Die Diskussion,
über ein mögliches AfD-Verbot beschäftigt viele demokratisch gesinnte Menschen.
Nicht, dass man diese Frage schnell mit einem „Ja“ oder „Nein“ beantworten kann. Im Gegenteil. Je länger man darüber nachdenkt, desto mehr kommt man zu dem Schluss, dass wir uns mit einer der schwierigsten Fragen unserer Demokratie beschäftigen:
Wie weit darf eine Demokratie gehen, um sich selbst zu schützen?
Und noch wichtiger! Ab wann gefährdet sie sich selbst, wenn sie nur zuschaut oder dabei zu weit geht? Das Parteiverbot ist kein politisches Radiergummi.
Fangen wir mit dem an, was eigentlich klar sein sollte:
Eine Partei kann in Deutschland nicht einfach verboten werden, weil sie einer Regierung nicht gefällt. Nicht, weil sie schlechte Politik macht. Auch nicht, weil sie provoziert. Und schon gar nicht, weil sie viele Menschen wählen.
Es darf nicht heißen,
diese Partei gefällt uns nicht, also schaffen wir sie ab. Denn dann hätten wir ein Problem. Ein ziemlich großes sogar. Aber muss eine Demokratie alles aushalten? Darf sie Parteien und Bewegungen unbegrenzt gewähren lassen, wenn diese selbst die demokratische Ordnung abschaffen wollen? Nein!!!
Und wenn diejenigen, die die Demokratie abschaffen wollen, demokratische Mittel nutzen, um genau dieses Ziel zu erreichen, dann darf man diese Frage nicht einfach ignorieren.
Denn eine Demokratie, die sich rechtsstaatlich nicht gegen ihre Feinde verteidigen kann, ist nicht mehr wehrhaft und unglaubwürdig.
Wenn es ernsthafte Anhaltspunkte dafür gibt,
dass die rechtlichen und antidemokratischen Voraussetzungen für ein Parteiverbot erfüllt sein könnten, dann sollte es über ein entsprechendes Verfahren des Bundesverfassungsgerichtes (BVG) geprüft werden und gegebenenfalls ein Verbot ausgesprochen werden. Darüber sollte der Rechtsstaat entscheiden. Und wenn das BVG am Ende sagt: Die Voraussetzungen für ein Verbot sind nicht erfüllt, dann muss auch das akzeptiert werden. So funktioniert Demokratie.
Wir reden sehr viel darüber, ob die AfD eine Gefahr für unsere Demokratie sein könnte. Das ist eine wichtige Frage. Aber vielleicht sollten wir uns gleichzeitig fragen: Wie gehen wir eigentlich selbst mit Demokratie um?
Können wir noch zuhören, wenn jemand anderer Meinung ist? Können wir politische Gegner kritisieren, ohne sie zu entmenschlichen?
Demokratie muss auch dann funktionieren, wenn wir eine Wahl verlieren. Das ist manchmal bitter. Aber das ist Demokratie. Eine Demokratie muss sich verteidigen können. Sie muss ihre Verfassung schützen, muss dort Grenzen setzen, wo die Grundlagen unseres Zusammenlebens tatsächlich angegriffen werden.
Aber sie muss dabei rechtsstaatlich bleiben. Genau darin liegt die Herausforderung.
Wir dürfen nicht aus Angst vor einer Partei unsere eigenen demokratischen Prinzipien aufgeben.
Auch aus falsch verstandener Toleranz dürfen wir diejenigen nicht gewähren lassen, die genau diese Prinzipien abschaffen wollen. Die Grenze ist schwierig. Aber genau deshalb gibt es Gerichte, Verfassungen und rechtsstaatliche Verfahren.
Fazit
Sind die rechtsstaatlichen Voraussetzungen gegeben, muss eine Partei am demokratischen Wettbewerb teilnehmen dürfen.
Die Diskussion zur Sache selbst, kann nur über Argumente und Fakten stattfinden. Denn am Ende geht es ausschließlich um eine Frage, die weit über die AfD hinausgeht: Wie viel Freiheit muss eine Demokratie ihren Gegnern zugestehen – und wann muss sie was unternehmen, um die Demokratie und Menschenrechte zu verteidigen?
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Pläne der Bundesregierung
Als bekannt wurde, dass die Bundesregierung das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) massiv beschneiden will, war der Aufschrei groß.
Wie ein interner Vermerk des Bundesinnenministeriums (BMI) belegt, will Dobrindt laufende Gesetzgebungsverfahren vollständig vom IFG ausnehmen. Im Klartext bedeutet das, der stetig wachsende Lobbyeinfluss auf unsere Gesetze bliebe zukünftig vollständig im Dunkeln. Jetzt zeigt sich: Die Pläne von Innenminister Dobrindt, sind gleichzusetzen mit einer Entmündigung der (auch seiner) Wähler*innen!
Außerdem will Dobrindt die Bundesbeauftragte für die Informationsfreiheit abschaffen. Diese Stelle kontrolliert aktuell die Einhaltung des IFG und unterstützt Antragsteller*innen, die sich in ihren Auskunftsrechten verletzt sehen.
Keine Akteneinsicht und kein Zugang
Und Dobrindt will sogar noch weitergehen: Journalist*innen und Abgeordnete*innen soll der Zugang zu amtlichen Informationen und Akteneinsicht nach dem IFG zukünftig vollständig versperrt werden.
Bürger:innen, die zukünftig einen IFG-Antrag stellen, müssen darüber hinaus nicht nur mit hohen Gebühren rechnen – für sie soll auch eine Pflicht zur Identifizierung gelten.
Widerstand und erste Erfolge
Seitdem der Angriff auf das IFG Anfang Juli erstmals bekannt geworden ist, hat sich großer Widerstand formiert. In kürzester Zeit haben über 600.000 Menschen eine Petition unterschrieben – mehr als 130 zivilgesellschaftliche Organisationen haben sich in einem Bündnis zusammengeschlossen und sich mit einem von „Abgeordnetenwatch“ verfassten offenen Brief an die Bundesregierung gewandt.
In zahlreichen Gesprächen mit Politiker*innen, wurde sich immer wieder für eine Rettung des IFG ausgesprochen – wie sich nun zeigt, nicht ohne Wirkung. So haben sich mittlerweile auch mehrere prominente SPD-Politiker*innen klar gegen die Pläne aus dem Innenministerium positioniert.
Der beispiellose Angriff auf die Informationsrechte aller Bürger*innen macht fassungslos und zieht immer weitere Kreise. Auch die investigative Recherchearbeit ist gerade in großer Gefahr – zahlreiche Lobbyskandale, die entsprechende Institute aufgedeckt haben, wären ohne das IFG geheim geblieben! Jetzt nicht nachlassen!
Fazit
Die gute Nachricht ist: Als Gesellschaft sind wir nicht hilflos – im Gegenteil - in den vergangenen Tagen distanzieren sich immer größere Teile des Koalitionspartners SPD von diesem Vorhaben. Der öffentliche Druck wirkt. Jetzt – auf keinen Fall nachlassen.
Herr Spahn ist zurückgetreten, zumindest zeigt er noch Haltung.
Trotzdem blicken viele überzeugte Demokrat*innen, mit Sorge auf die bundesweite Entwicklung der AfD.
Sie befürchten, dass die Spahn-Debatte, die politische Polarisierung weiter verschärfen und extremen Kräften zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen könnte.
Welche Auswirkungen es letztlich auf die aktuelle Politik und unser demokratisches System haben wird, wird uns die Realität zeigen.
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Das AfD-Grundsatzprogramm, ist ein Wolf im Schafsfell. Wer nur das Inhaltsverzeichnis liest, könnte tatsächlich glauben, es mit einer modernen, liberalen und freiheitlichen Partei zu tun zu haben. Doch hinter den wohlklingenden Überschriften verbirgt sich eine Politik, die mit diesem Anspruch wenig gemein hat.
Bei genauerem Hinsehen offenbaren sich massive Widersprüche. So will die AfD das individuelle Grundrecht auf Asyl, das in unserer Verfassung einen besonderen Schutz genießt, durch ein einfaches Asylgesetz ersetzen. Damit würde ein zentraler Bestandteil des Grundrechtsschutzes dem politischen Tagesgeschäft und wechselnden Mehrheiten ausgeliefert.
