Aktuelle Sonntags-Umfrage
Schaut man sich die Vorhersagen der Umfrageergebnisse der AfD zur nächsten Bundestagswahl an, gruselt es jeden demokratischen orientierten Menschen. Die AfD wird von allen Institutionen als stärkste Kraft geführt. Warum?
Einfache Antworten werden attraktiv – selbst dann, wenn die vorgeschlagenen Lösungen komplexe Probleme nicht wirklich lösen oder neue Probleme schaffen.
Die aktuelle Zustimmung zur AfD ist weniger mit einem einzigen Thema erklärbar, als mit einer Mischung aus:
* wirtschaftlicher Unsicherheit
* Vertrauensverlust in Institutionen
* gesellschaftlicher Polarisierung
* medialer Zuspitzung
* Fehler der etablierten Parteien
Dass viele Menschen die Entwicklung und Zustimmung zur AfD schwer verständlich finden, ist nachvollziehbar. Gerade weil Deutschland historisch und hautnah erlebt hat, wohin Nationalismus, Ausgrenzung und demokratiefeindliche Entwicklungen führen können.
Fazit
Die Menschen haben anscheinend vergessen oder verdrängt, was Adolf Hitler, die NSDAP und der Faschismus und bewirkt haben.
Kritiker der AfD weisen seit Jahren darauf hin, dass Teile ihres Programms besonders Menschen mit niedrigen oder mittleren Einkommen treffen könnten.
Es wäre deswegen sinnvoll, in den Medien, die folgenden Fakten des AfD-Programms entsprechend zu thematisieren:
* Kürzungen oder Umbauten des Sozialstaats
* Schwächung solidarischer Sicherungssysteme
* Marktradikale Wirtschaftspositionen
* Steuerpolitische Vorteile für höhere Einkommen
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Nicht nur in den 1930 Jahren war Satire gefährlich für Diktaturen. Autoritäre Regime fürchten auch heute noch Spott und Häme, weil sie ihren Anspruch auf Unfehlbarkeit zerstört. Deshalb wurden Karikaturisten wie Walter Trier verfolgt.
* Walter Trier war mehr als der Illustrator von Kinderbüchern. Obwohl ihn viele - vor allem durch die Illustrationen zu den Büchern von Erich Kästner kennen, war er einer der bedeutendsten politischen Zeichner seiner Zeit.
* Die Nationalsozialisten verfolgten ihn früh. Als Jude erhielt Trier Berufsverbot, musste fliehen und setzte seinen Kampf gegen den Nationalsozialismus aus dem Exil fort.
* Humor als Widerstand. Für die britische Regierung zeichnete er Propagandamaterial gegen Adolf Hitler. Seine Zeichnungen machten Diktatoren lächerlich – und nahmen ihnen damit einen Teil ihrer Macht. Trotz seiner Erfahrungen wurde Trier kein Zeichner des Hasses.
Seine Arbeiten waren von Humanismus geprägt und sollten Menschen zum Nachdenken bringen, nicht zur Vergeltung aufstacheln.
Fazit
Dieser Zeit sind wir wieder erschreckend nahegekommen. Viele aktuelle Politiker*innen – mit rechtem Gedankengut – erinnern uns daran, dass Demokratie kein Selbstgänger ist. Sie wirken darauf hin, dass Nationalismus, Antisemitismus und autoritäres Denken wieder mehr Einfluss gewinnen.
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Die aktuelle Lage
Die 33 Empfehlungen der Rentenkommission greifen das Thema Doppelverbeitragung/Arbeitgeberanteil bei bestehenden Betriebsrenten nicht auf.
Zu den gesetzlichen Krankenversicherungsbeiträgen (GKV) auf Versorgungsbezüge findet sich in den bisher bekannten 33 Punkten kein einziger Vorschlag.
Das Thema ist politisch nicht neu
Bereits Kanzler Scholz hatte 2022 versprochen, die Doppelverbeitragung der GKV zu beenden – passiert ist bis heute nichts Grundlegendes, außer der schrittweisen Anhebung des Freibetrags (2026: 197,75 €).
Es bleibt also bei der Doppelverbeitragung für die GKV. Der Vorwurf der fehlenden Arbeitgeberbeteiligung bei Betriebsrenten wird seit 2004 von Sozialverbänden (VdK, SoVD) und dem DGB regelmäßig kritisiert, ohne dass es bislang zu einer echten paritätischen Lösung kam.
Was die Kommission stattdessen macht
Sie will den Zugang zu Betriebsrenten ausbauen (mehr Menschen, besonders in kleinen Unternehmen, sollen überhaupt eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) bekommen. Das betrifft die Zukunft, nicht die aktuelle Beitragslast bestehender Betriebsrentner:innen.
Die neue "gesetzliche Kapitalrente" soll paritätisch (hälftig von Arbeitnehmern und Arbeitgebern) finanziert werden – aber das ist ein komplett neues Instrument für künftige Rentenjahrgänge, keine Reform der bestehenden Betriebsrenten-Verbeitragung.
Fazit
Unabhängig von der aktuellen Rentenreform, bleibt die Doppelverbeitragung ein offener Streitpunkt. Die Linke und der DGB fordern seit Jahren konkret die Abschaffung der vollen Beitragspflicht bzw. eine hälftige Finanzierung; von CDU/CSU- und Arbeitgeberseite kam bislang wenig Bewegung, u.a. mit Verweis auf die Mehrkosten für die GKV.
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Die aktuelle Lage
Eine extreme Hitzewelle erfasst Europa im Juni 2026; Temperaturen liegen über 10 Grad über dem langjährigen Mittel. Der bisherige deutsche Hitzerekord (41,2°C, Juli 2019) könnte fallen
Die Gefährlichkeit der Hitze wird in Deutschland oft unterschätzt.
Gewöhnlich freuen sich alle, wenn es »warm« wird. Das liegt an der deutschen Klimahistorie: Noch in den Fünfzigerjahren gab es im Schnitt nur dreieinhalb Tage pro Jahr mit mehr als 30 Grad.
Mittlerweile sind es - „der Klimakrise sei Dank“ - über 12 Tage, wobei es immer öfter Ausschläge nach oben gibt, so waren es 2018 schon einmal 20 Tage pro Jahr. Diese neue Klimarealität wird nicht mehr verschwinden, sondern dürfte sich laut Klimaforschenden eher verschärfen.
Es wird künftig normal sein, dass es wochenlang so heiß ist. Die Wetterlage ist kein Spaß, sondern eine Naturkatastrophe.
Bei Erdbeben, Wirbelstürme, Waldbrände oder Überflutungen käme niemand auf die Idee, Meldungen mit Bildern glücklicher Kinder am Springbrunnen und dösender Urlauber am Strand zu illustrieren, wie es oft noch der Fall ist. Hitze assoziieren viele Bürger mit Planschvergnügen und dem letzten Italienurlaub. Ein fataler Irrtum - und ein Grund, warum Deutschland bisher so schlecht vorbereitet ist.
Jeden Sommer sterben Tausende Menschen in Deutschland wegen der hohen Temperaturen. Das Robert Koch-Institut nennt sie »hitzebedingte Sterbefälle«. Im vergangenen, vergleichsweise milden Sommer waren es rund 2500 Tote, in extremen Hitzesommern wie 2018 fast 9000 Tote.
Speziell Menschen mit einer Vorerkrankung, etwa Bluthochdruck oder einem schwachen Herz sind betroffen. Doch auch gesunde Menschen können an einem Hitzeschlag sterben. Hinzu kommt eine nicht erfasste Zahl alter und chronisch kranker Menschen, deren Gebrechen durch die hohen Temperaturen schlimmer werden. Auch wenn sie nicht sterben, leiden sie unter der Hitze.
Die Politik reagiert,
als ginge sie das nichts an. Die meisten Krankenhäuser in Deutschland sind nicht oder nur teilweise klimatisiert. Frisch operierte Menschen, Frauen im Kreißsaal, die gerade ein Kind bekommen haben, oder Patienten mit Krebsleiden oder Schlaganfall liegen derzeit in Tausenden - unklimatisierten - Mehrbettzimmern. Haben sie Pech, liegen sie in einem ungedämmten Altbau auf der Südseite.
