Dienstag, 20. April 2021
Europäische Fußball Super-Liga

Update: 21. April 2021
Englische Clubs, ziehen den Schwanz ein.

Montag, 19. April 2021, zwölf europäische Spitzen-Fußballclubs, gaben die Gründung einer europäischen Super-Liga bekannt.
Die Verantwortlichen der sechs englischen Clubs: FC Arsenal, Tottenham Hotspur, FC Liverpool, Manchester City, Manchester United, die drei spanischen Clubs: Atletico Madrid, Real Madrid, FC Barcelona sowie drei italienische Clubs: AC Mailand, Inter Mailand, Juventus Turin, haben über die Köpfe von Millionen Fans eine Super-Liga geschaffen. Die Gründungsmitglieder werden von der US-Bank JP Morgan, mit 3,5 Milliarden Euro gesponsert.

Als bekennender Fußballromatiker ist auch mir klar, dass Fußball keine Nostalgieveranstaltung mehr ist. Fußball ist knallharter Business und Profi-Clubs mit geringen Einnahmen werden es immer schwerer haben, im internationalen Wettbewerb mitzumischen. Helfen würde hier nur eine Tranfer- und Gehaltsobergrenze, die einen fairen Wetbewerb garantiert.

Ausnahmespieler zu halten oder zu erwerben, wird ohne die finanziellen Grundlagen schwer möglich sein. Daraus resultierend, zeichnet sich auch der Erfolg eines Clubs ab, denn entgegen landläufiger Meinung schießt Geld (Ausnahmen bestätigen die Regel) doch Tore. Unabhängig von den ausufernden Gehältern und Transfersummen, sind das wirkliche Kapital eines Clubs aber die Zuschauer. Die Corona-Pandemie hat es eindeutig bewiesen, Fußball ohne Zuschauer ist ein steriler Vorgang.
Erst die Fans haben die Clubs zu dem gemacht was sie heute darstellen, große Wirtschaftsunternehmen und ein zweites zu Hause für ganz viele Menschen.

Für den Schritt, den diese Clubs mit der Super-Liga jetzt beschreiten, gibt es nur eine Aussage: Gier frisst Gehirn auf! Es wird ein Gebilde zerstört, deren Auswirkungen alle Fußballfans trifft. Das Wort Fan wird eine ganz neue Bedeutung bekommen. Eine Identifikation mit seinem Club wird nur noch schwer möglich sein. Fan zu sein kann sich nur noch erlauben, wer finanziell in der Lage ist zu den Auswärtsspielen in ganz Europa zu jetten. Man darf davon ausgehen, dass auch die Eintrittspreise der Heimspiele angepasst werden und für viele, vor allen jugendliche Fans, nicht mehr erschwinglich sein werden.

Bayern München und Borussia Dortmund zieren sich noch, der elitären Liga beizutreten, da sie clever genug sind erst einmal abzuwarten, wie sich dieses Fußballerdbeben auf die Fanszene auswirkt. Sicher gibt es Fußballfans, die dieser neuen Konstellation positiv gegenüberstehen. Das gehört zur Meinungsfreiheit. Als Fernsehkonsument, Live-Zuschauer und Fußballliebhaber, sehe ich mich aber gefordert. Nur als schmückendes Beiwerk, für eine Multimilliarden Geldmaschine möchte ich nicht dienen.

Die Clubs der Super-Liga werden zum Spielzeug weniger Investoren und entfernen sich immer weiter von der Basis. Diese hat alle Möglichkeiten, ihren Unmut deutlich zu zeigen. Der einfachste Weg ist der Boykott der Euroa-League-Spiele. Die Corona-Pandemie hat den Spitzenclubs gezeigt, dass es finanziell auch ohne Zuschauer geht, da sie als Proficlubs, überwiegend von den Fernsehgeldern profitieren. Sie sollten aber daran denken, dass Veranstaltungen ohne Zuschauer, fürs Fernsehen und somit für die Werbeindustrie, uninteressant werden. Es liegt also an jedem selbst, ob er weiterhin gewillt ist, Fußballmillionäre, durch Verträge mit den übertragenden Fernsehsendern zu sponsern oder seinen Heimatverein zu unterstützten.

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