Auch der sogenannte Dexit,
also der Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union, wird in der AfD zumindest als politische Option immer wieder ins Spiel gebracht. Ein solcher Schritt würde nicht nur Deutschlands wirtschaftliche und politische Stellung in Europa und der Welt massiv schwächen, sondern stünde auch im krassen Gegensatz zu einem modernen Verständnis von Freiheit, Offenheit und und speziell europäischer Zusammenarbeit.
Das ist der eigentliche Widerspruch zum AfD-Grundsatzprogramm: Es schmückt sich mit Begriffen wie Freiheit, Demokratie und Liberalismus, während die konkreten politischen Forderungen, zentrale Errungenschaften unserer freiheitlichen und demokratischen Ordnung infrage stellen.
Wer genauer hinsieht, erkennt deshalb: Die AfD ist keine moderne liberale Partei. Sie versucht vielmehr, sich mit liberal klingenden Begriffen ein bürgerliches Mäntelchen umzuhängen, während sie gleichzeitig Grundrechte beschneiden, europäische Zusammenarbeit infrage stellen und gesellschaftliche Abschottung vorantreiben will. Das ist kein Liberalismus – es ist politische Tarnung.
Fazit
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass durch die Politik der AfD sozialer Frieden und Wohlstand infrage gestellt werden. Viele der erreichten, sozialen Sicherungssysteme und europäischen Allianzen stellt die AfD in Frage.
Speziell beim Verhältnis zur EU zeigt sich das Prinzip der sprachlichen AfD-Tarnung: Ein Austritt wird nicht direkt gefordert, sondern nur als Konsequenz formuliert:
„Sollten sich unsere grundlegenden Reformansätze nicht verwirklichen lassen“ – verklausuliert in der Form und Substanz aber eine klare Abkehr von der europäischen Integration.
Gerade diese Formulierung ist bezeichnend: Sie verschiebt die Verantwortung für einen möglichen Austritt scheinbar auf die EU selbst, während das eigentliche Ziel unausgesprochen bleibt.
Auf einem einfachen Nenner gebracht: Viele AfD-Wähler*innen schaden sich selbst.
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Es geht hier um den CDU-Spitzenpolitiker – nicht um den Menschen Jens Spahn.
Man sollte meinen, Politiker denken und handeln bei ihren Planungen vorausschauend. Bei dem Politiker Jens Spahn war das aus Sicht vieler Beobachter – bei der von ihm initiierten Leihmutterschaft – kommunikativ nicht der Fall.
Erschwerend kommt hinzu, dass seine Partei (CDU) die Leihmutterschaft ablehnt, da sie nicht dem deutschen Recht vereinbar ist.
Umso wahrscheinlicher ist es, dass im Umkehrschluss, die AfD versuchen wird, Herrn Spahns Offenlegung zu seiner Leihmutterschaft, politisch für sich zu nutzen und zu instrumentalisieren.
Man darf sich sicher sein, dass für die kommenden Wahlen, das Thema Leihmutterschaft und Jens Spahn, von der AfD dankend aufgriffen wird.
Weitere Stimmengewinne - der AfD - für die bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind voraussehbar. Das nennt man „vorausschauendes Denken.“
Fazit
Herr Spahn ist zurückgetreten, zumindest zeigt er noch Haltung.
Trotzdem blicken viele überzeugte Demokrat*innen, mit Sorge auf die bundesweite Entwicklung der AfD. Sie befürchten, dass die Spahn-Debatte, die politische Polarisierung weiter verschärfen und extremen Kräften zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen könnte.
Welche Auswirkungen es letztlich auf die aktuelle Politik und unser demokratisches System haben wird, wird uns die Realität zeigen.
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Der Unterhaltsvorschuss für Kinder von Alleinerziehenden, ist eine staatliche Leistung wenn der unterhaltspflichtige Elternteil nicht oder nur unregelmäßig zahlt. Der Staat springt dann ein, zahlt dann bis zum 18. Geburtstag - versucht aber, sich das Geld vom säumigen Zahler wiederzuholen.
Entsprechend den aktuellen Plänen von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU), soll der Unterhaltsvorschuss künftig nur noch bis zum 16. Geburtstag - statt bis zur Volljährigkeit - gewährt werden.
Nach Angaben des Familienministeriums würden dadurch etwa 110.000 Kinder ihren Anspruch verlieren. Rund 30.000 könnten stattdessen andere Leistungen wie Kinderzuschlag oder Wohngeld erhalten. Etwa 80.000 Kinder wären von der Kürzung unmittelbar betroffen.
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf lehnt deswegen diese Pläne ab. Er argumentiert, dass der Staat bis zur Volljährigkeit einspringen müsse, wenn ein Elternteil seine gesetzliche Unterhaltspflicht nicht erfülle. Die Höhe des monatlichen Unterhaltsvorschuss richtet sich nach dem Alter.
Besonders Alleinerziehende – überwiegend Frauen mit einem erhöhten Armutsrisiko – dürften nicht zusätzlich belastet werden.
Fazit
Kein Kind ist verantwortlich dafür, dass sich Eltern trennen. Und genau deshalb muss hier auf den Staat Verlass sein.
Durch die Kürzung des Unterhalts, leiden am meisten die, die am wenigsten verantwortlich für ihre finanzielle Situation sind. Die Kinder! – Das erübrigt jede weitere Diskussion.
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Es spricht: Bundeskanzler Friedrich Merz
„Der Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist nicht mehr finanzierbar.“
Ein Satz, der weitreichende Folgen hat. Er klingt wie eine nüchterne Feststellung, ist aber politische Hilflosigkeit, Lobbypolitik und letztendlich der Versuch einer Rechtfertigung der Merz-Politik!
Schaut man auf das Privatvermögen und die Verteilung in Deutschland, stellt sich die Frage: Warum bei so einer komfortablen, finanziellen Situation, es politisch nicht möglich ist: Bildungswesen, überlastete Krankenhäuser, Pflegenotstand, Altersarmut, fehlende Kitaplätze und den Bau von günstigen Mietwohnungen entsprechend zu finanzieren.
Das Gleiche gilt für die verbesserungswürdige Verkehrs-Infrastruktur und noch mehr, für das aus dem Ruder laufende Klima.
Geld wäre durch die Einführung der Vermögensteuer vorhanden, wenn alle Steuerpflichtigen (Rentner*innen wie Milliardär*innen) den gleichen Prozentsatz für Steuern auf ihr Privatvermögen zahlen müssen. Das nennt man Solidarsystem.
Ob ein demokratischer Staat - wie Deutschland - sich als Sozialstaat bezeichnen kann, hängt nicht ausschließlich von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Maßgebend sind die politischen Voraussetzungen, die von der jeweiligen Regierung priorisiert werden und wurden.
Wenn Herr Merz, gleichzeitig mit seiner Aussage: „Der Sozialstaat sei nicht finanzierbar“ - hohe Summen für die Verteidigung und sogenannte Kriegsertüchtigung bereitstellt, Milliardäre vor Steuerabgaben - durch die Verhinderung, der Wiedereinführung der Vermögensteuer schützt, ist es legitim – ja, sogar verpflichtend – zu hinterfragen, warum nicht auch ausreichende Mittel in die Bereiche Klima, Bildung, Pflege, Krankenhäuser, Infrastruktur und Familien investiert werden können.
Das gegeneinander Ausspielen der Kosten für soziale Leistungen gegenüber den Mitteln für Rüstungsanstrengungen sowie der politische Schutz privater Milliardenvermögen sind dem Status eines Sozialstaates nicht angemessen.
Fazit
Politische Debatten sollten nicht den Eindruck erwecken, bestimmte Ausgaben seien alternativlos, während speziell, soziale und gesellschaftliche Maßnahmen als bloßer Kostenfaktor erscheinen.
Sicherheit und sozialer Zusammenhalt sind keine Gegensätze. Sie ergänzen einander und fördern den Zusammenhalt.