Dramatisch sind auch die wirtschaftlichen Folgen: Hohe Temperaturen sind ein Standortrisiko. Mehr als 100 Milliarden Euro könnte die Hitze die deutsche Volkswirtschaft bis 2030 kosten.
Pro Grad Celsius - oberhalb der kritischen Marke von 30 Grad - sinkt die Produktivität um rund drei Prozent, die Energiekosten steigen um etwa 1,2 Prozent, rechnet der Kreditversicherer Allianz Trade vor. Eine Studie von Prognos im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums hat die Folgen sogar auf einen einzigen Hitzetag heruntergerechnet: Der führt zu Verlusten von 431 Millionen Euro.
Mit guten Ratschlägen und Wasserspendern lassen sich diese Probleme nicht beheben. Beim Klimaschutz muss die Politik endlich verbindliche Regeln setzen: Wird ein Gebäude saniert oder neu gebaut, sollte der Hitzeschutz eingeplant werden. Gemeinden müssten verpflichtet werden, eine Mindestzahl kühler Rückzugsorte bereitzustellen. Auch Krankenhäuser und Pflegeheime brauchen solche Räume.
Wie es besser geht, zeigt Frankreich . Dort haben die Menschen gerade die heißeste Nacht seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt.
Tagsüber herrschten in den südwestlichen Landesteilen 44 Grad. Dennoch hat das Land die Folgen halbwegs im Griff, seitdem es verpflichtende Hitzeschutzpläne für alle Gemeinden gibt und man sich um vulnerable Gruppen kümmert.
Durch das landesweite Hitzeregister können Menschen ab 65 bei mehr als 34 Grad angerufen oder besucht werden. Zudem greifen für Krankenhäuser gesetzliche Krisenpläne in Hitzewellen. Darin sind konkrete Maßnahmen vorgesehen, etwa die Räumung von überhitzten Räumen.
In Deutschland gibt es nur unverbindliche Empfehlungen. Es gäbe hierzulande also viel zu tun. Wenn nicht für diesen, dann für nächsten Sommer.
Das Wahrnehmungsproblem
Hitze wird in Deutschland verharmlost und oft mit positiven Bildern (Freibad, Urlaub) assoziiert, statt als Naturkatastrophe behandelt zu werden. Andere Extremwetterereignisse (Erdbeben, Stürme, Überschwemmungen) werden nicht so verniedlicht.
Gesundheitliche Folgen
Hitzebedingte Todesfälle: ca. 2.500 im letzten (milden) Sommer, bis zu 9.000 in Extremsommern wie 2018.
Betroffen sind auch Vorerkrankte, ältere Menschen und Patienten in unklimatisierten Krankenhäusern
Wirtschaftliche Folgen
Bis 2030 könnten Hitzeschäden die deutsche Wirtschaft über 100 Milliarden Euro kosten.
Pro Grad über 30°C: ca. 3% Produktivitätsverlust, 1,2% höhere Energiekosten.
Ein einzelner Hitzetag kostet schätzungsweise 431 Millionen Euro.
Fazit
Lösungsvorschlag: Frankreich als Vorbild:
* Verpflichtende Hitzeschutzpläne für Gemeinden.
* Ein landesweites Register, über das gefährdete Menschen ab 65 Jahren bei Extremhitze kontaktiert werden.
* Gesetzliche Krisenpläne für Krankenhäuser.
Auch Deutschland braucht verbindliche, statt unverbindliche Regeln bei Bauvorschriften, kühlen Rückzugsorten und Krankenhausschutz.
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Kann die AfD, durch ein Gesetz von 1879 die Justiz beeinflussen?
Hier kommt die Angst, vor dem Missbrauch der Demokratie, ins Spiel.
Beamte sind gegenüber ihren Vorgesetzten weisungsgebunden und könnten im schlimmsten Fall, für bestimmte, politische Vorhaben, instrumentalisiert werden.
Worum geht’s?
1879, kurz nach der Reichsgründung, hat Deutschland seine Justiz vereinheitlicht. Dabei wurde auch festgelegt: Staatsanwaltschaften sind “weisungsgebunden”.
Das heißt im Klartext, auf die heutige Situation bezogen, ein(e) Justizminister*inn - z.B. von der AfD - kann Staatsanwälten*innen Anweisungen geben, Ermittlungen stoppen, beschleunigen und in eine bestimmte Richtung zu lenken.
Das Gesetz ist über 140 Jahre alt und und kann bis heute fast unverändert angewendet werden.
In der Praxis passiert das so gut wie nie. Kein Minister will sich die Finger verbrennen, indem er offensichtlich in ein Verfahren eingreift. Aber die Möglichkeit besteht. Das macht gerade aktuell - vielen Demokraten - Angst und Sorgen.
Trotz aller Bemühungen habe es keinerlei Fortschritt gegeben. Nach wie vor habe der Bundesjustizminister ein unbegrenztes Weisungsrecht gegenüber dem Generalbundesanwalt.
Die Staatsanwaltschaften in den Ländern seien an Weisungen der jeweiligen Landesjustizministerien gebunden. Eine Reform sei wichtiger denn je, auch angesichts des Abbaus von Rechtsstaatlichkeit in anderen EU-Staaten.
Warum jetzt die Aufregung?
Ein kurzer Blick auf den Kalender: Im September wird in Sachsen-Anhalt gewählt, und die AfD hat reelle Chancen auf eine Regierungsbeteiligung, vielleicht sogar auf eine Alleinregierung. Und damit auch auf den Posten der Justizminister*inn, mit Weisungsbefugnis gegenüber der Staatsanwaltschaft.
Der Deutsche Richterbund schlägt deshalb Alarm. Geschäftsführer Sven Rebehn warnt sinngemäß: Wenn rechtspopulistische Parteien an Einfluss gewinnen, dürfe es keine offenen Türen für politischen Missbrauch der Strafverfolgung geben. Seine Forderung: Das Weisungsrecht sollte abgeschafft werden - und zwar bevor es zu spät ist.
Pikant dabei ist,
der Blick ins Ausland macht es nicht entspannter.
Wer vor Machtmissbrauch in der Justiz warnt, zeigt gerne auf andere Länder:
* Polen, wo die frühere, rechtsgerichtete Regierung mit neuen Gesetzen, unliebsame Richter unter Druck gesetzt hat
* Ungarn, wo Viktor Orbán die Justiz durch Verfassungsänderungen stärker an die Regierung gebunden hat.
* USA, wo Donald Trump sich offene Machtkämpfe mit Gerichten liefert.
Ist Deutschlands Justiz schon betroffen?
Nicht in dem Ausmaß wie in den genannten Ländern — aber ganz frei von politischer Einflussnahme ist die Justiz auch nicht. Hinter den Kulissen erzählen Staatsanwälte und Polizeibeamte von Fällen, in denen wichtige Posten nach Parteifarbe besetzt wurden, oder Ermittlungen auf politischen Druck hin beschleunigt wurden.
Noch deutlicher wird’s beim Europäischen Gerichtshof: Der hat Deutschland für genau dieses Weisungsrecht gerügt. Die Konsequenz ist konkret spürbar — deutsche Staatsanwälte dürfen wegen mangelnder Unabhängigkeit keine europäischen Haftbefehle mehr ausstellen. Das übernehmen jetzt die Gerichte.
Und was macht die Politik?
Hier wird’s typisch deutsch-kompliziert. NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) plädiert für ein “Weisungsrecht light”: Staatsanwälte sollen mehr Autonomie bekommen, aber der Minister behält im Notfall noch einen letzten Hebel.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) ist zurückhaltender. Sie sieht verfassungsrechtliche Bedenken gegen eine komplette Abschaffung und setzt eher auf mehr Transparenz — zum Beispiel, dass Weisungen schriftlich dokumentiert werden müssen.
