Sonntag, 21. Juni 2026
Star-Club

Vor der Gründung des Star-Clubs,
befand sich an dieser Adresse, das Manfred Weissleder gehörende Stern-Kino. Dieses wurde zu einem Musikclub umgestaltet. Die Räume des Kinos einschließlich Eingang und Balkon wurden nur wenig umgebaut. Das Gebäude stand direkt neben dem Grundstück der barocken St.-Josephs-Kirche. Der Starclub in Hamburg (Große Freiheit 39) wurde am 13. April 1962 – vom Eigner Manfred Weissleder - eröffnet.
Horst Fascher (ehemaliger Hamburger und norddeutscher Amateurboxmeister) wurde nach seiner Tätigkeit als Starclub-Kellner, unter Besitzer Weissleder, Geschäftsführer des Starclubs. Weissleder und Fascher holten - in den sieben Jahren seines Bestehens - viele bekannte Weltstars und Größen der Rock-, Blues- und Soulmusik in den Star-Club. 
Nach dem Ende des Star-Club, zog das Erotik-Nachtlokal Salambo ein. 
Das Gebäude, das nach einem Brand 1983 brachlag, wurde schließlich 1987 abgerissen.

Weltweite Berühmtheit,
erlangte der Star-Club vorwiegend durch die Gastspiele der Beatles, die dreimal in dem Club gastierten: Das erste siebenwöchige Gastspiel begann am 13. April 1962 und endete am 31. Mai 1962. Vom 1. bis zum 14. November 1962 gaben sie 28 Konzerte ihres zweiten Gastspiels. Das dritte Gastspiel dauerte vom 18. Dezember bis zum 31. Dezember 1962.

Ihre ersten Auftritte in Hamburg hatten die Beatles aber im Club Indra, in der Großen Freiheit auf St. Pauli. Es war der erste Hamburger Musik-Club, in dem die Beatles am 17. August 1960 spielten. Noch heute schwebt die Aura der Pilzköpfe über der Stätte.

Im Kaiserkeller, ab Oktober 1960, ging es mit Tony Sheridan Nacht für Nacht weiter,

Auch im Top Ten auf der Reeperbahn traten die Beatles vom 1. April bis zum 1. Juli 1961 als Begleitband von Tony Sheridan auf.

Bis der Starclub ab April 1962, zur zweiten Heimat der Beatles wurde.
Die meisten Interpret*innen und Bands, der Rock, Soul und Blues-Szene, die im Star-Club auftraten, waren oder wurden weltbekannt:
Tony Sheridan, The Searchers, King Size Taylor and the Dominoes, Chris Andrews, Johnny Kidd & the Pirates, The Undertakers, Bill Haley, Chuck Berry, Little Richard, Jimi Hendrix, Manfred Mann, The Big Tree, The Animals, Screaming Lord Sutch, Gene Vincent, Gerry & the Pacemakers, The Cream mit Eric Clapton, Ray Charles, Fats Domino, The Remo Four, The Everly Brothers, The Pretty Things, „Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich“, James Brown, The Troggs, Chris Farlowe, Billy J Kramer, Brenda Lee, Tommy Roe, Johnny and the Hurricanes, Wayne Fontana and the Mindbenders, Duane Eddy, Joey Dee, Lee Curtis and the All-Stars, The Big Three, The Rattles, The Lords, The Blizzards, Sweet Little Sixteen, Cisco and his Dynamites und Jerry Lee Lewis. Letzterer nahm dort 1964 sein Album Live at the Star-Club Hamburg auf.
Nicht zu vergessen: die erste Frauenrockband im Starclub - The Liverbirds. Auch Little Eva war eine Sängerin, die sich 1962 mit dem Hit „The Loco-Motion“ gegen die männliche Übermacht im Starclub durchsetzte, bekannt wurde und mit ihrem Stück die Hitlisten eroberte.
Außer Elvis Presley den Rolling Stones und den WHO‘s, gastierten nach den Beatles (bis 1961, mit Tony Sheridan, als The Beat Brothers) alle Weltstars der damaligen Zeit im Starclub.