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Streng auf dem Papier, flexibel auf dem Platz
Die größte Lebenslüge des modernen Fußballs ist nicht die unterschiedliche Auslegung des Videobeweises (VAR). Sondern die Tatsache, dass nach der offiziellen FIFA-Regel 12, eindeutige Fouls und unsportliches Betragen häufig nicht oder nicht der Regel entsprechend gepfiffen werden.
Zwischen dem offiziellen Regelwerk und der auf dem Platz gelebten Praxis - durch die Unparteiischen - klafft eine Lücke, die seit Jahren immer größer wird. Das Problem liegt nicht nur in der Auslegung der Regel, sondern bereits in ihrer Konstruktion.
Die FIFA-Regel 12 (Fouls und unsportliches Betragen), unterscheidet zwischen Fouls mit körperlichem Kontakt, unsportlichem Betragen und dem Versuch, ein Foul zu begehen. Gleichzeitig arbeitet sie mit Begriffen wie „rücksichtslos“ oder „übermäßige Härte“, die einen enormen Ermessensspielraum eröffnen. Genau darin liegt das Dilemma:
Die Grenze zwischen erlaubtem Körpereinsatz und strafwürdigem Verhalten ist nicht objektiv, sondern wird ständig neu definiert. Würden die Unparteiischen die Regel 12, konsequent nach ihrem Wortlaut anwenden, wäre der moderne Profifußball kaum wiederzuerkennen. Zahlreiche Verwarnungen und Feldverweise wären die Folge.
Überspitzt formuliert: Viele Spiele würden bereits nach einer halben Stunde nur noch zu acht gegen acht stattfinden. Das ist aber nicht gewollt.
Stattdessen erleben Zuschauer*innen Woche für Woche dieselbe Inszenierung, brutaler, nicht geahnter Fouls. Klare Vergehen werden zu „robusten Zweikämpfen“ oder „Spiel gegen den Ball“ umgedeutet.
Selbst bei eindeutig Fouls, wie sichtbares Halten und Klammern, unterscheidet sich die Auslegung dieser Regel, durch Schiedsrichter*innen und Kommentator*innen, teilweise grundlegend.
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko wurde dieses Spannungsverhältnis erneut Millionen Zuschauer*innen vor Augen geführt.
Dadurch entsteht der Eindruck, dass zwischen dem Wortlaut der Regeln und ihrer tatsächlichen Anwendung eine erhebliche Lücke besteht.
Das eigentliche Problem,
ist nicht der einzelne Fehlpfiff. Das Problem ist die Normalisierung der Abweichung vom Regelwerk. Eine Regel, die dauerhaft anders angewendet wird als sie geschrieben steht, verliert ihre Autorität.
Gerade bei spielentscheidenden Szenen – Elfmeter, Platzverweise oder grobe Fouls – entscheidet häufig nicht das, was die Regel vorschreibt - sondern ihre situative Interpretation.
Es drängt sich deshalb eine unbequeme Frage auf: Hat der Weltfußball überhaupt ein Interesse daran, schwere Fouls konsequent als solche zu dokumentieren? Eine offenere Statistik über grobe, körperverletzende Fouls würde zwangsläufig Diskussionen über Spielerschutz, Haftung und das Selbstbild eines Sports auslösen, der sich weltweit als Fair-Play-Spiel präsentiert. Für eine solche Vermutung gibt es zwar keine belastbaren Belege - könnte jedoch erklären, warum zwischen Regeltext und Wirklichkeit seit Jahrzehnten eine bemerkenswerte Distanz besteht, die bewusst nicht diskutiert wird.
Fazit
Regel 12 ist zu einem Paradox geworden: Sie klingt kompromisslos, wird aber kompromissbereit angewendet.
Gerade deshalb tragen Fernsehkommentator*innen und die schreibende Zunft eine besondere Verantwortung.
Millionen Zuschauer*innen und Leser*innen verstehen ihre Einordnung als fachkundige Bewertung. Wer in spielentscheidenden Situationen kommentiert, sollte deshalb nicht seine persönliche Fußballästhetik erläutern, sondern die Auswirkungen der Regel 12 aufzeigen. Denn Regeln verlieren ihre Glaubwürdigkeit nicht erst, wenn sie abgeschafft werden – sondern schon dann, wenn sie dauerhaft nur noch selektiv gelten und gedeutet werden.
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hat sich grundlegend verändert. Der russische Angriff auf die Ukraine hat gezeigt, dass Frieden nicht selbstverständlich ist. Daraus folgt für viele die Überzeugung, dass Deutschland seine Verteidigungsfähigkeit deutlich stärken muss. Ein Staat trägt schließlich auch Verantwortung für die Sicherheit seiner Bürger*innen und seiner Bündnispartner*innen
Dennoch lohnt es sich, genau hinzuhören, wenn Politiker von „Kriegstüchtigkeit“ sprechen. Sprache prägt Denken. Zwischen einer notwendigen Verteidigungsfähigkeit und einer Sprache, die Krieg als Normalität erscheinen lässt, besteht ein Unterschied. Deshalb sollte darüber offen diskutiert werden, welche Begriffe wir verwenden und welche politischen Ziele wir damit verbinden.
Fest steht,
öffentliche Mittel sind begrenzt. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Deshalb stellt sich nicht die Frage, ob Sicherheit oder sozialer Zusammenhalt wichtig sind – beides ist für einen funktionierenden Staat unverzichtbar. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die richtige Balance zu finden.
Fazit
Wenn hohe Summen für Verteidigung bereitgestellt werden, ist es rechtens zu fragen, ob gleichzeitig ausreichend in Bildung, Pflege, Krankenhäuser, Infrastruktur und Familien investiert wird. Ebenso ist es legitim, darauf hinzuweisen, dass eine glaubwürdige Verteidigung angesichts der aktuellen Bedrohungslage ihren Preis hat.
Gesellschaften verändern sich nicht allein durch Gesetze, sondern auch durch Worte. Deshalb sollten politische Debatten nicht den Eindruck erwecken, bestimmte Ausgaben seien alternativlos, während andere als bloßer Kostenfaktor erscheinen. Sicherheit und sozialer Zusammenhalt sind keine Gegensätze. Sie ergänzen einander.
Vielleicht ist deshalb die entscheidende Frage unserer Zeit nicht, ob wir uns den Sozialstaat leisten können oder ob wir in unsere Verteidigung investieren müssen. Die eigentliche Frage lautet, wie wir beides so gestalten, dass Deutschland auch künftig ein sicheres, wirtschaftlich starkes und zugleich solidarisches Land bleibt.
Denn der Erfolg eines Landes misst sich nicht allein an seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit oder seiner militärischen Stärke. Er zeigt sich ebenso daran, wie die Menschen leben, die auf Unterstützung angewiesen sind – und daran, ob sie sich zugleich sicher fühlen können
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Sport und Politik müssen getrennt bleiben
Kaum ein Satz wird von Funktionären häufiger wiederholt, wenn es um Fußball, Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften geht. Doch der hält weder einer aktuellen noch einer historischen Betrachtung stand. Sport war nie unpolitisch. Er war schon immer Bühne für Macht, nationale Interessen, wirtschaftliche Einflussnahme und ideologische Botschaften.
Der aktuelle Fall um den US-Fußball-Nationalspieler „Folarin Balogun“ macht das erneut deutlich.
Übereinstimmenden Berichten internationaler Nachrichtenagenturen und Medien zufolge kontaktierte US-Präsident Donald Trump FIFA-Präsident Gianni Infantino persönlich und bat darum, Baloguns Rote-Karten-Sperre überprüfen zu lassen. Kurz darauf wurde die automatische Sperre überraschend für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt – ohne nachvollziehbare öffentliche Begründung.
Ob Trumps Anruf die Entscheidung tatsächlich beeinflusst hat, kann nicht bewiesen werden. Entscheidend ist jedoch etwas anderes: Allein die Tatsache, dass sich ein Staatspräsident in ein laufendes sportrechtliches Verfahren einschaltet, zeigt, wie durchlässig die Grenze zwischen Politik und Sport in Wirklichkeit ist.
