Die Welt verhandelt über ihre Zukunft – Friedrich Merz bleibt fern
Zur Weltklimakonferenz in Antalya reiste der Bundeskanzler nicht einmal an. Während international über die Zukunft des Klimaschutzes verhandelt wird, betreibt seine Regierung zu Hause einen politischen Kurswechsel. Gemeinsam mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) stellt Merz zentrale Maßnahmen der bisherigen Klimapolitik infrage.
Reiche will die Förderung für Solardächer streichen und den Ausbau der Windenergie bremsen. Merz hat sich in Brüssel dafür eingesetzt, dass Verbrennungsmotoren länger auf den Straßen bleiben dürfen.
Damit machen beide innerhalb von kaum anderthalb Jahren politische Fortschritte rückgängig, die die Klimabewegung den Vorgängerregierungen mühsam abgerungen hatte.
Fazit
Fachleute warnen bereits: Mit diesem Kurs droht Deutschland, seine Klimaziele für 2026 zu verfehlen.
So wird aus dem Streik der Jugend ein Protest der ganzen Gesellschaft. Gemeinsam stehen wir für die Klimaziele ein und wehren uns gegen die Verantwortungslosigkeit von Merz und Reiche.
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Folgend ein Überblick der Taten von AfD‑Sympathisanten
Noch einmal vor Augen geführt bekommen, um welche Greueltaten es sich handelt und welches menschliche Leid sich hinter diesem rechtsextremen, terroristischen AfD‑Wahnsinn verbirgt, lässt jeden rechtschaffenen Menschen verzweifeln.
Die Politik muss endlich handeln und das Verbot der AfD durchsetzen.
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Wenn persönliche Macht wichtiger wird als Demokratie
Die Wahlniederlage Donald Trumps bei den Midterms ist ein deutliches Signal der amerikanischen Wähler*innen. Alle demokratisch orientierten Menschen atmen auf.
Die Wahl zeigt, dass Trumps Politik nicht mehr uneingeschränkt auf Zustimmung stößt. Doch bedeutet dieser Machtverlust tatsächlich eine politische Wende? Oder macht er einen Präsidenten, der Niederlagen nur schwer akzeptieren kann, noch gefährlicher? Genau darin liegt das eigentliche Problem.
Politische Niederlagen,
scheint Trump nicht als demokratische Aufforderung zur Selbstkorrektur zu verstehen. Vielmehr betrachtet er Widerspruch häufig als persönlichen Angriff. Wer sich ihm entgegenstellt, muss damit rechnen, zum Gegner erklärt zu werden. Das ist nicht nur ein Problem seines politischen Stils. Es berührt den Kern demokratischer Ordnung.
Besonders bedenklich wird es, wenn persönliche Interessen und staatliche Macht miteinander verschmelzen. Wenn politische Entscheidungen dazu dienen könnten, das eigene Vermögen, die Geschäfte der Familie oder den Einfluss des persönlichen Umfelds zu schützen, wird eine Grenze überschritten, die in einer Demokratie nicht überschritten werden darf.
Ein Präsident ist kein Eigentümer des Staates
Er ist ein gewählter Amtsträger, dessen Macht an Gesetze, Institutionen und parlamentarische Kontrolle gebunden ist.
Gerade deshalb ist die Rolle des Kongresses so entscheidend. Die demokratische Kontrolle der Regierung ist kein Hindernis für eine funktionierende Politik, sondern eine ihrer wichtigsten Voraussetzungen. Ein Präsident, der diese Kontrolle als persönliche Feindschaft betrachtet, stellt das demokratische Selbstverständnis infrage.
Hinzu kommt die außenpolitische Dimension. Trump verfügt weiterhin über erhebliche Handlungsmöglichkeiten. Zölle, militärische Entscheidungen und außenpolitischer Druck können eingesetzt werden, um politische Ziele durchzusetzen. Dabei besteht die Gefahr, dass innenpolitische Kränkungen und persönliche Machtinteressen auch Auswirkungen auf internationale Konflikte haben.
Die Konsequenzen amerikanischer Politik enden schließlich nicht an den Landesgrenzen der USA. Sie haben globale Auswirkungen und betreffen Millionen Menschen auf der ganzen Welt, die auf diese Entscheidungen keinerlei demokratischen Einfluss haben.
Allerdings wäre es ein Fehler, die Niederlage Trumps mit dem Ende des Trumpismus gleichzusetzen. Die politischen Netzwerke, die gesellschaftlichen Ressentiments und die medialen Strukturen, die seinen Aufstieg ermöglicht haben, bestehen weiterhin. Auch die Republikanische Partei hat sich über Jahre an seine politische Führung gewöhnt und trägt Verantwortung für die Entwicklung.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, wie weit Trump noch gehen wird. Sie lautet auch, ob die amerikanischen Institutionen stark genug sind, ihm Grenzen zu setzen.
Fazit
Eine Demokratie darf nicht davon abhängig sein, dass ein Präsident freiwillig Maß hält. Sie muss gerade dann funktionieren, wenn ein Präsident seine Macht möglichst uneingeschränkt ausüben möchte.
Die Wahlniederlage hat Trumps Macht begrenzt.
Man darf aber davon ausgehen, dass Herr Trump – trotz der Anerkennung seiner Niederlage – bis zum Ende seiner Präsidentschaft, kraft seines Amtes alles unternehmen wird, um sich einen positiven Abgang zu verschaffen. Welche Auswirkungen das haben wird, ist zurzeit nicht absehbar.
Die Demokratie muss zeigen, dass Herr Trump nur ein Windhauch der Geschichte war.
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Donald Trump und seine Replubikaner haben für ihre chaotischen, politischen Maßnahmen - vom Krieg im Iran, Einfuhrzölle, die Inflation des Dollars und die damit verbundene Situation der erhöhten Lebenshaltungskosten - die Antwort ihrer Wählerinnen und Wähler bekommen.
Die Midterms 2026 - Donald Trump und die Verantwortung der Wählerinnen und Wähler.
✅ Donald Trump stand bei den amerikanischen Zwischenwahlen (Midterms) am 3. November 2026 - persönlich - nicht zur Wahl. Die Bevölkerung konnte ihn weder direkt bestätigen noch abwählen. Sie hat jedoch darüber entschieden, ob seine Republikanische Partei weiterhin die Mehrheiten im Senat und Repräsentantenhaus kontrollieren kann oder ob ein verändertes politisches Kräfteverhältnis deren Regierungsmacht wirksam Grenzen setzt.
✅ Im Mittelpunkt stand damit eine entscheidende Frage: Werden die Amerikanerinnen und Amerikaner Donald Trump und seinen Republikanern weiterhin freie Hand lassen, oder werden sie durch ihre Wahlentscheidung ein politisches Gegengewicht schaffen?
✅ Angesichts des Krieges gegen den Iran, der wirtschaftlichen Belastungen und der steigenden Lebenshaltungskosten haben die amerikanischen Wählerinnen und Wähler aus der bisherigen Regierungsführung von Trump - mit ihrer Wahl - politisch Konsequenzen gezogen.
✅ Doch trotz der deutlichen Niederlage der Republikaner bei den Midterms, darf Trump weiter regieren und wird nicht automatisch aus dem Amt entfernt. Allerdings sind seine politischen Handlungsspielräume erheblich einschränkt.
✅ Für seine Kritiker verkörpert Donald Trump einen Politiker-Typus, bei dem persönliches Machtstreben, Selbstüberschätzung und das eigene Ego schwerer wiegen als demokratische Verantwortung und gesellschaftliches Gemeinwohl.
✅ Dennoch findet Trumps Politik, bei einem erheblichen Teil der patriotischen, amerikanischen Bevölkerung weiterhin große Zustimmung.
✅ Die Folgen amerikanischer Politik enden nicht an den Grenzen der Vereinigten Staaten. Ihre Entscheidungen haben globale Auswirkungen und beeinflussen das Leben von Millionen Menschen weltweit. Das Bemerkenswerte daran ist: Diese Menschen müssen die Konsequenzen tragen, haben aber keinerlei demokratische Möglichkeit, auf die politischen Entscheidungen Einfluss zu nehmen, die ihr Leben unmittelbar betreffen.
