Demokratische Wahlen,
geben uns die Möglichkeit, unsere alltäglichen Vorstellungen und Bedürfnisse in politische Entscheidungen einzubringen: bezahlbare Mieten, sichere Arbeitsplätze, soziale Absicherung und ein sicheres Umfeld – am Tag wie in der Nacht.
Wir entscheiden damit auch, wem wir zutrauen, diese Interessen zu vertreten und politische Verantwortung zu übernehmen.
Eine Wahl ist deshalb mehr als ein Kreuz auf dem Stimmzettel. Sie bedeutet, einer Partei Einfluss zu geben und ihre Vorstellungen im Parlament zu stärken.
Gerade deshalb lohnt es sich, vor der Wahl genauer hinzusehen: Was steht tatsächlich hinter den Versprechen und Forderungen? Welche Ziele verfolgt eine Partei – und passen diese zu dem, was ich mir von Politik und meinem eigenen Leben erwarte?
Dieser Maßstab sollte für jede Partei gelten. Auch die AfD muss deshalb daran gemessen werden, welche konkreten politischen Ziele sie verfolgt und welche Veränderungen sie anstrebt. Wer sie aus Protest wählen möchte, sollte sich ebenso fragen, ob die eigenen politischen Erwartungen tatsächlich mit ihren Positionen übereinstimmen.
Denn Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen ist das eine. Einer bestimmten Partei politische Unterstützung und damit parlamentarischen Einfluss zu geben, ist etwas anderes.
Fazit
Wer seine Stimme abgibt, sollte deshalb wissen, welche politischen Kräfte er damit stärkt – und welche Folgen daraus entstehen können.
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Wer AfD wählt, sollte wissen, was er wählt
und Sie/Er sollte sich vor der Wahl eine ganz einfache Frage stellen: Was genau unterstütze ich eigentlich mit meiner Stimme?
Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl geht es natürlich um Mieten, Wohnungsbau, Bildung, Verkehr und Sicherheit. Es geht darum, wer künftig in Berlin politische Verantwortung übernimmt und welche politischen Entscheidungen getroffen werden.
Aber es geht auch um eine andere Frage: Wie stark soll die AfD im Berliner Parlament werden?
Aktuelle Umfragen sehen die AfD bei etwa 17 bis 18 Prozent. Damit ist sie ein gewichtiger Faktor im Berliner Parteiensystem.
Umso wichtiger ist es, genauer hinzusehen. Denn eine Stimme für eine Partei ist mehr als ein Denkzettel für die anderen. Sie stärkt deren politische Positionen – und kann ihnen Einfluss und parlamentarische Macht verschaffen.
Das gilt natürlich nicht nur für die AfD. Wer eine Partei wählt, sollte sich mit deren Programm, ihren Forderungen und ihrem politischen Handeln auseinandersetzen. Protest ist ein legitimer Grund, unzufrieden zu sein. Aber Protest allein beantwortet noch nicht die Frage, was danach kommen soll. Gerade bei der AfD lohnt deshalb ein Blick hinter die Parolen.
Wer sie wählt, sollte sich nicht nur fragen
Wogegen bin ich? Sondern vor allem:
Wofür gebe ich dieser Partei meine Stimme? Welche Politik würde ich damit unterstützen? Welche Veränderungen wären die mögliche Folge? Und könnte ich diese Konsequenzen auch dann noch vertreten, wenn sie mich selbst betreffen?
Das ist keine Frage, die nur AfD-Wählerinnen und AfD-Wähler beantworten müssen. Auch demokratische Parteien und ihre Wählerinnen und Wähler müssen sich fragen, welche Politik sie wollen. Nichtwählen, taktisches Wählen und die Aufteilung der Stimmen verändern ebenfalls die Kräfteverhältnisse im Parlament.
Deshalb sollte die Berliner Wahl nicht auf ein schlichtes „für oder gegen die AfD“ reduziert werden.
Aber sie sollte Anlass sein, genauer hinzusehen.
Denn Demokratie besteht nicht nur darin, einen Wahlzettel in die Urne zu werfen. Demokratie bedeutet auch, sich darüber klar zu werden, welche politische Richtung man damit stärkt.
Eine Wahlstimme ist kein Wutausbruch für fünf Jahre. Sie ist auch kein harmloser Protestzettel.
Fazit
Wer AfD wählt, sollte deshalb nicht nur wissen, worüber er sich ärgert. Er sollte wissen, was er damit wählt.
Und wer Demokratie erhalten will, sollte sich bei seiner Wahlentscheidung daran erinnern, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist.
Nie wieder Politik, die aus Ausgrenzung, Nationalismus und der Abwertung anderer Menschen ihre Stärke zieht.
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ist es kein lebenslanger Anspruch. Es ist ein zeitlich begrenzter Auftrag durch die Bürgerinnen und Bürger. Trotzdem sollte man sich genauer anschauen, welche persönlichen Vorteile mit einem erfolgreichen politischen Mandat verbunden sind.
Ein Bundestagsabgeordneter erhält derzeit mehr als 11.800 Euro monatliche Abgeordnetenentschädigung. Dazu kommen unter anderem eine steuerfreie Aufwandspauschale und ein vom Bundestag finanziertes Mitarbeiterbudget. Nebentätigkeiten und bestimmte zusätzliche Einkünfte müssen offengelegt werden. Das alles ist zunächst völlig legitim und soll die unabhängige Ausübung des Mandats ermöglichen.
Aber genau deshalb darf man die Frage stellen: Was passiert, wenn der politische Erfolg selbst zum Geschäftsmodell wird?
Wer mit zugespitzten Parolen Aufmerksamkeit erzeugt, Ängste und Empörung mobilisiert, dadurch Wählerstimmen gewinnt und anschließend ein gut bezahltes Mandat erhält, hat einen ganz konkreten persönlichen Nutzen von seinem politischen Erfolg. Mit wachsender Bekanntheit wachsen zugleich Einfluss, öffentliche Präsenz und politische Karrierechancen.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass alle AfD-Politiker ihre eigenen politischen Überzeugungen nur vorspielen. Dafür gibt es keinen seriösen Beleg. Und selbstverständlich gibt es auch in anderen Parteien Menschen, für die ein politisches Mandat mit persönlichen Vorteilen verbunden ist.
Die entscheidende Frage ist deshalb eine andere
Wird Politik noch in erster Linie als Auftrag an die Gesellschaft verstanden – oder wird politische Empörung zum Mittel, um Stimmen, Mandate, Einkommen, Einfluss und persönliche Bekanntheit zu gewinnen?
