Mittwoch, 20. Januar 2021
Foulspiel nach Fifa-Regel 12

Das Gespür, für Respekt, Fairness und Gesundheit der Gegenspieler, scheint im Profifußball, vielen Kickern und "Fußballlehrern" abhandengekommen zu sein. Es würde auch vielen Fernsehkommentatoren guttun, etwas Regelkunde zu betreiben, damit sie ihre eigene Meinung zum Foul - entsprechend der u.a. FIFA-Regeln - artikulieren können.

Bei noch so offensichtlichen und brutalen Fouls im Spiel, wird das Schiedsrichterteam bedrängt, wenn sie das rücksichtslose Einsteigen, als Tätlichkeit abpfeifen. Verbal sowie mit Gesten, wird von den Spielern angedeutet, dass nur der Ball gespielt wurde. Der Ball wird in vielen Situationen aber erst getroffen, wenn die Beine beiseite geräumt wurden. Viele Attacken, würden im privaten Bereich eine Klage wegen Körperverletzung nach sich ziehen.

Brutale Fouls, werden immer häufiger: "als Spiel gegen den Ball" und in vielen Fällen, ohne entsprechende Strafe durchgewunken. Das wird als "internationale Härte" ausgelegt. Schiedsrichter*innen haben die Order, das Spiel laufen zu lassen. Beispiele sind in allen Profispielen präsent.

Fouls, wie Halten, werden fast nur noch als normales Zweikampfverhalten bewertet, obwohl das, nach der u.a. Regel 12, einen Freistoß bzw. im Strafraum einen Elfmeter geben müsste.

Mit an stelle sich vor, bei einer Ecke oder Freistoß, würde es für jedes Halten im Strafraum einen Elfmeter geben.

Regeln sind eigentlich dafür da, dass sie eingehalten werden sollen. Ist das nicht der Fall, sollte die vorgesehene Strafe verhängt werden. In diesem Zusammenhang, stellt sich die Frage, warum bewerten Schiedsrichter*innen die Vergehen nicht mehr entsprechend der Fifaregel 12. Diese Regel zeigt auf:

Ein Spieler verursacht einen direkten Freistoß für das gegnerische Team, wenn er eines der nachfolgend aufgeführten sieben Vergehen nach Einschätzung des/der Schiedsrichter*innen fahrlässig, rücksichtslos oder mit unverhältnismäßigem Körpereinsatz begeht.

  • einen Gegner tritt oder versucht, ihn zu treten
  • einem Gegner das Bein stellt oder es versucht
  • einen Gegner anspringt
  • einen Gegner rempelt
  • einen Gegner schlägt oder versucht, ihn zu schlagen
  • einen Gegner stößt
  • einen Gegner bedrängt

Dem gegnerischen Team wird ebenfalls ein direkter Freistoß zugesprochen, wenn ein Spieler eines der nachfolgenden drei Vergehen begeht:

  • einen Gegner hält
  • einen Gegner anspuckt
  • den Ball absichtlich mit der Hand spielt (gilt nicht für den Torwart im eigenen Strafraum)

Begeht ein Spieler eines der o.a. genannten zehn Vergehen im eigenen Strafraum, ist dies durch einen Strafstoß zu ahnden, vorausgesetzt, der Ball war im Spiel.

„Halten“ ist das einzige der o.a. zehn Vergehen, wo das Regelwerk sich nicht hinter dem Passus: “nach Einschätzung des/der Schiedsrichter*innen“ verstecken kann, da das Halten für alle Beteiligten - eindeutig - sichtbar ist.

Beim Studium der Fifaregel 12 fällt auf, nur der Versuch zum Foulspiel, zieht gleiche Konsequenzen nach sich, wie ein Foul. Diese Regelauslegung, wird so gut wie nie angewendet. Nimmt man die Regeln ernst – dafür sind Regeln ja da - würden in jedem Profispiel, nach 15 Minuten, nur noch acht gegen acht spielen und vier Elfmeter verhängt worden sein.

Das Fußball eine Kontaktsportart ist, braucht nicht diskutiert zu werden. Trotzdem sind Regeln einzuhalten. Deswegen wäre es interessant zu wissen, was von Seiten der Verbände (Fifa, DFB, etc.) mit den Schiedsrichter*innen passiert, die Rückgrat zeigen und entsprechend der Fifaregel 12 - Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen - konsequent pfeifen. Da sie dann nicht mehr nach dem Motto: „Brot und Spiele“ Spiele agieren, darf man davon ausgehen, dass sie aus dem Verkehr gezogen werden.

Fußballfans können nur hoffen und wünschen, dass die Fifa und alle angeschlossenen Verbände, die Schiedsrichter*innen anweist - endlich wieder entsprechend ihrer eigenen Regeln - zu pfeifen. Nur mit dem Schutz der Regel, wären technisch versierte Spieler in der Lage ihre Vorteile, zu nutzen.

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