✅ Die Midterms sind deshalb mehr als eine Abstimmung über die Mehrheitsverhältnisse im Kongress. Sie sind auch ein politischer Gradmesser dafür, wie viel Macht die amerikanische Gesellschaft Donald Trump weiterhin zugestehen will – und wie entschlossen und bereit sie ist, dieser Macht demokratische Grenzen zu setzen.
Fazit
Donald Trump bleibt unabhängig vom Wahlausgang zunächst Präsident der Vereinigten Staaten. Die Niederlage seiner Partei begrenzt seine politische Handlungsfreiheit erheblich.
Die Ergebnisse der Midterms können aber auch, als politisches Urteil über seine Präsidentschaft interpretiert werden. Die Wählerinnen und Wähler entscheiden aber auch nach lokalen Interessen, einzelnen Kandidaten und wirtschaftlichen Erwartungen.
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So wirkt der neue Spritpreisdeckel
Die Koalition hat sich verständigt, bei steigenden Kraftstoffpreisen einzugreifen. Doch Experten zweifeln, ob das Autofahrern wirklich hilft.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat ihren Plan vorgelegt, wie Spritpreise in Deutschland künftig gedeckelt werden könnten. Doch die Hürden für einen tatsächlichen staatlichen Eingriff in den Markt sind hoch.
Was in dem Referentenentwurf der Ministerin steht – und wie die Reaktionen ausfallen. Folgend: Wichtige Fragen und Antworten.
Wie stellt sich Reiche den Spritpreisdeckel vor
Einen Deckel, der ab einem bestimmten Literpreis für Benzin oder Diesel greift, sieht der Reiche-Entwurf nicht vor. Aber das Papier schafft die rechtliche Grundlage für einen solchen Eingriff. Demnach müssen die Steigerungsraten der deutschen Spritpreise in drei aufeinanderfolgenden Wochen jeweils um mehr als fünf Prozentpunkte über den durchschnittlichen Preissteigerungen der üblichen EU-Staaten liegen, bevor die Bundesregierung den Preisdeckel scharf stellen kann. Dann gäbe es für Benzin und Diesel jeweils einen eigenen Höchstpreis.
Der Entwurf berücksichtigt aber, dass es deutschlandweit beträchtliche Unterschiede an den Zapfsäulen gibt. Die Fachleute aus Reiches Ministerium verweisen etwa auf unterschiedliche Transport- und Lagerbedingungen, etwaige ungeplante Raffinerieausfälle, Lage und Ort der Tankstelle sowie die wettbewerbliche Struktur. Länder sollen deswegen das Recht erhalten, „für einzelne Landkreise, kreisfreie Städte, Postleitzahlengebiete oder Teile davon regionale Höchstpreise zu bestimmen, die von dem auf Bundesebene festgelegten Höchstpreis abweichen", heißt es in dem Entwurf, der auch unserer Redaktion vorlag.
Ende Dezember läuft der seit Anfang Oktober erneut geltende Tankrabatt aus. Das Gesetz soll bereits am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Grundlage für die Berechnung der Preissteigerung sollen die von der EU-Kommission veröffentlichten Zahlen zu den Kraftstoffpreisen im Weekly Oil Bulletin sein. Die Prüfung, ob ein Höchstpreis eingeführt wird, beginnt mit den Daten der zweiten vollständigen Januarwoche.
Die Verordnung sieht zudem vor, dass das sogenannte Kraftstoffhöchstpreisgesetz (KHPG) maximal drei Monate lang angewandt wird. Dies solle sicherstellen, dass es sich um eine ausschließlich krisenbedingte und zeitlich begrenzte Preisintervention handelt.
Wie begründet Reiche ihren Entwurf
Offiziell bislang gar nicht. Das Ministerium hat das Papier bislang lediglich in die sogenannte Frühabstimmung gegeben. Andere Ressorts können jetzt Einwände vorbringen. Möglich ist also, dass es an dem Gesetz noch Änderungen gibt. Aus dem Wirtschaftsministerium heißt es zu dem Entwurf, man habe innerhalb der Koalition grundsätzlich das Ziel verankert, außergewöhnliche Kraftstoffpreissteigerungen, die deutlich über die europäische Preisentwicklung hinausgehen, wirksam zu begrenzen. Dabei müsse die Versorgung mit Benzin und Diesel aber jederzeit sichergestellt sein. Besonders betont das Ministerium, dass eine Preisbegrenzung die Versorgungssicherheit nicht gefährden dürfe. Deutschland sei schließlich auf internationale Lieferungen angewiesen. Würden Höchstpreise zu niedrig angesetzt, könnten Kraftstofflieferungen unwirtschaftlich werden. Importe könnten ausbleiben und Versorgungsengpässe entstehen.
Die Reaktionen zu den Plänen
Kritik kam vom Sozialverband Deutschland (SoVD). Dessen Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier sagte:
Der angekündigte Spritpreisdeckel droht, zum wirkungslosen Instrument zu werden.
Der Wirtschaftsrat der CDU verteidigte den Entwurf hingegen: Es sei richtig, dass die Wirtschaftsministerin die Versorgungssicherheit in den Mittelpunkt stelle, sagte dessen Generalsekretär Wolfgang Steiger unserer Redaktion. Staatliche Preisobergrenzen sind grundsätzlich ein problematischer Eingriff in die Marktmechanismen. Sie setzen wichtige Preissignale außer Kraft und können im schlimmsten Fall zu Versorgungsengpässen statt der erhofften Entlastung führen, so Steiger.
Manuel Frondel, Ökonom vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung aus Essen, verteidigte den Reiche-Plan hingegen. Aus ökonomischer Sicht ist es sehr zu begrüßen, dass der Entwurf den Preisdeckel nur für Extremsituationen vorsieht und eng befristet. Im Idealfall muss das Instrument gar nicht eingesetzt werden und kann dann auch keinen Schaden anrichten, sagte er unserer Redaktion. Preisdeckel könnten immer auch die Versorgungssicherheit gefährden. Spürbar entlasten dürfte der Deckel die Autofahrer allerdings kaum, so Frondel.
Bei denen, die der Preisdeckel möglicherweise trifft, stößt der Entwurf dagegen auf Unverständnis. Wenn die Politik mögliche Probleme auf den internationalen Beschaffungsmärkten, bei Raffinerien oder im Großhandel sieht, ist es schwer nachvollziehbar, warum ausgerechnet an der Zapfsäule reguliert werden soll, sagte Carsten Müller, Vorsitzender des Bundesverbands freier Tankstellen, der nach eigenen Angaben 530 Unternehmen mit einem Marktanteil von 20 Prozent vertritt.
Worauf hatten sich Bund und Länder verständigt
Angesichts der aufgrund des Iran-Kriegs und der Sperrung der Straße von Hormus gestiegenen Spritpreise in Deutschland hatten sich Bund und Länder vor einigen Wochen geeinigt, einen bundesweiten Deckel nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens einzuführen. In Belgien sind die Kraftstoffpreise seit 1974 reguliert, Auslöser war die erste Ölkrise. Das Wirtschaftsministerium berechnet dort jeden Werktag einen gesetzlichen Höchstpreis auf Grundlage einer Vereinbarung mit der Mineralölwirtschaft. Dabei werden die Großhandelspreise berücksichtigt, Transport- und Lagerkosten, eine Marge für die Unternehmen sowie die Steuern. Die Tankstellen dürfen den Höchstpreis unter-, aber nicht überschreiten. So eine Regelung sieht der Reiche-Entwurf bei Weitem nicht vor.
Was sagen Experten
Die Energieökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sagte, der Spritpreisdeckel sei eine Entlastung mit angezogener Handbremse bei hohen Preisen, dürfte aber in der Praxis kaum greifen, so Kemfert weiter. Sie verwies auf die Regelung, wonach die Bundesregierung erst dann eingreifen dürfe, wenn die Spritpreise in Deutschland drei Wochen hintereinander deutlich stärker gestiegen seien als im EU‑Durchschnitt. Eine Entlastung für Autofahrer sei das dann nur bedingt: Steigen die Preise überall in Europa, passiert gar nichts – selbst wenn Tanken für viele Menschen unbezahlbar wird, so Kemfert. Die Wissenschaftlerin forderte, stattdessen solle die Politik Deutschland generell unabhängiger zu machen von fossilen Importen. Wer dauerhaft vor Preisschocks schützen will, muss die Abhängigkeit vom Öl verringern, statt nur an den Tankstellenpreisen anzusetzen.