Gerade bei der AfD lohnt sich diese Frage. Denn eine Partei kann politisch davon profitieren, wenn sie komplexe Probleme auf einfache Feindbilder reduziert, Ängste aufgreift und sich gleichzeitig als einzige Kraft darstellt, die angeblich „endlich ausspricht, was andere verschweigen“. Je größer die Aufmerksamkeit, desto größer die politische Reichweite – und desto größer können auch die persönlichen und institutionellen Vorteile des politischen Erfolgs werden.
Das ist der Kern der Geschäftsmodell-These
Nicht die Behauptung, dass jeder AfD-Politiker ein Überzeugungstäter oder ein Schauspieler ist. Sondern die nüchterne Feststellung, dass politische Zuspitzung, öffentliche Aufmerksamkeit, Wählerstimmen und persönliche politische Vorteile miteinander verbunden sein können.
Deshalb sollten wir bei politischen Parolen nicht nur fragen: Was wird versprochen? Sondern auch: Wem nützt es, wenn diese Parolen erfolgreich sind – den Bürgerinnen und Bürgern, der Partei oder vor allem denjenigen, die von ihrem politischen Erfolg leben?
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Die Geschichte der Elektro-Autos , geht schon um 1900 los. Hätten die Autohersteller in den 1910er Jahren konsequent den Weg der Elektroautos weiterverfolgt, wäre ein großer Luftverpester und Mitschuldiger des Klimawandels - das Verbrennerauto - schon lange Vergangenheit. Es ging aber wie immer um das Geld.
Günstigere Energiequelle Öl
Mit der Erschließung großer Erdölvorkommen, der zunehmenden Verfügbarkeit von Benzin und der technischen Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors setzte sich dieser Antrieb schließlich durch. Elektroautos verschwanden weitgehend von den Straßen.
Natürlich war es nicht nur das Geld. Auch die damals begrenzte Reichweite, lange Ladezeiten und die fehlende Infrastruktur sprachen gegen das Elektroauto. Aber wirtschaftliche Interessen spielten eine entscheidende Rolle. Erdöl wurde zum großen Geschäft – und das Auto mit Verbrennungsmotor entwickelte sich zum dominierenden Verkehrsmittel.
Man kann deshalb durchaus darüber nachdenken, wie unsere Welt heute aussehen würde, wenn die Entwicklung des Elektroautos bereits vor mehr als hundert Jahren konsequenter vorangetrieben worden wäre.
Vielleicht wären uns viele Jahrzehnte voller Abgase, Luftverschmutzung und eines enormen Ausstoßes von CO₂ erspart geblieben.
Und was lernen wir daraus?
Eigentlich eine ziemlich einfache, aber unbequeme Erkenntnis:
Was technisch möglich und was ökologisch sinnvoll ist, setzt sich nicht automatisch durch.
Oft entscheidet darüber, womit sich Geld verdienen lässt.
Und genau deshalb sollten wir auch heute genauer hinschauen. Wenn es um Energie, Verkehr, Umwelt oder Klimaschutz geht, darf die entscheidende Frage nicht ausschließlich lauten: „Was bringt den größten Gewinn?“
Sie muss auch lauten:
„Was nutzt den Menschen – und was können wir unserer Umwelt und den kommenden Generationen zumuten?“
Denn eines hat die Geschichte des Elektroautos eindrucksvoll gezeigt:
Manchmal ist eine bessere Idee schon da – sie muss nur gegen mächtige wirtschaftliche Interessen bestehen.
Fazit
Wie auch Heute geht es nicht um die Natur, das Wohl und die Gesundheit des Menschen sondern ausschließlich um Geld!
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Wenn AfD-Politik die eigenen Wähler trifft
Es ist ein bemerkenswerter Widerspruch: Gerade in Regionen, in denen die AfD besonders viele Stimmen erhält, könnten die wirtschaftlichen Folgen einer Umsetzung ihrer Politik besonders stark ausfallen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Modellrechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Für Sachsen-Anhalt errechnet das DIW im untersuchten Szenario durchschnittlich rund 1.600 Euro weniger Einkommen pro Kopf und Jahr. Außerdem könnten dort rund 10.000 Arbeitsplätze verloren gehen.
Das klingt zunächst nach einer exakten Prognose. Das ist es aber ausdrücklich nicht. Die Berechnungen beruhen auf einem Szenario, in dem zentrale Forderungen der AfD tatsächlich umgesetzt würden. Dazu gehören unter anderem ein weitgehender Zuwanderungsstopp, erhebliche staatliche Kürzungen sowie der angestrebte Austritt Deutschlands aus EU und Euro. Gerade deshalb sollte man sich die Zahlen genauer ansehen.
Das DIW kommt für das Szenario zu dem Ergebnis, dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland innerhalb von fünf Jahren um etwa sechs Prozentpunkte geringer ausfallen könnte. Gleichzeitig könnte die Inflation um gut fünf Prozentpunkte steigen und die Arbeitslosenquote um etwa zwei Prozentpunkte zunehmen.
Besonders stark betroffen wären nach der Modellrechnung Regionen mit einer kleinteiligen Wirtschaftsstruktur und einem hohen Anteil von Beschäftigten mit niedrigerer Qualifikation.
Politische Brisanz
Sachsen-Anhalt gehört zu den Regionen, in denen die AfD besonders erfolgreich ist. In den Kreisen mit hohen AfD-Anteilen – darunter Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz und Salzlandkreis – könnten die Einkommensverluste laut Szenario sogar bis zu acht Prozent erreichen.
Das bedeutet nicht, dass jeder Mensch, der AfD gewählt hat, anschließend automatisch 1.600 Euro weniger im Portemonnaie hätte. Eine solche Aussage wäre aus der Studie nicht ableitbar.
Aber die Modellrechnung stellt eine grundsätzliche Frage:
Was passiert, wenn politische Versprechen, die auf Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen reagieren, bei ihrer Umsetzung genau jene wirtschaftlichen Probleme verschärfen, die diese Unzufriedenheit ursprünglich befördert haben?
Wer beispielsweise höhere Einkommen, sichere Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stabilität erwartet, sollte deshalb nicht nur auf die politischen Versprechen einer Partei schauen. Entscheidend ist auch, welche wirtschaftlichen Folgen deren Umsetzung haben könnte. Das gilt insbesondere für Forderungen nach Abschottung, einem starken Abbau staatlicher Leistungen und einem Bruch mit den europäischen Wirtschaftsstrukturen. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
Warum wählen Menschen AfD?
Sondern auch:
Was würde eine Umsetzung der AfD-Politik konkret für diese Menschen bedeuten?
Denn ein Wahlergebnis ist zunächst eine politische Entscheidung. Die wirtschaftlichen Folgen dieser Entscheidung lassen sich jedoch nicht einfach wegwählen.