Die Reaktionen waren entsprechend deutlich. Jürgen Klopp sprach von einem „verrückten“ Vorgang. DFB-Präsident Bernd Neuendorf verlangte Aufklärung. Auch der EU-Sportkommissar Glenn Micallef erinnerte daran, dass sportrechtliche Entscheidungen allein den unabhängigen Verbänden zustehen und nicht der Politik.
FIFA-Präsident Gianni Infantino
Jede Einflussnahme wies der FIFA-Präsident zurück. Er erklärte, Trump lediglich auf das laufende Verfahren bei den unabhängigen FIFA-Gremien hingewiesen zu haben. Doch unabhängig davon bleibt ein schaler Beigeschmack. Denn Glaubwürdigkeit lebt nicht nur von tatsächlicher Unabhängigkeit, sondern auch vom Vertrauen in ihre Wahrung.
Wer glaubt, dies sei ein Einzelfall, irrt
Schon die Olympischen Spiele der Antike waren politische Ereignisse. Die griechischen Stadtstaaten nutzten sie, um ihre Stärke, ihren Einfluss und ihre kulturelle Bedeutung zu demonstrieren. Sport war Teil der Machtpolitik.
1936 machten Hitler und seine Nationalsozialisten die Olympischen Spiele in Berlin zur größten Propagandaveranstaltung ihrer Zeit. Millionen Menschen sollten glauben, Deutschland sei ein friedliches, modernes und überlegenes Land. Der Sport diente der Inszenierung einer verbrecherischen Diktatur.
Während des Kalten Krieges, ab den 1950er Jahren, wurden Olympische Spiele und Weltmeisterschaften zu Stellvertreterkonflikten zwischen Ost und West. Medaillenspiegel galten als Beweis für die Überlegenheit des jeweiligen politischen Systems. Boykotte gehörten ebenso dazu wie staatlich organisiertes Doping.
Auch heute bleibt der Spitzensport ein Instrument politischer Interessen. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar gilt vielen als Paradebeispiel für sogenanntes Sportswashing. Ein autoritärer Staat nutzte das größte Fußballturnier der Welt, um sein internationales Ansehen zu verbessern und Kritik an Menschenrechtsverletzungen in den Hintergrund zu drängen.
Hinzu kommen wirtschaftliche Interessen. Milliardenverträge, Fernsehrechte, Sponsoren und geopolitische Beziehungen machen internationale Sportverbände - FIFA und IOC - längst zu globalen Machtzentren. Wer glaubt, Entscheidungen würden ausschließlich nach sportlichen Maßstäben getroffen, verkennt diese Realität.
Deshalb ist die Behauptung, Sport und Politik ließen sich trennen, vor allem eines: ein Mythos.
Sport verbindet Menschen
Er kann Brücken bauen und Grenzen überwinden. Gleichzeitig ist er aber immer auch Spiegel gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Wer Weltmeisterschaften vergibt, Olympische Spiele ausrichtet oder über Sperren, Sanktionen und Verbandsentscheidungen bestimmt, bewegt sich längst nicht mehr ausschließlich auf sportlichem Terrain.
Fazit
Denn Sport ist Politik! Wer etwas anderes behauptet, verwechselt Wunschdenken mit Wirklichkeit.
Der Fall des US-Fußballers Folarin Balogun ist deshalb weniger eine Ausnahme als eine Erinnerung daran, dass Sport niemals außerhalb der Politik existiert hat. Erfolgreiche Sportler wurden schon von den Politikern des alten Griechenlands instrumentalisiert.
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AfD-Parteitag (4. und 5. Juli 2026) in Erfurt
Alice Weidel wurde als Parteivorsitzende mit deutlicher Mehrheit (81,31 %) wiedergewählt, während Co-Vorsitzender Tino Chrupalla mit etwas mehr als 70 Prozent ein deutlich schwächeres Ergebnis erzielte. Das entscheidende Signal nach außen lautet jedoch: Trotz interner Kontroversen, insbesondere um Björn Höcke, präsentiert sich die Partei geschlossen.
Diese demonstrierte Geschlossenheit kann als Teil einer Normalisierungsstrategie verstanden werden – eine Einschätzung, die auch zahlreiche politische Beobachter teilen.
Dem stehen allerdings gewichtige Fakten gegenüber: Fünf AfD-Landesverbände werden vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Zudem wurde Björn Höcke zweimal wegen der Verwendung einer verbotenen SA-Parole rechtskräftig verurteilt und ist dennoch weiterhin eine prägende Figur der Partei.
Auch die Entscheidung, den Bundesparteitag am 4. und 5. Juli in Erfurt abzuhalten, wurde kontrovers diskutiert. Kritiker weisen darauf hin, dass der Termin mit dem 100. Jahrestag des Weimarer Reichsparteitags der NSDAP zusammenfiel und bewerten dies als bemerkenswert. Ein Beleg dafür, dass diese Terminwahl bewusst so getroffen wurde, liegt jedoch nicht vor.
Zum vollständigen Bild gehört ebenso: Die AfD und ein großer Teil ihrer Wählerschaft weisen Vergleiche mit dem Faschismus entschieden zurück. Sie verweisen darauf, dass die Bundespartei als Ganzes bislang nicht rechtskräftig als gesichert rechtsextrem eingestuft ist. Die entsprechende Einstufung des Bundesamtes für Verfassungsschutz ist Gegenstand eines laufenden Gerichtsverfahrens.
Diese juristische Auseinandersetzung ändert jedoch nichts an den rechtskräftigen Urteilen gegen Björn Höcke oder an den Einstufungen mehrerer Landesverbände. Ebenso wenig beseitigt sie die zahlreichen dokumentierten Äußerungen führender AfD-Politiker, die immer wieder Anlass zu erheblicher Kritik geben. Die pauschale Gleichsetzung der AfD mit dem „Dritten Reich“ bleibt jedoch juristisch und politikwissenschaftlich umstritten.
Fazit
Wer aus der Geschichte des Nationalsozialismus nichts über die Fragilität demokratischer Institutionen gelernt hat, blendet einen wesentlichen Teil der historischen Erfahrung aus.
Unabhängig davon, wie man die AfD auf Bundes- oder Landesebene politisch einordnet, gilt für mich: AfD bleibt AfD.
Eine umfangreiche Dokumentation rechtsextremer und faschister Aussagen von AfD-Mitgliedern befindet sich hier.
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Nicht nur in den 1930 Jahren war Satire gefährlich für Diktaturen. Autoritäre Regime fürchten auch heute noch Spott und Häme, weil sie ihren Anspruch auf Unfehlbarkeit zerstört. Deshalb wurden Karikaturisten wie Walter Trier verfolgt.
* Walter Trier war mehr als der Illustrator von Kinderbüchern. Obwohl ihn viele - vor allem durch die Illustrationen zu den Büchern von Erich Kästner kennen, war er einer der bedeutendsten politischen Zeichner seiner Zeit.
* Die Nationalsozialisten verfolgten ihn früh. Als Jude erhielt Trier Berufsverbot, musste fliehen und setzte seinen Kampf gegen den Nationalsozialismus aus dem Exil fort.
* Humor als Widerstand. Für die britische Regierung zeichnete er Propagandamaterial gegen Adolf Hitler. Seine Zeichnungen machten Diktatoren lächerlich – und nahmen ihnen damit einen Teil ihrer Macht. Trotz seiner Erfahrungen wurde Trier kein Zeichner des Hasses.
Seine Arbeiten waren von Humanismus geprägt und sollten Menschen zum Nachdenken bringen, nicht zur Vergeltung aufstacheln.
Fazit
Dieser Zeit sind wir wieder erschreckend nahegekommen. Viele aktuelle Politiker*innen – mit rechtem Gedankengut – erinnern uns daran, dass Demokratie kein Selbstgänger ist. Sie wirken darauf hin, dass Nationalismus, Antisemitismus und autoritäres Denken wieder mehr Einfluss gewinnen.
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Die aktuelle Lage
Eine extreme Hitzewelle erfasst Europa im Juni 2026; Temperaturen liegen über 10 Grad über dem langjährigen Mittel. Der bisherige deutsche Hitzerekord (41,2°C, Juli 2019) könnte fallen
Die Gefährlichkeit der Hitze wird in Deutschland oft unterschätzt.