Fazit.
Beschlossen ist noch nichts. Denkbar ist, dass der Entwurf zu Diskussionen innerhalb der Koalition führen wird. Besonders die SPD hatte stets betont, einen tatsächlichen Preisdeckel einführen zu wollen, um auch kommunizieren zu können, um wie viel Cent Autofahrer damit entlastet würden.
Auf Basis, der von Frau Reiche beschlossenen Fakten sowie der auf Bundesebene unterschiedlichen Voraussetzungen (z.B. Lagerung) wird eine Umsetzung – wann und wo auch immer – nur mit großem organisatorischen Aufwand möglich sein.
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Was sich in Frankfurt in der Nacht (01. November) an Gewaltbereitschaft gezeigt hat, ist erschreckend. Polizisten wurden angegriffen, Geschäfte geplündert und Eigentum zerstört. Wer sich an solchen Ausschreitungen beteiligt, kann es nicht mit friedlichem Protest abtun. Gewalt, Diebstahl und Zerstörung sind durch nichts zu rechtfertigen und müssen konsequent verfolgt werden.
Dabei ist allerdings eine Unterscheidung wichtig: Die große Mehrheit der Menschen, die in Frankfurt demonstrierten, blieb friedlich. Die Gewalttäter dürfen nicht mit den friedlichen Demonstranten gleichgesetzt werden.
Die Berichterstattung von Tagesschau, ZDF und Hessenschau stützt diese Differenzierungen.
Was bei der anschließenden öffentlichen Einordnung besonders auffällig war, sind die wiederholten Aussagen des hessischen Innenministers Roman Poseck (CDU) zum Migrationshintergrund eines großen Teils der mutmaßlichen Täter.
Poseck betonte mehrfach, die Tätergruppe sei überwiegend migrantisch geprägt gewesen. Er erklärte, es dürfe keine falschen Tabus geben, und kündigte an, gewaltbereite junge Menschen mit Migrationshintergrund künftig stärker in den Blick zu nehmen. Zur Begründung fügte er hinzu, damit schütze man auch die vielen Menschen mit Migrationshintergrund, die sich an Recht und Gesetz hielten.
Auch im heute journal sprach er von einem gefährlichen Zusammenspiel linksextremistischer Gewalttäter und gewaltbereiter migrantischer Jugendlicher. Er benannte also durchaus unterschiedliche Gruppen und stellte sie in einen gemeinsamen Zusammenhang.
Die Frage, die sich einem neutralen Zuhörer stellt, lautet: Warum war es Poseck so wichtig, den Migrationshintergrund der Tatverdächtigen derart in den Mittelpunkt seiner öffentlichen Aussagen zu rücken?
Anders als Innenminister Poseck stellte Frankfurts Oberbürgermeister Josef dabei nicht die Herkunft der mutmaßlichen Täter in den Mittelpunkt. "Mir ist völlig egal, welchen Pass jemand hat oder wo seine Eltern geboren sind", sagte der Oberbürgermeister. Wer Gewalt ausübe, müsse die juristischen Konsequenzen tragen.
Wer Polizisten angreift, Geschäfte plündert oder fremdes Eigentum zerstört, muss dafür zur Verantwortung gezogen werden. Dabei darf weder die Herkunft noch die politische Gesinnung eine Sonderbehandlung begründen. Entscheidend sind die individuellen Taten und die Beweislage.
Die gesellschaftliche und statistische Ebene
Wenn Ermittlungen tatsächlich zeigen, dass bestimmte Tätergruppen überproportional an Gewalttaten beteiligt sind, darf und muss man darüber sprechen. Probleme zu verschweigen, wäre ebenso wenig hilfreich wie sie zu verharmlosen.
Allerdings müssen solche Aussagen auf belastbaren Daten beruhen. Dazu gehören unter anderem die soziale Situation, das Alter, der Wohnort, die individuellen Lebensumstände und die konkreten Tatbeteiligungen. Der pauschale Hinweis auf einen Migrationshintergrund reicht als Erklärung nicht aus.
Die politische und kommunikative Ebene
Ein Innenminister trägt eine besondere Verantwortung für die öffentliche Einordnung von Gewaltereignissen. Seine Wortwahl beeinflusst, wie Menschen über bestimmte Bevölkerungsgruppen denken.
Wenn er den Migrationshintergrund wiederholt hervorhebt, muss die Frage erlaubt sein, welchen zusätzlichen Erkenntniswert diese Betonung hat. Geht es um eine sachlich notwendige Beschreibung der Täterstruktur? Oder wird damit zugleich ein politischer Schwerpunkt gesetzt?
Das lässt sich anhand seiner Aussagen allein nicht abschließend beurteilen. Aber genau diese Frage sollte man stellen dürfen.
Fazit
54 Festnahmen, 100 verletzte Polizisten, fünf geplünderte Geschäfte. Nach den schweren Ausschreitungen in Frankfurt haben Polizei und Innenministerium am Sonntag eine erste Bilanz gezogen. Demnach wurden 87 Strafanzeigen aufgenommen, 1.225 Platzverweise ausgesprochen und 366 Personen kontrolliert. Auch Feuerwehr und Rettungskräfte wurden angegriffen.
Die Gewalt von Frankfurt muss konsequent aufgearbeitet werden. Die Verantwortlichen dürfen sich nicht hinter einer Demonstration, einer politischen Überzeugung oder ihrer Herkunft verstecken.
Genauso wenig dürfen jedoch Menschen, die einen Migrationshintergrund haben, pauschal mit den Gewalttätern in Verbindung gebracht werden.
Es ist richtig, dass auch mögliche Zusammenhänge zwischen Herkunft, sozialen Bedingungen und bestimmten Tätergruppen untersucht werden. Aber dafür braucht es belastbare Erkenntnisse und eine differenzierte Betrachtung, keine vorschnellen Zuschreibungen.
Ein Rechtsstaat muss beides leisten: Gewalt ohne Ansehen der Person verfolgen und Menschen vor ungerechtfertigten kollektiven Verdächtigungen schützen.
Die Herkunft eines Menschen erklärt nicht automatisch sein Verhalten. Und die wiederholte Betonung seiner Herkunft ersetzt keine Erklärung für die Gewalt.
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Milliardengewinne trotz Krise
Shell fährt 10,8 Milliarden Dollar Gewinn im dritten Quartal 2026 ein.
So viel wie seit 2022 nicht mehr, und stockt die Aktienrückkäufe gleich mal von drei auf fünf Milliarden auf.
Die einen zahlen, die anderen kassieren. Während der normale Autofahrer an der Zapfsäule ins Schwitzen kommt, knallen bei den Ölkonzernen die Sektkorken - sorry, Champagnerkorken. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Der Grund
Der Iran-Krieg bremst die Dieselproduktion am Golf. Russische Raffinerien wurden durch den Krieg mit der Ukraine zerstört.
Die europäischen Raffinerien laufen auf Hochtouren, und Shell kassiert 42 Dollar Marge (Gewinnspanne) pro Barrel. Im Vorjahr waren es gerade einmal 11,6 Dollar. Anderer Leute Elend ist eben ein gutes Geschäftsmodell.
Und die Politik?
Die Frage - die sich stellt - ist: Welche Vorteile sehen verantwortliche Politiker*innen, wenn sie finanzielle Belastungen für die Bevölkerung gutheißen und einfache, durchzuführende Entlastungen verweigern. Die Konzerne dürfen also weiter ungestört einsammeln.
Greenpeace fordert eine Übergewinnsteuer, die SPD ebenfalls.
Kanzler Merz und Wirtschaftsministerin Reiche (beide CDU) wollen davon nichts wissen.