Fazit
Genau darin könnte der eigentliche Bumerang liegen, Eine Partei kann von wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Unzufriedenheit profitieren – während bestimmte Teile ihrer eigenen Politik nach einem solchen Szenario eben diese Probleme noch verschärfen könnten.
Das DIW beschreibt damit keine sichere Zukunft.
Es beschreibt ein mögliches Szenario. Aber gerade solche Szenarien sollte man ernst nehmen, bevor aus politischen Versprechen politische Realität wird.
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Landtagswahl in Niedersachsen - 26. September 2026
In Niedersachsen findet die AfD bescheidenere Dimensionen als in Sachsen-Anhalt vor.
Bei der vergangenen Kommunalwahl war die AfD in Niedersachsen noch weit davon entfernt, eine flächendeckend starke kommunale Kraft zu sein. Entsprechend der Wahlvorhersage, wird es aktuell immer enger.
Das macht die kommende Landtagswahl bundespolitisch interessant. Denn die entscheidende Frage lautet nicht allein, wie viele Stimmen die AfD erhält, sondern ob sie ihren bundesweiten Stimmenzuwachs auch in dauerhaften kommunalen Einfluss umsetzen kann. Dabei sollte man allerdings einen wichtigen Unterschied nicht übersehen: Eine Bundestagswahl und eine Kommunalwahl funktionieren politisch nicht nach denselben Regeln. Bei Kommunalwahlen spielen örtliche Kandidatinnen und Kandidaten, persönliche Bekanntheit, konkrete Probleme vor Ort und die bisherige Arbeit in den Gemeinden eine wesentlich größere Rolle.
Trotzdem wäre es falsch, den Bundestrend als bedeutungslos abzutun. Wenn eine Partei bundesweit deutlich an Zustimmung gewinnt und gleichzeitig immer mehr Gemeinden erreicht, kann daraus Schritt für Schritt eine stärkere kommunale Verankerung entstehen. Genau darin liegt die eigentliche Bedeutung der nächsten Kommunalwahl in Niedersachsen: Sie wird zeigen, ob der bundesweite Aufstieg der AfD auch vor Ort zu mehr politischer Macht und Verantwortung führt.
Denn mit dem Einzug in Gemeinderäte beginnt erst die eigentliche Bewährungsprobe.
Fazit
Wahlversprechen lassen sich nicht mehr nur auf Plakaten formulieren. Sie müssen sich an konkreten Entscheidungen, Mehrheiten und den tatsächlichen Folgen für die Menschen in den Gemeinden messen lassen.
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Die AfD und die „kleinen Leute“ – wem nutzt ihre Politik?
Die AfD gibt sich gern als Partei der „kleinen Leute“. Besonders in Krisenzeiten funktioniert dieses politische Muster: Ängste vor steigenden Preisen, sozialem Abstieg, Arbeitsplatzverlust, mangelnder Wohnraum, teure Mieten und einer unsicheren Zukunft werden aufgegriffen und politisch zugespitzt.
Doch wer genau hinschaut, sollte sich eine einfache Frage stellen:
Ist die AfD tatsächlich die Partei derjenigen, die sie zu vertreten vorgibt – oder versteht sie es vor allem, deren Ängste politisch zu nutzen?
Ihr Erfolgsrezept,
besteht häufig aus einer Mischung aus rechtem Kulturkampf, vereinfachenden Friedensforderungen und sozialpolitischer Rhetorik. Komplexe gesellschaftliche Probleme werden auf einfache Schuldzuweisungen reduziert. Geflüchtete, Migrant*innen, politische Gegner oder „die da oben“ werden zu Verantwortlichen für Entwicklungen gemacht, deren Ursachen weitaus komplizierter sind.
Gerade bei sozialen Fragen ist das bemerkenswert. Denn die entscheidende Frage müsste eigentlich lauten:
Warum reicht das Einkommen vieler Menschen trotz Arbeit kaum noch zum Leben? Warum steigen Mieten, Energie- und Lebenshaltungskosten? Warum wächst die soziale Ungleichheit? Und wer trägt dafür politische Verantwortung?
Statt diese Verteilungsfragen konsequent in den Mittelpunkt zu stellen, werden soziale Ängste nicht selten mit nationalistischen und rassistischen Deutungen verbunden. Aus der berechtigten Sorge um die eigene Zukunft wird so schnell die Abwertung anderer.
Das ist politisch ausgesprochen wirksam. Denn wo Unsicherheit herrscht, haben einfache Antworten Konjunktur. Wo Menschen das Gefühl bekommen, die Kontrolle über ihr eigenes Leben zu verlieren, können diejenigen punkten, die behaupten, für jedes Problem einen Schuldigen zu kennen.
Hinzu kommt, dass autoritäre, nationalistische und rassistische Einstellungen in Teilen der Gesellschaft vorhanden sind. Die AfD muss diese Einstellungen nicht erfinden. Sie kann an sie anknüpfen, sie verstärken und politisch mobilisieren.
Dass sie dabei zunehmend auch Arbeitnehmer*innen und Angestellte erreicht, sollte deshalb nicht einfach als Widerspruch abgetan werden. Es ist vielmehr eine politische Herausforderung.
Fazit
Eine entscheidende Frage lautet:
Was bringt Menschen dazu, einer Partei ihre Stimme zu geben, deren politische Vorstellungen möglicherweise mit ihren eigenen sozialen Interessen kollidieren?
Vielleicht liegt ein Teil der Antwort darin, dass Menschen nicht ausschließlich nach ihrem materiellen Interesse wählen. Zugehörigkeit, Wut, Angst, Enttäuschung, Sicherheitsbedürfnis und das Gefühl, von der Politik nicht mehr gehört zu werden, können ebenso entscheidend sein. Genau deshalb reicht es nicht, AfD-Wähler*innen einfach als „abgehängt“ oder „dumm“ zu bezeichnen. Das wäre nicht nur arrogant, sondern politisch kurzsichtig.
Man muss ihre Motive verstehen – und gleichzeitig die politischen Versprechen der AfD kritisch prüfen.
Denn am Ende zählt nicht, wie oft eine Partei von den „kleinen Leuten“ spricht. Es zählt, welche Politik sie tatsächlich für sie macht. Und genau dort sollte die Diskussion beginnen.
Nicht bei den Schlagworten. Nicht bei den Feindbildern. Sondern bei der einfachen Frage: Wem nutzt diese Politik – und wem schadet sie?
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Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ist demokratisch zustande gekommen - Punkt.
Es ist zu akzeptieren – auch dann, wenn einem das Ergebnis politisch überhaupt nicht gefällt.
Aber Akzeptanz bedeutet nicht, dass man danach den Mund halten und einfach zur Tagesordnung übergehen muss. Im Gegenteil: Jetzt beginnt die eigentliche Diskussion.
