Dienstag, 13. Oktober 2020
Donald Trump und Neuwahl

Unter dem Fokus, dass Trump sich immer als ein erfolgreicher Geschäftsmann und Macher sieht, stellt sich die Frage, was ist daran wahr.

Das Märchen vom Tellerwäscher zum Millionär, ein amerikanisches Klischee, zieht bei ihm nicht. Dass es in Amerika jeder zum Millionär schaffen könne, hat Trump für seine Person instrumentalisiert, bis zum Gehtnichtmehr. Gerne erzählt er die Legende, er hat sein Imperium aus eigener Kraft aufgebaut, man muss nur hart genug arbeiten, dann kann es jeder schaffen. Mit der Realität hat es wenig zu tun.

Schaut man sich die Donald Trump-Historie an, stellt man fest, seine Legende ist die Geburtsstunde der Fake-News.

  • Nach dem Studium stieg er ins Geschäftsleben ein. Das mit einem bequemen Polster Startkapital (200 Mio. Dollar) seines Vaters Fred. Dieser verdiente sein Geld mit dem Bau von Eigenheimen, die er mit Fördergeldern (Gelder der Steuerzahler*innen) der US-Regierung finanzierte.

  • Politisch - durch seinen Vater - gut vernetzt, kaufte er das bankrotte Hotel Commodore, für einen symbolischen Dollar, und verwandelte es mit dem Hyatt-Konzern als Partner in ein Luxushotel, das Grand Hyatt. Dafür gab es einen Grundsteuernachlass, der ihm 60 Millionen Dollar sparte - zulasten der Steuerzahler*innen.

  • Das gleiche Spiel beim Trump Tower. Als ihm die Stadt New York den Steuernachlass verweigern wollte, erklagte sich das 164-Millionen-Dollar-Geschenk. Wieder mussten die Steuerzahler*innen Herrn Trump pampern.

  • 1983 eröffnet, profitierte der Tower an der Fifth Avenue auch von der Arbeit illegaler - und nicht versicherter - Einwanderer aus Polen, von denen Trump nichts gewusst haben will. Mit einem Wort Steuerbetrug.

  • Trump habe die Stadtverwaltung betrogen, erinnerte sich New Yorks Ex-Rechnungsprüferin Karin Burstein in der "Los Angeles Times". Der Kongressabgeordnete Jerrold Nadler kritisierte Trumps Methoden, "die Steuerzahler*innen zu missbrauchen und das Gesetz zu beugen".

  • 1988 kaufte Trump die Eastern Air Shuttle, eine Kurzstrecken-Fluggesellschaft und wollte sie zur Luxuslinie aufrüsten. Folge, sie ging pleite und verschwand.

  • 1990 wäre die Trump Organisation fast bankrottgegangen, mit fünf Milliarden Dollar Schulden. Nur ein Rettungspaket von rund 70 Banken bewahrte Trump vor dem Aus.

  • Trump besaß mehrere Casinos in Atlantic City. Doch die Dachgesellschaft meldete viermal Insolvenz an (1991, 2004, 2009 und 2014). Trump legte das Management 2009 nieder und überließ den finanziellen Schlamassel den Gläubigern und Angestellten.

  • Unter den Namen Trump University verhökerte Trump Seminare für angebliche Immobilienerfolge. Doch es handelte sich um nichts als plumpe Trump-Weisheiten. New Yorks Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman verklagte ihn wegen Betrugs auf 40 Millionen Dollar.

Lässt man die Jahre und Trump-Projekte Revue passieren, stellt man fest, dass Herr Trump, nur über die gute politische Vernetzung und Unterstützung mit Geldern der Steuerzahler*innen und Hilfe von Banken in Milliarden Dollarbeträgen, wirtschaftlich überleben konnte.

Die Frage, die sich jeden neutralen Beobachter stellt ist, warum wurde eine Person, der schon vor seiner Wahl zum Kandidaten der Republikaner, dass Gegenteil von einem seriösen Geschäftsmann verkörperte, von den Amerikaner*innen zum Präsident gewählt.

  • Im Gegensatz zu allen amerikanischen Bürger*innen, zahlt Trump so gut wie keine Steuern.

  • Trump steht für Insolvenzen und Pleiten. Nur durch die Steuergelder der amerikanischen Bürger*innen und mithilfe von Banken (auch die Deutsche Bank) in Milliarden Dollarbeträgen, konnte er geschäftlich überleben.

  • Ein Mann, der das Establishment wie kein Zweiter verkörpert und lebt, wurde von Menschen gewählt, die eben von diesem Establishment, die Schnauze voll haben.

  • Ein Präsident, der den Staat wie seine Firma behandelt und das Global Office als Werbestudio, z. B. für die Produkte des Lebensmittelhersteller Goya benutzt.

  • Der traurige Höhepunkt - als amerikanischer Präsident - ist sein Versagen, beim Managen der Covid19-Pandemie (eine Grippewelle ist schlimmer, so seine Aussage), Millionen Infizierte und hunderttausende amerikanische Tote und Angehörige wurden verhöhnt und deren Trauer und Leid ignoriert.

  • Entgegen allen Bedenken der Ärzte und Virologen geht Trump, nach seiner Covid19-Erkrankung, ohne Rücksicht, nur zum Selbstzweck, auf Wahlkampfreise. Trump, mit seiner uneinsichtigen Haltung, trägt zu der weiteren Verbreitung von Covid19 bei.

  • Wider besseren Wissen verweigerte er den Schutz, für sein direktes Umfeld, einen Mund-Nasenschutz zu tragen. Personen in seinem Umfeld wurden dadurch, mit dieser Tod bringenden Krankheit, ansteckt. Das alles nur aus egoistischen und narzisstischen und wahltaktischen Denken.

  • Jeder normale Bürger müsste bei gleicher Vorgehensweise, mit einer Anklage der schweren Körperverletzung - im Todesfall, wegen Totschlag rechnen. Durch die Versammlung von Tausenden seiner Anhänger nimmt Trump bewusst, weitere Covid19-Hotspots in Kauf.

  • Was auffällig und genauso zu schwer zu bewerten ist, wie das Versagen von Trump in der Corona-Pandemie, sind die Ja-Sager und Abnicker, im direkten politischen Umfeld von Trump, die diesen Politik-Satiriker auch noch unterstützen.

Man kann nur hoffen, dass die Mehrheit der Amerikaner*innen, Trump, für seine Lügen, Egoismus, Sexismus, Rassismus und die Spaltung der Nation - am 03. November 2020 abstrafen.

Wie auch immer, die USA-Wahl ausgehen wird. Herr Trump hat seine persönlichen Ziele, in seiner Zeit als USA-Präsident, erreicht. Sein ganzer Ehrgeiz bezog sich doch nur darauf, Macht und Dollar zu generieren und sich und seinen Clan unanfechtbar für die Judikative zu machen. Siehe doch nur die Weigerung, seine Steuerunterlagen zu veröffentlichen.

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