Ihr Vorgänger Marco Buschmann hatte schon einen Reformentwurf in der Schublade. Der kam aber nie durch, weil die Ampelkoalition vorher zerbrach. Die jetzige Merz-Regierung hat dazu nichts Verbindliches im Koalitionsvertrag stehen — man “schaue sich den Entwurf nochmal an”, heißt es vage aus dem Ministerium.
Fazit
Es ist eine dieser Situationen, in denen ein Gesetz aus dem Kaiserreich plötzlich hochaktuell wird, weil sich die politische Landschaft verändert. Die Frage ist nicht, ob das Weisungsrecht heute missbraucht wird - sondern ob es das Werkzeug dafür liefern könnte, falls sich die Machtverhältnisse verschieben. Und solange das offen bleibt, wird die Debatte nicht verschwinden.
Das Muster ist immer ähnlich: Wenn die Gewaltenteilung zwischen Regierung und Justiz aufweicht, wächst der politische Zugriff auf Ermittlungen und Urteile.
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Die Klimakrise vollständig zu umgehen,
ist nicht mehr möglich – die Erde hat sich bereits zu deutlich erwärmt. Das zeigt sich, trotz aller Warnungen der Klimawissenschaft. Deutlich wird es durch die aktuelle, weltweite Klimasituation.
Die Klimawende noch vollständig zu verhindern, ist Wunschdenken. Entscheidend ist es aber, ihre Auswirkungen zu bekämpfen und zu begrenzen.
Die Erde erwärmt sich sich im jeden Jahr mehr – (aktueller Stand: Juni 2026). Die jahrzehntelangen Warnungen der Klimawissenschaftler zeigen, dass viele Entwicklungen, vor denen Forschende seit Langem gewarnt haben, bereits Realität sind.
Was jedoch weiterhin möglich ist
Die schlimmsten Folgen zu begrenzen und Gesellschaften besser an die unvermeidbaren Veränderungen anzupassen, dafür sieht die Klimawissenschaft mehrere zentrale Handlungsfelder:
Treibhausgasemissionen müssen schnell gesenkt werden
Die Energieerzeugung aus Wind-, Solar- und Wasserkraft zügig ausbauen, um die Energieerzeugung aus Kohle, Öl und Erdgas schrittweise zu ersetzen.
* Grüne Oasen in den Innenstädten pflanzen.
* Gebäude besser dämmen und effizient beheizen.
* Gebäudedächer, Fassaden und Balkone begrünen.
* Wo möglich, entsiegeln und begrünen von betonierten Flächen.
* Industrie, durch alternative Energie, klimafreundlicher gestalten.
* Den öffentlichen Nahverkehr ausbauen.
* Fahrrad- und Fußverkehr fördern.
* Elektrofahrzeuge dort einsetzen, wo sie sinnvoll sind.
* Mehr Güterverkehr auf die Schiene verlagern.
Natur schützen und wiederherstellen
Die Artenvielfalt erhalten. Stabile, vielfältige Ökosysteme sind widerrstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels.
* Wälder erhalten und aufforsten.
* Moore wiedervernässen, da sie große Mengen CO₂ speichern.
* Meere und Küsten schützen.
Warum wurde so wenig umgesetzt?
Viele dieser Maßnahmen sind seit Jahren bekannt. Dennoch wurden sie in zahlreichen Ländern nur zögerlich oder unzureichend umgesetzt.
Häufig wurde die Klimakrise politisch (zB. durch USA, Russland, China) ignoriert und verleugnet. In Deutschland werden die Auswirkungen auf das Klima und damit unsere Umwelt - von vielen Politikern - ebenso verharmlost.
Auch wurden die Kosten und Bürokratie, intern, als Argument gegen ein schnelles und effizientes Handeln angeführt. In den meisten Fällen konnte sich die Energielobby durchsetzen.
Parallel dazu häuften sich die Folgen der Erderwärmung: Starkregen mit Überschwemmungen, längere Dürreperioden, Waldbrände, Hitzewellen und schwerere Stürme verursachten erhebliche menschliche und wirtschaftliche Schäden.
So entstand bei vielen Menschen der Eindruck, als würden Teile der Politik diese Naturkatastrophen eher als unvermeidbare Ereignisse hinnehmen, statt ihre Ursachen entschlossen zu bekämpfen. Diese Einschätzung ist eine politische Bewertung – andere verweisen darauf, dass Klimaschutzmaßnahmen zwar beschlossen wurden, jedoch oft langsamer umgesetzt wurden, als wissenschaftliche Empfehlungen nahelegen.
Fazit
Die Nutzung fossiler Energieträger wurde vielerorts über Jahrzehnte fortgesetzt, obwohl längst bekannt war, dass sie den größten Anteil an den menschengemachten CO₂-Emissionen hat. Gleichzeitig verlief der Ausbau erneuerbarer Energien – insbesondere von Windkraft, Solarenergie und in geeigneten Regionen auch der Geothermie – häufig langsamer, als es aus Sicht vieler Fachleute notwendig gewesen wäre.
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht mehr, ob wir handeln müssen, sondern warum wir so lange gezögert haben. Denn jeder weitere Aufschub erhöht die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Kosten – und schränkt den Handlungsspielraum kommender Generationen weiter ein.
Auf einem einfachen Nenner gebracht: Die Natur wehrt sich gegen die Misshandlung durch die Menschen.
Überlastete Notaufnahmen, rationiertes Trinkwasser, aufgesprengte Straßen: Deutschland kollabiert unter der Hitzewelle. Doch statt den Folgen der Klimakrise etwas entgegenzusetzen, beschließt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) den Einbau von neuen fossilen Gasheizungen – und nimmt damit den Bruch der deutschen Klimaziele in Kauf.
Wer die Interessen der Gaslobby über den Schutz von Mensch und Umwelt stellt, sabotiert unsere Zukunft und unsere Gesundheit. Auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, fordert Fridays for Future Deutschland die Entlassung von Lobbyministerin Reiche
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Der Kerngedanke,
Der entscheidende Punkt: Weder Umlage- noch Kapitaldeckungsverfahren können die grundlegende Realität umgehen, dass Rentner von der aktuellen Produktion der arbeitenden Generation leben. Ein Rentenfonds kann keine heute produzierten Pflegeleistungen, Lebensmittel oder Wohnungen aus der Vergangenheit „lagern“. Er verschafft lediglich Ansprüche auf einen Anteil der zukünftigen Wertschöpfung.
* Der Unterschied liegt in der Verteilung der Risiken.
* Die Umlage hängt unmittelbar von Demografie, Beschäftigung, Produktivität und politischen Entscheidungen im jeweiligen Land ab.
* Die Kapitaldeckung hängt von Kapitalmarktrenditen, Inflation, Finanzkrisen und ebenfalls von politischen Rahmenbedingungen ab.
* Demografisches Risiko: Hier liegt tatsächlich das stärkste Argument für eine ergänzende Kapitaldeckung. Wenn immer weniger Erwerbstätige immer mehr Rentner finanzieren müssen, geraten Beitragssätze oder Rentenniveau unter Druck. Kapitalanlagen können einen Teil dieses Risikos auf andere Länder und Zeiträume verteilen.
* Politisches Risiko: Oft wird übersehen, dass auch Rentenansprüche im Umlagesystem nicht garantiert sind. Renteneintrittsalter, Rentenniveau, Beitragsbemessung oder Steuerzuschüsse können jederzeit durch Mehrheiten verändert werden. Die Geschichte der Rentenreformen zeigt das deutlich.
* Kapitaldeckung ist nicht automatisch Spekulation. Das Gegenargument „Börsen können abstürzen“ trifft vor allem auf Systeme zu, die vollständig auf Kapitalmärkte setzen. Langfristig breit gestreute Anlagen über Jahrzehnte hinweg haben historisch deutlich geringere Risiken als Einzelinvestitionen. Deshalb setzen Länder wie die Schweiz oder Schweden auf Mischsysteme.