Denn eine Frage sollte sich jeder stellen, der sein Kreuz bei der AfD gemacht hat: War mir wirklich klar, wen ich da wähle – und welche Politik ich damit unterstütze?
Oder war das Kreuz vor allem ein Denkzettel für die anderen Parteien?
Die da oben haben doch keine Ahnung mehr! So kann es nicht weitergehen! Jetzt sollen die mal sehen, was passiert!
Alles verständliche Gründe für Unzufriedenheit. Aber eine Wahl ist kein Wutbrief an die Politik. Ein Stimmzettel ist auch kein Gutschein, den man später einfach zurückgeben kann. Denn irgendwann kommt der Moment, in dem aus Wahlkampfparolen politische Entscheidungen werden.
Und dann könnte es für manchen AfD-Wähler durchaus überraschend werden. Denn wer glaubt, mit der AfD ausschließlich „denen da oben“ einen Denkzettel zu verpassen, könnte feststellen, dass politische Veränderungen nicht nur andere treffen. Sie können jeden treffen – auch diejenigen, die sie herbeigewählt haben.
Bei sozialen Leistungen, Arbeitnehmerrechten, öffentlicher Daseinsvorsorge, Bildung, Wirtschaft oder gesellschaftlichem Zusammenhalt kann eine Politik, die man aus Protest gewählt hat, plötzlich ganz persönliche Konsequenzen bekommen.
Dann hilft auch kein empörtes: „Das habe ich aber so nicht gewollt!“ Doch. Das Kreuz war freiwillig.
Natürlich kann niemand vorhersehen, was eine Regierung tatsächlich umsetzt. Wahlprogramme sind keine Naturgesetze, und zwischen Wahlversprechen und Regierungshandeln liegen manchmal Welten.
Aber genau deshalb sollte man sich vor einer Wahl genauer anschauen, was eine Partei tatsächlich will – und nicht nur das, was sie besonders laut verspricht.
Denn vielleicht stellt sich irgendwann heraus: Man wollte den anderen einen Denkzettel verpassen – und hat dabei den eigenen Ast angesägt.
Das wäre dann allerdings nicht die Schuld der Demokratie. Es wäre die Konsequenz einer demokratischen Entscheidung.
Und genau darüber sollte man reden dürfen. Nicht um Wähler zu beschimpfen, sondern um daran zu erinnern, dass politische Verantwortung nicht am Wahltag endet.
Denn ein Kreuz auf dem Stimmzettel ist schnell gemacht.
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Die AfD ist klarer Wahlsieger in Sachsen-Anhalt
Dieses Ergebnis ist demokratisch zustande gekommen und deshalb zu akzeptieren. Aber gerade jetzt darf man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Denn eine entscheidende Frage bleibt: Waren sich alle AfD-Wählerinnen und -Wähler wirklich darüber im Klaren, wen und welche politischen Maßnahmen sie mit ihrer Stimme unterstützen? Und das bei einer AfD-Regierung sich viele Wähler*innen selbst den Ast absägen auf dem sie sitzen.
Die AfD präsentiert sich gerne als Partei, die für Demokratie, Freiheit und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger steht.
Doch Demokratie erschöpft sich aber nicht nur darin, alle paar Jahre einen Stimmzettel abzugeben. Demokratie ist die Vielfalt der Gesellschaft. Daran muss sich die Politik - nicht nur der AfD - messen lassen.
Wer gewählt wird, übernimmt Verantwortung
Nicht nur für diejenigen, die sie/ihn gewählt haben, sondern für die gesamte Bevölkerung. Und genau hier liegt der eigentliche Grund für dieses Wahlergebnis.
Wo Politik an den Sorgen der Menschen vorbeigeht, wo Versprechen nicht eingehalten werden und Bürgerinnen und Bürger das Gefühl bekommen, mit ihren Problemen nicht ernst genommen zu werden, entsteht politischer Leerraum. Diesen Raum nutzt die AfD.
In Teilen der Partei finden sich nationalistische und rechte Positionen wieder. Besonders kritisch ist der Umgang der AfD mit der deutschen Geschichte.
Dort, wo die Verbrechen des Nationalsozialismus relativiert, verdrängt oder historisch umgedeutet werden, geht es nicht mehr nur um unterschiedliche politische Meinungen - denn wer die Geschichte vergisst oder ihre Lehren bewusst verwischt, riskiert, dass alte politische Denkweisen wieder gesellschaftsfähig werden. Das sollte gerade in Deutschland niemand auf die leichte Schulter nehmen.
Doch auch eine weitere Frage verdient Aufmerksamkeit:
Was bedeutet ein politisches Mandat?
Natürlich wäre es falsch, pauschal zu behaupten, AfD-Politikerinnen und -Politiker seien ausschließlich an ihrem persönlichen Vorteil interessiert. Das gilt genauso wenig für Politikerinnen und Politiker anderer Parteien.
Aber ebenso falsch wäre es, die Augen davor zu verschließen, dass ein politisches Mandat mit Macht, Einfluss, einem gesicherten Einkommen und gesellschaftlichem Status verbunden ist. Wer ein Mandat anstrebt, entscheidet sich also nicht nur für politische Verantwortung, sondern übernimmt zugleich eine Position, die finanzielle Vorteile mit sich bringen kann.
Das ist zunächst nichts Anrüchiges. Demokratie braucht Menschen, die bereit sind, politische Verantwortung zu übernehmen. Doch gerade deshalb muss die Frage erlaubt sein: Was treibt jemanden tatsächlich in die Politik – der Wunsch, etwas für die Gesellschaft zu verändern, oder vor allem der Wunsch nach Macht und Einfluss?
Diese Frage sollte man nicht nur bei der AfD stellen, sondern bei allen politischen Parteien und ihren Mandatsträgern.
Entscheidend ist deshalb nicht allein, was Politiker versprechen, wenn sie um Stimmen werben. Entscheidend ist, wie sie mit der Macht umgehen, die ihnen die Wählerinnen und Wähler übertragen haben.
Wer von anderen politische Opferbereitschaft, Verzicht und Loyalität verlangt, sollte sich auch selbst daran messen lassen. Und wer politische Ämter als persönlichen Aufstieg versteht, muss sich die Frage gefallen lassen, ob es ihm tatsächlich um das Gemeinwohl geht.
Politik ist kein Selbstbedienungsladen. Ein Mandat ist kein persönlicher Besitz, sondern ein Auftrag der Bürgerinnen und Bürger.
Natürlich darf man nicht pauschal behaupten, dass ausschließlich AfD-Politikerinnen und -Politiker an ihren persönlichen Vorteil denken.
