war nie eine aus Überzeugung - weder romantisch verklärt noch strategisch elegant eingefädelt. Sie war das Ergebnis politischer Notwendigkeit. Eine Zweckgemeinschaft in Zeiten wachsender Unsicherheit. Um Angela Merkel zu zitieren: „Alternativlos“.
Doch genau dieses Wort ist gefährlich. Denn es suggeriert, dass es keine Wahl mehr gibt - und wo Demokratie aufhört Wahlmöglichkeiten zu bieten, beginnt ihr Problem.
Gleichzeitig verschiebt sich das politische Kräfteverhältnis. Die Alternative für Deutschland (AfD) profitiert von Krisenstimmung, Vertrauensverlust und politischen Differenzen.
Ihr Aufstieg ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger Uneinigkeit der demokratischen Parteien. Die AfD nutzt diese aktiv aus. Soziale Unsicherheit, Migration, Entfremdung wird für die eigenen Interessen instrumentalisiert. Schwer nachvollziehbar ist allerdings, das viele AfD-Wähler*innen eine Datei wählen, die ihren eigenen, sozialen Interessen entgegenwirkt.
Vor diesem Hintergrund bekommt die aktuelle Regierungskoalition aus den Unionsparteien und der SPD eine Bedeutung, die weit über ihre inhaltlichen Projekte hinausgeht. Das Scheitern der Koalition wäre nicht einfach ein Regierungswechsel – es wäre ein Signal der Instabilität in einem Moment, in dem Stabilität dringend benötigt wird. Das bedeutet nicht, dass diese Koalition ohne Widersprüche funktioniert.
Im Gegenteil: Reibung, Misstrauen und unterschiedliche politische Kulturen prägen den Alltag. Aber genau darin liegt die eigentliche Herausforderung demokratischer Politik – nicht im perfekten Gleichklang, sondern im Aushalten und Lösen von Differenzen.
Die Metapher des Tanzes beschreibt die Situation treffend: Statt eines leidenschaftlichen, unberechenbaren Tangos, bei dem jeder Schritt zum Machtkampf wird, wäre zurzeit ein langsamer, manchmal schwerfälliger Walzer der richtige Tanz. Einer, der Disziplin erfordert, Abstimmung und die Bereitschaft, sich nicht gegenseitig auf die Füße zu treten.
Denn am Ende geht es nicht um Harmonie. Es geht um Verantwortung.
Fazit
Eine Regierung muss nicht geliebt werden, aber sie muss funktionieren, um Vertrauen zu erhalten.
Und Vertrauen ist in Zeiten politischer Polarisierung die vielleicht knappste Ressource überhaupt.
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