In einer ersten Phase (bis Juni 1964),
als der Club wegen prügelnder Kellner von der Ordnungsbehörde (Amtmann Falck) geschlossen wurde und mit Hans Bunkenburg als neuem Geschäftsführer wieder eröffnete, traten allabendlich sieben Bands auf - jede spielte ca. eine Stunde.
Zeitweise gab es auch gleichnamige Ableger in Berlin, Köln, Bielefeld, Bremen, Kiel, und Flensburg, in denen dieselben Bands spielten. Bis Dezember 1965 warb eine eigene Zeitschrift, Star Club News, für die Konzerte.
Im Februar 1969 begann die dritte Phase des Star-Club in Hamburg. Nun übernahmen und gestalteten die Bandleader Achim Reichel, Frank Dostal (Rattles und Wonderland) und Kuno Dreysse (The Rivets) den Starclub und gestalteten das Programm.
In der Hauptsache spielten Bands wie The Nice, Spooky Tooth, Taste, Yes, Colosseum, East of Eden, Vanilla Fudge, Gun, Steamhammer, Black Sabbath (noch als The Earth), aber auch The Easybeats, Richie Havens, Ohio Express, Bandwagon, Spooky Tooth und The Tremeloes. Allerdings blieb werktags häufig das Publikum aus; die Gagen konnten nicht mehr bezahlt werden. Das letzte Konzert am Tag der Schließung, dem 31. Dezember 1969, gaben Hardin & York.
Den verantwortlichen Politikern der Stadt Hamburg, wurde erst später deutlich, dass dieser Club in die Musikgeschichte eingeht.

Das St. Pauli Museum von Günter Zint,
der zwischen 1964 und 1969 auch als Fotograf im Club arbeitete, hat einen Gedenkstein auf dem früheren Star-Club-Gelände aufstellen lassen.

Dieser Stein enthielt zunächst zwei Fehler: The Who sind nie im Star-Club aufgetreten, waren aber als Gäste im Club; der übereifrige Steinmetz hatte bei der Gestaltung des Steines seine Lieblingsgruppe eingraviert. Jimi Hendrix wurde auf der Stele als „Jimy Hendrix“ aufgeführt. Diese beiden Fehler wurden mittlerweile beseitigt. So ist Jimi Hendrix nun in der richtigen Schreibweise vorzufinden, und anstatt The Who wurden The Rivets verewigt.

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Rentendebatte und Sozialversicherung

Eckpunkte zur Rentenkommission, die am 23. Juni 2026 ihre Empfehlungen vorlegt:
Die Kommission hat nach fünfeinhalb Monaten Beratungszeit und rund 150 Stunden Sitzungen ihren Bericht fertig. Sie soll Vorschläge für alle drei Säulen der Altersvorsorge liefern: gesetzliche Rente sowie betriebliche und private Vorsorge. Insgesamt handelt es sich um ein Gesamtpaket mit 30 Empfehlungen.
Bei einzelnen Punkten gab es Gegenstimmen oder Enthaltungen. Vorschläge mit nur knapper Mehrheit wurden nicht aufgenommen.

Nach wie vor wird aber - die vermeintlich effektivste Lösung - die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) nicht berücksichtigt. Warum werden kleine Renten voll verbeitragt und hohe Einkommen gedeckelt?
Rentner:innen erhalten gesetzliche DRV-Rente und ggf. Betriebsrente.
Auf die gesamten Einkünfte zahlen sie Krankenkassenbeiträge, Pflegeversicherungsbeiträge – und den Zusatzbeitrag für die Krankenkasse - je zu 50% die Rentner:innen und die DRV.
Auf Betriebsrenten sogar den vollen (100 %) Beitragssatz.
Die Rentner:innen zahlen also auf jeden Euro ihres Einkommens Beiträge zur Sozialversicherung.
Durch die 100%-Verbeitragung der Betriebsrenten kann der Gesamtbetrag der Rentner:Inn höher ausfallen wie der Beitrag der Spitzenverdiener:innen, die über die BBG verdienen.
Diese sind durch die BBG gedeckelt. Spitzenverdiener zahlen also nur auf einen Teil ihres Einkommens - Beiträge - bis zur BBG.

Die zentralen Inhalte der Rentenkommision
Renteneintrittsalter:
Ab 2032 soll das Renteneintrittsalter an die erwartete Steigerung der Lebenserwartung gekoppelt werden – steigt diese um ein Jahr, müsste acht Monate länger gearbeitet werden. Ab 2042 stiege das Eintrittsalter alle zehn Jahre um ein halbes Jahr, sodass die Rente mit 70 erst in den 2090er-Jahren erreicht würde.

Kapitalgedeckte Säule:
Nach schwedischem Modell soll ein Teil der Beiträge am Aktienmarkt angelegt werden – beginnend bei 0,5 Prozent vom Bruttolohn, aufwachsend auf 2 Prozent, je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Davon sollen vor allem Beschäftigte profitieren, die ab 2040 in Rente gehen.