Aber genauso wenig sollte man davor die Augen verschließen, dass politische Ämter mit Macht, Einfluss, sicherem Einkommen und gesellschaftlichem Status verbunden sind. Das zählt für viele gewählte Politiker*innen – gleich welcher Partei.
Fazit
Die Antwort auf all diese Fakten, kann nur eine starke, glaubwürdige und wehrhafte Demokratie sein.
Eine Demokratie, die Probleme löst, statt sie schönzureden. Politiktiker*innen, die zuhören, statt Bürgerinnen und Bürger zu belehren. Parteien, die ihre eigenen Grundsätze nicht nur vor Wahlen beschwören, sondern auch danach konsequent vertreten. Deshalb ist die richtige Antwort auf den Wahlerfolg der AfD, weder Panik noch Verharmlosung, sondern eine kritische Hinterfragung ihrer Parolen.
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Das Ergebnis war vorhersehbar,
es ging nur noch um die Höhe des AfD-Erfolges. Wie sich diese Konstellation auf den täglichen Ablauf der Bürger*innen in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus bundespolitisch auswirkt, das wird spannend.
✅ Man darf nur hoffen, dass Schulsystem wird nicht AfD-gerecht umgebaut. Um ein demokratisches System in seinem Sinne zu verändern, fängt man bei der Bildung an.
✅ Die Bildung ist ein Bereich, in dem Landesregierungen in Deutschland sehr weitreichende Kompetenzen haben – Schulgesetze, Lehrpläne, Lehrerausbildung liegen fast vollständig bei den Ländern (Kulturhoheit der Länder).
✅ Eine AfD-geführte oder AfD-beeinflusste Regierung hat dort reale Gestaltungsmacht, weit mehr als etwa bei Außen- oder Wirtschaftspolitik.
✅ Ob und wie sich das konkret auswirkt, hängt aber stark von der tatsächlichen Regierungsbildung ab – ob die AfD überhaupt regiert oder in der Opposition bleibt, da andere Parteien eine Koalition mit ihr bisher ausgeschlossen haben. Das wird sich in den nächsten Tagen und Wochen zeigen.
Fazit
Der Ausgang dieser Wahl, ist eine Ohrfeige für das Wirken von Herrn Bundeskanzler Friedrich Merz.
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Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern findet am 20.09.2026 statt.
Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat mindestens 71 Sitze und wurde zuletzt am 26.09.2021 gewählt. Die reguläre Wahlperiode zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern beträgt 5 Jahre.
Wahlberechtigte müssen mindestens 16 Jahre alt sein.
Wie auch in Sachsen-Anhalt, ist die AfD - aktuell - stärkste Kraft in den Umfragewerten.
Fazit
Die Frage, die sich in Mecklenburg-Vorpommern genauso stellt wie in Sachsen-Anhalt stellt ist:
Wie kann es sein - dass eine Partei, die das Bundesamt für Verfassungsschutz als “gesichert rechtsextremistisch” einstufte und dies begründete, mit einem “die Menschenwürde missachtenden, extremistischen” Gesamtcharakter der Partei - so viel Zuspruch erhält.
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Eine glaubwürdige Brandmauer,
muss dort stehen, wo Menschen aufgrund ihrer Herkunft benachteiligt, ausgegrenzt oder pauschal zum Problem erklärt werden. Sie muss ebenso dort stehen, wo der Rechtsstaat geschwächt, seine Institutionen angegriffen oder demokratische Grundprinzipien infrage gestellt werden.
Denn Demokratie bedeutet mehr als Wahlen und Mehrheiten. Sie bedeutet auch Menschenwürde, Gleichheit vor dem Gesetz, Rechtsstaatlichkeit, Minderheitenschutz und die Achtung anderer Meinungen.
Wer diese Grenzen - warum auch immer - verwischt, übernimmt möglicherweise Positionen, die eigentlich dem politischen Gegner vorbehalten bleiben sollten. Damit werden Grenzen verschoben – und irgendwann erscheinen Dinge als normal, die es in einer demokratischen Gesellschaft nicht sein sollten.
Dann darf man sich nicht wundern, wenn die AfD stärker wird.
Eine wirkungsvolle Brandmauer beginnt dort, wo demokratische Parteien ihre eigenen Werte konsequent verteidigen. Sie muss dort stehen, wo Menschen aufgrund ihrer:
✅ Herkunft
✅ Religion
✅ Hautfarbe
✅ und Unterdrückung des Rechtsstaats benachteiligt werden.
Wer diese Grenzen verwischt,
darf sich anschließend nicht wundern, wenn die AfD stärker wird. Und deshalb geht es nicht nur um die AfD.
Man darf aber davon ausgehen, dass nicht alle AfD-Wähler*innen das Nazi-Gedankengut verinnerlicht haben, welches die AfD neu aufleben lässt.
Fazit
Ist eine Brandmauer, die nur bei einer Abstimmung im Parlament sichtbar wird, stabil genug?
Wenn demokratische Parteien aus Angst vor Stimmenverlusten Forderungen übernehmen, die zuvor als unvereinbar mit den eigenen Grundsätzen galten, stärkt das nicht automatisch die politische Mitte. Im Gegenteil: Es kann den Eindruck erwecken, dass Parteien wie die AfD den politischen Diskurs bestimmen und die anderen Parteien hinterherlaufen. Deshalb geht es bei der Brandmauer nicht nur um die AfD. Es geht um die demokratischen Parteien selbst. Um ihre Glaubwürdigkeit. Um ihre Haltung. Und vor allem darum, ob sie bereit sind, ihre eigenen demokratischen Werte auch dann zu verteidigen, wenn es unbequem wird.
Der Sänger Wolfgang Niedecken – von der Gruppe BAP – brachte es in einem Interview, mit dem Hamburger Abendblatt, auf einen kurzen Nenner: Demokratie ist Arbeit!
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Schöner Traum
Die zweibeinigen Gesellen müssen noch viel lernen, damit sie Menschen ersetzen können.
Der Mensch ist dem lang gehegten Wunsch, ein künstliches Ebenbild seiner selbst zu erschaffen, so nahe wie noch nie. Der Traum, für manche ein Fiebertraum, ist immerhin schon so real geworden, dass menschenähnliche Roboter den 100-Meter-Sprint nun schneller bewältigen als der menschliche Rekordhalter Usain Bolt.
Sie tanzen, schlagen Salti,
tragen Lasten umher und können noch manches mehr. Was sie aber noch nicht sind: Universalgeräte, die man auf normale Menschen loslassen kann. Auch wenn sie etwa in Fabriken bei einzelnen Aufgaben Menschen bereits nutzbringend zur Seite stehen, müssen sie erst beweisen, dass sie über klar definierte Aufgaben in strukturierten Umgebungen hinaus tatsächlich einen Mehrwert schaffen können. Wer jetzt schon davon träumt, die Reinigungskraft durch einen humanoiden Roboter zu ersetzen, unterschätzt bei Weitem, was eine menschliche Fachkraft ausmacht. Bis dahin ist noch ein weiter Weg.