Ein möglicher Gegeneinwand wäre allerdings,
internationale Diversifikation hilft nur begrenzt. Wenn die Alterung nahezu alle Industriestaaten gleichzeitig betrifft, können auch Kapitalerträge nicht vollständig von den globalen demografischen Entwicklungen entkoppelt werden. Am Ende müssen auch Aktiengewinne, Dividenden und Zinsen aus der laufenden Wertschöpfung realer Arbeitnehmer stammen.
Deshalb lautet die Position vieler Ökonomen nicht „Umlage oder Kapitaldeckung“, sondern:
Ein stabiles Rentensystem kombiniert Umlage, Kapitaldeckung und steuerfinanzierte Elemente, damit nicht ein einziges Risiko (Demografie, Kapitalmarkt oder Politik) allein über die Alterssicherung entscheidet.
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Vor der Gründung des Star-Clubs,
befand sich an dieser Adresse, das Manfred Weissleder gehörende Stern-Kino. Dieses wurde von Weissleder zum Starclub umgestaltet.
Die Räume des Kinos einschließlich Eingang und Balkon wurden nur wenig umgebaut. Der Starclub in Hamburg (Große Freiheit 39) wurde am 13. April 1962 – vom Eigner Manfred Weissleder - eröffnet.
Der vom Stern-Kino zum Starclub umgebaute Musikclub, stand direkt in Nachbarschaft zum Grundstück der barocken St.-Josephs-Kirche.
Unter der ersten Generation der Starclubkellner befand sich auch Horst Fascher (ehemaliger Hamburger Amateurboxmeister). Er wurde nach seiner Tätigkeit als Starclub-Kellner, unter Besitzer Weissleder, Geschäftsführer des Starclubs.
Weissleder und Fascher holten - in den sieben Jahren des Starclubsbestehens - viele bekannte Weltstars und Größen der Rock-, Blues- und Soulmusik in den Star-Club.
Weltweite Berühmtheit,
erlangte der Star-Club vorwiegend durch die Gastspiele der Beatles, die dreimal in dem Club gastierten: Das erste siebenwöchige Gastspiel begann am 13. April 1962 und endete am 31. Mai 1962. Vom 1. bis zum 14. November 1962 gaben sie 28 Konzerte ihres zweiten Gastspiels. Das dritte Gastspiel dauerte vom 18. Dezember bis zum 31. Dezember 1962.
Ihre ersten Auftritte in Hamburg hatten die Beatles aber im Club Indra, in der Großen Freiheit auf St. Pauli. Es war der erste Hamburger Musik-Club, in dem die Beatles am 17. August 1960 spielten. Noch heute schwebt die Aura der Pilzköpfe über der Stätte.
Im Kaiserkeller, ab Oktober 1960, ging es mit Tony Sheridan Nacht für Nacht weiter,
Auch im Top Ten auf der Reeperbahn traten die Beatles vom 1. April bis zum 1. Juli 1961 als Begleitband von Tony Sheridan auf. Bis der Starclub ab April 1962, zur zweiten Heimat der Beatles wurde.
Die meisten Interpret*innen und Bands, der Rock, Soul und Blues-Szene, die im Star-Club auftraten, waren oder wurden weltbekannt:
Tony Sheridan, The Searchers go, King Size Taylor and the Dominoes, Chris Andrews, Johnny Kidd & the Pirates, The Undertakers, Bill Haley, Chuck Berry, Little Richard, Jimi Hendrix, Manfred Mann, The Big Tree, The Animals, Screaming Lord Sutch, Gene Vincent, Gerry & the Pacemakers, The Cream mit Eric Clapton, Ray Charles, Fats Domino, The Remo Four, The Everly Brothers, The Pretty Things, „Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich“, James Brown, The Troggs, Chris Farlowe, Billy J Kramer, Brenda Lee, Tommy Roe, Johnny and the Hurricanes, Wayne Fontana and the Mindbenders, Duane Eddy, Joey Dee, Lee Curtis and the All-Stars, The Big Three, The Blizzards, Sweet Little Sixteen, Cisco and his Dynamites und Jerry Lee Lewis. Letzterer nahm dort 1964 sein Album Live at the Star-Club Hamburg auf.
Nicht zu vergessen: Die deutschen Bands: The Rattles, The Lords, The Rivets und die erste Frauenrockband im Starclub - The Liverbirds - aus Liverpool.
Auch Little Eva war eine Sängerin, die sich 1962 mit dem Hit „The Loco-Motion“ gegen die männliche Übermacht im Starclub durchsetzte und mit ihrem Stück die Hitlisten eroberte.
Außer Elvis Presley den Rolling Stones, den WHO‘s und den Bee Gees, gastierten nach den Beatles (bis 1961, mit Tony Sheridan, als The Beat Brothers) alle Weltstars der damaligen Zeit im Starclub.
In einer ersten Phase (bis Juni 1964),
als der Club wegen prügelnder Kellner von der Ordnungsbehörde (Amtmann Falck) geschlossen wurde und mit Hans Bunkenburg als neuem Geschäftsführer wieder eröffnete, traten allabendlich sieben Bands auf - jede spielte ca. eine Stunde.
Zeitweise gab es auch gleichnamige Ableger in Berlin, Köln, Bielefeld, Bremen, Kiel, und Flensburg, in denen dieselben Bands spielten. Bis Dezember 1965 warb eine eigene Zeitschrift, Star Club News, für die Konzerte.
Im Februar 1969 begann die dritte Phase des Star-Club in Hamburg. Nun übernahmen und gestalteten die Bandleader Achim Reichel, Frank Dostal (Rattles und Wonderland) und Kuno Dreysse (The Rivets) den Starclub und gestalteten das Programm.
In der Hauptsache spielten Bands wie The Nice, Spooky Tooth, Taste, Yes, Colosseum, East of Eden, Vanilla Fudge, Gun, Steamhammer, Black Sabbath (noch als The Earth), aber auch The Easybeats, Richie Havens, Ohio Express, Bandwagon, Spooky Tooth und The Tremeloes. Allerdings blieb werktags häufig das Publikum aus; die Gagen konnten nicht mehr bezahlt werden. Das letzte Konzert am Tag der Schließung, dem 31. Dezember 1969, gaben Hardin & York.
Den verantwortlichen Politikern der Stadt Hamburg, wurde erst später deutlich, dass dieser Club in die Musikgeschichte eingeht.
Nach dem Ende des Star-Club, zog das Erotik-Nachtlokal Salambo ein.
Das Gebäude, das nach einem Brand 1983 brachlag, wurde schließlich 1987 abgerissen.
Das St. Pauli Museum von Günter Zint,
der zwischen 1964 und 1969 auch als Fotograf im Club arbeitete, hat einen Gedenkstein auf dem früheren Star-Club-Gelände aufstellen lassen.
Dieser Stein enthielt zunächst zwei Fehler: The Who sind nie im Star-Club aufgetreten, waren aber als Gäste im Club; der übereifrige Steinmetz hatte bei der Gestaltung des Steines seine Lieblingsgruppe eingraviert. Jimi Hendrix wurde auf der Stele als „Jimy Hendrix“ aufgeführt. Diese beiden Fehler wurden mittlerweile beseitigt. So ist Jimi Hendrix nun in der richtigen Schreibweise vorzufinden, und anstatt The Who wurden The Rivets verewigt.
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Eckpunkte zur Rentenkommission, die am 23. Juni 2026 ihre Empfehlungen vorlegt:
Die Kommission hat nach fünfeinhalb Monaten Beratungszeit und rund 150 Stunden Sitzungen ihren Bericht fertig. Sie soll Vorschläge für alle drei Säulen der Altersvorsorge liefern: gesetzliche Rente sowie betriebliche und private Vorsorge. Insgesamt handelt es sich um ein Gesamtpaket mit 30 Empfehlungen.
Bei einzelnen Punkten gab es Gegenstimmen oder Enthaltungen. Vorschläge mit nur knapper Mehrheit wurden nicht aufgenommen.