Der Iran brennt, die Ukraine bombt russische Raffinerien weg, und an der Zapfsäule zahlt der Normalbürger die Zeche.
Wer sich freut? Die Mineralölkonzerne! Shell mit 10,8 Milliarden Dollar Gewinn in drei Monaten, so viel wie seit 2022 nicht mehr. Als Dankeschön an die Aktionäre gibt es mal eben fünf statt drei Milliarden für Aktienrückkäufe. Die Raffineriemarge bei Shell: 42 Dollar pro Barrel, vor einem Jahr noch 11,6. Das ist keine Marge mehr, das ist eine Lizenz zum Gelddrucken.
Krieg, Krise: Kasse klingelt
Und die Politik? Greenpeace fordert eine Übergewinnsteuer, die SPD auch. Merz und Reiche von der CDU sagen Nein.
Wer in der Krise Milliarden einsackt, muss also nichts abgeben, und wer an der Tankstelle blecht, darf zuschauen.
Pointe: Wenn Bomben fallen, steigen die Dividenden.
Fazit
Wer zahlt, wer kassiert: Shell generiert 10,8 Milliarden Dollar Gewinn in drei Monaten. Der Grund heißt Krieg. Wo am Golf kaum noch Diesel produziert wird und russische Raffinerien in Trümmern liegen, verdient der Rest der Welt seine Margen mit Lizenz zum Gelddrucken: 42 Dollar pro Barrel bei Shell, vor einem Jahr waren es 11,6 Dollar
Die Politik schaut zu. Merz und Reiche sagen Nein zur Übergewinnsteuer. Die Konzerne kassieren, der Autofahrer blecht.
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Was sie erwartet
Die Proteste in Europa haben unterschiedliche Auslöser und sind keine einheitliche Bewegung. Sie zeigen aber, wie sehr Bildung, Wohnungsnot und Geldsorgen junge Menschen beschäftigen. Die meisten Demonstrierenden bleiben friedlich, doch Gewalt droht ihre Anliegen zu überlagern.
Am 31. Oktober sind erstmals auch in deutschen Städten Demonstrationen angekündigt. Die Jugendlichen fordern bessere Schulen mit mehr Lehrkräften, kleineren Klassen und besserer Ausstattung. Sie wollen bezahlbare Lebenshaltungskosten, lehnen eine Wehrpflicht ab und wollen bei Entscheidungen über ihre Zukunft gehört werden. Die Initiatoren betonen, dass sie Gewalt klar ablehnen.
Ob die Proteste weiter wachsen, hängt auch von den Antworten der Regierungen ab. Am Ende wird sich zeigen, ob die Politik den jungen Menschen zuhört, bevor aus friedlichem Protest Frust und aus Frust Eskalation wird.
Fazit
Geboren 1943, habe ich in meinem Leben viele demokratische Proteste aktiv unterstützt, kommen und gehen sehen.
Aufgewachsen und sozialisiert auf St. Pauli, hat mich das Leben gelehrt: Wer auf die Straße geht und laut wird, hat meist einen Grund. Wenn jetzt in halb Europa junge Menschen auf die Straße gehen, lohnt es sich, genau hinzuhören.
Die Auslöser sind verschieden, eine einheitliche Bewegung ist das nicht. Aber ob Schule, Studium, Miete, Lebenskosten oder leerer Geldbeutel: Die Sorgen der Jungen ähneln sich. Sie möchten bessere Schulen, mehr Lehrer, kleinere Klassen, bezahlbares Wohnen und Leben. Sie haben den Wunsch, sich das Leben leisten zu können, sie wollen keine Wehrpflicht, und sie wollen mitreden, wenn über ihre Zukunft entschieden wird. Das ist nicht zu viel verlangt.
Die meisten bleiben friedlich, und die Initiatoren in Deutschland sagen ausdrücklich „Nein“ zu Gewalt. Das ist klug, denn Randale überlagert jedes Anliegen, wie die Bilder aus Frankreich zeigen.
Am 31. Oktober gehen die Jungen nun auch in deutschen Städten auf die Straße. Ob daraus mehr wird, liegt nicht nur an ihnen, sondern an den Antworten der Regierenden. Man darf nur hoffen, die Politik hört zu, bevor aus friedlichem Protest Frust und aus Frust Eskalation wird.
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Hunderttausende Menschen in ganz Europa demonstrieren seit Wochen für bessere Bildung, gegen hohe Lebenshaltungskosten und Mieten.
Im Rahmen der Proteste kam es zu Ausschreitungen, Zusammenstößen mit der Polizei, schlimmen Körperverletzungen und willkürlichen Zerstörungen aller Art. Das vor allem in Frankreich und Italien.
Die negativen Folgen, durch die Gewalt und Gegengewalt von Polizei und Demonstranten, sind keine Antwort auf die Probleme.
Friedliches Demonstrieren ist ein demokratisches Grundrecht. Was zurzeit passiert, ist undemokratisch, von allen Seiten.
Viel dramatischer ist, die Demonstrationen in Frankreich, Italien weiten sich europaweit - auch nach Deutschland - aus.
Hintergrund der Proteste
Sie haben unterschiedliche Auslöser, sind vielseitig und bilden keine einheitliche europäische Protestbewegung. Zeigen jedoch, wie stark Bildung, Wohnungsnot und finanzielle Sorgen vor allem die jungen Menschen beschäftigen. Der Großteil der Demonstrierenden protestierte friedlich, doch die Gewalt droht ihre Anliegen zu überlagern.
Ob die Proteste weiteren Zulauf erhalten, hängt auch von den Antworten der Regierungen ab. Es sind neue Demos angekündigt:
am 31. Oktober erstmals auch in deutschen Städten. Was die Demostrant*innen durch ihren Einsatz erwarten:
Mehr Investitionen in Bildung und Wohnen
✅ Für Bildung: Sanierung von Schulen
✅ Für kleinere Klassengrößen und ausreichend Lehrer*innen
✅ Für bezahlbare Mieten
✅ Für Wohnraum und Studentenwohnheime
✅ Der Etat für Rüstung wird dagegen aufgestockt - koste es was es wolle.
✅ Der Lehrerverband VBE mahnt:
Die Proteste nicht nur als Sicherheitsproblem zu sehen. Die Sorgen der jungen Generation seien berechtigt.
✅ Kritiker merken an, die neuen Haushaltsentwürfe dagegen frieren Sozialleistungen, wie Wohngeld und Gehälter der Öffentlichen Hand ein.
✅ Ob Beschwichtigung oder Härte die Lage beruhigt, hängt auch davon ab, wie die Regierungen auf die nächste Demowelle antworten.
Fazit
Die Politik ist sich nicht einig, was zu tun ist. Das Meinungsbild lässt sich grob sortieren. Zuerst der Befund: Die Proteste richten sich gegen steigende Lebenshaltungskosten, unbezahlbaren Wohnraum, niedrige Löhne, Druck auf öffentliche Dienste und die Vernachlässigung der Bildung.
Strittig bleibt vor allem die Finanzierung. Die einen wollen mehr Staatsausgaben, die anderen verweisen auf hohe Schulden.
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Kernaussage
Aus dem AfD-Datenleck von Anfang Oktober 2026 sollen E-Mails stammen, die Alice Weidels frühere Darstellung der Schweizer Spenden von 2017 infrage stellen. Mehrere Medien (ZDF, Spiegel, Hamburger Abendblatt/Bergedorfer Zeitung, WDR, NDR) berichten aktuell darüber, bewiesen ist damit noch nichts.
Hintergrund der Affäre
✅ Zwischen Juli und September 2017 sollen 18 Überweisungen, meist über 9.000 Schweizer Franken, auf das Konto des AfD-Kreisverbands Bodensee geflossen sein. Das Geld kam von einer Schweizer Pharmafirma und trug den Vermerk „Wahlkampfspende Alice Weidel“.
✅ Weil die Zahlungen aus dem Nicht-EU-Ausland kamen, wurden sie als illegal eingestuft. Das Geld wurde im Frühjahr 2018 zurückgezahlt.