Drei Bereiche sind es vor allem, in denen Humanoide Defizite haben:
✅ Nicht nur die Erfahrung, sondern auch die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und logische Schlüsse daraus zu ziehen.
✅ Maschinen nehmen ihre Umwelt völlig anders wahr als ein Mensch. Was für Menschen klar erkennbar ist, stellt für sie oft ein Problem dar.
✅ Haben humanoide Roboter nach heutigem Stand Probleme, sich unfallfrei zu bewegen.
Oft genug stolpern sie herum, zappeln plötzlich wie wild. Die Weltrekord-Sprinter unter ihnen können zwar schnell laufen, tun sich aber sonst schwer.
In Fabriken, wo es in der Regel geordnet zugeht, lassen sich Mängel wie diese eingrenzen. Anders sieht es in der freien Wildbahn aus, etwa in einem Haushalt mit Kindern und womöglich einem Haustier. Für Menschen mag das mitunter chaotisch wirken – für einen Roboter und dessen Wahrnehmungssystem ist es blankes Chaos.
Europa sollte sich bei der Robotik nicht erneut abhängen lassen
Nach einer Umfrage eines Digital-Branchenverbands kann sich rund die Hälfte der Bevölkerung vorstellen, einen humanoiden Roboter im eigenen Haushalt zu nutzen. Dass humanoide Roboter, besonders zweibeinige, in den nächsten Jahren in Haushalten wirklich nützlich sein können, ist aus heutiger Sicht eher ein verwegener Gedanke. Und das nicht nur wegen des Preises, der bei mindestens einigen Zehntausend Euro pro Stück liegt. Die Zweibeiner werden mittelfristig eher begrenzte Aufgaben etwa in der Krankenhauslogistik oder in der Fertigung übernehmen.
Die Videos, bei denen Roboter,
an den für Menschen einfachsten Dingen scheitern, sollten aber nicht täuschen. Künstliche Intelligenz in die physische Welt zu bringen, ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Und es ist eines, bei dem Deutschland und Europa noch Chancen haben, mitzuhalten – etwa gegenüber China. Gerade Deutschland gehört weltweit zu den Besten darin, komplexe Maschinen zu entwickeln und zu bauen.
Fazit
Auch was KI-Fähigkeiten anbelangt, gibt es in Europa genug Experten. Es fehlen nur oft der Mut und vor allem das Kapital, um mithalten zu können mit dem staatlich geförderten China und der US-Investorenlandschaft, in der Start-ups im Vergleich zu Europa ein Vielfaches an Risikokapital erhalten.
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Die AfD wächst – aber wer hat ihr den Boden bereitet?
Die Stärke der AfD ist nicht allein das Ergebnis ihrer eigenen Politik. Wenn die AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ großen Zulauf bekommt und die AfD insgesamt immer stärker wird, sollte man nicht nur auf die AfD selbst schauen. Man muss auch die Frage stellen: Wer hat ihr diesen politischen Raum über Jahre hinweg hinterlassen?
Hinter dem Erfolg der AfD verbirgt sich auch ein Versagen der etablierten Parteien.
Die sogenannte Brandmauer sollte verhindern, dass rechtsextreme und rechtspopulistische Positionen immer weiter in die politische Mitte vordringen. Doch von einer konsequenten und glaubwürdigen Abgrenzung war in den vergangenen Jahren nicht mehr viel zu erkennen.
Im Gegenteil: Immer wieder haben insbesondere Unionsparteien, aber auch andere demokratischen Parteien, Forderungen und Themen aufgegriffen, die zuvor vor allem von der AfD gesetzt wurden. Damit wurde die politische Auseinandersetzung nicht einfacher, sondern der AfD teilweise sogar ein zusätzlicher Resonanzraum geschaffen.
AfD setzt den Ton – die anderen reagieren
Heute erleben wir eine paradoxe Situation: AfD-Politiker setzen Themen, bestimmen zunehmend die politische Debatte und treiben die etablierten Parteien mit zugespitzten Forderungen vor sich her.
Besonders erfolgreich ist diese Strategie in den sozialen Medien
Dort zählen nicht unbedingt die differenziertesten Argumente. Entscheidend sind Aufmerksamkeit, Emotionen, Provokation und einfache Botschaften. Ein kurzer Satz, ein zugespitztes Video oder eine scheinbar einfache Antwort auf ein kompliziertes Problem kann sich innerhalb kürzester Zeit - speziell bei jungen Menschen - schnell verbreiten.
Rhetorik ersetzt keine Politik
Politiker wie Ulrich Siegmund von der AfD verstehen es, ihre Botschaften zugespitzt und emotional zu vermitteln. Sie sprechen eine Sprache, die für viele Menschen unmittelbarer und verständlicher klingt als die häufig komplizierte Kommunikation etablierter Parteien.
Das kann politisch erfolgreich sein. Aber Rhetorik ist noch kein Beweis für eine gute Politik.
Wer einfache Antworten auf schwierige gesellschaftliche Probleme liefert, kann damit zwar Aufmerksamkeit gewinnen. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob diese Antworten tatsächlich funktionieren, finanzierbar sind und mit den Grundprinzipien eines demokratischen Rechtsstaates vereinbar bleiben.
Genau darüber muss viel klarer und stärker gesprochen werden.
Demokratische Parteien dürfen nicht zur Echokammer der AfD werden
Es reicht nicht, die AfD ständig zu kritisieren und gleichzeitig deren Themen zu übernehmen. Damit bestätigt man letztlich deren politische Agenda.
Die demokratischen Parteien müssen stattdessen wieder selbst orten, welche Fragen die Gesellschaft beschäftigen und welche Antworten darauf gegeben werden.
Dazu gehört eine Politik, die soziale Probleme ernst nimmt, Ängste nicht belächelt und berechtigte Kritik nicht einfach als „rechts“ abtut.
Aber ebenso gehört dazu, klar zu widersprechen, wenn aus berechtigter Kritik pauschale Schuldzuweisungen, Ausgrenzung oder Angriffe auf demokratische Institutionen werden.
Warum wählen Menschen AfD?
Die demokratischen Parteien müssen sich auch fragen:
✅ Warum gelingt es uns nicht mehr, diese Menschen mit unseren politischen Antworten zu erreichen?
✅ Wer darauf keine überzeugende Antwort findet, wird die AfD nicht schwächen können.