Gewöhnlich freuen sich alle, wenn es »warm« wird. Das liegt an der deutschen Klimahistorie: Noch in den Fünfzigerjahren gab es im Schnitt nur dreieinhalb Tage pro Jahr mit mehr als 30 Grad.
Mittlerweile sind es - „der Klimakrise sei Dank“ - über 12 Tage, wobei es immer öfter Ausschläge nach oben gibt, so waren es 2018 schon einmal 20 Tage pro Jahr. Diese neue Klimarealität wird nicht mehr verschwinden, sondern dürfte sich laut Klimaforschenden eher verschärfen.
Es wird künftig normal sein, dass es wochenlang so heiß ist. Die Wetterlage ist kein Spaß, sondern eine Naturkatastrophe.
Bei Erdbeben, Wirbelstürme, Waldbrände oder Überflutungen käme niemand auf die Idee, Meldungen mit Bildern glücklicher Kinder am Springbrunnen und dösender Urlauber am Strand zu illustrieren, wie es oft noch der Fall ist. Hitze assoziieren viele Bürger mit Planschvergnügen und dem letzten Italienurlaub. Ein fataler Irrtum - und ein Grund, warum Deutschland bisher so schlecht vorbereitet ist.
Jeden Sommer sterben Tausende Menschen in Deutschland wegen der hohen Temperaturen. Das Robert Koch-Institut nennt sie »hitzebedingte Sterbefälle«. Im vergangenen, vergleichsweise milden Sommer waren es rund 2500 Tote, in extremen Hitzesommern wie 2018 fast 9000 Tote.
Speziell Menschen mit einer Vorerkrankung, etwa Bluthochdruck oder einem schwachen Herz sind betroffen. Doch auch gesunde Menschen können an einem Hitzeschlag sterben. Hinzu kommt eine nicht erfasste Zahl alter und chronisch kranker Menschen, deren Gebrechen durch die hohen Temperaturen schlimmer werden. Auch wenn sie nicht sterben, leiden sie unter der Hitze.
Die Politik reagiert,
als ginge sie das nichts an. Die meisten Krankenhäuser in Deutschland sind nicht oder nur teilweise klimatisiert. Frisch operierte Menschen, Frauen im Kreißsaal, die gerade ein Kind bekommen haben, oder Patienten mit Krebsleiden oder Schlaganfall liegen derzeit in Tausenden - unklimatisierten - Mehrbettzimmern. Haben sie Pech, liegen sie in einem ungedämmten Altbau auf der Südseite.
Dramatisch sind auch die wirtschaftlichen Folgen: Hohe Temperaturen sind ein Standortrisiko. Mehr als 100 Milliarden Euro könnte die Hitze die deutsche Volkswirtschaft bis 2030 kosten.
Pro Grad Celsius - oberhalb der kritischen Marke von 30 Grad - sinkt die Produktivität um rund drei Prozent, die Energiekosten steigen um etwa 1,2 Prozent, rechnet der Kreditversicherer Allianz Trade vor. Eine Studie von Prognos im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums hat die Folgen sogar auf einen einzigen Hitzetag heruntergerechnet: Der führt zu Verlusten von 431 Millionen Euro.
Mit guten Ratschlägen und Wasserspendern lassen sich diese Probleme nicht beheben. Beim Klimaschutz muss die Politik endlich verbindliche Regeln setzen: Wird ein Gebäude saniert oder neu gebaut, sollte der Hitzeschutz eingeplant werden. Gemeinden müssten verpflichtet werden, eine Mindestzahl kühler Rückzugsorte bereitzustellen. Auch Krankenhäuser und Pflegeheime brauchen solche Räume.
Wie es besser geht, zeigt Frankreich . Dort haben die Menschen gerade die heißeste Nacht seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt.
Tagsüber herrschten in den südwestlichen Landesteilen 44 Grad. Dennoch hat das Land die Folgen halbwegs im Griff, seitdem es verpflichtende Hitzeschutzpläne für alle Gemeinden gibt und man sich um vulnerable Gruppen kümmert.
Durch das landesweite Hitzeregister können Menschen ab 65 bei mehr als 34 Grad angerufen oder besucht werden. Zudem greifen für Krankenhäuser gesetzliche Krisenpläne in Hitzewellen. Darin sind konkrete Maßnahmen vorgesehen, etwa die Räumung von überhitzten Räumen.
In Deutschland gibt es nur unverbindliche Empfehlungen. Es gäbe hierzulande also viel zu tun. Wenn nicht für diesen, dann für nächsten Sommer.
Das Wahrnehmungsproblem
Hitze wird in Deutschland verharmlost und oft mit positiven Bildern (Freibad, Urlaub) assoziiert, statt als Naturkatastrophe behandelt zu werden. Andere Extremwetterereignisse (Erdbeben, Stürme, Überschwemmungen) werden nicht so verniedlicht.
Gesundheitliche Folgen
Hitzebedingte Todesfälle: ca. 2.500 im letzten (milden) Sommer, bis zu 9.000 in Extremsommern wie 2018.
Betroffen sind auch Vorerkrankte, ältere Menschen und Patienten in unklimatisierten Krankenhäusern
Wirtschaftliche Folgen
✅ Bis 2030 könnten Hitzeschäden die deutsche Wirtschaft über 100 Milliarden Euro kosten.
✅ Pro Grad über 30°C: ca. 3% Produktivitätsverlust,
✅ 1,2% höhere Energiekosten.
✅ Ein einzelner Hitzetag kostet schätzungsweise 431 Millionen Euro.
Fazit
Lösungsvorschlag: Frankreich als Vorbild:
✅ Verpflichtende Hitzeschutzpläne für Gemeinden.
✅ Ein Register, über das gefährdete Menschen ab 65 Jahren bei Extremhitze kontaktiert werden.
✅ Gesetzliche Krisenpläne für Krankenhäuser.
Auch Deutschland braucht verbindliche, statt unverbindliche Regeln bei Bauvorschriften, kühlen Rückzugsorten und Krankenhausschutz.
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Kann die AfD, durch ein Gesetz von 1879 die Justiz beeinflussen?
Hier kommt die Angst, vor dem Missbrauch der Demokratie, ins Spiel.
Beamte sind gegenüber ihren Vorgesetzten weisungsgebunden und könnten im schlimmsten Fall, für bestimmte, politische Vorhaben, instrumentalisiert werden.
Worum geht’s?
1879, kurz nach der Reichsgründung, hat Deutschland seine Justiz vereinheitlicht. Dabei wurde auch festgelegt: Staatsanwaltschaften sind “weisungsgebunden”.
Das heißt im Klartext, auf die heutige Situation bezogen, ein(e) Justizminister*inn - z.B. von der AfD - kann Staatsanwälten*innen Anweisungen geben, Ermittlungen stoppen, beschleunigen und in eine bestimmte Richtung zu lenken.
Das Gesetz ist über 140 Jahre alt und und kann bis heute fast unverändert angewendet werden.
In der Praxis passiert das so gut wie nie. Kein Minister will sich die Finger verbrennen, indem er offensichtlich in ein Verfahren eingreift. Aber die Möglichkeit besteht. Das macht gerade aktuell - vielen Demokraten - Angst und Sorgen.
Trotz aller Bemühungen habe es keinerlei Fortschritt gegeben. Nach wie vor habe der Bundesjustizminister ein unbegrenztes Weisungsrecht gegenüber dem Generalbundesanwalt.
Die Staatsanwaltschaften in den Ländern seien an Weisungen der jeweiligen Landesjustizministerien gebunden. Eine Reform sei wichtiger denn je, auch angesichts des Abbaus von Rechtsstaatlichkeit in anderen EU-Staaten.
Warum jetzt die Aufregung?
Ein kurzer Blick auf den Kalender: Im September wird in Sachsen-Anhalt gewählt, und die AfD hat reelle Chancen auf eine Regierungsbeteiligung, vielleicht sogar auf eine Alleinregierung. Und damit auch auf den Posten der Justizminister*inn, mit Weisungsbefugnis gegenüber der Staatsanwaltschaft.
