Donnerstag, 25. Dezember 2025
Nie wieder Krieg

Hamburg 1943 ist kein Kapitel der Geschichte – es ist eine Warnung
Ende Juli 1943 verwandelte die Operation Gomorrha Hamburg in ein Inferno.
Innerhalb weniger Tage starben mehr als 30 000 Menschen, ganze Stadtteile wurden ausgelöscht, Hunderttausende obdachlos. Der Feuersturm machte keinen Unterschied zwischen Schuld und Unschuld. Wer ihn überlebte, wusste: Krieg ist kein Mittel der Politik, sondern ihr vollständiges Versagen.
Achtzig Jahre später erleben die letzten Überlebenden von damals erneut, was sie nie vergessen konnten. Filme, Bilder und Nachrichten aus der Ukraine und aus dem Gazastreifen reißen alte Wunden auf. Für diese Generation ist jede Rede von „militärischer Notwendigkeit“ oder „strategischer Logik“ zynisch.
Krieg bedeutet immer dasselbe: Tod, Zerstörung, Trauma, Flucht, zerstörte Lebenswege.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wurde von Wladimir Putin ohne Not begonnen. Ein einzelner Machthaber stellte imperiale Fantasien über Menschenleben. Der Krieg im Gazastreifen wiederum ist die Folge des Terrorangriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und der anschließenden militärischen Reaktion Israels – mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung.
Was diese Kriege verbindet, ist nicht ihre jeweilige Ursache, sondern ihr Muster. Kriege werden fast immer von wenigen begonnen – bezahlt werden sie von vielen. Nationalismus, Machtfixierung und das bewusste Ausblenden menschlichen Leids liefern die ideologische Rechtfertigung.
Diese Logik ist nicht auf autoritäre Systeme beschränkt. Auch in gestandenen Demokratien, etwa den USA, ist sie präsent. Politiker wie Donald Trump stehen exemplarisch für eine Politik, die das Völkerrecht missachtet, Bündnisse schwächt und internationale Konflikte wahrscheinlicher macht. Der Angriff der Trump-Regierung auf Venezuela hat das deutlich gezeigt. „Nie wieder Krieg“ ist ein moralischer Satz. Politisch jedoch reicht er nicht aus. Pazifismus allein stoppt keine Aggressoren.

Fazit
Abschreckung ist kein Ideal, sondern ein notwendiges Übel, um Gewalt einzuhegen. Doch auch Abschreckung ist kein Selbstzweck. Ohne Werte, Diplomatie und Völkerrecht kippt sie selbst in Zynismus und nackte Machtpolitik.
Besonders gefährlich ist eine Erinnerungskultur ohne Konsequenzen. Gedenken wird ritualisiert, Geschichte instrumentalisiert, Leid gegeneinander aufgerechnet. Hamburg 1943 wird beklagt – aber nicht ernst genommen. Erinnerung endet am Mahnmal, nicht im politischen Handeln.

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