Denn die AfD lebt nicht nur von ihren eigenen politischen Angeboten. Sie lebt auch von den Fehlern, Versäumnissen und der Kommunikationsschwäche ihrer politischen Gegner.
Das ist vielleicht die unbequemste Erkenntnis überhaupt. Wer die AfD bekämpfen will, darf deshalb nicht nur auf die AfD zeigen. Er muss auch den eigenen Anteil daran erkennen, dass sie so stark werden.
Auch darf man davon ausgehen, dass nicht alle AfD-Wähler*innen das Nazi-Gedankengut verinnerlicht haben, welches die AfD neu aufleben lässt.
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Was das AfD-Wahlprogramm verspricht und was dahintersteht
Die AfD bekennt sich in ihren Wahlprogrammen ausdrücklich zur Demokratie, freie Wahlen, Rechtsstaatlichkeit und die politische Entscheidungsgewalt des Volkes. Auch in ihrer Landessatzung bekennt sie sich unter anderem zur parlamentarischen Opposition, zur Unabhängigkeit der Gerichte, zu Menschenrechten und zur Bindung staatlichen Handelns an Recht und Gesetz.
Das allein beantwortet jedoch noch nicht die entscheidende Frage: Was versteht die AfD eigentlich unter Demokratie – und wie weit reicht dieses Verständnis?
Demokratie erschöpft sich nicht darin, dass Bürgerinnen und Bürger alle paar Jahre ihre Stimme abgeben dürfen. Zu einer freiheitlichen Demokratie gehören ebenso die Gewaltenteilung, unabhängige Gerichte, eine freie Presse, liberales Bildungswesen, eine starke parlamentarische Opposition, der Schutz von Minderheiten und die Bindung staatlicher Macht an die Verfassung. Auch die Rechte derjenigen, die eine politische Mehrheit nicht teilen, gehören zum demokratischen System.
Genau hier liegt die entscheidende Diskrepanz zwischen dem demokratischen Selbstbild der AfD und der Kritik, die an ihrer politischen Ausrichtung geäußert wird. Die AfD stellt sich selbst als politische Kraft dar, deren bloße Existenz ein Beweis für die Funktionsfähigkeit der Demokratie sei. In ihrem Regierungsprogramm für Sachsen-Anhalt schreibt sie sinngemäß, dass Demokratie vor allem darin bestehe, dass politische Macht durch den Volkswillen und durch Mehrheitsentscheidungen legitimiert werde. Zugleich betont sie, dass auch die parlamentarische Minderheit bestimmte Rechte genießen müsse.
Demokratie bedeutet mehr als „Die Mehrheit entscheidet“
Denn gerade die Geschichte Europas zeigt, dass demokratische Mehrheiten allein keine Garantie für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit sind. Eine Demokratie muss deshalb auch diejenigen schützen, die einer Mehrheit angehören – und ebenso diejenigen, die gerade nicht zur Mehrheit gehören. Das macht die Auseinandersetzung mit dem AfD-Programm so wichtig. Entscheidend ist nicht allein, was eine Partei über Demokratie sagt, sondern auch, welche konkreten politischen Konsequenzen sich aus ihren Forderungen ergeben.
Dabei geht es beispielsweise um den Umgang mit Minderheiten und Menschen mit ausländischen Wurzeln, um die Stellung unabhängiger Institutionen, um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, um die Rolle des Verfassungsschutzes, um die Europäische Union und um die Frage, wie weit eine politische Mehrheit in die Rechte anderer Menschen eingreifen darf.
Gerade deshalb sollte man das demokratische Selbstverständnis einer Partei nicht nur an ihren Bekenntnissen messen, sondern an ihren politischen Forderungen und an ihrem tatsächlichen Umgang mit demokratischen Institutionen.
Demokratisch oder undemokratisch?
Der Landesverband Sachsen-Anhalt ist dabei ein besonders aktuelles Beispiel: Der Verfassungsschutz stufte die Partei bereits 2023 als gesichert rechtsextremistisch ein. Die AfD bestreitet diese Einstufung und geht juristisch dagegen vor.
Damit ist allerdings noch keine abschließende Antwort auf die Frage gegeben, ob die AfD demokratisch oder undemokratisch ist. Diese Entscheidung kann nicht allein aufgrund politischer Wertungen getroffen werden. Sie muss sich an den Maßstäben des Grundgesetzes und des geltenden Rechts orientieren.
Fazit
Die eigentliche politische Frage lautet deshalb:
Reicht es aus, sich auf freie Wahlen und den Willen der Mehrheit zu berufen – oder muss eine demokratische Partei darüber hinaus bereit sein, die Rechte ihrer politischen Gegner, von Minderheiten und unabhängiger Institutionen auch dann zu schützen, wenn sie selbst die politische Mehrheit besitzt?
Genau an diesem Punkt sollte man das AfD-Wahlprogramm kritisch lesen:
✅ Denn Demokratie ist nicht nur das Recht, eine Stimme abzugeben.
✅ Demokratie bedeutet auch, sicherzustellen, dass diejenigen, die morgen in der Minderheit sind, weiterhin ihre Rechte behalten.
Es wird spannend zu beobachten, ob eine Mehrheit der Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt vom Charisma des Herrn Siegmund eingefangen wird oder ob sie, wie aufgeklärte, demokratisch gesinnte Menschen, faktenorientiert, der rechten Agenda der AfD widersprechen. Man darf nur für Deutschland hoffen, dass die Geschichte sich nicht wiederholt.
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Was könnte der Bund gegen eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt tun? Schon seit einigen Jahren versucht die Republik, sich gegen den demokratiefeindlichen - Supergau AfD - zu wappnen.
Szenarien werden diskutiert und Institutionen sturmfest gemacht für den Fall, dass eintritt, was bisher mit ungewöhnlichen Koalitionen verhindert werden konnte.
Wie könnte die Bundesregierung intervenieren,
falls nach der Landtagswahl am 6. September 2026 eine AfD-Regierung, mit Ulrich Siegmund, als ersten Ministerpräsident der AfD in Sachsen-Anhalt an die Macht kommt und die angekündigten Pläne tatsächlich umsetzt werden, etwa bei den öffentlich rechtlichen Medien, Migration, Einbürgerung und Schulen, muss die Demokratie in der Lage sein gegensteuern.
Streit um den Heimunterricht
Die AfD hat in Sachsen-Anhalt - speziell mit der Forderung, Eltern künftig Homeschooling zu ermöglichen, Aufsehen erregt – also Unterricht zu Hause, fern von Lehrkräften und deren angeblich fragwürdigen Lebensansichten. Doch was können der Bund und die anderen Bundesländer tun, wenn Sachsen-Anhalt bei der Bildung tatsächlich einen eigenen Weg einschlägt.