Nach wie vor wird aber - die vermeintlich effektivste Lösung - die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) nicht berücksichtigt. Warum werden kleine Renten voll verbeitragt und hohe Einkommen gedeckelt?
Rentner:innen erhalten gesetzliche DRV-Rente und ggf. Betriebsrente.
Auf die gesamten Einkünfte zahlen sie Krankenkassenbeiträge, Pflegeversicherungsbeiträge – und den Zusatzbeitrag für die Krankenkasse - je zu 50% die Rentner:innen und die DRV.
Auf Betriebsrenten sogar den vollen (100 %) Beitragssatz.
Die Rentner:innen zahlen also auf jeden Euro ihres Einkommens Beiträge zur Sozialversicherung.
Durch die 100%-Verbeitragung der Betriebsrenten kann der Gesamtbetrag der Rentner:Inn höher ausfallen wie der Beitrag der Spitzenverdiener:innen, die über die BBG verdienen.
Diese sind durch die BBG gedeckelt. Spitzenverdiener zahlen also nur auf einen Teil ihres Einkommens - Beiträge - bis zur BBG.
Die zentralen Inhalte der Rentenkommision
Renteneintrittsalter:
Ab 2032 soll das Renteneintrittsalter an die erwartete Steigerung der Lebenserwartung gekoppelt werden – steigt diese um ein Jahr, müsste acht Monate länger gearbeitet werden. Ab 2042 stiege das Eintrittsalter alle zehn Jahre um ein halbes Jahr, sodass die Rente mit 70 erst in den 2090er-Jahren erreicht würde.
Kapitalgedeckte Säule:
Nach schwedischem Modell soll ein Teil der Beiträge am Aktienmarkt angelegt werden – beginnend bei 0,5 Prozent vom Bruttolohn, aufwachsend auf 2 Prozent, je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Davon sollen vor allem Beschäftigte profitieren, die ab 2040 in Rente gehen.
Mehr Einzahler:
Auch Abgeordnete aus Bundestag und Landtagen, Selbstständige und Vorstandsvorsitzende von Aktiengesellschaften sollen künftig in die Rentenkasse einzahlen; Beamte bleiben vorläufig außen vor. Zudem soll die Minijob-Befreiung von Rentenbeiträgen abgeschafft werden – nur noch Schüler dürfen bis 603 Euro monatlich beitragsfrei verdienen.
Fazit
Die Kommission kann nur Vorschläge unterbreiten, keine Gesetze beschließen. CDU, CSU und SPD müssen sich danach auf konkrete Eckpunkte verständigen, bevor Gesetzentwürfe und Kabinettsbeschlüsse folgen. Sozialministerin Bas hatte eine direkte Übernahme von einem einstimmigen Kommissionsbeschluss abhängig gemacht – da das nicht überall der Fall war, könnten innerhalb der Koalition neue Verhandlungen nötig werden.
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Der Erfolg der AfD ist mehr als nur ein aktuelles Stimmungsbild. Wenn eine rechtsextreme Partei besonders unter jungen Männern so eine große Zustimmung gewinnt und junge Menschen - über die sozialen Medien - zunehmend die politische Meinungsbildung prägen, dann handelt es sich nicht mehr nur um ein demographisches Phänomen. Es ist eine gesellschaftliche Herausforderung.
Viele Wählerinnen und Wähler treffen ihre Entscheidung nicht nach gründlicher Lektüre von Parteiprogrammen, sondern aus Enttäuschung über die aktuelle Politik. Von dieser Unzufriedenheit profitiert die AfD mit einfachen Antworten auf komplexe Probleme und mit Botschaften, die sich in sozialen Netzwerken schnell verbreiten.
Dabei bleibt häufig unbeachtet, welche Folgen zahlreiche Forderungen der Partei für Wirtschaft, Sozialstaat und Deutschlands internationale Stellung hätten. Gerade darin liegt ein bemerkenswerter Widerspruch: Aus Frust über die Gegenwart unterstützen manche Menschen eine Politik, deren langfristige Konsequenzen ihren eigenen Interessen sogar entgegenstehen könnten.
Der wachsende Zuspruch für die AfD sollte deshalb nicht nur als Ausdruck von Protest verstanden werden. Er wirft auch die Frage auf, wie politische Bildung, unabhängige Medien und demokratische Institutionen Menschen wieder stärker für faktenbasierte Debatten und langfristige gesellschaftliche Interessen gewinnen können.
Fazit
Demokratie lebt nicht allein von Wahlen. Sie lebt auch davon, dass politische Entscheidungen auf Grundlage von Informationen, Verantwortung und einem Bewusstsein für die Folgen getroffen werden.
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In Deutschland herrscht geringe Bereitschaft, für Reformen
Angesichts großer Probleme in vielen Bereichen – wie bei Rente, Arbeitsmarkt oder Gesundheit – halten die weitaus meisten Befragten grundlegende Reformen in Deutschland für wichtig, unabhängig von finanziellen Belastungen und Einschnitten.
Gleichzeitig gibt es aber erhebliche Zweifel an der Reformbereitschaft in unserem Land: Nur knapp ein Viertel geht davon aus, dass die Bereitschaft für solche Reformen groß ist. Drei Viertel glauben nicht, dass hierfür bei uns alles in allem eine hohe Bereitschaft vorhanden ist.
Hinweis: Alle hier aufgeführten Prozentwerte und Annahmen sind dynamisch und können sich entsprechend des Umfragetermins und der politischen Situation, jederzeit verändern.
Nach wie vor herrschen aber große Zweifel am Reformpaket der Regierung und weiter viel Unzufriedenheit. Das spiegelt sich in der sogenannten Sonntagsfrage, durch die hohe Zustimmung zur AfD (stärkste Partei) wider.
AfD weiter vor der Union
Union und SPD erhalten weiterhin nur relativ wenig Zustimmung: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf 24 Prozent und die AfD würde mit 28 Prozent vorne liegen.
Die SPD verharrt auf 13 Prozent. Grüne dürfen sich auf 12 Prozent einstellen. Was die Linke anbetrifft, sie darf mit 11 Prozent rechnen. Während die FDP mit 4 Prozent unter der 5%-Hürde dümpelt und somit außen vor ist. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot keine Mehrheit.
Fazit
In diesem Jahr wird in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Die Mehrheit der Bevölkerung erwartet negative Folgen für Deutschland. Das liegt am hohen Zuspruch zur AfD und deren voraussichtliche Wahl. Stellt die AfD zukünftig in beiden ostdeutschen Bundesländern die Regierung, wären die nationalen und internationalen Auswirkungen für Deutschland, nach Meinung der meisten demokratisch gesinnten Wähler:innen und Institutionen eher negativ.
72 Prozent der Deutschen sehen in der AfD eine Gefahr für die Demokratie, darunter 74 Prozent der Befragten im Westen und 61 Prozent der Befragten im Osten. Insgesamt gut ein Viertel (26 Prozent) sieht das nicht so.
Es ist schwer nachvollziehbar, warum sich demokratisch gesinnte Menschen, der AfD hinwenden.
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Bei der Frage, wer zukünftig die bestimmende Macht in der Welt sein wird, zeigt sich im Vergleich zu vor drei Jahren ein klarer Bedeutungszuwachs für China und ein ebensolcher Verlust für die USA. So lag im Februar 2023 für knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) hier China vorn und für ein Drittel (33 Prozent) die USA; lediglich 8 Prozent nannten Europa und nur 1 Prozent Russland. Jetzt sehen 62 Prozent in China die künftig führende Weltmacht, nur noch 22 Prozent nennen hier die USA. Europa (7 Prozent) und Russland (2 Prozent) spielen nach Meinung der Deutschen hier weiter keine wesentliche Rolle.
Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 19. bis zum 21. Mai 2026 bei 1340 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund ± 3 Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund ± 2 Prozentpunkte.
Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU 23 Prozent, AfD 19 Prozent, SPD 13 Prozent, Grüne 23 Prozent, Linke 14 Prozent, FDP 3 Prozent.