✅ Die Bundestagsverwaltung verhängte gegen die AfD eine Strafzahlung von rund 396.000 Euro, und das Berliner Verwaltungsgericht wies die Klage der AfD dagegen ab. Die Ermittlungen gegen Weidel selbst wurden eingestellt.
✅ Weidel erklärte 2018, die Spende sei nicht an ihre Person gegangen. Laut Artikel sagte sie außerdem, sie habe erst nachträglich davon erfahren.
Was neu ist
✅ Eine E-Mail vom Juli 2017 von Weidels Account soll sagen, ihr seien Spenden für ihren Social-Media-Wahlkampf angekündigt worden. Sie soll darin die Schatzmeisterin gebeten haben, das Konto zweimal pro Woche auf Eingänge zu prüfen. In einer weiteren Mail soll es heißen, ein Mitarbeiter werde die Spenden ausschließlich für Facebook-Werbung verwenden.
✅ Das legt nahe, dass sie früher von den Spenden wusste, als sie öffentlich sagte.
Wie das einzuordnen ist
✅ Die AfD kommentiert die Inhalte nicht und verweist darauf, dass die Daten illegal kopiert wurden. Ob die Mails echt sind, bestätigt sie nicht.
✅ Weidels Sprecher sagt, sie nehme keine ihrer Aussagen zurück. Sie habe weder konkrete Summen erwartet noch gewusst, ob tatsächlich jemand spenden würde.
✅ Betroffen vom Leck sind auch Konten von Gauland und Holm sowie Funktionsadressen. Es geht um rund 280 GB und etwa 400.000 E-Mails, die noch von Redaktionen ausgewertet werden.
Fazit
Der Artikel selbst sagt also nur, dass die Mails Fragen aufwerfen. Ob Weidel die Öffentlichkeit tatsächlich falsch informiert hat, ist offen.
Quelle: Bergedorfer Zeitung, 26. Oktober 2026 - Artikel: Wusste Weidel mehr als sie zugibt?
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Die AfD, im Visier der Hacker.
Berichtet wurde bereits im Deutschlandfunk darüber. Daten von Mitgliedern der AfD wurden abgerufen und kopiert.
Unabhängig wie man zu der AfD steht, ist das eine kriminelle Aktion, die unsere demokratische Rechtssprechung ahnden muss.
Allerdings könnte es auch einen positiven Aspekt durch diesen kriminellen Hack geben.
Sollten die Daten aufzeigen, dass die AfD unsere demokratische Grundordnung in Frage stellt, wäre das ein weiterer Ansatz, um ein Verbot dieser Partei zu erlangen.
Sind unter den geleakten E-Mails tatsächlich Hinweise auf verfassungsfeindliche Aktivitäten, könnten sie für die öffentliche und juristische Auseinandersetzung mit der AfD bedeutsam werden. Denkbar wären beispielsweise Erkenntnisse über:
✅ Konkrete Pläne zur systematischen Benachteiligung bestimmter Bevölkerungsgruppen.
✅ Verbindungen zu gewaltbereiten, rechtsextremen Organisationen.
✅ Absprachen, die auf eine Beseitigung demokratischer Grund-prinzipien abzielen.
✅ Eine mögliche Diskrepanz zwischen öffentlichen Aussagen und internen politischen Zielsetzungen.
✅ Dabei ist eine wichtige Unterscheidung erforderlich: Nicht jede rechtsgerichtete, nationalkonservative oder radikale politische Position ist verfassungswidrig. Entscheidend wäre, ob sich nachweisbar Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung richten.
Ein Parteiverbot muss rechtsstaatlich begründet sein
✅ Ein Verbot der AfD wäre ein besonders schwerwiegender Eingriff in das demokratische Parteiensystem.
✅ Nach Artikel 21, Absatz 2 des Grundgesetzes kann eine Partei aber verboten werden, wenn sie darauf ausgeht, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden.
✅ Darüber entscheidet ausschließlich das Bundesverfassungsgericht.
✅ Für ein Parteiverbot genügt nicht allein die Feststellung extremistischer Positionen. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein, insbesondere ein aktives, planvolles Vorgehen und konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die verfassungsfeindlichen Ziele zumindest möglicherweise erfolgreich sein können.
Dürften gehackte E-Mails als Beweismittel verwendet werden
Hier liegt ein besonders interessanter juristischer Punkt.
Rechtswidrig beschaffte Informationen sind in Deutschland nicht automatisch unverwertbar.
Ob solche Unterlagen in einem Parteiverbotsverfahren berücksichtigt werden dürften, müsste sorgfältig geprüft werden. Dabei spielen die Herkunft der Informationen, ihre Echtheit, Persönlichkeitsrechte und die Umstände ihrer Beschaffung eine Rolle.
Ein illegaler Hackerangriff wird dadurch nicht nachträglich gerechtfertigt. Dennoch können authentische Informationen Anlass für rechtmäßige Ermittlungen oder weitere Prüfungen geben.
Was ist über den aktuellen Hackerangriff bekannt
Die Berichterstattung vom 20. Oktober bestätigt den Angriff und die Veröffentlichung mutmaßlicher Daten.
✅ Die Echtheit des gesamten Bestands ist allerdings noch nicht geklärt.
✅ Besonders interessant: Der Deutschlandfunk berichtet bereits über E-Mails, die rechtsextreme und antisemitische Äußerungen von AfD-Mitgliedern enthalten sollen.
✅ Auch diese konkreten Inhalte sind bislang nicht abschließend verifiziert.
✅ Eine wichtige Korrektur betrifft die rechtliche Einstufung: Das Verwaltungsgericht Köln entschied im Februar 2026, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz die Bundes-AfD vorerst nicht als „gesichert rechtsextremistisch“ einstufen und behandeln darf.
✅ Das Hauptsacheverfahren ist davon zu unterscheiden.
Fazit
Die entscheidende Voraussetzung! Wenn die veröffentlichten Dokumente belastbare Beweise dafür liefern, dass die AfD planvoll gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung vorgeht, sollten diese Erkenntnisse rechtsstaatlich geprüft und gegebenenfalls in ein Parteiverbotsverfahren einbezogen werden.
Dabei sollte man zwei Dinge nicht gegeneinander ausspielen: den Schutz demokratischer Institutionen und die Einhaltung rechtsstaatlicher Regeln.
Die Demokratie darf sich gegen ihre Gegner verteidigen. Gerade dabei muss sie aber ihre eigenen Grundsätze wahren.
Sollten sich aber aus den geleakten Dokumenten ausreichende und rechtlich verwertbare Beweise ergeben, wäre ein AfD-Verbot nicht nur legitim, sondern könnte zum Schutz der Demokratie geboten sein.
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Was enthalten die veröffentlichten E-Mails tatsächlich – und reichen diese Erkenntnisse über bereits bekannte rechtsextreme Äußerungen hinaus, um die hohen verfassungsrechtlichen Anforderungen an ein Parteiverbot zu erfüllen?
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Die Midterms 2026 – Donald Trump und die Verantwortung der Wählerinnen und Wähler
✅ Donald Trump selbst steht bei den amerikanischen Zwischenwahlen (Midterms) am 3. November 2026 nicht zur Wahl. Die Bevölkerung kann ihn weder direkt bestätigen noch abwählen. Sie entscheidet jedoch darüber, ob seine Republikanische Partei weiterhin die Mehrheiten im Kongress kontrollieren kann oder ob ein verändertes politisches Kräfteverhältnis deren Regierungs-macht wirksam Grenzen setzt.
✅ Im Mittelpunkt steht damit eine entscheidende Frage: Werden die Amerikanerinnen und Amerikaner Donald Trump und seinen Republikanern weiterhin freie Hand lassen, oder werden sie durch ihre Wahlentscheidung ein politisches Gegengewicht schaffen?
✅ Angesichts des Krieges gegen den Iran, der wirtschaftlichen Belastungen und der steigenden Lebenshaltungskosten stellt sich zunehmend die Frage, welche politischen Konsequenzen die amerikanischen Wählerinnen und Wähler aus der bisherigen Regierungsführung von Trump ziehen werden.