Der Deutsche Richterbund schlägt deshalb Alarm. Geschäftsführer Sven Rebehn warnt sinngemäß: Wenn rechtspopulistische Parteien an Einfluss gewinnen, dürfe es keine offenen Türen für politischen Missbrauch der Strafverfolgung geben. Seine Forderung: Das Weisungsrecht sollte abgeschafft werden - und zwar bevor es zu spät ist.
Pikant dabei ist,
der Blick ins Ausland macht es nicht entspannter.
Wer vor Machtmissbrauch in der Justiz warnt, zeigt gerne auf andere Länder:
* Polen, wo die frühere, rechtsgerichtete Regierung mit neuen Gesetzen, unliebsame Richter unter Druck gesetzt hat
* Ungarn, wo Viktor Orbán die Justiz durch Verfassungsänderungen stärker an die Regierung gebunden hat.
* USA, wo Donald Trump sich offene Machtkämpfe mit Gerichten liefert.
Ist Deutschlands Justiz schon betroffen?
Nicht in dem Ausmaß wie in den genannten Ländern — aber ganz frei von politischer Einflussnahme ist die Justiz auch nicht. Hinter den Kulissen erzählen Staatsanwälte und Polizeibeamte von Fällen, in denen wichtige Posten nach Parteifarbe besetzt wurden, oder Ermittlungen auf politischen Druck hin beschleunigt wurden.
Noch deutlicher wird’s beim Europäischen Gerichtshof: Der hat Deutschland für genau dieses Weisungsrecht gerügt. Die Konsequenz ist konkret spürbar — deutsche Staatsanwälte dürfen wegen mangelnder Unabhängigkeit keine europäischen Haftbefehle mehr ausstellen. Das übernehmen jetzt die Gerichte.
Und was macht die Politik?
Hier wird’s typisch deutsch-kompliziert. NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) plädiert für ein “Weisungsrecht light”: Staatsanwälte sollen mehr Autonomie bekommen, aber der Minister behält im Notfall noch einen letzten Hebel.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) ist zurückhaltender. Sie sieht verfassungsrechtliche Bedenken gegen eine komplette Abschaffung und setzt eher auf mehr Transparenz — zum Beispiel, dass Weisungen schriftlich dokumentiert werden müssen.
Ihr Vorgänger Marco Buschmann hatte schon einen Reformentwurf in der Schublade. Der kam aber nie durch, weil die Ampelkoalition vorher zerbrach. Die jetzige Merz-Regierung hat dazu nichts Verbindliches im Koalitionsvertrag stehen — man “schaue sich den Entwurf nochmal an”, heißt es vage aus dem Ministerium.
Fazit
Es ist eine dieser Situationen, in denen ein Gesetz aus dem Kaiserreich plötzlich hochaktuell wird, weil sich die politische Landschaft verändert. Die Frage ist nicht, ob das Weisungsrecht heute missbraucht wird - sondern ob es das Werkzeug dafür liefern könnte, falls sich die Machtverhältnisse verschieben. Und solange das offen bleibt, wird die Debatte nicht verschwinden.
Das Muster ist immer ähnlich: Wenn die Gewaltenteilung zwischen Regierung und Justiz aufweicht, wächst der politische Zugriff auf Ermittlungen und Urteile.
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Der Kerngedanke,
Der entscheidende Punkt: Weder Umlage- noch Kapitaldeckungsverfahren können die grundlegende Realität umgehen, dass Rentner von der aktuellen Produktion der arbeitenden Generation leben. Ein Rentenfonds kann keine heute produzierten Pflegeleistungen, Lebensmittel oder Wohnungen aus der Vergangenheit „lagern“. Er verschafft lediglich Ansprüche auf einen Anteil der zukünftigen Wertschöpfung.
* Der Unterschied liegt in der Verteilung der Risiken.
* Die Umlage hängt unmittelbar von Demografie, Beschäftigung, Produktivität und politischen Entscheidungen im jeweiligen Land ab.
* Die Kapitaldeckung hängt von Kapitalmarktrenditen, Inflation, Finanzkrisen und ebenfalls von politischen Rahmenbedingungen ab.
* Demografisches Risiko: Hier liegt tatsächlich das stärkste Argument für eine ergänzende Kapitaldeckung. Wenn immer weniger Erwerbstätige immer mehr Rentner finanzieren müssen, geraten Beitragssätze oder Rentenniveau unter Druck. Kapitalanlagen können einen Teil dieses Risikos auf andere Länder und Zeiträume verteilen.
* Politisches Risiko: Oft wird übersehen, dass auch Rentenansprüche im Umlagesystem nicht garantiert sind. Renteneintrittsalter, Rentenniveau, Beitragsbemessung oder Steuerzuschüsse können jederzeit durch Mehrheiten verändert werden. Die Geschichte der Rentenreformen zeigt das deutlich.
* Kapitaldeckung ist nicht automatisch Spekulation. Das Gegenargument „Börsen können abstürzen“ trifft vor allem auf Systeme zu, die vollständig auf Kapitalmärkte setzen. Langfristig breit gestreute Anlagen über Jahrzehnte hinweg haben historisch deutlich geringere Risiken als Einzelinvestitionen. Deshalb setzen Länder wie die Schweiz oder Schweden auf Mischsysteme.
Ein möglicher Gegeneinwand wäre allerdings,
internationale Diversifikation hilft nur begrenzt. Wenn die Alterung nahezu alle Industriestaaten gleichzeitig betrifft, können auch Kapitalerträge nicht vollständig von den globalen demografischen Entwicklungen entkoppelt werden. Am Ende müssen auch Aktiengewinne, Dividenden und Zinsen aus der laufenden Wertschöpfung realer Arbeitnehmer stammen.
Deshalb lautet die Position vieler Ökonomen nicht „Umlage oder Kapitaldeckung“, sondern:
Ein stabiles Rentensystem kombiniert Umlage, Kapitaldeckung und steuerfinanzierte Elemente, damit nicht ein einziges Risiko (Demografie, Kapitalmarkt oder Politik) allein über die Alterssicherung entscheidet.
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Vor der Gründung des Star-Clubs,
befand sich an dieser Adresse, das Manfred Weissleder gehörende Stern-Kino. Dieses wurde von Weissleder zum Starclub umgestaltet.
Die Räume des Kinos einschließlich Eingang und Balkon wurden nur wenig umgebaut. Der Starclub in Hamburg (Große Freiheit 39) wurde am 13. April 1962 – vom Eigner Manfred Weissleder - eröffnet.
Der vom Stern-Kino zum Starclub umgebaute Musikclub, stand direkt in Nachbarschaft zum Grundstück der barocken St.-Josephs-Kirche.
Unter der ersten Generation der Starclubkellner befand sich auch Horst Fascher (ehemaliger Hamburger Amateurboxmeister). Er wurde nach seiner Tätigkeit als Starclub-Kellner, unter Besitzer Weissleder, Geschäftsführer des Starclubs.
Weissleder und Fascher holten - in den sieben Jahren des Starclubsbestehens - viele bekannte Weltstars und Größen der Rock-, Blues- und Soulmusik in den Star-Club.
Weltweite Berühmtheit,
erlangte der Star-Club vorwiegend durch die Gastspiele der Beatles, die dreimal in dem Club gastierten: Das erste siebenwöchige Gastspiel begann am 13. April 1962 und endete am 31. Mai 1962. Vom 1. bis zum 14. November 1962 gaben sie 28 Konzerte ihres zweiten Gastspiels. Das dritte Gastspiel dauerte vom 18. Dezember bis zum 31. Dezember 1962.
Ihre ersten Auftritte in Hamburg hatten die Beatles aber im Club Indra, in der Großen Freiheit auf St. Pauli. Es war der erste Hamburger Musik-Club, in dem die Beatles am 17. August 1960 spielten. Noch heute schwebt die Aura der Pilzköpfe über der Stätte.