Die Mehrheit sieht China als führende Weltmacht – die USA fallen zurück
Angesichts großer Probleme in vielen Bereichen wie bei Rente, Arbeitsmarkt oder Gesundheit, halten mit 89 Prozent die weitaus meisten Befragten grundlegende Reformen in Deutschland für wichtig, auch wenn diese zu finanziellen Belastungen und Einschnitten führen (nicht wichtig: 9 Prozent, Rest zu 100 Prozent) hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht".
Gleichzeitig gibt es aber erhebliche Zweifel an der Reformbereitschaft in unserem Land: Nur 23 Prozent gehen davon aus, dass die Bereitschaft für solche Reformen groß ist. Drei Viertel (75 Prozent) glauben nicht, dass hierfür bei uns alles in allem eine hohe Bereitschaft vorhanden ist.
Persönlich würden 3 Prozent der Befragten für grundlegende Reformen sehr große und 29 Prozent große Belastungen in Kauf nehmen. Weitere 43 Prozent wären zu nicht so großen und 23 Prozent zu keinen Belastungen bereit.
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Das Streben, einer erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad, ist das Lebensthema des AfD-Geschichtslehrers Björn Höcke.
Zwar leugnete Höcke (seit 2014 Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag) nie den Massenmord an den Juden, aber für ihn ist er nur eine unschöne Fußnote, in der sonst so glorreichen deutschen Geschichte oder “ein Vogelschiss der Geschichte“, wie sein Parteifreund Alexander Gauland behauptete.
Schon in seinem Buch „Nie zweimal in denselben Fluss" und seinen mutmaßlichen Frühwerken, die er wohl unter Pseudonym „Landolf Ladig" in NPD-Postillen schrieb, verharmlost Höcke das NS-Regime als gut gemeinte Antiglobalisierungsbewegung, die versuchte, die Krisen der Moderne in den Griff zu bekommen, aber leider dabei über das Ziel hinausschoss.
Mit seiner neuesten Aussage, der Holocaust sei „nicht im Namen der Deutschen" geschehen, ist aber auch für Höcke eine neue Stufe der Lüge und Geschichtsklitterung erreicht.
Er will die deutsche Verantwortung für den industriellen Massenmord ultimativ abstreifen. Der sei ja unter strengster Geheimhaltung passiert. Höcke spricht nach dem Motto:
„Wenn das der Führer wüsste!" Als hätten nicht Deutsche die Deportationen organisiert, sich am Gut der Ermordeten bereichert, Wachtürme besetzt und Gaskammern bedient.
Fazit
Über Gaulands „Vogelschiss" gab es 2018 einen Aufschrei in Politik und Zivilgesellschaft. Der Höcke von 2026, das ist die deprimierende Nachricht, kann solche Sprüche folgenlos äußern. Man muss diesem Mann zuhören und widersprechen, seine Botschaft als den Skandal brandmarken, die sie ist. Und verhindern, dass so ein Mensch und seine Gesinnungsgenoss*innen je eine Staatskanzlei besetzen.
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Wie Nutzer bei der Arbeit mit KI, versteckte Werbung reduzieren können.
Schon bei der Anfrage könnten Nutzerinnen und Nutzer explizit vorgeben, woher die Empfehlungen stammen sollen. Ein Beispiel:
„Berücksichtige ausschließlich unabhängige Tests von Stiftung Warentest, Öko-Test, ADAC, Finanztip etc.... Schließe Advertorials, Sponsored Content und Affiliate-Vergleichsportale aus." Bei Inhalten, die nicht als Werbung gekennzeichnet sind, würde dies allerdings nicht funktionieren. Außerdem könne es sinnvoll sein, die KI aufzufordern, zu jeder zitierten Quelle anzugeben, ob sie als kommerzieller Inhalt gekennzeichnet sei, und Quellen ohne solche Kennzeichnung gesondert zu markieren.
Fazit
Auch die Art der Anfrage habe Einfluss auf die Antworten.
Formulierungen wie „das Beste" sorgten etwa für besonders viele Werbeartikel, weil exakt diese Formulierungen auf den Websites bedient würden. „Wenn man stattdessen nach Kriterien fragt, bekommt man zumeist sachlichere Antworten".
Ein Beispiel könnte sein: „Welche Eigenschaften sind wirklich entscheidend? Welche Tests gibt es?"
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Der Pharmakonzern Eli Lilly baut in Alzey ein Werk für das Abnehmmedikament Mounjaro.
2023 feierten Ex-Bundeskanzler Scholz und der damalige Gesundheitsminister Lauterbach, das als großen Erfolg.
Jetzt droht der Konzern damit, diese Investition zu halbieren, falls das geplante Gesetz zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge kommt.
Das Gesetz verfolgt ein nüchternes Ziel: Herstellerrabatte sollen künftig dynamisch an die Kassenentwicklung gekoppelt, Rabattverträge ausgeweitet werden. Pragmatisches Kostenmanagement – keine Revolution.
Was den Fall besonders pikant macht,
um Eli Lilly nach Alzey zu locken, hatte die damalige Bundesregierung dem Konzern erlaubt, Arzneimittelpreise geheim zu halten – eine Regelung, die interne Mails als maßgeschneidertes Geschenk entlarvten. Eli Lilly nutzte das Privileg sofort. Mounjaro wird heute zu einem Preis abgerechnet, den niemand kennen darf.
Und jetzt droht derselbe Konzern mit Rückzug, wenn die Kassen nicht weiter ungehemmt belastet werden dürfen.
Das Muster ist bekannt
Pharmaunternehmen verknüpfen Standortentscheidungen mit Preisforderungen – obwohl beides rechtlich nichts miteinander zu tun hat. Es ist politisch wirksam, weil es Deutschlands Empfindlichkeit beim Thema Wirtschaftsstandort trifft. Aber inhaltlich ist die Drohung hohl.
Was jetzt zu tun wäre
Die Antwort auf solche Drohszenarien kann nicht Kapitulation sein. Es gibt konkrete Hebel:
Die „Lex Lilly” – also die Geheimpreisregelung – gehört abgeschafft. Sie war von Anfang an ein Fehler und treibt die Ausgaben nachweislich in die Höhe. Wer künftig staatliche Förderung oder Steuervergünstigungen erhält, sollte das an klare Bedingungen geknüpft sehen – inklusive Rückforderungsklauseln, falls zugesagte Investitionen ausbleiben.
Auf europäischer Ebene liegt die größte Chance: Wenn EU-Staaten gemeinsam mit Pharmaunternehmen verhandeln, verlieren nationale Drohszenarien ihren Hebel. Dazu braucht es mehr Transparenz über Forschungs- und Produktionskosten – damit Preisforderungen endlich auf einer sachlichen Grundlage bewertet werden können.
Langfristig hilft nur eine stärkere öffentliche Förderung der Grundlagenforschung, um die strukturelle Abhängigkeit von privaten Konzernen bei der Medikamentenentwicklung zu verringern.
Fazit
Krankenkassen sind keine Subventionsbehörden für Pharmainvestoren. Stabile Beiträge liegen im Übrigen auch im Interesse der Industrie – sie sichern die Kaufkraft des Systems, von dem die Konzerne selbst profitieren. Die Drohung von Eli Lilly ist deshalb nicht nur unsolidarisch. Sie ist auch kurzsichtig.
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* Ohne Zuwanderung würde die Bevölkerung schrumpfen.
Deutschland gehört zu den ältesten Gesellschaften der Welt. Seit Jahrzehnten werden weniger Kinder geboren, als Menschen sterben. Hinzu kommt, das laut statistischen Bundesamt 2025 rund 290.000 deutsche Staatsbürger*innen ihre Heimat verlassen haben.
Die Zuwanderung mildert diesen Bevölkerungsrückgang und stabilisiert die Zahl der Erwerbstätigen und somit unsere Wirtschaft.
* Fachkräfte sichern die Wirtschaft.
