prügelnder Kellner von der Ordnungsbehörde (Amtmann Falck) geschlossen wurde und mit Hans Bunkenburg als neuem Geschäftsführer wieder eröffnete, traten allabendlich sieben Bands auf - jede spielte ca. eine Stunde.
Zeitweise gab es auch gleichnamige Ableger in Berlin, Köln, Bielefeld, Bremen, Kiel, und Flensburg, in denen dieselben Bands spielten. Bis Dezember 1965 warb eine eigene Zeitschrift, Star Club News, für die Konzerte.
Im Februar 1969 begann die dritte Phase des Star-Club in Hamburg. Nun übernahmen und gestalteten die Bandleader Achim Reichel, Frank Dostal (Rattles und Wonderland) und Kuno Dreysse (The Rivets) den Starclub und gestalteten das Programm.
In der Hauptsache spielten Bands wie The Nice, Spooky Tooth, Taste, Yes, Colosseum, East of Eden, Vanilla Fudge, Gun, Steamhammer, Black Sabbath (noch als The Earth), aber auch The Easybeats, Richie Havens, Ohio Express, Bandwagon, Spooky Tooth und The Tremeloes. Allerdings blieb werktags häufig das Publikum aus; die Gagen konnten nicht mehr bezahlt werden. Das letzte Konzert am Tag der Schließung, dem 31. Dezember 1969, gaben Hardin & York.
Den verantwortlichen Politikern der Stadt Hamburg, wurde erst später deutlich, dass dieser Club in die Musikgeschichte eingeht.
Das St. Pauli Museum von Günter Zint,
der zwischen 1964 und 1969 auch als Fotograf im Club arbeitete, hat einen Gedenkstein auf dem früheren Star-Club-Gelände aufstellen lassen.
Dieser Stein enthielt zunächst zwei Fehler: The Who sind nie im Star-Club aufgetreten, waren aber als Gäste im Club; der übereifrige Steinmetz hatte bei der Gestaltung des Steines seine Lieblingsgruppe eingraviert. Jimi Hendrix wurde auf der Stele als „Jimy Hendrix“ aufgeführt. Diese beiden Fehler wurden mittlerweile beseitigt. So ist Jimi Hendrix nun in der richtigen Schreibweise vorzufinden, und anstatt The Who wurden The Rivets verewigt.
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