Wenn Rechtspopulisten Wahlerfolge feiern
Es sind Abende (Sonntag, 8.März 2026), an denen man als Demokrat schlucken muss.
Wenn die Alternative für Deutschland (AfD) Wahlerfolge „wie in Baden-Württemberg“ feiert und ihr Spitzenkandidat Markus Frohnmaier stolz von einer „Verdoppelung“ spricht, dann zeigt das nicht nur ein Wahlergebnis. Es zeigt eine politische Entwicklung, die vielen Menschen Sorgen machen muss.
Denn die AfD ist längst keine gewöhnliche Protestpartei mehr. In ihren Reihen werden immer wieder demokratische Institutionen verächtlich gemacht, Minderheiten diffamiert und nationalistische Feindbilder gepflegt. Teile der Partei werden vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft oder beobachtet. Dass eine solche Partei Wahlerfolge als „stark“ feiert, ist aus ihrer Perspektive logisch – aus demokratischer Perspektive jedoch ein Warnsignal.
Rechte Organisationen leben davon, politische Konflikte zuzuspitzen
Sie vereinfachen komplexe Probleme, sie schüren Ängste und sie präsentieren sich selbst als einzige Stimme des „Volkes“. Dass Frohnmaier den Wahlkampf als Duell zwischen Bündnis 90/Die Grünen und der Christlich Demokratische Union Deutschlands beschreibt, passt genau in dieses Muster: Die eigene Partei wird als einzige „echte Opposition“ inszeniert.
Doch Opposition allein ist noch kein demokratisches Verdienst. Demokratie lebt von Verantwortung, von Respekt vor Fakten und von der Anerkennung politischer Gegner als legitime Mitbewerber.
Wer stattdessen ständig an der Glaubwürdigkeit von Institutionen sägt, wer pauschal demokratische Institutionen diskreditiert und gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausspielt, betreibt keine konstruktive Opposition – er untergräbt das Vertrauen in die Demokratie selbst.
Gerade deshalb dürfen solche Wahlergebnisse der AfD nicht achselzuckend hingenommen werden. Sie zeigen, wie erfolgreich einfache Parolen sein können, wenn Menschen sich politisch nicht mehr vertreten fühlen oder das Vertrauen in politische Lösungen verlieren.
Die Antwort darauf kann jedoch nicht sein, den Parolen der Populisten hinterherzulaufen. Die Antwort muss eine starke, soziale und glaubwürdige Demokratie sein: eine Politik, die Probleme tatsächlich löst, eine Gesellschaft, die Vielfalt nicht als Bedrohung begreift, und Bürgerinnen und Bürger, die sich nicht von Angstkampagnen treiben lassen.
Denn eines sollte klar sein: Demokratie stirbt selten mit einem großen Knall. Sie erodiert langsam – Schritt für Schritt – wenn zu viele Menschen wegsehen, wenn zu viele schweigen und wenn demokratische Werte als selbstverständlich betrachtet werden.
Fazit
Genau deshalb lohnt es sich, für die Demokratie einzustehen. Jeden Tag.
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Manche geben sich der Illusion hin, das iranische Regime werde erschöpft von den unerbittlichen Bombardierungen, der USA und Israels zu einem anderen Zeitpunkt zu Verhandlungen bereit sein und endgültig auf nukleare Ambitionen sowie regionale Machtansprüche verzichten.
Andere erwarten mit großer Zuversicht den Volksaufstand im Iran. Sie hoffen auf den Moment, in dem die Menschen nach Jahrzehnten der Unterdrückung das Regime selbst hinwegfegen.
Wieder andere setzen auf die Logik des langen Krieges. Ihre These: Ein Abnutzungskrieg kann selbst den entschlossensten Machtwillen brechen.
Doch es gibt noch ein viertes Szenario – dasjenige, das die Welt am meisten beunruhigt: die unkontrollierte Eskalation. In einer Region, die ohnehin von Spannungen durchzogen ist, kann eine einzige Fehlkalkulation genügen. Eine Rakete, die nur wenige Kilometer weiterfliegt als geplant, ein missverstandener Angriff, eine Reaktion, die außer Kontrolle gerät.
Dann verwandelt sich ein regionaler Konflikt in etwas sehr viel Größeres.
Fazit
Die Geschichte lehrt, dass Kriege selten so enden, wie ihre Befürworter es vorhersehen. Sie entwickeln ihre eigene Dynamik – und diese Dynamik folgt selten der Vernunft.
Wer glaubt, Gewalt lasse sich präzise dosieren und politisch kontrollieren, übersieht eine der ältesten Lektionen der Menschheit: Hat der Krieg einmal begonnen, entzieht er sich fast immer den Plänen derjenigen, die ihn begonnen haben.
Gerade deshalb ist die größte Gefahr nicht nur die militärische Eskalation selbst, sondern die Illusion, man könne die Gefahr jederzeit noch stoppen.
Fakt ist, die Ölindustrie nutzt diese Situation - mit einer nach oben offenen Preisspirale - gnadenlos aus.
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