✅ Doch selbst eine deutliche Niederlage der Republikaner bei den Midterms würde Trump nicht automatisch aus dem Amt entfernen. Sie könnte allerdings seine politischen Handlungsspielräume erheblich einschränken und die parlamentarische Kontrolle seiner Regierung stärken.
✅ Für seine Kritiker verkörpert Donald Trump einen Politiker-Typus, bei dem persönliches Machtstreben, Selbstüberschätzung und das eigene Ego schwerer wiegen als demokratische Verantwortung und gesellschaftliches Gemeinwohl.
✅ Dennoch findet Trumps Politik, bei einem erheblichen Teil der patriotischen, amerikanischen Bevölkerung weiterhin große Zustimmung. Das wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie viel Verantwortung tragen Wählerinnen und Wähler für die politischen Entscheidungen und deren Folgen, wenn sie eine solche – teilweise individuelle – Regierungsführung bewusst unterstützen?
✅ Denn die Konsequenzen amerikanischer Politik enden nicht an den Landesgrenzen. Sie betreffen unter Umständen Millionen Menschen auf der ganzen Welt, die auf diese Entscheidungen keinerlei demokratischen Einfluss haben.
✅ Die Midterms sind deshalb mehr als eine Abstimmung über die Mehrheitsverhältnisse im Kongress. Sie sind auch ein politischer Gradmesser dafür, wie viel Macht die amerikanische Gesellschaft Donald Trump weiterhin zugestehen will – und wie entschlossen und bereit sie ist, dieser Macht demokratische Grenzen zu setzen.
Fazit
Donald Trump wird unabhängig vom Wahlausgang zunächst Präsident der Vereinigten Staaten bleiben. Eine Niederlage seiner Partei könnte seine politische Handlungsfreiheit erheblich einschränken, würde aber seine Präsidentschaft nicht beenden.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, wie viel Macht Donald Trump besitzt, sondern warum so viele Menschen bereit sind, ihm diese Macht immer wieder zu übertragen.
Die Ergebnisse der Midterms können aber auch, als politisches Urteil über seine Präsidentschaft interpretiert werden. Die Wählerinnen und Wähler entscheiden aber auch nach lokalen Interessen, einzelnen Kandidaten und wirtschaftlichen Erwartungen.
Zudem werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus, aber nur etwa ein Drittel der Senatssitze neu gewählt.
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1. Die Demokratie scheitert auch an ihren eigenen Fehlern
Daron Acemoğlu, der Wirtschaftsnobelpreiträger von 2024, vergleicht in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Ausgabe:17./18. Oktober 2026, mit Ann-Kathrin Nezik und Alexander Hagelüken) die Krise der liberalen Demokratie mit dem Untergang des Römischen Reiches:
✅ Nicht die äußeren Gegner allein seien entscheidend gewesen, sondern die inneren Schwächen, die sie ausnutzen konnten.
✅ Was daran überzeugt: Demokratische Institutionen leben nicht allein von Verfassungen, Wahlen und Gerichten. Sie brauchen auch gesellschaftliches Vertrauen. Wenn Menschen den Eindruck gewinnen, dass Politik vor allem den Interessen wirtschaftlich und gesellschaftlich privilegierter Gruppen dient, kann ihre Bindung an die Demokratie schwinden.
✅ Wirtschaftliche Unsicherheit, Abstiegsängste und das Gefühl mangelnder politischer Repräsentation können populistische Bewegungen begünstigen. Rechtspopulismus lässt sich aber nicht allein aus sozialen und wirtschaftlichen Problemen erklären. Auch Nationalismus, kulturelle Konflikte, Migration, politische Identität, Desinformation und das Verhalten einzelner Politiker spielen eine Rolle. Die AfD ist das beste Beispiel.
✅ Außerdem sind auch Menschen mit ähnlichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten politisch keineswegs einer Meinung. Das ist aber keine vollständige Erklärung der demokratischen Krise.
2. Hat die politische Mitte die Arbeiterklasse verloren?
✅ Ein zentraler Punkt des Interviews lautet, dass Mitte-links-Parteien die Interessen von Beschäftigten vernachlässigt und sich zu stark auf Identitätspolitik konzentriert hätten.
✅ Viele Beschäftigte erleben seit Jahrzehnten wirtschaftliche Unsicherheit, den Verlust gut bezahlter Industriearbeitsplätze, steigende Wohnkosten und einen wachsenden Abstand zu wirtschaftlich erfolgreichen Akademikern.
✅ Wenn Parteien diese Erfahrungen nicht überzeugend aufgreifen, entsteht eine Repräsentationslücke.
Acemoğlu stellt soziale Interessen und Identitätspolitik teilweise so gegenüber, als müssten Parteien zwischen ihnen wählen. Dabei können gute Löhne, sichere Arbeitsplätze, Gleichberechtigung und der Schutz von Minderheiten durchaus gemeinsame Ziele sein. Auch Gewerkschaften und soziale Bewegungen haben historisch oft beides miteinander verbunden.
✅ Die Kritik trifft vor allem dann zu, wenn Parteien gesellschaftspolitische Symbolfragen ausführlich behandeln, während sie bei Mieten, Pflege, Löhnen und öffentlicher Infrastruktur keine überzeugenden Ergebnisse liefern. Allerdings ist es zu einfach, daraus abzuleiten, Identitätspolitik sei die Ursache für den Verlust der Arbeiterklasse.
✅ Dafür müsste man genauer untersuchen, welche Gruppen aus welchen Gründen ihre Wahlentscheidung geändert haben. Zudem wählen längst nicht alle Menschen aus der Arbeiterschaft rechtspopulistisch.
✅ Die Forderung, materielle Interessen wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken, ist da überzeugender. Die Vorstellung, dies gehe notwendigerweise auf Kosten von Minderheitenrechten, ist schwer nachvollziehbar.
3. Trump gefährlicher als die AfD?
Acemoğlu bezeichnet Donald Trumpp als den gefährlichsten rechten Politiker und erklärt, er würde Deutschland eher die AfD als Trump überlassen.
Das ist eine zugespitzte politische Bewertung, aber keine willkürliche. Seine Begründung lautet, dass Trump ausdrücklich demokratische Institutionen angreife und die gesellschaftliche Spaltung verschärfe.
✅ Die Stärke seiner Argumentation: Acemoğlu unterscheidet zwischen konservativer Politik innerhalb demokratischer Regeln und einer Politik, die diese Regeln selbst schwächen kann. Entscheidend ist nicht nur, welche politischen Ziele eine Partei verfolgt, sondern auch, ob sie Wahlergebnisse akzeptiert, unabhängige Gerichte respektiert und die Opposition als legitimen Bestandteil der Demokratie behandelt.
✅ Die Schwäche: Der Vergleich zwischen Trump und der AfD bleibt pauschal. Die politischen Systeme der USA und Deutschlands unterscheiden sich erheblich.
✅ Auch die AfD ist keine einheitliche Größe, und ihre verschiedenen Strömungen müssen anhand ihrer konkreten Positionen und ihres Handelns beurteilt werden.
✅ Die Aussage, die AfD werde die deutsche Demokratie vermutlich nicht zersetzen können, ist zudem eine Prognose. Sie lässt sich nicht allein aus der gegenwärtigen Stärke deutscher Institutionen ableiten. Institutionen können widerstandsfähig sein und sich dennoch schrittweise verändern.
✅ Entscheidend ist daher weniger, welcher Politiker der gefährlichste ist, sondern welche konkreten Handlungen demokratische Kontrollmechanismen schwächen. Das gilt unabhängig davon, ob sie von rechts, links oder aus der politischen Mitte kommen.
4. Die ökonomische Diagnose: Automatisierung schafft Gewinner und Verlierer
Acemoğlu kritisiert, dass wirtschaftlicher Fortschritt nicht mehr automatisch zu Wohlstand für alle führe.
✅ Er verbindet den technischen Wandel mit wachsender Ungleichheit und dem Rückgang gut bezahlter Arbeitsplätze.
✅ Technischer Fortschritt erhöht nicht automatisch die Löhne aller Beschäftigten. Entscheidend ist, wie die Produktivitätsgewinne verteilt werden, welche Verhandlungsmacht Arbeitnehmer besitzen und welche Tätigkeiten durch neue Technologien entstehen oder verschwinden.