Mehr Einzahler:
Auch Abgeordnete aus Bundestag und Landtagen, Selbstständige und Vorstandsvorsitzende von Aktiengesellschaften sollen künftig in die Rentenkasse einzahlen; Beamte bleiben vorläufig außen vor. Zudem soll die Minijob-Befreiung von Rentenbeiträgen abgeschafft werden – nur noch Schüler dürfen bis 603 Euro monatlich beitragsfrei verdienen.

Fazit
Die Kommission kann nur Vorschläge unterbreiten, keine Gesetze beschließen. CDU, CSU und SPD müssen sich danach auf konkrete Eckpunkte verständigen, bevor Gesetzentwürfe und Kabinettsbeschlüsse folgen. Sozialministerin Bas hatte eine direkte Übernahme von einem einstimmigen Kommissionsbeschluss abhängig gemacht – da das nicht überall der Fall war, könnten innerhalb der Koalition neue Verhandlungen nötig werden.

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Wahlumfragen

Aktuelle Sonntags-Umfrage
Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, gruselt es jeden aufrichtigen Demokraten, wenn er die Vorhersagen der Umfrageergebnisse, der AfD, zur nächsten Bundestagswahl sieht. Diese wird von allen Institutionen als stärkste Kraft geführt.

Einfache Antworten werden attraktiv – selbst dann, wenn die vorgeschlagenen Lösungen komplexe Probleme nicht wirklich lösen oder neue Probleme schaffen.
Die aktuelle Zustimmung zur AfD ist weniger mit einem einzigen Thema erklärbar, als mit einer Mischung aus:
* wirtschaftlicher Unsicherheit
* Vertrauensverlust in Institutionen
* gesellschaftlicher Polarisierung
* medialer Zuspitzung
* Fehler der etablierten Parteien
Dass viele Menschen die Entwicklung und Zustimmung zur AfD schwer verständlich finden, ist nachvollziehbar. Gerade weil Deutschland historisch und hautnah erlebt hat, wohin Nationalismus, Ausgrenzung und demokratiefeindliche Entwicklungen führen können.

Fazit
Die Menschen haben anscheinend vergessen, was Adolf Hitler, die NSDAP und der Faschismus und bewirkt haben.
Kritiker der AfD weisen seit Jahren darauf hin, dass Teile ihres Programms besonders Menschen mit niedrigen oder mittleren Einkommen treffen könnten.
Es wäre deswegen sinnvoll, in den Medien, die folgenden Fakten des AfD-Programms entsprechend zu thematisieren:
* Kürzungen oder Umbauten des Sozialstaats
* Schwächung solidarischer Sicherungssysteme
* Marktradikale Wirtschaftspositionen
* Steuerpolitische Vorteile für höhere Einkommen

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Die Umfragewerte der AfD machen Angst

Der Erfolg der AfD ist mehr als nur ein aktuelles Stimmungsbild. Wenn eine rechtsextreme Partei besonders unter jungen Männern so eine große Zustimmung gewinnt und junge Menschen - über die sozialen Medien - zunehmend die politische Meinungsbildung prägen, dann handelt es sich nicht mehr nur um ein demographisches Phänomen. Es ist eine gesellschaftliche Herausforderung.
Viele Wählerinnen und Wähler treffen ihre Entscheidung nicht nach gründlicher Lektüre von Parteiprogrammen, sondern aus Enttäuschung über die aktuelle Politik. Von dieser Unzufriedenheit profitiert die AfD mit einfachen Antworten auf komplexe Probleme und mit Botschaften, die sich in sozialen Netzwerken schnell verbreiten.
Dabei bleibt häufig unbeachtet, welche Folgen zahlreiche Forderungen der Partei für Wirtschaft, Sozialstaat und Deutschlands internationale Stellung hätten. Gerade darin liegt ein bemerkenswerter Widerspruch: Aus Frust über die Gegenwart unterstützen manche Menschen eine Politik, deren langfristige Konsequenzen ihren eigenen Interessen sogar entgegenstehen könnten.
Der wachsende Zuspruch für die AfD sollte deshalb nicht nur als Ausdruck von Protest verstanden werden. Er wirft auch die Frage auf, wie politische Bildung, unabhängige Medien und demokratische Institutionen Menschen wieder stärker für faktenbasierte Debatten und langfristige gesellschaftliche Interessen gewinnen können.

Fazit
Demokratie lebt nicht allein von Wahlen. Sie lebt auch davon, dass politische Entscheidungen auf Grundlage von Informationen, Verantwortung und einem Bewusstsein für die Folgen getroffen werden.

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