In Krankenhäusern, Pflegeheimen, Handwerksbetrieben, der IT-Branche, der Forschung und vielen Industriezweigen fehlen Arbeitskräfte. Viele dieser Stellen werden inzwischen durch Menschen aus dem Ausland besetzt. Ohne sie würden Versorgung und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erheblich leiden.
* Einwanderer*innen zahlen Steuern und Sozialabgaben.
Millionen Zugewanderte tragen zur Finanzierung von Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung bei. Gerade angesichts des demografischen Wandels sind zusätzliche Beitragszahler wichtig, um die Sozialsysteme zu stabilisieren.
* Innovation und Unternehmertum.
Viele erfolgreiche Unternehmen wurden von Menschen mit Einwanderungsgeschichte gegründet. Internationale Fachkräfte bringen neue Erfahrungen, Kenntnisse und Netzwerke mit. Wissenschaft und Forschung profitieren ebenfalls von internationalem Austausch.
* Deutschland war immer auch Einwanderungsland.
Schon die sogenannten Gastarbeiter*innen der 1950er- und 1960er-Jahre haben wesentlich zum wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik beigetragen. Heute sind Menschen mit Einwanderungsgeschichte selbstverständlicher Teil von Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft.
Fazit
Einwanderung und Auswanderung sind keine Gegensätze.
Es wäre ein Fehler, die Abwanderung deutscher Fachkräfte gegen die Zuwanderung auszuspielen. Beide Entwicklungen können gleichzeitig stattfinden. Die richtige politische Antwort lautet:
* mehr Investitionen in Bildung und Forschung,
* weniger Bürokratie,
* attraktivere Bedingungen für Unternehmen und Beschäftigte,
* bessere Integration von Einwanderern,
* sowie stärkere Anreize für deutsche Fachkräfte, im Land zu bleiben oder zurückzukehren.
Die steigende Zahl deutscher Auswanderer verdient Aufmerksamkeit. Doch daraus folgt nicht, dass Einwanderung weniger wichtig wäre. Im Gegenteil: Deutschland braucht beides – eine Politik, die eigene Talente hält, und eine Gesellschaft, die qualifizierte Menschen aus dem Ausland gewinnt und erfolgreich integriert. Angesichts des demografischen Wandels sind Einwanderung und Fachkräftesicherung keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Aufgabe.
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Es trifft die Falschen (Hamburger Abendblatt, 12. Juni 2026)
Bereits Ende der 1950er Jahre kamen Menschen aus Afghanistan, Vietnam, Jugoslawien, Griechenland, Italien und vielen anderen Ländern nach Deutschland. Sie lebten sich ein, arbeiteten und trugen mit ihren Steuern und Sozialabgaben zum Wohlstand Deutschlands bei. Eine Politik, die unser Land und den sozialen Status nachhaltig geprägt hat. Die meisten dieser Gastarbeiter*innen kehrten später in ihre Heimatländer zurück.
Vor diesem Hintergrund ist es schwer nachvollziehbar, dass Menschen aus sogenannten Drittstaaten, mit Abschiebung aus Deutschland konfrontiert werden, obwohl der deutsche Arbeitsmarkt wieder dringend Arbeitskräfte sucht. Deutschland benötigt Menschen wie den Pflegehelfer Emin Özar: Menschen, die arbeiten, Verantwortung übernehmen und den Sozialstaat stützen. Ohne sie wäre unser Wohlstand nicht denkbar.
Fazit
Statt auf Abschiebung zu setzen, sollte Deutschland eine echte Perspektive bieten. Deutschland braucht Menschen, wie den kurdischen Pflegehelfer Emin Özar, die arbeiten, Verantwortung übernehmen und den Sozialstaat unterstützen. Ohne diese Menschen, würden wir nicht dastehen wo wir heute sind. Deshalb sollten wir alles daransetzen, diese Menschen nicht abzuschieben, sondern ihnen eine Perspektive in unserem Land zu geben.
Übrigens: es stellt sich die Frage, wie ca. 3.900 km deutsche Außengrenze, personell überwacht werden soll. Dazu fällt nur ein Begriff ein: Politische Traumtänzer!
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Update: Olympiabewerbung Hamburg
Die Mehrheit derjenigen, die ihre Stimme abgegeben haben, stimmten gegen eine Olympiade in Hamburg.
Demokratisches Vertrauen basiert auf Transparenz, Rechenschaft und überprüfbaren Erfolgen. Gerade bei milliardenschweren Großprojekten ist kritische Prüfung kein Hindernis, sondern eine Voraussetzung für verantwortungsvolles Handeln. Die Skepsis vieler Bürgerinnen und Bürger gegenüber Projekten wie Olympia in Hamburg ist häufig eine Folge früherer Erfahrungen mit Kostensteigerungen oder nicht erfüllten Erwartungen.
Öffentliche Verantwortung bedeutet jedoch auch, dass nicht alle individuellen Interessen zu hundert Prozent berücksichtigt werden können. Der Erwartungsdruck an Politikerinnen und Politiker ist hoch. Sie bewegen sich ständig im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen und werden den Erwartungen ihrer Wählerinnen und Wähler nur selten vollständig gerecht. Das begünstigt Politikverdrossenheit und trägt zum Vertrauensverlust in die Politik bei.
Politikerinnen und Politiker werden gewählt, um politische Entscheidungen zu treffen. Diese orientieren sich in erster Linie an den Programmen ihrer Parteien. Dass sie häufig für Entwicklungen verantwortlich gemacht werden, die sie nur teilweise beeinflussen können, gehört zur Realität demokratischer Politik.
Fazit
Wer politische Verantwortung übernimmt, weiß, dass eine mehrheitliche Zustimmung niemals garantiert ist. Auch die Akzeptanz demokratischer Entscheidungen, selbst wenn sie den eigenen Vorstellungen widersprechen, gehört zur Stärke einer lebendigen Demokratie. Positiv und konstruktiv mit unterschiedlichen Mehrheiten umzugehen, ist ein Ausdruck politischer und demokratischer Reife.
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Pflegeversicherung
Zahlen Betroffene und Angehörige am Ende die Rechnung?
Die Sozialversicherung insgesamt steht unter erheblichem finanziellen Druck. Doch statt die Ursachen ehrlich anzugehen, werden erneut Leistungskürzungen und höhere Belastungen für Pflegebedürftige und ihre Familien diskutiert.
Dabei gerät ein grundlegendes Problem aus dem Blick: Immer wieder werden Kosten auf die Pflegeversicherung und Krankenversicherung abgewälzt, für die keine Beiträge gezahlt wurden. Diese müssten eigentlich von Bund und Ländern getragen werden. Die sogenannten versicherungsfremden Leistungen.
Zugang zur Pflege könnte erschwert werden
Nach bisher bekannt gewordenen Überlegungen könnten künftig strengere Maßstäbe bei der Begutachtung gelten. Höhere Schwellenwerte würden es vielen Menschen erschweren, überhaupt einen Pflegegrad zu erhalten.
Für Betroffene hätte das gravierende Folgen: Wer keinen oder einen niedrigeren Pflegegrad erhält, muss einen größeren Teil der Kosten selbst tragen oder notwendige Unterstützung einschränken.
Höhere Eigenanteile drohen
Auch bei den Zuschlägen für die vollstationäre Pflege sind Einschnitte im Gespräch. Diese Zuschläge wurden eingeführt, um Pflegebedürftige und ihre Familien vor finanzieller Überforderung zu schützen.
Werden diese Leistungen gekürzt oder verzögert, steigt die Gefahr, dass Pflegebedürftigkeit zunehmend zum Armutsrisiko wird.
Pflegende Angehörige sollen offenbar erneut belastet werden
Besonders kritisch ist die Diskussion über mögliche Kürzungen der Rentenansprüche für pflegende Angehörige.
Millionen Menschen kümmern sich täglich um Eltern, Partner oder andere nahestehende Personen. Sie vereinbaren Beruf und Pflege und übernehmen Aufgaben, die ansonsten professionelle Dienste leisten müssten.