✅ Allerdings sollte man drei Dinge auseinanderhalten:
Technologie von Maschinen und Software können bestimmte Tätigkeiten ersetzen, andere ergänzen und neue Berufe schaffen.
✅ Wirtschaftliche Institutionen: Tarifverträge, Mindestlöhne, Steuern, Wettbewerb und Sozialversicherung beeinflussen, wer vom technischen Fortschritt profitiert.
✅ Globalisierung und Strukturwandel: Internationale Konkurrenz, Standortentscheidungen und Veränderungen der Nachfrage tragen ebenfalls zum Rückgang bestimmter Industriearbeitsplätze bei.
Wenn Acemoğlu Automatisierung als zentrale Ursache der Ungleichheit hervorhebt, besteht die Gefahr, andere Einflussfaktoren zu unterschätzen.
✅ Nicht jede verlorene Stelle ist durch Technologie verschwunden, und nicht jeder Beschäftigte profitiert gleichermaßen von einer neuen Technologie.
✅ Seine grundsätzliche Schlussfolgerung bleibt aber plausibel: Eine Gesellschaft muss nicht den technischen Fortschritt bremsen, sondern dafür sorgen, dass dessen Erträge breiter verteilt werden.
5. Seine Vorschläge zur künstlichen Intelligenz
Acemoğlu fordert eine arbeitnehmerfreundliche KI, mehr Wettbewerb, Einschränkungen bei Firmenübernahmen, eine Besteuerung von Kapitalerträgen auf dem Niveau von Arbeitseinkommen und eine staatliche Aufsicht über KI.
✅ Die KI soll Menschen unterstützen statt nur Stellen ersetzen. Ein sinnvolles Ziel, aber schwierig umzusetzen, weil Unternehmen vor allem Produktivität und Kosten im Blick haben.
Mehr Wettbewerb zwischen Technologieunternehmen Überzeugend, wenn Marktmacht Innovation verhindert oder Abhängigkeiten schafft.
Künftige Übernahmen von OpenAI und Anthropic grundsätzlich verbieten Zu pauschal. Nicht jede Übernahme ist wettbewerbsschädlich; entscheidend sind Marktstellung, mögliche Konkurrenten und die konkreten Folgen.
✅ Kapitalerträge wie Arbeitseinkommen besteuern Kann steuerliche Verzerrungen reduzieren. Die konkrete Ausgestaltung muss jedoch Investitionen, unterschiedliche Einkommensarten und Ausweichreaktionen berücksichtigen.
Staatliche KI-Aufsicht - grundsätzlich plausibel, sofern die Behörde unabhängig, fachkundig und demokratisch kontrolliert ist. In diesem Zusammenhang ist ein besonders wichtiger Punkt: Wem gehört die KI?
Acemoğlu sieht die Gefahr, dass wenige Unternehmen die Technologie kontrollieren. Das ist nicht nur eine Frage der Marktanteile. Es geht auch um die Kontrolle über Rechenleistung, Daten, digitale Infrastruktur und die Regeln, nach denen KI-Systeme entwickelt werden.
✅ Doch staatliche Regulierung kann ebenfalls problematisch werden. Wenn die Anforderungen so teuer sind, dass nur die größten Konzerne sie erfüllen können, könnte Regulierung ausgerechnet jene Unternehmen stärken, deren Macht sie begrenzen soll.
✅ Auch eine Zerschlagung großer Konzerne löst nicht automatisch alle Probleme. Sie kann Wettbewerb fördern, aber sie beseitigt nicht notwendigerweise die Kontrolle über wichtige Daten oder technische Infrastruktur.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht einfach: große oder kleine Unternehmen? Sondern: Wie lassen sich Macht begrenzen, Wettbewerb erhalten und gesellschaftlich nützliche Innovation fördern?
6. Kann eine arbeitnehmerfreundliche KI tatsächlich mehr Arbeitsplätze schaffen?
Acemoğlu nennt Krankenhäuser und Schulen als Beispiele.
✅ KI könnte Ärzten bei der Diagnostik helfen und Pflegekräfte von Verwaltungsaufgaben entlasten. In Schulen könnte sie individuelle Unterstützung bieten, sodass Lehrkräfte mehr Zeit für Schüler mit Schwierigkeiten hätten. Das sind sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten. Sie hängen allerdings davon ab, wie die Technik tatsächlich eingesetzt wird.
Ein Krankenhaus kann KI nutzen, um Pflegekräfte zu entlasten. Es kann dieselbe Technik aber auch verwenden, um Personal einzusparen oder die Arbeitsbelastung zu erhöhen. Welche Variante eintritt, ist keine rein technische Entscheidung. Sie hängt von Finanzierung, Personalpolitik, Arbeitsrecht und den Zielen der Einrichtung ab.
✅ Auch die Behauptung, KI werde neue Aufgaben schaffen und dadurch mehr Arbeitsplätze hervorbringen, ist keine Garantie. Historisch hat technischer Wandel neue Berufe entstehen lassen. Daraus folgt jedoch nicht, dass jeder verdrängte Beschäftigte schnell eine gleichwertige Stelle findet.
Es braucht deshalb konkrete Übergänge: Weiterbildung, soziale Absicherung, betriebliche Mitbestimmung und Investitionen in Bereiche, in denen menschliche Arbeit besonders wichtig bleibt.
7. Die politische Lösung: eine neue Koalition für sozialen Wohlstand
Acemoğlu schlägt vor, dass konservative und sozialdemokratische Kräfte gemeinsam gute Arbeitsplätze schaffen, Mindestlöhne durchsetzen und Gewerkschaften stärken.
✅ Das ist ein Versuch, die wirtschaftliche Grundlage demokratischer Stabilität wiederherzustellen. Allerdings ist eine solche Koalition kein Selbstläufer.
Konservative Parteien setzen häufig andere Prioritäten bei Steuern, Sozialleistungen und Arbeitsrecht als sozialdemokratische Parteien. Eine gemeinsame Strategie müsste diese Konflikte offen austragen, statt sie mit dem Hinweis auf die Demokratie zu überdecken.
✅ Außerdem reicht es nicht, Arbeitsplätze zu schaffen. Sie müssen auch ausreichend bezahlt, gesundheitlich zumutbar und mit einem verlässlichen Leben vereinbar sein. Ebenso wichtig sind bezahlbarer Wohnraum, gute Schulen, funktionierende öffentliche Dienstleistungen und die Möglichkeit, politisch tatsächlich Einfluss zu nehmen.
Eine erfolgreiche demokratische Erneuerung braucht also mehr als eine wirtschaftspolitische Korrektur. Sie braucht auch glaubwürdige Institutionen und nachvollziehbare politische Entscheidungen.
Fazit
Acemoğlus stärkste These ist nicht, dass die Demokratie allein an der Ungleichheit scheitert. Sie lautet vielmehr: Eine Demokratie verliert an Stabilität, wenn sie den Menschen dauerhaft das Gefühl vermittelt, dass wirtschaftlicher Fortschritt an ihnen vorbeigeht und ihre Interessen politisch nicht mehr zählen.
Das ist eine wichtige Warnung. Sie sollte aber nicht dazu führen, Rechtspopulismus ausschließlich als Protest der wirtschaftlich Abgehängten zu verstehen oder kulturelle Konflikte und autoritäre politische Ziele zu verharmlosen.
Die entscheidende politische Aufgabe besteht darin, beides gleichzeitig zu leisten: den materiellen Wohlstand breiter zu verteilen und die demokratischen Regeln konsequent zu verteidigen. Soziale Gerechtigkeit und liberale Demokratie sind keine Gegensätze. Im besten Fall stärken sie einander.
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✅ Das amerikanische Regierungssystem unterscheidet sich grundlegend vom deutschen System.
Der Präsident wird nicht vom Parlament gewählt. Er bleibt auch dann im Amt, wenn seine Partei die Mehrheit im Kongress verliert. Allerdings ist er bei wichtigen politischen Entscheidungen auf die Zustimmung des Kongresses angewiesen.