Im Kaiserkeller, ab Oktober 1960, ging es mit Tony Sheridan Nacht für Nacht weiter,
Auch im Top Ten auf der Reeperbahn traten die Beatles vom 1. April bis zum 1. Juli 1961 als Begleitband von Tony Sheridan auf. Bis der Starclub ab April 1962, zur zweiten Heimat der Beatles wurde.
Die meisten Interpret*innen und Bands, der Rock, Soul und Blues-Szene, die im Star-Club auftraten, waren oder wurden weltbekannt:
Tony Sheridan, The Searchers, King Size Taylor and the Dominoes, Chris Andrews, Johnny Kidd & the Pirates, The Undertakers, Bill Haley, Chuck Berry, Little Richard, Jimi Hendrix, Manfred Mann, The Big Tree, The Animals, Screaming Lord Sutch, Gene Vincent, Gerry & the Pacemakers, The Cream mit Eric Clapton, Ray Charles, Fats Domino, The Remo Four, The Everly Brothers, The Pretty Things, Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich, James Brown, The Troggs, Chris Farlowe, Billy J Kramer, Brenda Lee, Tommy Roe, Johnny and the Hurricanes, Wayne Fontana and the Mindbenders, Duane Eddy, Joey Dee, Lee Curtis and the All-Stars, The Big Three, The Blizzards, Sweet Little Sixteen, Cisco and his Dynamites und Jerry Lee Lewis. Letzterer nahm dort 1964 sein Album Live at the Star-Club Hamburg auf.
Nicht zu vergessen: Die deutschen Bands: The Rattles, The Lords, The Rivets und die erste Frauenrockband im Starclub - The Liverbirds - aus Liverpool.
Auch Little Eva war eine Sängerin, die sich 1962 mit dem Hit „The Loco-Motion“ gegen die männliche Übermacht im Starclub durchsetzte und mit ihrem Stück die Hitlisten eroberte.
Außer, Elvis Presley den Rolling Stones, den WHO‘s, den Bee Gees, Joe Cocker, gastierten nach den Beatles (bis 1961, mit Tony Sheridan, als The Beat Brothers) alle Weltstars der damaligen Zeit im Starclub.
In einer ersten Phase (bis Juni 1964),
als der Club wegen prügelnder Kellner von der Ordnungsbehörde (Amtmann Falck) geschlossen wurde und mit Hans Bunkenburg als neuem Geschäftsführer wieder eröffnete, traten allabendlich sieben Bands auf - jede spielte ca. eine Stunde.
Zeitweise gab es auch gleichnamige Ableger in Berlin, Köln, Bielefeld, Bremen, Kiel, und Flensburg, in denen dieselben Bands spielten. Bis Dezember 1965 warb eine eigene Zeitschrift, Star Club News, für die Konzerte.
Im Februar 1969 begann die dritte Phase des Star-Club in Hamburg. Nun übernahmen und gestalteten die Bandleader Achim Reichel, Frank Dostal (Rattles und Wonderland) und Kuno Dreysse (The Rivets) den Starclub und gestalteten das Programm.
In der Hauptsache spielten Bands wie The Nice, Spooky Tooth, Taste, Yes, Colosseum, East of Eden, Vanilla Fudge, Gun, Steamhammer, Black Sabbath (noch als The Earth), aber auch The Easybeats, Richie Havens, Ohio Express, Bandwagon, Spooky Tooth und The Tremeloes. Allerdings blieb werktags häufig das Publikum aus; die Gagen konnten nicht mehr bezahlt werden. Das letzte Konzert am Tag der Schließung, dem 31. Dezember 1969, gaben Hardin & York.
Den verantwortlichen Politikern der Stadt Hamburg, wurde erst später deutlich, dass dieser Club in die Musikgeschichte eingeht.
Nach dem Ende des Star-Club, zog das Erotik-Nachtlokal Salambo ein.
Das Gebäude, das nach einem Brand 1983 brachlag, wurde schließlich 1987 abgerissen.
Das St. Pauli Museum von Günter Zint,
der zwischen 1964 und 1969 auch als Fotograf im Club arbeitete, hat einen Gedenkstein auf dem früheren Star-Club-Gelände aufstellen lassen.
Dieser Stein enthielt zunächst zwei Fehler: The Who sind nie im Star-Club aufgetreten, waren aber als Gäste im Club; der übereifrige Steinmetz hatte bei der Gestaltung des Steines seine Lieblingsgruppe eingraviert. Jimi Hendrix wurde auf der Stele als „Jimy Hendrix“ aufgeführt. Diese beiden Fehler wurden mittlerweile beseitigt. So ist Jimi Hendrix nun in der richtigen Schreibweise vorzufinden, und anstatt The Who wurden The Rivets verewigt.
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Eckpunkte zur Rentenkommission, die am 23. Juni 2026 ihre Empfehlungen vorlegt:
Die Kommission hat nach fünfeinhalb Monaten Beratungszeit und rund 150 Stunden Sitzungen ihren Bericht fertig. Sie soll Vorschläge für alle drei Säulen der Altersvorsorge liefern: gesetzliche Rente sowie betriebliche und private Vorsorge. Insgesamt handelt es sich um ein Gesamtpaket mit 30 Empfehlungen.
Bei einzelnen Punkten gab es Gegenstimmen oder Enthaltungen. Vorschläge mit nur knapper Mehrheit wurden nicht aufgenommen.
Nach wie vor wird aber - die vermeintlich effektivste Lösung - die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) nicht berücksichtigt. Warum werden kleine Renten voll verbeitragt und hohe Einkommen gedeckelt?
Rentner:innen erhalten gesetzliche DRV-Rente und ggf. Betriebsrente.
Auf die gesamten Einkünfte zahlen sie Krankenkassenbeiträge, Pflegeversicherungsbeiträge – und den Zusatzbeitrag für die Krankenkasse - je zu 50% die Rentner:innen und die DRV.
Auf Betriebsrenten sogar den vollen (100 %) Beitragssatz.
Die Rentner:innen zahlen also auf jeden Euro ihres Einkommens Beiträge zur Sozialversicherung.
Durch die 100%-Verbeitragung der Betriebsrenten kann der Gesamtbetrag der Rentner:Inn höher ausfallen wie der Beitrag der Spitzenverdiener:innen, die über die BBG verdienen.
Diese sind durch die BBG gedeckelt. Spitzenverdiener zahlen also nur auf einen Teil ihres Einkommens - Beiträge - bis zur BBG.
Die zentralen Inhalte der Rentenkommision
Renteneintrittsalter:
Ab 2032 soll das Renteneintrittsalter an die erwartete Steigerung der Lebenserwartung gekoppelt werden – steigt diese um ein Jahr, müsste acht Monate länger gearbeitet werden. Ab 2042 stiege das Eintrittsalter alle zehn Jahre um ein halbes Jahr, sodass die Rente mit 70 erst in den 2090er-Jahren erreicht würde.
Kapitalgedeckte Säule:
Nach schwedischem Modell soll ein Teil der Beiträge am Aktienmarkt angelegt werden – beginnend bei 0,5 Prozent vom Bruttolohn, aufwachsend auf 2 Prozent, je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Davon sollen vor allem Beschäftigte profitieren, die ab 2040 in Rente gehen.
Mehr Einzahler:
Auch Abgeordnete aus Bundestag und Landtagen, Selbstständige und Vorstandsvorsitzende von Aktiengesellschaften sollen künftig in die Rentenkasse einzahlen; Beamte bleiben vorläufig außen vor. Zudem soll die Minijob-Befreiung von Rentenbeiträgen abgeschafft werden – nur noch Schüler dürfen bis 603 Euro monatlich beitragsfrei verdienen.
Fazit
Die Kommission kann nur Vorschläge unterbreiten, keine Gesetze beschließen. CDU, CSU und SPD müssen sich danach auf konkrete Eckpunkte verständigen, bevor Gesetzentwürfe und Kabinettsbeschlüsse folgen. Sozialministerin Bas hatte eine direkte Übernahme von einem einstimmigen Kommissionsbeschluss abhängig gemacht – da das nicht überall der Fall war, könnten innerhalb der Koalition neue Verhandlungen nötig werden.