Zunächst stellt sich die grundsätzliche Frage, ob ein solcher Hausunterricht überhaupt mit der geltenden Rechtsordnung vereinbar wäre. Auch in Sachsen-Anhalt gilt die Schulpflicht. Die AfD argumentiert allerdings, dass darunter nicht zwingend eine Anwesenheitspflicht in einem Schulgebäude verstanden werden müsse.
Das Bundesverfassungsgericht, hat bereits in einem Beschluss aus dem Jahr 2003 eine gewisse Bedeutung des Präsenzunterrichts hervorgehoben. Schule diene demnach nicht allein der Wissensvermittlung, sondern auch der „Heranbildung verantwortlicher Staatsbürger“.
Sollte Sachsen-Anhalt tatsächlich einen weitreichenden Hausunterricht einführen, könnten auch die anderen Bundesländer ins Spiel kommen. Die Kultusministerkonferenz müsste dann prüfen, ob Schulabschlüsse aus Sachsen-Anhalt, die unter völlig anderen Bedingungen erworben wurden, weiterhin bundesweit anerkannt werden können.
Denn die Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen könnte infrage stehen. Für Schülerinnen und Schüler wäre das ein Worst-Case-Szenario. Sie könnten in eine Art sachsen-anhaltische Bildungsisolation geraten.
Studienmöglichkeiten an Hochschulen in Halle (an der Saale), Wittenberg oder Magdeburg wären möglicherweise nicht das einzige Problem.
Entscheidend wäre vielmehr, ob Schulabschlüsse aus Sachsen-Anhalt bundesweit noch ohne Einschränkungen anerkannt würden. Ein politisches Experiment mit weitreichenden Folgen.
Sollte es dazu kommen und die AfD ihre im Wahlprogramm angekündigten Vorhaben tatsächlich umsetzen, könnte Sachsen-Anhalt zum politischen Präzedenzfall werden.
Fazit
Demokratie oder nur das Recht auf Wahlen? – Was das AfD-Wahlprogramm verspricht und was dahintersteht.
Die AfD beruft sich in ihrem Wahlprogramm ausdrücklich auf Demokratie und freie Wahlen. Das ist zunächst unbestreitbar. Doch Demokratie erschöpft sich nicht darin, gewählt werden zu dürfen. Entscheidend ist auch, wie eine Partei mit politischen Gegnern, Minderheiten, rechtsstaatlichen Institutionen und den Grundprinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung umgeht. Genau an diesem Punkt entsteht die entscheidende Spannung zwischen dem demokratischen Selbstbild der AfD und der Kritik, die von Verfassungsschutz, Wissenschaft und anderen Beobachtern an ihrer politischen Ausrichtung geäußert wird.
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CDU christlich-sozialer Anspruch und wirtschaftspolitische Realität
Die CDU wird häufig als konservative Partei wahrgenommen. Doch ihre Politik hat weitreichende Auswirkungen auf die gesellschaftliche Stabilität und den sozialen Zusammenhalt in Deutschland – und genau hier beginnt eine Debatte, die seit Jahren geführt wird.
Der eigene Anspruch: christlich-soziale Werte
Die CDU versteht sich selbst als Partei der christlich-sozialen Werte. In ihrem Grundsatzprogramm stehen Stabilität, Freiheit, Verantwortung und Tradition im Mittelpunkt. Gleichzeitig spielen wirtschaftliche Freiheit und der Schutz des Eigentums eine zentrale Rolle – Grundpfeiler, die sich aus dem Konzept der Sozialen Marktwirtschaft ableiten, wie sie einst von Ludwig Erhard und Alfred Müller-Armack geprägt wurde.
Der Widerspruch aus Sicht der Kritiker
Kritiker sehen darin eine Spannung: zwischen dem Anspruch, soziale Verantwortung zu übernehmen, und einer Politik, die wirtschaftlichen Interessen oft einen höheren Stellenwert einräumt. Profitieren sollen davon vor allem Unternehmen, Selbstständige und Menschen mit höheren Einkommen und Vermögen. Fragen des sozialen Ausgleichs und der Umverteilung treten aus dieser Perspektive dagegen oft in den Hintergrund.
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie viel soziale Ungleichheit kann eine Gesellschaft verkraften, ohne dass ihr Zusammenhalt gefährdet wird?
Was die Zahlen zeigen
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat diese Frage empirisch untermauert. Nach neueren Berechnungen auf Basis verbesserter Daten besitzen die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung rund 67 Prozent des gesamten Privatvermögens in Deutschland – das reichste eine Prozent allein rund 35 Prozent. Frühere Schätzungen lagen deutlich niedriger, weil sehr hohe Vermögen bislang schlechter erfasst wurden.
Auch beim Steuersystem zeigt sich eine Schieflage: Während Arbeitseinkommen bis zu 45 Prozent Einkommensteuer erreichen kann, werden Kapitalerträge pauschal mit rund 25 Prozent besteuert – unabhängig von der Höhe der Gewinne. Die Vermögensteuer ist zudem seit 1997 ausgesetzt.
Eine Einordnung, die nicht fehlen darf
Ganz so eindeutig, wie es auf den ersten Blick scheint, ist das Bild allerdings nicht. Eine DIW-Studie zeigt: Berücksichtigt man Rentenansprüche – gesetzliche wie betriebliche –, sinkt die gemessene Ungleichheit spürbar. Der Vermögensanteil der ärmeren Bevölkerungshälfte steigt dann von zwei auf neun Prozent. Das relativiert die reine Vermögensstatistik, ohne das Grundproblem zu entkräften: Die DIW-Ökonomin Charlotte Bartels betont, dass die Rentenansprüche in der unteren Verteilungshälfte oft zu gering sind, um wirksam vor Altersarmut zu schützen.
Auch CDU-Vertreter selbst würden dem Vorwurf widersprechen: Wirtschaftliche Freiheit und Eigentumsschutz seien keine Selbstzwecke zugunsten Wohlhabender, sondern Voraussetzung für Investitionen und Arbeitsplätze – und damit letztlich auch für die Finanzierung des Sozialstaats. Als Belege für den “sozialen” Teil des Anspruchs werden etwa Rentenreformen oder die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns während der Großen Koalition angeführt.
Fazit
Wirtschaftliche Stabilität allein garantiert noch keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine Politik, die wirtschaftliche Freiheit und Eigentumsrechte besonders stark gewichtet, muss sich daher daran messen lassen, ob sie gleichzeitig für ausreichenden sozialen Ausgleich sorgt. Die Zahlen des DIW liefern dafür wichtige Anhaltspunkte – die Bewertung, wie viel Ungleichheit eine Gesellschaft verträgt, bleibt am Ende jedoch eine politische, keine rein empirische Frage.
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