✅ Sollten die Republikaner ihre Mehrheit - im Kongress - bei den Midterms = Zwischenwahlen - am 3. November 2026 - verlieren, wird es für Trump schwer, seine Fantasien durchzusetzen.
✅ Erfahrungsgemäß gehen weniger Menschen zur Zwischenwahl als zur Präsidentschaftswahl. Entscheidend wird deshalb sein, welche Partei ihre Anhänger tatsächlich an die Wahlurnen bringt.
✅ Ein weiterer Faktor ist die Einteilung der Wahlkreise. In vielen Bundesstaaten haben Trump und seine Republikaner sie so zugeschnitten, dass seine Partei strukturelle Vorteile besitzt.
✅ Dadurch können die Mehrheitsverhältnisse im Repräsentantenhaus anders ausfallen, als es die aktuellen, landesweiten Umfragen und Stimmenanteile vermuten lassen.
Eine Abstimmung über mehr als die Wirtschaft
Die Zwischenwahlen sind traditionell auch eine Gelegenheit, der amtierenden Regierung einen - durch nicht eingehaltene Zusagen - Denkzettel zu verpassen. Doch diesmal könnte es um mehr gehen.
Trump hat die politische Auseinandersetzung in den Vereinigten Staaten in besonderem Maße auf seine Person ausgerichtet. Seine Anhänger sehen in ihm einen Präsidenten, der entschlossen gegen das politische Establishment vorgeht. Seine Gegner werfen ihm vor, demokratische Institutionen zu schwächen und politische Macht zunehmend auf die eigene Person zu konzentrieren.
Die Wähler entscheiden deshalb nicht nur darüber, welche Partei künftig die Mehrheit im Kongress besitzt. Sie entscheiden auch darüber, wie viel politischen Rückhalt Trumps Regierungsstil noch genießt.
Dabei sollte allerdings nicht übersehen werden, dass ein Wahlsieg der Demokraten nicht automatisch bedeutet, dass die amerikanische Gesellschaft ihre tiefen politischen Gegensätze überwunden hat.
Die Polarisierung des Landes dürfte unabhängig vom Wahlausgang bestehen bleiben.
Fazit
✅ Trump steht vor einer entscheidenden Bewährungsprobe! Die gegenwärtigen Wahlprognosen sprechen deutlich für einen Erfolg der Demokraten im Repräsentantenhaus. Auch eine demokratische Mehrheit im Senat erscheint inzwischen möglich. Sollte es dazu kommen, wäre dies eine empfindliche Niederlage für Donald Trump und seine Republikaner.
✅ Die Amerikaner hätten ihm damit nicht das Präsidentenamt entzogen, wohl aber einen erheblichen Teil seiner parlamentarischen Macht.
Ob daraus eine politische Kurskorrektur entsteht, ist eine andere Frage. Trump hat bisher kaum erkennen lassen, dass er auf Widerstand mit grundsätzlicher Selbstkritik reagiert.
✅ Für die Demokraten wiederum wäre ein Wahlsieg zunächst nur ein Vertrauensvorschuss. Sie müssten beweisen, dass sie nicht nur gegen Trump mobilisieren, sondern auch überzeugende Antworten auf die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme der Vereinigten Staaten besitzen.
✅ Am 3. November 2026 entscheidet sich deshalb nicht nur, wer im amerikanischen Kongress die Mehrheit erhält. Es entscheidet sich auch, ob die Wähler Donald Trump weiterhin weitgehend freie Hand lassen oder seiner Macht durch einen politisch anders zusammengesetzten Kongress Grenzen setzen.
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Die Union hat Wahlen verloren. Statt zu hinterfragen – warum das so ist – streiten sie sich. Das, obwohl die Union seit 2018 offiziell, die Zusammenarbeit mit der AfD ablehnt.
✅ Das wird von einer demokratischen Partei der Mitte auch erwartet.
✅ Eine Brandmauer ist aber kein Programm gegen die AfD. Wer sich schon so lange abgrenzt und trotzdem Stimmen und Wahlen verliert, sollte sich fragen, ob das Problem der schlechten Wahlergebnisse nicht die Politik der eigenen Partei ist.
✅ Das Original wird immer das Original bleiben und eine Union, die der AfD hinterherläuft, stärkt diese Partei nur.
✅ Manfred Weber (CSU), Mitglied des Europäischen Parlaments, sowie einzelne CDU-Abgeordnete rütteln nun an der Brandmauer. Aber wer von ihnen hofft, mit einer Öffnung nach rechts Wähler*innen zurückzuholen, hat nichts begriffen.
✅ Genauso falsch ist es, sich hinter die Brandmauer zurückzuziehen und zu glauben, damit sei alles gesagt. Es ist eine Haltung, aber keine Antwort. Besonders unter den Aspekten, für die sozialen Belastungen der Menschen - durch:
✅ unsichere Arbeitsplätze
✅ hohe Mieten
✅ steigende Lebenshaltungskosten
✅ teure Krankenversicherung und Pflege
✅ Rentenkürzungen
✅ Der Frust - nicht nur der Unionswähler*innen - über den politischen Umgang mit diesen lebensnotwendigen Fakten bleibt bestehen, solange von den politisch Verantwortlichen, dass soziale Gefälle nicht so ernst genommen wird, wie es die Situation erfordert.
✅ Nicht gelieferte Antworten – auf diese Probleme – sind eine Steilvorlage für die AfD und deren potenzielle Wählerschaft. Die jüngsten Wahlniederlagen, sind die Quittung für den Sozialabbau.
✅ Die Union steht vor einer grundsätzlichen Richtungsentscheidung. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie CDU und CSU verlorenes Vertrauen zurückgewinnen können, sondern auch um ihren künftigen Umgang mit der AfD.
✅ Vor der Präsidiumsklausur der CDU am Sonntag und Montag (11. und 12. Oktober 2026) ist die Debatte über die Brandmauer erneut befeuert worden. Während der CSU-Politiker Manfred Weber und einzelne CDU-Abgeordnete das bisherige Konzept der Abgrenzung infrage stellen, halten führende CDU-Politiker an einer klaren politischen Distanz zur AfD fest.
✅ Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender Friedrich Merz steht damit vor einer schwierigen Aufgabe.
✅ Einerseits muss er die unterschiedlichen Positionen innerhalb der Union zusammenführen.
✅ Andererseits muss seine Partei Antworten auf die sozialen und wirtschaftlichen Probleme finden, die viele Menschen im Alltag beschäftigen.
✅ Die Antwort kann nur lauten: Der Mensch steht im Mittelpunkt.
Fazit
Die Union steht vor mehr als einer parteiinternen Strategiedebatte. Es geht um ihre politische Glaubwürdigkeit und um die Frage, welchen Kurs sie künftig einschlagen will.
Eine bloße Verteidigung der Brandmauer reicht jedoch ebenfalls nicht aus, um verlorene Wähler*innen zurückzugewinnen.
Nicht die Brandmauer entscheidet letztlich über die Zukunft der Union, sondern ihre Fähigkeit, überzeugende Antworten auf die Probleme der Menschen zu geben. Probleme werden nicht mit Rhetorik beseitigt, sondern durch Anpacken.
Und dabei sollte eines nicht vergessen werden: Wer die AfD schwächen will, muss nicht ihre Politik übernehmen, sondern die eigene Politik verbessern. Eine Zerbröselung der Brandmauer und Positionen der AfD zu übernehmen, birgt das Risiko, diese Partei politisch aufzuwerten.
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Die AfD nutzt die parlamentarischen Instrumente ihrer Landtagsfraktionen, insbesondere zahlreiche „Kleine Anfragen“, um politische Themen zu setzen und Informationen über Strukturen, Förderungen und Akteure des Sozialwesens und der Sozialen Arbeit zu gewinnen und wenn möglich – in ihrem Sinne – zu blockieren.
Besonders, in den von ihr mitregierten oder parlamentarisch starken Bundesländern kann sie damit Einfluss auf die politische Debatte und die Ausgestaltung sozialpolitischer Themen nehmen.
Zu diesem Ergebnis kommen Forschende der Hochschule Neubrandenburg und des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena.
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