Diese Menschen entlasten nicht nur ihre Familien, sondern das gesamte Pflegesystem. Dafür verdienen sie Anerkennung und Unterstützung – keine Verschlechterung ihrer späteren Altersversorgung.
Das eigentliche Problem: versicherungsfremde Leistungen
Die finanzielle Schieflage der Sozialversicherungen hat auch damit zu tun, dass sie immer wieder für Aufgaben herangezogen wird, die eigentlich aus Steuermitteln finanziert werden müssten. Dazu gehören beispielsweise:
* Kosten aus der Corona-Pandemie,
* Ausbildungs- und Investitionskosten in Pflegeeinrichtungen,
* gesamtgesellschaftliche Aufgaben,
* Leistungen, die Bund und Länder übernehmen müssten.
Statt diese Ausgaben sachgerecht zu finanzieren, werden sie häufig der Pflegeversicherung aufgebürdet – und am Ende zahlen Versicherte, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die Zeche.
Im Umkehrschluss bedeutet das, die Beiträge der Pflichtversicherten zur Pflegeversicherung werden durch den Staat zweckentfremdet und den Beitragszahlern vorenthalten.
Reformen dürfen nicht auf dem Rücken der Schwächsten stattfinden.
Fazit
Eine echte Reform der Pflegeversicherung muss mehr leisten als bloße
Sparmaßnahmen. Sie muss die Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben neu ordnen und dafür sorgen, dass Pflegebedürftige und ihre Familien nicht immer weiter belastet werden.
Wer sein Leben lang Beiträge gezahlt hat und im Alter oder bei Krankheit auf Hilfe angewiesen ist, darf nicht zum Sparobjekt werden. Und wer Angehörige pflegt, verdient Respekt und Unterstützung – nicht schlechtere Rentenansprüche.
Frau Nina Warken, sie als CDU-Gesundheitsministerin der Bundesrepublik Deutschland sollten wissen, dass die Pflege keine private Angelegenheit weniger Menschen ist. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb müssen auch die Kosten gerecht verteilt werden – und nicht immer wieder bei denjenigen landen, die ohnehin schon die größten Lasten tragen.
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Die AfD stellt in Sachsen-Anhalt ihre Landtagswahlkampagne vor
Sie setzt auf den Frust über die Bundesregierung – und auf KI.
Die Dinge liegen nah beieinander in diesem Landtagswahlkampf. Die Siegesgewissheit der AfD, das Umfragen-sind-noch-keine-Wahlergebnisse-Mantra von CDU und SPD und die Frage vieler Menschen, ob Sachsen-Anhalt nach dem 6. September noch ihre Heimat sein wird.
Im Magdeburger Altstadthotel Ratswaage schult die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft am Donnerstag im Raum Stendal Lehrerinnen und Lehrer im Umgang mit demokratiefeindlichen Einstellungen.
Demokratie im Klassenzimmer schützen heißt die Veranstaltung, vor der Tür steht ein Aufsteller mit Worten wie Solidarität, Respekt, Würde.
Gleich nebenan, im Raum Halle, sind Plakate aufgebaut, auf denen Abschieben ab Minute eins steht.
Ein Leben ohne GEZ oder Tanken, ohne Tränen. Die AfD präsentiert ihre Wahlkampagne, sie trägt den Slogan Alles ist möglich. Wenn man mit Gewissheit eines sagen kann über diese Wahl in drei Monaten, dann wohl das.
Die AfD-Landesführung ist vollzählig angetreten
Parteichef Martin Reichardt, Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, Fraktionschef Oliver Kirchner, Partei- und Fraktionsvize Hans-Thomas Tillschneider und der kommissarische Generalsekretär Tobias Rausch sitzen vor einer Wand aus Deutschlandfahnen und skizzieren mit sichtlicher Freude am medialen Interesse ihren Wahlkampfplan.
50.000 Plakate will die laut Verfassungsschutz gesichert rechtsextreme Partei kleben, die ersten schon in wenigen Tagen in Magdeburg. 1,5 Millionen Euro wird die AfD für ihren Wahlkampf ausgeben. Spitzenkandidat Siegmund will in jedem Wahlkreis zwei volle Tage verbringen, plant Simson-Ausfahrten, ein Familienfest und Auftritte mit AfD-Chefin Alice Weidel. Wie ein Conférencier führt er durch die Veranstaltung, liest die Sprüche auf den Plakaten vor, erklärt auch sein eigenes Porträt (Das bin ich) und sagt: Es geht uns nicht nur um Sachsen-Anhalt, es geht uns um Deutschland.
Ihr Programm für einen grundlegenden Umbau des Landes hat die AfD schon Mitte April beschlossen. Es sieht unter anderem die Abschaffung der Schulpflicht, eine Abschiebe- und Remigrationsoffensive und erhebliche Eingriffe in Kunst und Kultur vor. Nun will sie auf einem weiteren Parteitag Mitte Juli ein 100-Tage-Programm fürs Land beschließen.
Nachfragen zu dem Plan, keine kulturfremden Fachkräfte ämehr anzuwerben, nutzt Siegmund für Kritik an der Regierung. Es sei ein Armutszeugnis, dass man sich auf Zuwanderung ausruhen möchte, sagt er: „Wir müssen es alleine schaffen.
Auch vom Frust,
über die aktuelle Bundesregierung hofft die AfD zu profitieren, zum Beispiel mit Plakaten wie Keine Steuer auf die Rente oder Patienten über Profite – für Rente und Pflegeversicherung hat die Bundesregierung Reformen angekündigt, die vor allem Einschnitte bedeuten dürften. Dass über diese Themen nicht in Sachsen-Anhalt entschieden wird, kontert AfD-Vize Tillschneider mit dem Hinweis: Jede Landtagswahl ist immer auch ein Plebiszit über die Bundespolitik.
Aktuell liegt die AfD in Umfragen in Sachsen-Anhalt jenseits der 40 Prozent, auch im Bund hat sie die CDU bei den Beliebtheitswerten hinter sich gelassen. Den selbst erwarteten Wahlerfolg reklamiert der Landesverband Sachsen-Anhalt schon jetzt für sich. „Grundlage des Erfolges ist unser Landesverband, unsere Mitglieder und deren Geschlossenheit”, sagt Reichardt.
Man darf das als Ansage an den eigenen Bundesvorstand verstehen, in dem einige fürchten, dass man sich mit einer möglichen AfD-Regierung in Magdeburg bis auf die Knochen blamieren könnte. In Berlin hat man nicht vergessen, dass die Verwandtenaffäre in Sachsen-Anhalt ihren Lauf nahm. Geschadet hat sie der AfD beim Wähler nicht.
Siegmund sieht am Donnerstag bereits „einen neuen Aufbruch” heraufziehen. Er werde auf den Plakaten bewusst mit positiven Bildern symbolisiert, einem Sonnenaufgang zum Beispiel. Dafür seien landschaftliche Motive gewählt worden, wie sie fast überall in Sachsen-Anhalt zu finden seien. Auf Nachfrage erklärt er, die allermeisten seien mit künstlicher Intelligenz erstellt oder überarbeitet worden.
Angepasst hat die AfD auch in aller Stille ihr Wahlprogramm
Dort verschwand der Hinweis auf ihr Vorbild Viktor Orbán, den abgewählten ungarischen Ministerpräsidenten. Im Kapitel zur Kulturpolitik, in dem unter anderem - kein Staatsgeld für antideutsche Kunst und Kultur - propagiert wird, hatte sie Orbáns kulturpolitische Wende als Vorbild und Inspiration gepriesen.
Auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung sagt Tillschneider, es sei möglich, dass wir da redaktionell etwas bearbeitet haben.
Orbán habe eine wunderbare Kulturpolitik gemacht, er sei sicher nicht daran gescheitert. Warum ist er dann aus dem AfD-Programm verschwunden? Tillschneider: Weil es obsolet ist, weil er historisiert wurde.
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