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Der Erfolg der AfD ist mehr als nur ein aktuelles Stimmungsbild. Wenn eine rechtsextreme Partei besonders unter jungen Männern so eine große Zustimmung gewinnt und junge Menschen - über die sozialen Medien - zunehmend die politische Meinungsbildung prägen, dann handelt es sich nicht mehr nur um ein demographisches Phänomen. Es ist eine gesellschaftliche Herausforderung.
Viele Wählerinnen und Wähler treffen ihre Entscheidung nicht nach gründlicher Lektüre von Parteiprogrammen, sondern aus Enttäuschung über die aktuelle Politik. Von dieser Unzufriedenheit profitiert die AfD mit einfachen Antworten auf komplexe Probleme und mit Botschaften, die sich in sozialen Netzwerken schnell verbreiten.
Dabei bleibt häufig unbeachtet, welche Folgen zahlreiche Forderungen der Partei für Wirtschaft, Sozialstaat und Deutschlands internationale Stellung hätten. Gerade darin liegt ein bemerkenswerter Widerspruch: Aus Frust über die Gegenwart unterstützen manche Menschen eine Politik, deren langfristige Konsequenzen ihren eigenen Interessen sogar entgegenstehen könnten.
Der wachsende Zuspruch für die AfD sollte deshalb nicht nur als Ausdruck von Protest verstanden werden. Er wirft auch die Frage auf, wie politische Bildung, unabhängige Medien und demokratische Institutionen Menschen wieder stärker für faktenbasierte Debatten und langfristige gesellschaftliche Interessen gewinnen können.
Fazit
Demokratie lebt nicht allein von Wahlen. Sie lebt auch davon, dass politische Entscheidungen auf Grundlage von Informationen, Verantwortung und einem Bewusstsein für die Folgen getroffen werden.
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In Deutschland herrscht geringe Bereitschaft, für Reformen
Angesichts großer Probleme in vielen Bereichen – wie bei Rente, Arbeitsmarkt oder Gesundheit – halten die weitaus meisten Befragten grundlegende Reformen in Deutschland für wichtig, unabhängig von finanziellen Belastungen und Einschnitten.
Gleichzeitig gibt es aber erhebliche Zweifel an der Reformbereitschaft in unserem Land: Nur knapp ein Viertel geht davon aus, dass die Bereitschaft für solche Reformen groß ist. Drei Viertel glauben nicht, dass hierfür bei uns alles in allem eine hohe Bereitschaft vorhanden ist.
Hinweis: Alle hier aufgeführten Prozentwerte und Annahmen sind dynamisch und können sich entsprechend des Umfragetermins und der politischen Situation, jederzeit verändern.
Nach wie vor herrschen aber große Zweifel am Reformpaket der Regierung und weiter viel Unzufriedenheit. Das spiegelt sich in der sogenannten Sonntagsfrage, durch die hohe Zustimmung zur AfD (stärkste Partei) wider.
AfD weiter vor der Union
Union und SPD erhalten weiterhin nur relativ wenig Zustimmung: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf 24 Prozent und die AfD würde mit 28 Prozent vorne liegen.
Die SPD verharrt auf 13 Prozent. Grüne dürfen sich auf 12 Prozent einstellen. Was die Linke anbetrifft, sie darf mit 11 Prozent rechnen. Während die FDP mit 4 Prozent unter der 5%-Hürde dümpelt und somit außen vor ist. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot keine Mehrheit.
Fazit
In diesem Jahr wird in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Die Mehrheit der Bevölkerung erwartet negative Folgen für Deutschland. Das liegt am hohen Zuspruch zur AfD und deren voraussichtliche Wahl. Stellt die AfD zukünftig in beiden ostdeutschen Bundesländern die Regierung, wären die nationalen und internationalen Auswirkungen für Deutschland, nach Meinung der meisten demokratisch gesinnten Wähler:innen und Institutionen eher negativ.
72 Prozent der Deutschen sehen in der AfD eine Gefahr für die Demokratie, darunter 74 Prozent der Befragten im Westen und 61 Prozent der Befragten im Osten. Insgesamt gut ein Viertel (26 Prozent) sieht das nicht so.
Es ist schwer nachvollziehbar, warum sich demokratisch gesinnte Menschen, der AfD hinwenden.
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Bei der Frage, wer zukünftig die bestimmende Macht in der Welt sein wird, zeigt sich im Vergleich zu vor drei Jahren ein klarer Bedeutungszuwachs für China und ein ebensolcher Verlust für die USA. So lag im Februar 2023 für knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) hier China vorn und für ein Drittel (33 Prozent) die USA; lediglich 8 Prozent nannten Europa und nur 1 Prozent Russland. Jetzt sehen 62 Prozent in China die künftig führende Weltmacht, nur noch 22 Prozent nennen hier die USA. Europa (7 Prozent) und Russland (2 Prozent) spielen nach Meinung der Deutschen hier weiter keine wesentliche Rolle.
Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 19. bis zum 21. Mai 2026 bei 1340 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund ± 3 Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund ± 2 Prozentpunkte.
Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU 23 Prozent, AfD 19 Prozent, SPD 13 Prozent, Grüne 23 Prozent, Linke 14 Prozent, FDP 3 Prozent.
Die Mehrheit sieht China als führende Weltmacht – die USA fallen zurück
Angesichts großer Probleme in vielen Bereichen wie bei Rente, Arbeitsmarkt oder Gesundheit, halten mit 89 Prozent die weitaus meisten Befragten grundlegende Reformen in Deutschland für wichtig, auch wenn diese zu finanziellen Belastungen und Einschnitten führen (nicht wichtig: 9 Prozent, Rest zu 100 Prozent) hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht".
Gleichzeitig gibt es aber erhebliche Zweifel an der Reformbereitschaft in unserem Land: Nur 23 Prozent gehen davon aus, dass die Bereitschaft für solche Reformen groß ist. Drei Viertel (75 Prozent) glauben nicht, dass hierfür bei uns alles in allem eine hohe Bereitschaft vorhanden ist.
Persönlich würden 3 Prozent der Befragten für grundlegende Reformen sehr große und 29 Prozent große Belastungen in Kauf nehmen. Weitere 43 Prozent wären zu nicht so großen und 23 Prozent zu keinen Belastungen bereit.
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Das Streben, einer erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad, ist das Lebensthema des AfD-Geschichtslehrers Björn Höcke.
Zwar leugnete Höcke (seit 2014 Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag) nie den Massenmord an den Juden, aber für ihn ist er nur eine unschöne Fußnote, in der sonst so glorreichen deutschen Geschichte oder “ein Vogelschiss der Geschichte“, wie sein Parteifreund Alexander Gauland behauptete.
Schon in seinem Buch „Nie zweimal in denselben Fluss" und seinen mutmaßlichen Frühwerken, die er wohl unter Pseudonym „Landolf Ladig" in NPD-Postillen schrieb, verharmlost Höcke das NS-Regime als gut gemeinte Antiglobalisierungsbewegung, die versuchte, die Krisen der Moderne in den Griff zu bekommen, aber leider dabei über das Ziel hinausschoss.
Mit seiner neuesten Aussage, der Holocaust sei „nicht im Namen der Deutschen" geschehen, ist aber auch für Höcke eine neue Stufe der Lüge und Geschichtsklitterung erreicht.
Er will die deutsche Verantwortung für den industriellen Massenmord ultimativ abstreifen. Der sei ja unter strengster Geheimhaltung passiert. Höcke spricht nach dem Motto:
„Wenn das der Führer wüsste!" Als hätten nicht Deutsche die Deportationen organisiert, sich am Gut der Ermordeten bereichert, Wachtürme besetzt und Gaskammern bedient.
Fazit
Über Gaulands „Vogelschiss" gab es 2018 einen Aufschrei in Politik und Zivilgesellschaft. Der Höcke von 2026, das ist die deprimierende Nachricht, kann solche Sprüche folgenlos äußern. Man muss diesem Mann zuhören und widersprechen, seine Botschaft als den Skandal brandmarken, die sie ist. Und verhindern, dass so ein Mensch und seine Gesinnungsgenoss*innen je eine Staatskanzlei besetzen.
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